Tokio

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Tokio (auch Tokyo, jap. 東京, Tōkyō) ist die Hauptstadt Japans. Mit knapp über 12 Millionen Einwohnern ist Tokio eine der größten Städte der Welt.

Tokio
Tokio Tower im Stadtbezirk Minato
Kurzdaten
Region: Kantō
Einwohner: 8.483.050
Höhe: 6 m ü. NN m
Lage
Lagekarte von Japan
Tokio
Tokio

Inhaltsverzeichnis

Stadtteile[Bearbeiten]

Das Verwaltungsgebiet von Tokio reicht von der Bucht von Tokio bis in die mehr als 2.000 Meter hohen Berge der Tama-Region. Zu ihm gehören 23 Verwaltungsbezirke (die das Zentrum der Stadt bilden), 39 eingegliederte Städte und Dörfer (die Tama-Region) sowie die vorgelagerten Ogasawara- und Izu-Inseln im Pazifik.

Die 23 Verwaltungsbezirke

Die Bezirke (23区 nijūsan ku) bilden mit dem Kaiserpalast, traditionellen Gärten und Parks, modernen Wolkenkratzern und zweigeschossigen Holzhäuschen den Kern der Metropole. Um den Kaiserpalast in der Mitte der Stadt fährt die JR Yamanote-Ringlinie in einem Durchmesser von fünf bis zwölf Kilometern alle großen Bahnhöfe und Zentren Tokios ab.

Wolkenkratzer in Nishi-Shinjuku beim Rathaus
  • Kita (北区 kita-ku)
  • Koto (江東区 kōtō-ku)
  • Meguro (目黒区 meguro-ku)
  • Minato (港区 minato-ku)
  • Nakano (中野区 nakano-ku)
  • Nerima (練馬区 nerima-ku)
  • Ota (大田区 ōta-ku)
  • Setagaya (世田谷区 setagaya-ku)

Die Tama-Region

In der Tama-Region (多摩 tama) westlich der 23 Verwaltungsbezirke wird aus der Metropole langsam eine grüne Landschaft, die vom Shinjuku- und Tokio-Bahnhof mit dem Zug in einer bis anderthalb Stunden relativ gut erreicht werden kann. Städte in Tama dienen in erster Linie als Schlafstädte für die Hauptstadt. Wesentlich interessanter sind die bergige Landschaft mit Heißwasserquellen, eine Tropfsteinhöhle und die Wälder, die besonders zur Herbstlaubzeit (紅葉 kōyō) gegen November prächtige Anblicke bieten.

Die Inseln

Die Izu-Inseln (伊豆諸島 izu shotō) sind vulkanischen Ursprungs und reihen sich vor der Bucht von Tokio (100 bis 350 Kilometer von Tokioter Rathaus entfernt) wie an einer Perlenkette auf: Oshima, Toshima, Niijima, Shikineshima, Kozushima, Miyakeshima, Mikurashima, Hachijyojima und Aogashima. Etwa 700 Kilometer weiter liegen die 20 Ogasawara-Inseln (小笠原諸島 ogasawara shotō), von denen nur Chihijima und Hayajima bewohnt sind.

Hintergrund[Bearbeiten]

Was als Tokio angesehen wird, ist vom Betrachter abhängig. Eine Stadt Tokio gibt es seit 1943 nach einer Reform nicht mehr, die einzelnen Stadtteile nennen sich auf Englisch City.

  1. Tokio besteht aus 23 Stadtteile des östlichen Drittels der Präfektur, hier leben rund 9 Millionen Menschen
  2. Tokio kann genau so bedeuten die gesamte Präfektur Tokio, in der ca. 13 Millionen Menschen leben.
  3. Unter Tokio kann man auch den Großraum mit den Millionenstädten Yokohama und Kawasaki verstehen, in dem rund 35 Millionen Menschen leben.

Insofern hat Tokio zwar eine ganze Menge Rathäuser, z.B. in Shibuya, Chiyoda und Shinjuku, unter dem Rathaus Tokio versteht man allgemein den Verwaltungssitz der Präfektur. In diesem Artikel geht es in erster Linie um die 23 Stadtteile der alten Stadt Tokio.

Anreise[Bearbeiten]

Flugzeug[Bearbeiten]

Tokio hat zwei Flughäfen: den internationalen Flughafen Narita und den Binnenflughafen Haneda.

Narita Airport (成田空港 narita kūkō) liegt 70 Kilometer östlich von Tokio. Der Flughafen hat zwei Terminals, Narita Aiport (成田空港 narita kūkō) und Aiport Terminal 2 (空港第 2 ビル kūkō dai-ni biru). Die Terminals sind untereinander mit dem Terminal Connection Bus (kostenlos) verbunden. Der Bus fährt alle 8 bis 20 Minuten los und braucht 10 Minuten. An welchem Terminal man ankommt oder abfliegt, hängt von der Fluggesellschaft ab (Übersicht [1]). Von beiden Terminals kommt man

  • per Keisei Skyliner Aiport Express nach Nippori und Ueno (56 Minuten, 1,920 Yen)1
  • per JR Narita Express (N'EX) nach Tokio-Bahnhof (53 Minuten, 2,940 Yen), Shinjuku, Ikebukuro (etwa 80 Minuten, 3,110 Yen), Omiya (3,740 Yen), Yokohama (etwa 90 Minuten, 4,180 Yen) und Ofuna (4,500 Yen). Die Preise können sich je nach Saison um bis zu 400 Yen erhöhen. Alle Sitze sind reserviert, Stehplätze (立ち席 tachiseki) werden 510 Yen billiger als der normale Preis angeboten.2
  • per JR Aiport Narita (Rapid Service) nach Tokio (etwa 90 Minuten, 1,280 Yen), Yokohama (1,890 Yen), Ofuna (2,210 Yen)3
  • per Airport Limousine Busan alle großen und auch kleineren Bahnhöfe Tokios, Yokohama und zum Haneda Aiport (nach Tokio-Bahnhof 80 bis 110 Minuten, 3,000 Yen; Shinjuku 85 Minuten, 3,000 Yen)1
  • mit dem Taxi (タクシー takushii) nach zum Beispiel Tokio-Bahnhof (etwa 17,000 Yen), Shinjuku (19,000 Yen), Yokohama (22,000 Yen)

1: Stand Februar 2006, 2: Preise für normale Sitze, Stand Dezember 2005, 3: Stand März 2005

Haneda Aiport (羽田空港 haneda kūkō) liegt auf einer Insel im Süden Tokios. Haneda hat zwei Terminals für Inlandsflüge, Terminal 1 (JAL Group, SKY, SNA) und 2 (ANA, ADO), und ein kleines internationales. Die Terminals sind durch einen kostenlosen Shuttle Bus miteinander verbunden. Von allen Terminals kommt man

  • per Monorail nach Hamamatsu-cho (21 Minuten, 470 Yen)1
  • per Keikyu-Linie nach Shinagawa (14 Minuten, 400 Yen), Shinjuku (32 Minuten, 590 Yen), Yokohama (24 Minuten, 470 Yen), Narita Aiport (1,560 Yen)1
  • per Airport Limousine Busan alle großen und auch kleineren Bahnhöfe Tokios, Yokohama und Narita Aiport an (nach Tokio-Bahnhof 40 Minuten, 900 Yen; Shinjuku 50 Minuten, 1,200 Yen)1

1: Stand Februar 2006

Bahn[Bearbeiten]

Der Superschnellzug Shinkansen (新幹線 shinkansen) der JR verbindet Tokio (Tokio-Bahnhof 東京駅 tōkyō-eki) mit ziemlich allen anderen großen japanischen Städten schnell und zuverlässig. Zum Beispiel: Kyoto (2 Stunden 33 Minuten, 13,320 Yen), Osaka (Shin-Osaka-Bahnhof 2 Stunden 58 Minuten, 13,850 Yen), Hiroshima (4 Stunden 25 Minuten, 18,350 Yen). Von Tokio-Bahnhof erreicht man mit der JR Yamanote-Ringlinie (山手線 yamanote-sen) leicht alle großen Bahnhöfe der Stadt (Shinjuku, Shibuya, Shinagawa, Ueno, Ikebukuro).1

1: Stand Februar 2006

Bus[Bearbeiten]

Auto[Bearbeiten]

Schiff[Bearbeiten]

Mobilität[Bearbeiten]

Auto[Bearbeiten]

Tokio hat ein gut ausgebautes Straßen- und Schnellstraßennetz in sehr gutem Zustand, das allerdings chronisch verstopft und sehr zähflüssig ist, so dass man nicht schnell vorankommt. Dazu kommt, dass die Stadt sehr unübersichtlich ist. Ohne Navigationssystem wird man in Tokio nirgendwo ankommen (auch wenn man sich etwas auskennt), auf Straßenschildern sind Namen allerdings auch in lateinischer Schrift angegeben. Parkplatzgebühren sind astronomisch (etwa 500 Yen für 30 Minuten in den Zentren) und kostenfreie Parkplätze gibt es nicht.

In Japan fährt man auf der linken Straßenseite, Fahrräder fahren auf dem Gehsteig.

U-Bahn[Bearbeiten]

U-Bahn-Netz von Tokio

Tokio hat ein sehr gut ausgebautes U-Bahn-Netz. Auf jeder Station gibt es einen großen Plan, leider oft nur mit japanischen Schriftzzeichen. Die Umsteigestationen haben auch lateinische Beschriftungen und die Wege zu den unterschiedlichen Linien sind farbig markiert: Orange führt zur Ginza-Linie, die von Asakusa nach Shibuya und zurück führt.

Bezahlt wird nach Anzahl der gefahrenen Stationen. Um zu den Gleisen zu gelangen, geht man in einen der Durchgänge und steckt seine Fahrkarte in einen Automaten. Ist diese gültig, öffnet sich eine Schranke. Falls nicht, geht man in den Durchgang ganz am Rand rechts (oder links). Dort sitzt zu jeder Zeit jemand vom Service, der einem behilflich ist und passende Karten verkauft. Das Gleiche tut man beim Verlassen der Station. Normale Tickets werden dabei nicht wieder herausgegeben.

Hat man z.B. eine Karte für drei Stationen gekauft, fährt aber fünf, muss man bei der Servicestation am äußersten rechten Durchgang oder bei einem Fare Adjust-Automaten nachzahlen, da sich die Schranke zum Verlassen des Bahnhofs mit diesem Ticket nicht öffnen lassen wird. Diese Methode kann man auch problemlos anwenden, wenn man den Fahrpreis nicht kennt: man zahlt einfach die billigste Karte, zur Zeit 1,60 Yen (Stand Aug. 2008), fährt bis zum gewünschten Ziel und bezahlt dann nach. Schwarzfahren ist somit unmöglich (es sei denn man klettert über diese Schranken...).

Ist man längere Zeit in Tokio, so sollte man sich eine "SF Metro Card" kaufen, die es für 1000, 3000 und 5000 Yen gibt.

Morgens und zur Feierabendzeit wird es recht voll in den U-Bahnen, jedoch fahren die Züge dann auch häufiger. Zwischen 22 Uhr und 2 Uhr fahren die Züge dann recht selten, zwischen ca. 2 Uhr und ca. 5 Uhr fahren keine Züge.

Die U-Bahn wird von zwei Gesellschaften betrieben "Tokio Metro" (früher Eidan) und "Toei". Es gibt Tickets, die für beide Netze gelten, aber eine Fahrt, bei der man das Netz wechselt, ist etwas teurer als eine Fahrt innerhalb eines der beiden Netze. Auch bei Tageskarten muss man aufpassen, für welches der Netze sie gelten.

Eine dritte Gesellschaft betreibt nur eine Linie, nämlich die Yurikamome Linie, welche von der Station Shimbashi ausgehend zur Freizeitregion Odaiba fährt. Für diese Linie muss wieder ein Extraticket gekauft werden. Der Preis für diese Bahn ist etwas höher als die Preise für die beiden großen Netze, allerdings bietet die Linie bei ihrer Fahrt über die Rainbow Bridge einen sehr guten Blick über die Skyline Tokios.

Hier ein paar Preisbeispiele für typische Touristenstrecken der U-Bahn (Stand: Herbst 2006). Die unterschiedlichen Preis resultieren aus unterschiedlichen Strecken:

Shibuya - Roppongi : 260 - 290 Yen (1,80 bis 2,00 Euro (= EUR = €)), Dauer: 12 - 15 Minuten

Shibuya - Asakusa(Tobu Toei Metro) : 230 - 290 Yen (1,60 bis 2,00 €), Dauer: 32 - 40 Minuten

Asakusa - Ginza  : 190 - 260 Yen (1,30 bis 1,80 €), Dauer: 16 - 27 Minuten

Ginza - Akihabara  : 130 Yen (0,80 €), Dauer: 12 - 16 Minuten

U-Bahn fahren ist in Tokio also nicht wesentlich teurer als in Europa. Wechsel zwischen dem U-Bahn- und dem S-Bahn-Netz sollte man vermeiden, da keine Übergangstickets existieren (mit einigen Ausnahmen).

Es gibt verschiedene Informationsseiten zur U-Bahn in Tokio:

- generelle Info über Tokio-Metro

- Fahrstrecke und Preis über Tokio-Subway

S-Bahn[Bearbeiten]

Zwei Linien der Japan Railways dienen vor allem dem Stadtverkehr. Die Chuo-Linie und die berühmte Yamanote-Ring-Linie. Die Chuo-Linie führt von der Tama-Region über den Bahnhof Shinjuku nach Akihabara bzw. Bahnhof Tokio. Es gibt normale S-Bahnen ("Local") nach Akihabara und Schnellzüge ("Express") mit nur wenigen Zwischenhalten zum Bahnhof Tokio. Die Yamanote-Linie führt in einem Ring vom Bahnhof Tokio über Shibuya, Harajuku, Shinjuku, Ikebukuro und Ueno wieder zum Bahnhof Tokio. Sie ist so wichtig, dass sogar die Fernsehnachrichten über kleinere Störungen berichten.

Da die S-Bahn von den Japan Railways betrieben wird, gilt auf ihr auch der Japan Railway-Pass.

Orientierung[Bearbeiten]

In den meisten Hotels liegen zwar einfache Stadtpläne aus, aber diese sind nur für die grobe Orientierung ausreichend. Wenn man eine genauere Orientierung wünscht, sollte man sich entweder vor der Reise oder aber direkt in Tokio (Oriental Basar in der Omote-sando, U-Bahn Omote-sando oder Meji-jingu-mae, S-Bahn Harajuku) den "Tokio City Atlas - A Bilingual Guide (3rd Edition)" besorgen (ISBN 4770028091, Verlag: Kodansha International), mit dem eine sehr gute Orientierung möglich ist.

In vielen Straßen Tokios stehen mittlerweile auch Tafeln mit einem Plan der näheren Umgebung. Oft sind diese ursprünglich als Evakuierungspläne im Falle eines Erdbebens vorgesehen, lassen sich aber auch zur einfachen Orientierung nutzen. Auf diesen Plänen sind auch Sehenswürdigkeiten, Tempel, Hotels, Post und Polizeistationen in der Nähe ausgewiesen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kitanomaru Park, Teil des Kaiserpalastes

Die japanische Hauptstadt hat keine Altstadt und kein Zentrum im Sinne europäischen Städtebaus, Bahnhöfe bilden die Zentren, an denen sich die Menschenmassen und ein Gewühl von Restaurants und Läden konzentrieren. Tokio lässt keine gezielte Planung erkennen, erscheint viel zu groß und hat wenige klassische Sightseeing Spots, doch die wahre Schönheit steckt im Detail: konzentrierte Neonreklame und gestylte Läden, angelegte Gärten, Tempel und Schreine, vielseitiges Essen in den unzähligen Restaurants, und besonders die Japaner selbst und ihre Art zu leben. Die Top-Sehenswürdigkeiten sind der Senso-Tempel in Asakusa, der Kaiserpalast (in den man nicht hinein kann), das Rathaus mit seiner Aussichtsplattform und der Meiji-Schrein. Die touristisch interessantesten Viertel sind Chiyoda, Chuo, Minato, Shibuya, Shinjuku und Taitō.

Tokio ist viel zu groß und die interessanten Gegenden zu verteilt, um alles zu Fuß abzulaufen. Die Sehenswürdigkeiten lassen sich am einfachsten Viertel für Viertel, von großem Bahnhof zu großem Bahnhof abklappern:

  • Chiyoda (千代田区 chiyoda-ku) - Kaiserpalast, Tokio-Bahnhof, Tokyo International Forum und das Elektroparadies Akihabara.
  • Chūō (中央区 chūō-ku) - Edeleinkaufsviertel Ginza und Fischmarkt Tsukiji.
  • Minato (港区 minato-ku) - Vergnügungsviertel Roppongi und dem Tokyo Tower, Hochhäuser von Shiodome, traditionelle japanische Gärten, Rainbow Brige und die künstliche Insel Odaiba in der Bucht von Tokio.
  • Setagaya (世田谷区 setagaya-ku) - Shimo-Kitazawa.
  • Shibuya (渋谷区 shibuya-ku) - Mit dem gleichnamigen Einkaufs- und Vergnügungsviertel, dem Meiji-Schrein, dem Yoyogi-Park und der Omotesandō (Tokios Pendant zur Champs-Elysees) in Harajuku, dem Ausgehviertel Ebisu und dem Modebezirk Daikanyama.
  • Shinjuku (新宿区 shinjuku-ku) - Tokios Rathaus und Bürohochhäuser, Shopping ohne Ende, Rotlichtviertel Kabuki-chō, Shinjuku Gyoen Park und Tokios größter Bahnhof Shinjuku.
  • Taitō (台東区 taitō-ku) - Senso-Tempel in Asakusa und Ueno Park und seinen vielen Museen.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

In Ginza

Ein international bekannter Stadtteil Tokios ist die Ginza – ein schickes Viertel mit vielen noblen Geschäften, die auch westliche Luxusgüter darbieten. Shoppen gilt in Japan als Freizeit-Vergnügen. Aus diesem Grund sind die Kaufhäuser auch am Wochenende geöffnet. Kaum anderswo auf der Welt wird Höflichkeit so groß geschrieben wie in Japan. Sollte einem die anprobierte Ware von der Größe her nicht passen, so entschuldigen sich die Verkäufer vielmals.

Japanische Kleidermaße unterscheiden sich von den - für uns üblichen - westlichen. XXS, XS, S und M sind immer und überall erhältlich, wobei selbst die japanische Kleidergröße M nicht der europäischen entspricht. Sollte man doch ein passendes Kleidungsstück gefunden haben, ist ein kalkulierender Blick auf das Preisschild empfehlenswert. Besonders ausländische Mode wird oftmals zu horrenden Preisen angeboten. Japanische Kleidungsstücke hingegen sind ein wenig günstiger, wobei gerade Freizeit- und Jugendmode recht ausgefallen und nicht zu allen Gelegenheiten tragbar ist. Neben der exquisiten Ginza mit Labeln wie Gucci, Prada, Armani usw. sind besonders Shibuya (mehr Freizeit- und Jugendmode), Harajuku (ausgefallene Jugendmode) und Ost-Shinjuku (großes Angebot an ausländischen Marken) zu empfehlen. Schnäppchenjäger benötigen jedoch viel Geduld, Ausdauer und ein ruhiges Gemüt um fündig zu werden.

Anders ist dies bei elektronischen Waren. Obwohl die Artikel durchaus ihren Preis haben und nicht unbedingt günstiger sind als in Europa, sind Schnäppchenfunde ohne weiteres möglich. Besonders erwähnenswert ist hierfür der Stadtteil Akihabara. Aber auch Ikebukuro oder Yūrakuchō (im Bereich der Ginza) bieten eine hervorragende Auswahl. Man sollte jedoch bedenken, dass die Erzeugnisse vorwiegend für den japanischen Markt bestimmt und mit europäischen Produkten nicht immer kompatibel sind.

Küche[Bearbeiten]

Japanische Grundnahrungsmittel sind Reis und Fisch. Reis wird praktisch zu jedem Essen serviert. Dieser ist auf Grund seines hohen Stärkeanteils klebrig, so dass man ihn gut mit den Stäbchen essen kann. Japans Küstengewässer reichen vom russischen Eismeer bis in die tropischen Gefilde Okinawas, was der japanischen Küche eine einzigartige Vielfalt an Fischgerichten beschert. Ohnehin bietet die japanische Hügel/ Wald/ Berg - Landschaft keine ausladenden Flächen zur Rind- und Schweinehaltung, sodass das Meer seit jeher die Tische Japans deckt. In den Tokioter Fischrestaurants kann man auch ausgefallene Fischsorten wie Hai oder Kugelfisch (Fugu) probieren; auch Walfleisch wird gelegentlich angeboten. Das Fleisch des Kugelfisches ist nicht giftig und daran ist auch noch niemand gestorben. Lediglich die Innereien enthalten ein tödliches Gift und müssen zum Verzehr speziell zubereitet werden. Japanische Männer essen diese zum Zeichen ihres Mutes und ihrer Männlichkeit. Man soll beim Verzehr spüren wie Lippen und Zunge zeitweise taub werden. Jährlich sterben Japaner beim Verzehr der Innereien, deshalb war der Verzehr dieser Delikatessen zeitweise in Japan verboten. Sehr frischen Fisch bekommt man in den kleinen Restaurants rund um den Fischmarkt (Tsukiji). Wem die japanische Küche nicht schmeckt, findet in den sehr zahlreich vorhandenen Fast-Food-Ketten westlicher Prägung seine Mahlzeit.

Nachtleben[Bearbeiten]

Roppongi ist das Vergnügungsviertel der Stadt Tokio. Dort befinden sich zahlreiche Clubs und Bars, unter anderem das Velfarre (Asiens größte Diskothek) sowie das Gas Panic. Vor allem letztere Bar ist Treffpunkt für die Expats (in Tokio lebende Ausländer, zumeist amerikanische Soldaten) und ausländische Touristen. Im Velfarre wird meistens elektronische Tanzmusik gespielt. Die Lichtanlage und der Sound dort sind sehr gut. Preise für Eintritt und Verzehr sind höher als in Deutschland üblich. Man zahlt umgerechnet zwischen 20 und 50 Euro Eintritt (variiert nach Tag und Event, Frauen zahlen meist weniger) sowie ca. 5 Euro für ein Bier. Daher empfiehlt es sich beim Ausgehen umgerechnet mindestens 100 Euro pro Person in bar mitzuführen. Ausweis- und Alterskontrolle finden bei Ausländern so gut wie nie statt. Ausländische Jugendliche haben also keine Schwierigkeiten in einen Nachtclub zu kommen und dort Alkohol zu trinken. Roppongi ist wie ganz Tokio ein sehr sicheres Viertel (man sollte aber dennoch nicht in kleinere Gassen gehen, sondern sich auf den großen Hauptstraßen aufhalten).

Minato-ku: Odaiba bei Nacht


Unterkunft[Bearbeiten]

Es gibt Unterkünfte für jeden Geldbeutel in Tokio. Man kann in Hostels oder Privatzimmern teilweise sehr günstig übernachten, findet jedoch auch Hotels der internationalen Luxusklasse, die für den Normalbürger teilweise unerschwinglich sind. Wer längere Zeit in Tokio verbringen möchte, kann auch wochen- oder monatsweise Appartments mieten.

Man kann von Deutschland aus Hotels auf den einschlägigen Webseiten finden und buchen. Die meisten großen japanischen Hotels haben auch zumindest englische Webseiten.

Eine gute Beschreibung der verschiedenen Hoteltypen findet man auf den Webseiten der japanischen Fremdenverkehrsorganisation.

Lernen[Bearbeiten]

Tokio ist das Zentrum des japanischen Bildungswesens. Hier befindet sich ein Viertel aller Hochschulen des Landes. Die älteste und renommierteste Universität ist die Universität Tokio (Tōkyō daigaku, bekannt unter der Abkürzung Tōdai). Sie verteilt sich mit ihren fünf Campus über die Stadtteile Hongo, Komaba, Shirokane und Nakano, sowie die Präfektur Chiba (Kashiwa). An ihren zehn Fakultäten studieren 28.000 Studenten davon etwa 10% Ausländer.

Im Norden Shinjukus liegt die Waseda-Universität. Berühmt ist sie für ihre Literaturwissenschaftliche Fakultät.

Daneben sind die Hitotsubashi-Universität, die Technische Hochschule Tokio, die Chūō-Universität, die Hōsei-Universität, die Rikkyō-Universität, die Sophia-Universität, die Tōkyō Joshi Daigaku (engl. Tokyo Woman’s Christian University), die Tōkyō Geijutsu Daigaku (engl. Tokyo University of the Arts), die Kunsthochschule Musashino und die Landwirtschaftsuniversität Tokyo von Bedeutung.

Arbeiten[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima im März 2011 galt vorübergehend eine Reisewarnung auch für den Großraum Tokio, die aber wieder aufgehoben wurde. Die Deutsche Botschaft in Tokio rät jedoch deutschen Staatsbürgern, die sich für längere Zeit im Großraum Tokio aufhalten, sich in eine Krisenliste der Botschaft einzutragen, damit sie im Krisenfall rasch informiert werden können.

Tokio ist jedoch - abgesehen von dem hohen Erdbebenrisiko - eine der sichersten Städte der Welt. Auch nachts kann man sich gefahrlos in der Stadt bewegen. Japaner begegnen Europäern mit sehr viel Respekt.

Die Viertel Shibuya und Roppongi haben bei den Einwohnern Tokios einen schlechten Ruf in puncto Sicherheit. Das liegt u.a. daran, dass sich das Nachtleben auf diese beiden Viertel konzentriert. Dennoch sind diese beiden Viertel völlig harmlos und für Touristen gefahrlos zu betreten (tags und nachts). Die Japaner haben ein anderes Sicherheitsempfinden als Europäer.

Elendsviertel (Ghettos, Slums...) gibt es in Tokio keine. Als Deutscher hat man den Eindruck, in einer extrem sauberen (wenig Müll liegt auf den Straßen und auch Graffitti ist in den Hauptstadtteilen Tokios nicht zu sehen), extrem gepflegten und sicheren, fast schon sterilen Stadt zu sein.

Gesund bleiben[Bearbeiten]

Die medizinische Versorgung ist exzellent. Zahlreiche Kliniken und Apotheken stehen dem Kranken zu Verfügung.

Die Universitätsklinik Keio im Stadtteil Shinjuku (35° 41' 24" N 139° 42' 0" O) bietet alle Möglichkeiten der Akutversorgung und ist gut erreichbar.

Klarkommen[Bearbeiten]

Englisch wird in Japan kaum gesprochen, da sehr viel Wert auf Grammatik, aber wenig Wert auf Konversation in der Schule gelegt wird. Daher können Japaner oft gut lesen und schreiben, aber eben nicht sprechen. Man sollte also versuchen seine Frage in Blockschrift (nicht Schreibschrift) aufzuschreiben, und hoffen dass man eine Antwort zurück bekommt. Ein Lächeln hilft oft auch Wunder und eine leichte Verbeugung, wobei die Hände nicht in den Schoss gelegt werden wie in Thailand, sondern an der Hosennaht gehalten werden.

Selbst Schüler von teuren Privatschulen können oft kaum Englisch sprechen oder verstehen, was daran liegt das in Prüfung multiple-choice Fragen gestellt werden. Polizisten hingegen können recht gut Englisch sprechen und sind sehr hilfsbereit, wenn man sie zum Beispiel nach dem Weg fragt. Bestimmte Floskeln wie ja (hai), nein (iie), danke (arigatoo), vielen Dank (arigatoo gozaimasu) und Entschuldigung (sumimasen) sollte man vor dem Urlaub lernen. Japaner sind sehr höflich und bedanken sich oft bei jeder Kleinigkeit und entschuldigen sich auch für Nichtigkeiten.

In Japan gibt es viele Übersetzungscomputer zu kaufen, die aber für nicht Japaner völlig unbrauchbar sind, da die Bedienung in Japanisch ist.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Postkarten nach Deutschland kosten 70 Yen (ca. 50 Cent - Stand: Herbst 2006). Briefe nach Deutschland kosten 110 Yen (ca. 75 Cent - Stand: Herbst 2006)

In manchen Poststationen kann man kostenlos im Internet surfen. Ansonsten sind Internetcafés nicht sehr verbreitet. Einzig die Bagus Kette betreibt ein paar Internetcafés hauptsächlich in Shinjuku und Shibuja, meist in den oberen Stockwerken der Gebäude. Eine Auflistung der Filialen findet man auf der Webseite von Bagus (japanisch).

Will man von Tokio aus nach Deutschland telefonieren, muss man die 00149 vorwählen. Will man von Deutschland aus nach Tokio telefonieren, muss man die 00813 vorwählen.

Ausflüge[Bearbeiten]

Blick von Rainbow-Brücke Tokio Richtung Shiodome

Einen Tag sollte man in Tokios Nachbarstadt Yokohama verbringen. Sehenswürdigkeiten sind dort der Minato Mirai 21 (Landmark Tower 21), das höchste Gebäude Japans. Vom Besucherzentrum aus hat man einen herrlichen Blick über Yokohama und die Bucht von Tokio. Des weiteren befindet sich ein Lama in Yokohama und eines der weltweitverbreiteten China Towns. Außerdem kann man eine Hafenrundfahrt machen.

In Kamakura, ca. eine Stunde mit dem Zug von Tokio entfernt, befindet sich der Daibutsu (großer Buddha), die berühmteste Buddhastatue Japans.

Von besonderem landschaftlichem Reiz sind die japanischen Alpen und der Berg Fuji, der mit einer Höhe von 3.776 Metern Japans höchster Berg ist.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]