Trans-Papua Highway
| Trans-Papua Highway (Jalan Raya Trans Papua) | |
| Streckenlänge: 4.330 km |
Der Trans-Papua Highway ist eine 4.330 km lange Fernstraße, die in Westneuguinea zwischen den Städten Sorong und Merauke verläuft.
Hintergrund
[Bearbeiten]Der 4330 km lange 1 Trans Papua Highway / Jalan Raya Trans Papua von Sorong nach Merauke ist eine Abenteuerstrecke durch das noch ursprüngliche Westneuguinea. Sie führt durch primären Regenwald mit dünn besiedelten Regionen und kann wegen ihrer schwierigen Naturpisten-Passagen nur von Allradfahrzeugen befahren werden.
Geschichte
[Bearbeiten]Baubeginn des ehrgeizigen Projekts war bereits 1979.[1] Ab 2013 wurde der Weiterbau durch die Einteilung in 12 Bauabschnitte vorangetrieben. Im Dezember 2017 waren 1070 km fertig, 2018 weitere 430 km von Merauke nach 1 Woropko. Seitdem kam es zu Verzögerungen durch bewaffnete Angriffe der Befreiungsbewegung West Papua National Liberation Army (TPNPB), durch die 2018 mindestens 19 Straßenbauarbeiter getötet wurden. Im Jahre 2024 wurden 575 km von Jayapura nach Wamena asphaltiert, die Fertigstellung der Teilstrecke Wamena-Habbema Road erfolgte im Juni 2016. Im Juli 2025 waren 3446 Kilometer fertiggestellt, davon 1734 km asphaltiert und 1712 km Naturpiste.
Regionen
[Bearbeiten]Der Highway durchquert die Regionen Papua Barat Daja, Papua Barat, Papua Selatan und Papua Pegunungan.
Klima, Flora und Fauna
[Bearbeiten]Der Trans-Papua Highway verläuft auf unterschiedlichen Höhenlagen und vereinigt dadurch alle Klimazonen. Die tropische Zone umfasst Höhen von 0 bis 1500 Metern und ist ganzjährig sehr heiß und feucht. Die Tagestemperaturen schwanken hier zwischen 29 und 32 °C, ganzjährige Regenfälle bringen Niederschlagsmengen von 4100 mm und mehr. Im Berg- und Nebelwald (1500-3200 m) liegen tagsüber die Temperaturen zwischen 20 und 25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit und lang andauerndem Nebel. In der subalpinen Zone (3200 bis 4100 m) werden täglich nur 10 bis 15 °C erreicht, die alpine Zone (über 4100 m) ist eine Kälte-Tundra mit Temperaturen tagsüber um 0 °C, nachts gibt es Frost bis -10 °C. Der Regen fällt hier als Schnee, was die Gletscherbildung am 4884 m hohen 1 Puncak Jaya, dem höchsten Berg Indonesiens, begünstigt. Allerdings ist auch hier ein Schmelzen der Gletschermasse zu beobachten. Gab es um 1850 noch 19 km² Gletscherfläche, schrumpfte die Fläche 2005 auf 1,8 km², 2020 betrug sie nur noch 0,34 km².
Die Trockenzeit liegt zwischen April und September, aber auch dann gibt es heftige Gewitter. Diese kommen in der Regenzeit zwischen Dezember und März häufiger vor und gehen mit einer Erhöhung der Luftfeuchtigkeit auf bis zu 95 % einher.
Mindestens 123 Säugetierarten leben hier – überwiegend nach Klimazonen getrennt – wie Beutelmarder, Dingiso- (erst 1995 entdeckt) und Doria-Baum-Känguru, Kurz- und Langschnabeligel oder Kuskus. 630 Vogelarten (davon 20 endemisch) kommen vor wie Borstenkopf, Brillen- und Lappenparadiesvogel und der flugunfähige Kasuar. Um die 150.000 Insektenarten bevölkern die Gegend, 324 Arten von Reptilien sind zu finden.
Etwa 1.200 Baumarten gibt es entlang des Highway im primären Regenwald, die auf 34 Vegetationszonen verteilt sind. Die Baumarten werden bis zu 60 m hoch.
Reisevorbereitung
[Bearbeiten]Beste Reisezeit ist die Trockenzeit zwischen April und September, in der es auch zu heftigen Gewittern kommen kann. Die für Fahrer und Fahrzeug anspruchsvolle Strecke kann nur von erfahrenen Off-road-Fans befahren werden und stellt höchste Anforderungen an deren mentale und physische Kondition, da die Hälfte der Gesamtstrecke aus schwieriger Naturpiste besteht, die selbst in der Trockenzeit mit bis zu 1,50 Meter tiefem Matschboden versehen ist. Hinzu kommt, dass Höhen von über 3000 Metern zu überwinden sind, wo der Matschboden auch an Steilanstiegen vorhanden ist.
Anreise
[Bearbeiten]Bereits die Anreise gestaltet sich schwierig, denn sie ist nur mit Flugzeugen über den 1 Domine Eduard Osok Airport (IATA: SOQ) (Sorong) möglich, der von der Garuda Indonesia von Jakarta angeflogen wird.
Streckenverlauf
[Bearbeiten]Der asphaltierte Teil der Strecke beginnt ab Sorong, während im weiteren Verlauf noch überwiegend schwierige Naturpisten zu überwinden sind. Die behördliche Routenplanung sieht vor, dass der Trans-Papua Highway im Norden am Lorentz-Nationalpark vorbei geführt wird. Eine direkte Zufahrt zum Nationalpark mit Einfahrts-/Ausfahrtstoren (englisch: gates) gibt es mithin vom Highway aus nicht.
Übersicht
[Bearbeiten]Beschrieben wird die Strecke zwischen Sorong und Merauke über Wamena:
| geografischer Ort | Entfernung in km |
|---|---|
| 2 Sorong | 0 |
| 3 Kumurkek | 207 |
| 4 Manokwari | 314 |
| 5 Bintuni | 266 |
| 6 Nabire | 426 |
| 7 Enarotali | 263 |
| 8 Hitadipa | 50 |
| 1 Grenze zum Lorentz-Nationalpark | 180 |
| 9 Wamena | 1345 |
| 10 Tanah Merah | 876 |
| 11 Merauke | 403 |
| Gesamtstrecke | 4330 |
Einzelheiten
[Bearbeiten]





- Sorong (Kota Sorong) die Stadt wurde erst am 28. Februar 2000 gegründet und hat heute 286.000 Einwohner.
- 13 Susumuk etwa 2.600 Einwohner, 800 m hoch.
- 14 Ayawasi 1.500 Einwohner, 450 m hoch.
- 2 Little cave kleine Höhle mit Stalaktiten.
- 16 Maruni etwa 2.000 Einwohner, 15 m hoch.
- Manokwari (Kota Manokwari) Provinzhauptstadt von West-Papua mit 136.000 Einwohnern, 37 m hoch. Von hier verläuft der Highway an der Küste Richtung Süden nach.
- 17 Warami
- Nabire 18.0000 Einwohner, nur 6 m hoch.
- Enarotali 19.000 Einwohner, 1750 m hoch.
- 20 Deiyai im Bezirk leben 46.000 Einwohner, 1538 m hoch.
- 21 Waghete 1751 m hoch gelegenes Dorf, in der Regency leben etwa 100.000 Einwohner.
- 22 Sugapa Kleinstadt mit 26.000 Einwohnern, 2.100 m hoch gelegen.
- 23 Homeyo im Distrikt leben 3.300 Einwohner, 1969 m hoch.
- Hitadipa 4.400 Einwohner, 1810 m hoch. Wegen bewaffneter Konflikte durch Aufständische schwankt die Einwohnerzahl erheblich; es kann zu temporären Streckensperrungen kommen. Hier beginnt die schwierige Naturpiste, ab 3° 48′ 33″ S 137° 23′ 55″ O gewalzte Piste, die nach Regenfällen wieder zur Schlammpiste wird.
- 24 Nungai Beoga indigenes Dorf, in der Region leben etwa 10.000 Einwohner, 1901 m hoch.
- 25 Ilaga Hauptstadt der Puncak Regency mit geschätzten 15.300 Einwohnern, bereits 2.510 m hoch gelegen.
- 26 Mulia Hauptstadt der Puncak Jaya Regency, 33.000 Einwohner, 2.448 m hoch gelegen.
- Wamena die Hauptstadt der Highland Papua-Provinz mit 66.000 Einwohnern, 1.700 m hoch gelegen. Ausgangsort zu Fahrten in den Lorentz-Nationalpark über die.
- 5 Lake Habema Road asphaltierte Straße in den Lorentz-Nationalpark zum gleichnamigen See.
- 29 Dekai zurück auf dem Trans-Papua Highway gelangt man in die Kleinstadt Dekai (18.000 Einwohner) mit Hospital und Apotheke, 919 m hoch.
- 30 Oksibil 4.000 Einwohner, 1307 m hoch.
- Tanah Merah knapp 1.000 Einwohner. Hier befand sich zwischen 1926 und 1943 ein von der niederländischen Besatzung eingerichtetes Konzentrationslager.
- Merauke in der Stadt mit 118.000 Einwohnern endet der Trans-Papua Highway. Von der Hafenstadt kommt man weiter mit dem Flugzeug oder Schiff:
- 3 Port of Merauke (Pelabuhan Merauke) Schiffsverbindungen in wichtige indonesische Häfen wie Jakarta, Surabaya und Makassar.
Ausflüge
[Bearbeiten]Der Trans-Papua Highway verläuft für 202 km im nordöstlichen Teil des 4 Lorentz-Nationalpark, dem größten Nationalpark in Südostasien. Diese teilweise asphaltierte Teilstrecke wird als 6 Habbema–Kenyam Road bezeichnet und verbindet die Ortschaften Wamena (1700 m) und Kenyam (513 m). Dabei sind einige bis zu 3860 m hohe Bergpässe zu überwinden.
Vom Trans-Papua Highway gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Ausflüge in den Lorentz-Nationalpark zu planen. Dazu muss man vom Highway abzweigen auf üble Schlamm-Pisten, die durch den Nationalpark führen. Eine derartige Strecke beginn ab Hitadipa:
- 2 Grenzeintritt I zum Lorentz-Nationalpark der Highway überquert erstmals die Grenze zum Lorentz-Nationalpark, der mehrfach temporär verlassen und wieder befahren wird.
- 3 Ausfahrt I aus dem Lorentz-Nationalpark temporär führt der Highway aus dem Lorentz-Nationalpark heraus. Bessere Straßenbedingungen der Naturpiste beginnen bei 3° 48′ 33″ S 137° 23′ 55″ O.
- 4 Grenzeintritt II zum Lorentz-Nationalpark
- 5 Bergpass der 3650 m hohe Bergpass der Parkstraße ist der höchste in Indonesien.
- 5 Ausfahrt II aus dem Lorentz-Nationalpark
- Ilaga
- 6 Grenzeintritt III zum Lorentz-Nationalpark vorletzter Grenzeintritt zum Nationalpark.
- 7 Flussbrücke an der Flussbrücke beginnt die asphaltierte Strecke.
- 7 Ausfahrt III aus dem Lorentz-Nationalpark
- 6 Bergpass 2570 m hoher Bergpass.
- 8 Grenzeintritt IV zum Lorentz-Nationalpark der letzte Grenzeintritt auf der Parkstraße.
- 9 Ausfahrt IV aus dem Lorentz-Nationalpark die Parkstraße verlässt hier den Nationalpark endgültig.
- Mulia
- Karubaga
- Wamena vom Ort aus zweigt vom Highway die in den Lorentz-Nationalpark führende Kenyam-Road ab.
- 31 Kenyam 6.400 Einwohner, 513 m hoch), von wo aus auf der asphaltierten Lake Habema Road der Bergsee.
- 7 Lake Habbema (Danau Habbema) ein 3319 m hoch liegender und 2,24 km² kleiner See, an dessen Ufern Zwergzypressen, Orchideen und Rhododendrons gedeihen. Vom höchsten See Indonesiens aus können 4 Tage dauernde Trekking-Touren unternommen werden zum.
- 8 Baliem-Valley (Lembah Baliem) in den Maokebergen liegendes und durch den Baliem River gebildetes Tal.
Gebühren / Permits
[Bearbeiten]Erhoben wird eine geringfügige Eintrittsgebühr für den Lorentz-Nationalpark, die bis zu 150.000 IDR beträgt.
Der Surat Jalan – vollständiger Name Surat Keterangan Jalan (SKJ) – ist ein Reisedokument, das ausländische Reisende mit sich führen müssen, wenn sie in Gebiete in den indonesischen Provinzen Westneuguineas fahren, die von der indonesischen Regierung nicht freigegeben sind. In der Praxis betrifft dies den größten Teil von Papua und Gegenden, in denen die Befreiungsbewegung aktiv ist. Auch die Straße zwischen Timika und 32 Tembagapura (Konzessionsgebiet Freeport-McMoRan) ist verbotenes Gebiet. Das Dokument ist für die Dauer des Visums des Reisenden gültig. Zu beantragen ist das Dokument bei der Polresta-Dienststelle, die in den Verwaltungssitzen der jeweiligen Residenturen (englisch: residency) angesiedelt sind. Das Amt in Jayapura stellt Erlaubnisse für die gesamte Region aus, andere nur für ihre Residentur. „Bearbeitungsgebühren“, für die es keine Quittung gibt, beschleunigen die Ausstellung. Man sollte Kopien anfertigen, diese werden bei Kontrollen einbehalten. Am Zielort hat man sich innerhalb 24 Stunden bei der Polizei anzumelden.
Zusätzlich ist eine Eintrittserlaubnis des Forestry Conservation Office (BBKSDA) in Timika oder Wamena notwendig.
Küche
[Bearbeiten]In den durchquerten Ortschaften gibt es zahlreiche Restaurants mit indonesischer Küche. Die oft am Straßenrand befindlichen Imbiss-Stände „warungs“ bieten Fingerfood an, das mit Vorsicht zu genießen ist. In Parknähe befinden sich:
- Timika
- 1 Kuala Oriental Restaurant (Jl. Budi Utomo no. 88 A)
- 2 Resto Jangkar (Jl. Budi Utomo Nawaripi)
- 3 Tapoko restaurant (Jl. Yos sudarso no. 133)
- Wamena
Unterkunft
[Bearbeiten]Die Etappen auf dem Highway können so dimensioniert werden, dass eine mittelgroße Stadt zum Etappenziel ausgewählt wird. Hier sind einfache und Unterkünfte mittlerer Kategorie vorhanden. In Parknähe befinden sich:
- Timika
1 Swiss Belinn Timika (Jl Cendrawasih SP 2) 2 Front One Hotel Papua Lestari (Jl Hasanuddin No. 65) 3 Horison Ultima Timika (Jl Hasanuddin No. 9)
- Wamena
Touristischen Luxus bietet das deutsch-indonesische und 1900 Meter hoch liegende rustikale 6 Baliem Valley Resort (nur mit Flugzeug vom 4 Wamena Airport (IATA: WMX) erreichbar). Es organisiert Touren mit Expeditions-Charakter.
Gesundheit
[Bearbeiten]Siehe auch: Tropenkrankheiten
Siehe auch: Reiseapotheke
Siehe auch: Höhenkrankheit
Das Malaria-Risiko in Westneuguinea ist sehr hoch, insbesondere bei Höhenlagen unter 1800 Metern. Am höchsten ist das Infektionsrisiko während der Regenzeit, aber auch in der Trockenzeit bedarf es eines multiplen Malariaschutzes. Bereits vor Reiseantritt ist ein tropenmedizinisch versierter Arzt zu konsultieren, der eine Malaria-Prophylaxe anordnet. Während der Reise sollte langärmelige und langbeinige helle Kleidung getragen werden – trotz der großen Hitze –, unterstützt durch Insektenschutzmittel (Mückensprays) und Moskitonetze über der Schlafstelle; in guten Hotels sind sie vorinstalliert.
Sicherheit
[Bearbeiten]In Indonesien besteht Linksverkehr, der an Rechtsverkehr gewöhnte Fahrer benötigt besonders im Kreisverkehr und an Kreuzungen eine höhere Konzentration. Auf dem Highway ist in asphaltierten Teilstrecken 80 km/h erlaubt, auf den schwierigen Schotterpisten kann man lediglich zwischen 25 und 40 km/h bei hoher Drehzahl erreichen.
Jederzeit können bewaffnete Angriffe der Befreiungsbewegung West Papua National Liberation Army (TPNPB) vorkommen. Diese können zu lokalen Straßensperrungen führen, die eine Weiterreise behindern können. Touristen sollten sich von diesen Konflikten fernhalten, weil schnell eine Mittäterschaft unterstellt werden kann. Reisewarnungen gibt es für Westneuguinea jedoch nicht.
Kriminalität gegen Touristen ist wegen der hart durchgreifenden Polizei nicht zu verzeichnen. Dennoch sollte sich der aufmerksame Tourist unauffällig und ohne Markenware kleiden, auf sein Gepäck achten und konzentriert seine nähere Umgebung beobachten.
Westneuguinea liegt in einer der erdbebenaktivsten Zonen der Welt. Nicht vorhersagbare Vulkanausbrüche, Überschwemmungen und Erdrutsche können die Reisepläne behindern oder ganz zunichte machen.
Praktische Hinweise
[Bearbeiten]Informationen über den aktuellen Straßen- und Bauzustand des Trans-Papua Highway erteilt das Amt für die Ausführung von Nationalstraßen 1 Balai Pelaksanaan Jalan Nasional, Merauke (Jl RE Martadinata)
Literatur
[Bearbeiten]Es gibt derzeit (Stand: 2026. Juni) keine deutsche oder internationale Fach- oder Reiseliteratur, in der umfassend die noch im Bau befindliche Straße beschrieben wird.