Habichtswald (Gebirge)
Der Habichtswald ist ein kleines Mittelgebirge bei Kassel in Nordhessen. Die höchste Erhebung ist mit 614,7 m das Hohe Gras. International bekannt ist der Bergpark Wilhelmshöhe, der am Osthang des Gebirges liegt.
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Aussichtsturm auf dem hohen Gras
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Blick von der Weidelsburg auf den Habichtswald
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Inhaltsverzeichnis |
Hintergrund [Bearbeiten]
Klima [Bearbeiten]
Klimatisch ist es im Habichtswald meist 3 - 5 Grad kühler und es weht ein stärkerer Wind als im nahen Kasseler Becken, das mehr als 400 m tiefer liegt.
Im Sommer kann man durch den großen Höhenunterschied so schnell der drückenden Schwüle in der Stadt entfliehen. Im Winter, wenn aufgrund von Inversion im Kasseler Becken oft dicke Luft herrscht, kann man bei klarer Sicht und Sonnenschein hier oben richtig gut durchatmen (Sonnencreme und warme, winddichte Kleidung allerdings nicht vergessen).
Auch bei den Niederschlägen gibt es im Vergleich zum nur 10 km entfernten Kasseler Stadtzentrum erhebliche Unterschiede. So beträgt der mittlere jährliche Niederschlag am hohen Gras etwa 800 bis 900 mm. Im nahen Kasseler Becken ist es mit nur 500 - 600 mm bedeutend trockener, da Kassel bei den häufigen Westwetterlagen im Regenschatten des Gebirges liegt. [1]
Anreise [Bearbeiten]
Mit dem Flugzeug [Bearbeiten]
- Nächster Flughafen ist der Flugplatz Kassel-Calden etwa 10 km nördlich des Gebirges. Derzeit finden von hier keine Linienflüge statt (weiteres siehe im Artikel Kassel)
Mit Bus und Bahn [Bearbeiten]
Das Gebirge ist von Kassel aus gut mit dem öffentlichen Verkehr zur erreichen.
Nächster ICE-Haltepunkt ist der Fernbahnhof in Kassel Wilhelmshöhe.
Vor dort fährt man mit der Straßenbahnlinie drei bis zur Endhaltestelle der Linie im Druseltal. Hier besteht Anschluss an die Buslinie 22. Diese fährt sowohl den Herkules, wie auch das Hohe Gras an.
Auf der Straße [Bearbeiten]
- Für die Anreise überregional siehe Artikel Kassel.
Von Kassel aus erschließt die Landstraße Druseltal - Habichtswald-Ehlen den Habichtswald. Über das Druseltal erreicht man auch den Herkules. Entlang der Straße gibt es Wanderparkplätze auf denen man Parken kann.
Mobilität [Bearbeiten]
Im Habichtswald gibt es ein in der Regel gut ausgeschildertes Wanderwegenetz. Trotz Ausschilderung sollte man am besten immer noch eine Wanderkarte dabei haben, falls man sich doch mal verlaufen sollte.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Herkules mit Bergpark Wilhelmshöhe [Bearbeiten]
Der Herkules, Wahrzeichen von Nordhessen thront auf dem Osthang des Gebirges. Von seinem Fuß hat man einen schönen Blick auf Kassel. Vom Oktogon (gegen Eintritt zugänglich) kann man auch gut Richtung Westen zum hohen Gras schauen. Weitere Infos zum Herkules und zur Wilhlmshöhe sind im Artikel Bergpark Wilhelmshöhe zu finden.
Hohes Gras [Bearbeiten]
Das Hohes Gras ist mit 614,7 m die höchste Erhebung des Habichtswalds. Auf dem Berg steht ein Aussichtsturm mit Gaststätte. Im Winter ist ein Skilift in Betrieb. Weiteres siehe Artikel Hohes Gras.
Hirzstein und Firnsbachtal [Bearbeiten]
Der Gipfel des Hirzstein liegt am Südrand des Habichtswald bei Schauenburg-Elgershausen bei 51° 17' 11" N 9° 22' 25" O (etwas nördlich der Autobahn A 44). Oberhalb des ehemaligen Steinbruchs gibt es einen schönen Aussichtspunkt. Dieser liegt natürlich im Schallbereich der A 44, ist aber trotzdem einen Besuch wert. Ein 26 Hektar großes Naturschutzgebiet schützt die Felswände, in denen der Wanderfalke brütet. Zeitweise baut auch der Uhu hier sein Nest.[2] Von der Aussichtskanzel hat man einen schönen Rundblick Richtung Süden auf Baunatal und Schauenburg. Kurios aber praktisch ist der "Hirzstein-Fernrohr-Guckpfahl". Verschiedene an einem Pfahl angebrachte Rohre zeigen auf Punkte in der Aussicht. Auf dem Rohr ist das Ziel (meist Berge oder Orte) mit Namen und Entfernungsangabe eingraviert.
Auf dem Rückweg bietet es sich an, nicht einfach wieder abzusteigen, sondern den urigen, 400 m lagen Wanderpfad durch das nette Firnsbachtal zu nutzen. Dazu läuft man eine kleine Schleife nach Norden. Der obere Einstieg in die bewaldete "Minischlucht" mit Bachlauf liegt bei
.
- Anfahrt: Mit dem Auto bis zum Wanderparkplatz am Firnsbachtal in Schauenburg-Elgernshausen (bei
). Von hier kann man den Hirzstein von Norden aus erwandern (2 km einfach mit etwa 150 Höhenmeter). Mit Rückweg durch das Firnsbachtal sind es etwa 5 km.
Bismarckturm auf dem Brasselsberg [Bearbeiten]
Vom Aussichtsturm bei 51° 17' 24" N 9° 24' 26" O hat man einen schönen Blick über das Kasseler Becken. Im Südosten ist das Volkswagenwerk von Baunatal zu erkennen. Am Horizont erkennt man den Kaufunger Wald sowie den Hohen Meißner. Seit der Turmsanierung ist auch ein schmaler Ausblick vom Fuß des Turms wieder möglich. Richtung Brasselsberg wurden einige Bäume gefällt.
- Zugang: Der Bismarckturm ist nach längerer Innensanierung seit Mitte Oktober 2010 wieder frei zugänglich. Achtung: Bei Gewitter die Treppe im Bauwerk nicht besteigen bzw. berühren, da die Stahltreppe als Blitzableiter dient.
- Umfangreiche Informationen über die Geschichte des Turms sind übrigens auf der Seite www.bismarcktuerme.de zu finden.
- Anfahrt mit Bus und Bahn: Vom Fernbahnhof Wilhelmshöhe verkehrt u. a. die Buslinie 52 (Richtung Naumburg) nach Brasselsberg. In Brasselsberg verlässt man den Bus entweder an der Haltestelle "Zeche-Marie-Weg" (kinderwagentauglicher Fahrweg zum Turm) oder an der darauffolgenden Haltestelle "Blütenweg". Von hier führt vom Naturparkplatz ein Wanderweg (teilweise Bergpfad) zum Turm hinauf.
- Anfahrt KFZ von Kassel - von der Stadtmitte über die Druseltalstraße bzw. Konrad-Adenauer-Straße zum Stadtteil Brasselsberg. Hier findet man an der Konrad-Adenauer-Straße einen Wanderparkplatz (gelegen gegenüber der Einmündung Blütenweg). Von hier führt ein Wanderweg (teilweise Bergpfad) zum Turm hinauf.
Elfbuchen [Bearbeiten]
Hier steht beim Hotel ein kleiner historischer Turm (bei 51° 19' 49" N 9° 23' 36" O). Auch wenn es in einigen Karten noch anders verzeichnet ist, von Elfbuchen besteht keine Aussicht. Der Aussichtsturm ist bereits seit Jahrzehnten von den Buchen eingewachsen. Das Bauwerk ist auch nicht zugänglich. Elfbuchen ist trotzdem einem Spaziergang zum Beispiel vom Herkules aus wert, da man im Hotel gut zum Café einkehren kann (Hotelseite).
Sonstiges [Bearbeiten]
- Essigberg - Der Sendeturm auf dem 595 m hohen Essigberg ist eine weithin sichtbare Landmarke. Der Turm selbst ist nicht zugänglich. Vom Wanderparkplatz an der Landstraße bei 51° 18' 39" N 9° 20' 49" O hat man aber eine schöne Aussicht Richtung Westen. Im Winter kann man die abschüssige Wiese nördlich des Parkplatzes zum Rodeln nutzen (eine Schutzhütte zum Verschnaufen ist ebenfalls vorhanden). Auf dem Essigberg findet man übrigens einen "Waldsportpfad" (Trimm-Dich-Pfad). Natürlich laden die Wälder und Wiesen rund um den Essigberg zu Spaziergängen ein. Orkan Kyrill hatte Anfang 2007 auch hier diverse Bäume gefällt. Mittlerweile sind die Windwurfflächen aber weitgehend wiederaufgeforstet und alle Waldwege wieder begehbar.
- Fritz-Catta-Eck - Die Schutzhütte liegt im Wald oberhalb des Kasseler Stadtteil Brasselsberg. Auch wenn es in manchen Karten noch anders verzeichnet ist, vom Fritz-Catta-Eck hat man keine Aussicht mehr (in 2008). Die Aussicht Richtung Osten ist schon seit langem von Bäumen zugewachsen.
Aktivitäten [Bearbeiten]
Wandern [Bearbeiten]
Der Habichtswald ist ein ideales Wanderrevier. An den meisten Wegkreuzungen stehen zumeist Wegweiser, allerdings nicht überall. Daher ist es ratsam sich eine Wanderkarte zuzulegen (siehe auch Literatur). Es gibt auch einige Wanderparkplätze mit markierten Rundwanderwegen. Seit September 2011 führt der Habichtswaldsteig von Zierenberg bis zum Edersee natürlich auch über das namensgebende Gebirge (www.habichtswaldsteig.de)
- Streckenwanderung Hohes Gras - Hirzstein - Bismarckturm - Brasselsberg: Tram- und Busfahrt bis auf das Hohe Gras (Achtung: die Bushaltestelle "Hohes Gras" gehört bereits zum Tarifbereich Kassel-Plus) - Abstieg am Herbsthäuschen vorbei Richtung Habichtswald südlicher Gebirgsrand. Hier lohnt ein Abstecher zum Hirzstein mit Aussicht hoch über Schauenburg. Oberhalb Brasselsberg ist der Abstecher zum Bismarckturm als Belohnung für die die zurückgelegte Strecke im Prinzip ein "muss" , da toller Panoramablick über das Kasseler Becken. Schlussabstieg nach Brasselberg an die Konrad-Adeneauer-Allee. Von hier Busrückfahrt zur Stadtmitte oder Gang zur Endhaltestelle der Tram 3 und Rückfahrt ab hier in die Stadt. Strecke je nach Variante 8,5 bis 10 km meist bergab; Gehzeit etwa 2 bis 3 Stunden je nach Abstecher und (Foto)Pausen. Festes Schuhwerk ist sinnvoll, da teilweise holprige Wege; Detailinfos Hirzstein und Bismarckturm siehe Abschnitt Sehenswürdigkeiten.
Wintersport [Bearbeiten]
- Ski Alpin - Auf dem 615 m hohen Gras gibt es auch einen Skilift mit 510 m langer, leichter bis mittelschwerer Piste (80 m Höhenunterschied); weiteres siehe im Artikel Hohes Gras.
- Rodeln - Beliebt ist die Rodelwiese am Essigberg mit schönem Westlblick (bei
). Direkt an der Wiese gibt es einen großen KFZ-Parkplatz. Die Rodelwiese ist bis zu 200 m lang bei etwa 25 - 30 m Höhenunterscheid. Anfahrt öffentlicher Verkehr: Mit dem Bus 22 Richtung Hohes Gras an der Haltestelle "Essigberg" aussteigen (bei
). Von hier sind es zu Fuß nur etwa 400 m bis zur Rodelwiese (über den schräg rechts der Straße abzweigenden Waldweg Richtung Fernmeldeturm).
- Im unteren Bereich des Skilifts am hohen Gras findet man einen weiteren Rodelhang. Er ist ebefalls 200 m lang.
Ski Nordisch [Bearbeiten]
Im Habichtswald werden zwischen 480 und 580 m Höhe verschiedene Loipen gespurt (3 Rundloipen mit zusammen rund 16 bis 17 km Strecke). Wer den Habichtswlad als nordisches Skirevier noch nicht kennt, wird evtl. erstaunt sein, was für ein durchaus abwechslungreiches Loipenrevier hier bei guter Schneelage gespurt wird. Die Strecken sind als leicht bis mittelschwer einzustufen.
- Ausgangspunkt für die Rundkurse ist der Parkplatz "Loipenhaus" (bei
). Der Parkplatz ist auch mit der Tram 3 und dem Bus 22 Richtung Hohes Gras gut erreichtbar (Haltestelle "Loipenhaus"). - Für die Loipenpflege bittet der Naturpark Habuchtswald um einen Beitrag von 1 € pro Person. Die "Kasse" ist als massive Spendenbox am Loipenparkplatz zu finden.
- Loipe 1 - 7,5 km: Diese "Stammstrecke" liegt im Bereich Großer Steinhaufen / Essigberg. Sie ist als Acht ausgeführt und lässt sich auf 4 km bzw. 5 km Länge abkürzen. Wer möchte kann als Pause die Aussicht an der Rodelwiese am Essigberg geniessen. Hier findet man übrigens eine Schutzhütte, die bei schlechtem Wetter etwas die kalten Winde abhält. Wem 7,5 km nicht reichen, kann noch Loipe 2 dranhängen und kommt dann auf rund 11 km; Streckenverlauf in OpenStreetMap.
- Loipe 2 - Erweiterung von Loipe 1 um 3,5 km Richtung Norden; Streckenverlauf in OpenStreetMap.
- Loipe 3 - 5,5 km: Diese Strecke wird auf dem Golfplatz gespurt. Der Rundkurs ist besonders bei Sonne empfehlenswert, da teilweise an einem Südhang gelegen; Streckenverlauf in OpenStreetMap.
- Anmerkung: Die Streckenlängen sind jeweils auf den Einstieg am östlichen Bereich des Parkplatzes "Loipenhaus" bezogen.
weitere Aktivitäten [Bearbeiten]
- Golfen - zwischen Herkules und hohem Gras liegt der Platz des Golf Club Kassel-Wilhelmshöhe mitten im Habichtswald.
- Klettern - Im Bereich des hohen Grases gibt es seit Mai 2009 einen Kletterpark. Die Parcoure führen von Baum zu Baum. (Info).
Küche [Bearbeiten]
Im Habichtswald gibt es einige Ausflugsgaststätten, die nach der Wanderung zum geselligen Zusammensein einladen:
- Herbsthäuschen - beliebte Ausflugsgaststätte zu Füßen des hohen Grases (12-2009: Speisekarte nicht im Netz)
- Restaurant & Cafe " Hohes Gras" - besonders bei Skibetrieb gern besucht, siehe Artikel Hohes Gras
- Gasthaus zum Erlenloch -Ausflugsgaststätte am See "Erlenloch" oberhalb von Kassel-Harleshausen. Die Speisekarte kann hier eingesehen werden.
- Cafe & Restaurant im Waldhotel Elfbuchen - 12-2009: Speisekarte leider nicht im Netz.
Unterkunft [Bearbeiten]
Gehoben [Bearbeiten]
- Waldhotel Elfbuchen - das Hotel liegt auf 536 m Höhe mitten im Habichtswald (zu finden etwa 1,5 km nördlich des Herkules).
Klarkommen [Bearbeiten]
- Tourist-Information Kassel, weiteres siehe Artikel Kassel.
Post und Telekommunikation [Bearbeiten]
In den meisten Bereichen des Habichtswaldes ist Handy-Empfang möglich.
Ausflüge [Bearbeiten]
- Stadtbummel im nahen Kassel
- Hoher Dörnberg - Das sehenswerte Bergmassiv liegt nördlich des hohen Habichtswaldes.
- Großer Bärenberg - Der Berg mit einer weiten Panoramarundsicht vom Turm liegt westlich des hohen Habichtswaldes.
Literatur [Bearbeiten]
Karten:
- Wandern rund um Kassel - Wander- und Freizeitkarte - Die Karte im Maßstab 1:25000 deckt das komplette Kasseler Becken und den Habichtswald bis nach Zierenberg ab. Preis der 4. Auflage 2010: 4,50 €. Die Karte (ohne ISBN-Nr.) ist erhältlich bei den Touristinformationen, im örtlichen Buchhandel oder direkt bei der Abteilung Geoinformation und Vermessung im Rathaus (obere Königsstraße 8).
- Weitere Wanderkarten mit dem Mittelgebirge Habichtwald, die aber zusätzlich großräumig die gesamte Region das Naturparks abdecken, sind im Artikel zum Naturpark Habichtswald gelistet.
Bücher:
- Lebensraum Habichtswald, ISBN 978-3-933617-42-2. Das Buch stellt auf 160 Seiten das Gebirge in all seine Facetten vor. Erschienen 2010 für 20,00 € im Euregioverlag
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Umweltatlas Hessen - mittlere Niederschlagshöhe Jahr 1901 - 2000
- ↑ www2.hmuelv.hessen.de (abgerufen am 01.11.20099)