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Sicherheit beim Wandern

Reisethema
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Sicher Wandern - klar! Das Wandern ist zwar eine sehr beliebte und auch eine sehr sichere Beschäftigung. Jedoch ist der Übergang vom Spazieren zum Bergsteigen fließend, und gerade im Gebirge gibt es eine große Vielfalt von mehr oder weniger anspruchsvollen Routen, die viele lohnenswerte Ziele erschließen. Die Art der Gefahren kann je nach Route ganz unterschiedlich sein. Befolgt man einige Tipps, kann man sich auf anspruchsvollen Routen faszinierende Erlebnisse gönnen.

Die wichtigste Sicherheitsmaßnahme besteht darin, genügend Zeit zu haben. Gerät man in Zeitdruck, passt man weniger gut auf Gefahren auf (Wetter, Absturz, Verletzungen, Verlust der Orientierung, etc.). Dank Landkarten lassen sich Wanderungen aber sehr gut planen. Viel Erfahrung ist zudem wertvoller als eine gute Ausrüstung. Ausrüstung kann kaputtgehen, verlorengehen oder vergessen werden, aber die gesammelte Erfahrung wird dich immer begleiten. Ebenso muss der Umgang mit Hilfsmitteln (GPS, Landkarten) geübt werden, damit man sie im Notfall optimal einsetzen kann.

Vorbereitung

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Planung

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Eine gute Faustregel ist, pro 4 Kilometer mit je einer Stunde zu rechnen und pro 400 Höhenmeter Aufstieg mit je einer weiteren Stunde. Eine fünf Kilometer lange Wanderung mit 500 Metern Aufstieg dauert also 1,25 + 1,25 = 2,5 Stunden. Für sportliche Menschen auf steilen Aufstiegen trifft diese Faustregel gut zu, während selbst unsportliche Menschen auf flachen, einfachen Wegen schneller unterwegs sind. Diese Faustregel kann durch eigene Erfahrungswerte angepasst werden und gilt auch für das Wandern mit Schneeschuhen und das Bergsteigen.

Als weitere Anhaltspunkte dienen:

  • für den Abstieg pro 800 Höhenmeter zusätzlich eine Stunde dazurechnen. Dies gilt insbesondere für ältere Menschen mit Kniebeschwerden.
  • pro Stunde Wanderzeit etwa fünf bis zehn Minuten Pausenzeit dazurechnen. Dies ergibt die Gesamtzeit.
  • pro Stunde Gesamtzeit etwa fünf bis zehn Minuten Reserve dazurechnen. Sind Schwierigkeiten zu erwarten, müssen die Reserven entsprechend erhöht werden.

Weitere Hinweise:

  • Steile Aufstiege sind wesentlich einfacher als steile Abstiege.
  • Befindet sich die Schlüsselstelle - also der mühsamste, steilste oder heikelste Abschnitt - eher am Ende der Tour oder an deren Anfang? Idealerweise sollte sie im ersten oder zweiten Fünftel der Tour liegen. Ist die Schlüsselstelle am Ende der Tour, ist eine Umkehr manchmal unmöglich. Ebenso ist man gerade dann müde und ausgelaugt, wenn man alle Kräfte aufbieten muss.
  • Wo befindet sich der point of no return, der Punkt, ab welchem die Umkehr mühsamer ist als das Weitergehen?

Ein gewissenhafter Wanderer hält vor der Wanderung in einem schriftlichen "Marschplan" fest, an welchen Orten er sich entscheiden muss:

  • Man ist im Zeitplan, das Wetter bleibt gut, es bestehen keine körperlichen Beschwerden, usw. → auf dem geplanten Weg weitergehen.
  • Man stößt auf deutliche Schwierigkeiten, man kennt aber einen einfacheren Weg → anderen Weg einschlagen.
  • Die Bedingungen sind zu riskant → umkehren.

Diese "Entscheidungspunkte" liegen idealerweise vor einer Schlüsselstelle, bei einem wettersicheren Unterschlupf (Restaurant, Unterkunft, Scheune, Stall...) und bei Weggabelungen/Wegkreuzungen.

Planungshorizonte

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Es empfiehlt sich, die Tourenplanung in drei Phasen zu unterteilen:

  • Grobe Planung: Zu jeder Zeit, aber spätestens etwa 1-2 Wochen vor der Tour, trägt man alle Informationen zusammen, die zu diesem Zeitpunkt bekannt sind. Dazu gehören:
    • Länge, Dauer und Schwierigkeit der Route einschätzen
    • Klima-Angaben oder eine Langzeit-Wetterprognose zur ersten Abschätzung des möglichen Wetters
    • Fühle ich mich grundsätzlich fähig, diese Route zu gehen?
  • Feine Planung: Ungefähr eine Woche vor der Tour trägt man wieder alle verfügbaren Informationen zusammen und überprüft die bisher gesammelten. Wichtig sind hier:
    • Ist mein Zeitplan plausibel und machbar?
    • Besitze ich die nötige Ausrüstung?
    • Wie lautet die Wetterprognose für die Tage bis zur Tour? → Wegen Schneeresten oder feuchten, rutschigen Stellen durchaus wichtig!
    • Welche Alternativen bestehen? An welchen Orten und Zeitpunkten drängt sich eine Entscheidung auf? Wo finde ich einen Unterschlupf oder eine Übernachtungsgelegenheit?
    • Bin ich fit und gesund? Eine Probewanderung "zu Hause" kann sinnvoll sein, um zum Beispiel zu beobachten, ob Gelenkbeschwerden auftreten könnten.
  • Go / No Go: Am Abend vor der Tour entscheide ich, vor allem aufgrund der aktuellen Wetterprognose, ob ich die Wanderung antrete oder nicht.

In jeder Phase muss aufgrund des Dreiecks aus Mensch - Route - Verhältnisse (siehe unten) das Risiko eingeschätzt werden. Können Risiken nicht ausgeglichen werden, muss die Tour anders bzw. neu geplant werden.

Risiken einschätzen

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Hat man einen Zeit- und Routenplan erstellt, überprüft man diesen auf mögliche Risiken.

Man kann nicht alle Risiken und Gefahren vermeiden. Man kann sie aber bewusst in Kauf nehmen, wenn man sie mit "Stärken" oder Sicherheitsfaktoren ausgleicht. Zum Beispiel ist eine Wanderung bei sehr schlechtem Wetter möglich, wenn der Weg einfach, die Orientierung problemlos und die Ausrüstung (Schuhe, Bekleidung) dem Wetter angepasst ist. Auch kann man einen sehr mühsamen Weg gehen, wenn man dafür die Zeitreserven deutlich erhöht.

Die Risiko- und Sicherheitsfaktoren lassen sich grob unterteilen in:

  • Mensch
    • Fitness
    • Erfahrung
    • gesundheitlicher Zustand
    • Ausrüstung
    • dasselbe für sämtliche Personen, die mit mir wandern
  • Route
    • Länge
    • Dauer
    • Schwierigkeit
    • Einfachheit der Orientierung
    • Schlüsselstellen
  • Verhältnisse
    • Wie ist das Wetter? Gewitter, Schneefall, Nebel?
    • Hilft das Wetter meiner Leistungsfähigkeit, oder macht es mich langsamer?
    • Wie beeinflusst das Wetter den Wegzustand?
    • Bei anspruchsvolleren Touren sollte nicht nur das Wetter des Wandertages berücksichtigt werden, sondern auch das Wetter der Tage davor. Wege können insbesondere auf der schattigen Nordseite nass und rutschig bleiben, ebenso bleibt dort Schnee länger liegen.

Unterwegs müssen die drei Faktoren Mensch – Route – Verhältnisse immer wieder neu beurteilt werden.

Ausrüstung

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Die Ausrüstung hängt natürlich von der gewählten Route, vom Wetter, von der Länge und anderen Faktoren ab. Sicher notwendig ist genügend Wasser – denn schon bei leichtem Wassermangel nimmt die Leistungsfähigkeit des Körpers deutlich ab! Was sich wie Erschöpfung anfühlt, ist nicht selten Wassermangel. Die richtige Ausrüstung kann in abgelegenem oder alpinem Gebiet lebensrettend sein, und sie sollte je nach Tour bewusst ausgewählt werden.

Für übliche Wanderungen:

  • Verbandsmaterial, Mittel für Wund-Desinfektion, Pinzette
  • Medikamente
    • Ibuprofen: Dieses Schmerzmitteln ist auch für Kinder geeignet und es kann, bei kurzfristigen Behandlungen, ohne Probleme hoch dosiert werden. Nachteilig ist eine mögliche Ermüdung. Diclofenac ist ebenfalls geeignet bei Schmerzen des Bewegungsapparates (Muskeln, Bänder, Gelenke...).
  • Sonnen- und Wetterschutz
  • Sport-Tape. Ist wasserfest und vielseitig verwendbar.
  • Taschenmesser oder Schere
  • Karte

Für anspruchsvollere Wanderungen in abgelegenem Gebiet beispielsweise:

  • geeignete Schuhe
  • Rettungsfolie oder Biwaksack
  • Orientierungshilfen: Kompass, Höhenmesser, GPS, Lampe
  • warme Unterwäsche, Handschuhe, Mütze
  • Schnur, Sicherheitsnadeln
  • stärkere Schmerzmittel für Notfälle, falls die Rettung nur mit Verzögerung eintrifft: Tramadol, Novalgin oder sogar Morphin. Vom Arzt verschreiben und die Anwendung erklären lassen. Es ist hilfreich, darauf hinzuweisen, dass man nur 1-3 Einzeldosen benötigt. So kann man auch den Befürchtungen wegen Medikamentenmissbrauchs begegnen.
  • weitere Medikamente, falls man das Gesundheitsproblem sicher diagnostizieren kann. Ein Beispiel ist Zinkoxid-Créme gegen wunde Haut (Hautwolf).
  • isotonisches Getränk oder Pulver/Tabletten, um ein solches herzustellen. Ein simples Rezept – 1 Teelöffel Kochsalz, 7 Teelöffel Zucker, 0,2 Liter Fruchtsaft, und mit Wasser auf 1 Liter auffüllen – ergibt allerdings auch ein brauchbares isotonisches Getränk

Trinkwasser

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Nicht selten ist das Trinkwasser der begrenzende Faktor, gerade bei warmem Wetter und in abgelegenen Gebieten. Wasser aus fließenden Gewässern kann man in aller Regel trinken, wenn das Wasser klar ist, und wenn sich flussaufwärts keine Viehherden befinden. Die Gefahr einer Durchfallerkrankung muss aber berücksichtigt werden, und bei längerem Aufenthalt im selben Gebiet besteht die Gefahr von giftigen Substanzen (vor allem Arsen) im Quell- oder Grundwasser. Um das Trinkwasser gegen Viren, Bakterien und Protozoen zu behandeln, sind im Fachhandel Chlortabletten und Wasserfilter erhältlich.

Sicherheit unterwegs

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Orientierung

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Trotz einer guten Ausschilderung sollte man eine genaue Karte dabei haben, bei anspruchsvollen Routen zusätzlich Kompass, Höhenmesser und/oder GPS. Jedes dieser Hilfsmittel ist aber nutzlos, wenn man deren Anwendung nicht geübt hat. Eine Karte ist gerade bei einem Wetterwechsel sehr wertvoll und kann sehr viel Mühe ersparen: Man findet so viel leichter einen Unterschlupf oder eine Straße, wo man vielleicht mit Autostopp weiterkommt. In schwierigem, weglosem Gelände sind GPS-Geräte heikel, denn sie ersparen auf keine Weise die kompetente Einschätzung des Geländes. Immer wieder werden Wanderer (und Bergsteiger) durch GPS-Geräte in ein Gelände gelockt, in dem sie aufgrund von Überforderung stecken bleiben.

Zeitliche Orientierung: Zeitreserven im Auge behalten. Überforderung, Erschöpfung, Orientierungsverlust und Verletzungen kosten viel Zeit. Insbesondere beim Aufstieg zügig gehen, um die Zeitreserven nicht anzutasten.

Immer wieder Alternativen bedenken: Weitergehen? Anderen Weg einschlagen? Zurückgehen?

Moderne, alpine Biwakschachtel aus Metall: was den Blitzschutz angeht ein sicherer Faradayscher Käfig (zu finden an der Laliderer Spitze im Karwendel)
Sichere Schutzhütte mit Blitzschutz am Brombachsee im Fränkischen Seenland. Zu sehen ist das Metalldach mit Fangstangen und einem Erder. Verweis auf Fachliteratur "Blitzschutz bei Schutzhütten" siehe in der Bildbeschreibung auf Commons (Klick auf die Grafik)

Wetter

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Die Hauptgefahr ist das Wetter. In höheren Lagen kann auch im Sommer Schnee fallen, und bei einem Gewitter kann die Temperatur rasch auf 0 Grad sinken. Regen und Schneefall machen Wege rutschig, und bei Dunkelheit kommt man langsamer voran. Bei Nebel kann man die Orientierung verlieren. Deshalb unbedingt das Wetter beobachten – mit etwas Erfahrung erstellt man selbst einen zuverlässigen Wetterbericht für die nächsten 1 bis 3 Stunden! Insbesondere auf Quellwolken achten, weil sie vor einem Gewitter warnen.

Verhalten bei Gewitter

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Wanderungen bei drohender Gewittergefahr nicht in Angriff nehmen. Falls es dann doch passieren sollte:

Sicherheitshinweise für Wanderer, die im Falle eines überraschenden Unwetters mit schwerem Gewitter in solch einer exponiert stehenden, unsicheren Schutzhütte ohne Blitzschutz unterschlüpfen müssen:

  • Sich keinesfalls mit dem Rücken an die hölzerner Außenwand bzw. Stützbalken der Hütte lehnen bzw. setzen (insbesondere nicht mit nasser Kleidung). Holz besitzt einen bedeutend höheren spezifischen Widerstand als der menschliche Körper. So kommt es, sofern der Übergangskontakt gering ist, parallel zur hölzernen Hütternwand fast zwangsläufig zu einem größeren Spannungsabfall mit gefährlichem Stromfluss durch den Körper gegen Erde (z. B: durch nasse oder verschwitzte Kleidung im Schulterbereich beim Anlehnen an die Holzwand).
  • Das "sicherste" ist, sich in der Hüttenmitte abseits der Wände bzw. Holzbänke mit angezogenen Beine auf dem Boden klein zusammenzukauern. Wer eine Metallunterlage dabei hat (z. B. ein aluminiumbeschichtetes Sitzkissen), klemmt sich das Kissen am besten noch zusätzlich unter beide Füße. Damit ist die gefährliche Schrittspannung schon einmal weitgehend eliminiert. Durch den großen Luftabstand des Körpers zu tragenden Holzteilen der Hütte ist man so schon einmal ein Stück sicherer aufgehoben. Ein vollkommener, wirksamer Schutz besteht natürlich nur in Schutzhütten mit normgerechtem Blitzschutz.
  • Achtung: Einfache, hölzerne Schutzhütten ohne eiserne Fangstange am Dach, Blitzableiter und Ringanker im Fundament bieten keinen ausreichenden Gewitterschutz. Im Gegenteil: Exponiert stehende Hütten können sich bei Gewitter zu einer tödlichen Falle entwickeln. An fast allen hölzernen Schutzhütten in Mittelgebirgen aber auch an Radwanderrouten in Tallage fehlen Blitzschutzanlagen. Alpine Biwakschachteln werden dagegen von vorn herein meist aus Metall hergestellt (Schutzprinzip Faradayscher Käfig). Generell sollten in Zukunft am besten alle neuen Schutzhütten mit Blitzschutzanlagen ausgestattet werden - unabhängig von ihrer Lage.
  • Man muss nun aber nicht gleich bei Gewitter in jeder Schutzhütte ohne Blitzableiter in Panik verfallen und sich dann immer kleinstmöglich auf dem Boden "zusammenkrümmen". In Tallage und zusätzlich im Hochwald stehende Hütten sind trotz Gewitter relativ sicher. Der direkte Blitzeinschlag kann natürlich auch hier nicht ausgeschlossen werden, ist aber eher unwahrscheinlich, da es diverse höhere Ziele im näheren Umkreis der Hütte gibt. Richtige Sicherheit gibt es aber auch hier nur mit Blitzableiter.

Wenn etwas passiert ist

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Den Patienten versorgen

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Der Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses wird jedermann empfohlen, ebenso das Auffrischen der bestehenden Erste-Hilfe-Kenntnisse. Trifft die Hilfe erst spät ein, muss man sich aber rechtzeitig Gedanken über die Versorgung des Patienten machen. Bei schlechter Sicht ist eine Rettung mit dem Hubschrauber oft unmöglich, und die Hilfe trifft erst nach mehreren Stunden ein – zu Fuß!

  • Kann man den Verunfallten selbst transportieren? Kann man ihn beim Gehen stützen?
  • Verletztes Körperteil fixieren, zum Beispiel mit Gurt und Wanderstöcken.
  • Schuhe im Zweifelsfall nicht ausziehen – die entstehende Schwellung bei einer Zerrung, einer Verstauchung oder einem Knochenbruch verunmöglicht das erneute Anziehen des Schuhs!
  • Befindet sich in der Nähe ein Gebäude, ein Stall oder etwas anderes, das vor dem Wetter schützt und gegebenenfalls für eine Übernachtung geeignet ist?
  • Den Patienten vor Hitze schützen: Schatten aufsuchen, Kleider entfernen, Getränke geben wenn er bei Bewusstsein ist.
  • Den Patienten vor Kälte schützen: Nasse Kleider ausziehen, trockene Kleider anziehen, wenn möglich warme und zuckerhaltige Getränke geben (falls er bei Bewusstsein ist), Patient an einen wind- und wettergeschützten Ort bringen, wenn nötig mit Körperkontakt aufwärmen.

Hilfe holen

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Vor einer Wanderung sollte man sich die Notrufnummern merken oder sie im Handy speichern.

  • Europäische Notrufnummer: 112
  • In der Schweiz kann man direkt die Luftrettung anfordern: Rega 1414 (ganze Schweiz), Air Glaciers 1415 (Wallis)

Bei Anrufen unbedingt folgende Angaben machen:

  • Wer anruft
  • Was ist passiert (Art des Notfalls)
  • Wo man sich befindet: Auf welchem Weg befindet man sich, zwischen ... und ..., unterhalb/oberhalb von..., auf welcher Höhe...? → Landkarte bereithalten
  • Ist die Rettung mit einem Hubschrauber notwendig, unbedingt die Sichtbedingungen und Hindernisse angeben (Nebel, Sichtweite, Stromleitung...)

Die Notrufzentrale wird jedoch Fragen stellen, wenn sie etwas wissen muss. Bevor man aufhängt: Trotzdem fragen, ob die Leitstelle noch etwas wissen muss!

Bei schlechtem Empfang hilft es schon, ein paar Dutzend Meter weiterzugehen, auf- oder abzusteigen. Ebenso kann man eine SMS an die Notrufnummer schicken. Weil die Leitstelle nur schlecht Rückfragen stellen kann, müssen aber die Angaben zum Unfall und zum Unfallort sehr präzise sein.

Ist ein telefonischer Notruf aber nicht möglich, muss eine Person (zur Sicherheit besser zwei Personen) zu Fuß Hilfe holen. Dazu spricht man sich ab, wo man Hilfe holt, und welchen Weg man geht. Die Person muss aber wieder zurückkehren und bestätigen, dass sie Hilfe gerufen hat.

Rettung mit dem Hubschrauber

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  • Gegenstände, die weggeweht werden können, müssen eingepackt oder gesichert werden.
  • Fliegt der Hubschrauber heran: Wenn man Hilfe benötigt, mit beiden Armen nach oben zeigen (also ein "Y" für Yes bilden). Benötigt man keine Hilfe, mit einem Arm nach oben, mit dem anderen nach unten Zeigen ("N" für No).
  • Im Alpenraum sind Rettungshubschrauber in aller Regel mit Seilwinden ausgerüstet. Man muss also nicht einen Landeplatz suchen, und der Notarzt wird mit der Seilwinde heruntergelassen. Muss der Hubschrauber aber landen, benötigt er eine ebene Fläche von etwa 5 mal 5 Meter Größe und mindestens 25 Meter Abstand zu Hindernissen (Bäumen, Gebäude, Felsen...). Über das Vorgehen entscheidet allerdings ohnehin der Pilot – also bloß kein Kopfzerbrechen!
  • Insbesondere bei schlechter Sicht und Dunkelheit benötigt der Pilot deine Mithilfe. Der Pilot braucht dich als Referenzpunkt, und er möchte wenn möglich gegen den Wind landen. Darum:
    • Mit dem Rücken zum Wind, mit dem Blick zum Hubschrauber auf den Boden knien. Wenn der Landeplatz geeignet ist, landet er direkt vor dir.
    • Die Augen schützen, nicht fortgehen.
    • Erst nach Aufforderung der Besatzung aufstehen.

Tipps, um noch sicherer zu wandern

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Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu einem sichereren, selbstbewussteren Wanderer zu werden. Ein „Trainingsprogramm“ kann so aussehen:

  • Mache schwierige Touren – wenn sie im Bereich des Machbaren sind!
  • Wandere auch mal bei schlechtem Wetter oder bei Nacht.
  • Plane mehr Zeitreserven ein und benutze alte Landkarten. Dies schärft den Orientierungssinn.
  • Verzichte auf Wege, falls das Gelände es zulässt.
  • Übe dich in der Wetterbeobachtung und erstelle selbst Wetterprognosen für die nächsten 1-3 Stunden. Dies kann man auch spielerisch tun. Zum Beispiel: "Ich bezahle dir ein Bier, wenn es in der nächsten Stunde regnet."
  • Trekkingstöcke sind gut und hilfreich. Jedoch schaden sie dem Gleichgewichtssinn, gerade wenn man in Geröll oder Felsen unterwegs ist. Ab und zu auf Trekkingstöcke verzichten.
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Literatur

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  • Schweizerischer Alpen-Club (Herausgeber): Bergsport Sommer. SAC-Verlag. ISBN 978-3859024083
  • Deutscher Alpenverein (Herausgeber): Bergwandern - Trekking. Alpin-Lehrplan 1. ISBN 978-3835400436
  • Deutscher Alpenverein (Herausgeber): Wetter und Orientierung. Alpin-Lehrplan 6. ISBN 978-3835411418