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Thot-Berg

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Thot-Berg
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Der sog. Thot-Berg (engl. Thoth Hill) ist eine archäologische Stätte auf dem thebanischen Westufer ca. 3 Kilometer nördlich vom Tal der Könige. An dieser Stelle befindet sich der älteste bekannte Tempel Thebens, der allerdings vom heute sichtbaren Lehmziegel-Tempel aus der 11. Dynastie überbaut wurde. Der Tempel war dem Gott Horus geweiht. Angesichts des beschwerlichen Aufstiegs werden sich hierfür wohl hauptsächlich Archäologen und Ägyptologen interessieren.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der hiesige Tempel wurde 1904 durch den deutschen Ägyptologen Georg Schweinfurth entdeckt.[1] Weitere Grabrungen wurden 1909 von William Matthew Flinders Petrie durchgeführt.[2] Petrie fand beschriftete Kalksteinfragmente von einem Türrahmen, die Namen Mentuhoteps III. Se'anchkare, des 6. Königs der 11. Dynastie, tragen und sich nun im Rijksmuseum van Oudheden in Leiden befinden. Petrie erkannte als Erster, dass sich unter dem Tempel Steinreste eines früheren Tempels befinden.

Schweinfurth und Petrie fanden Fragmente von Pavian-Statuen der Gotts Thot, was zur modernen Namensgebung des Berges führte. Möglicherweise wurde Thot hier auch verehrt.

Zwischen 1995–1998 fanden ungarische Grabungen unter Győző Vörös und Rezső Pudleiner statt. Sie legten den jüngeren Nilschlammziegel-Tempel vollständig frei, untersuchten die Steinüberreste des älteren Tempels unterhalb der Fußbodenpflasterung aus Nilschlamm und schlugen als seine Datierung die Zeit vor 11. Dynastie vor. Dieser Steintempel wäre somit der älteste bekannte thebanische Tempel.

Der ältere Steintempel ist in Plan und Größe mit dem spätere Tempel vergleichbar. Der erste Tempel besaß aber nur ein Heiligtum. Er wurde möglicherweise durch Erdbeben zerstört.

An den vier Ecken des Tempels wurden in den Gründungsgruben ein Alabastergefäß, Opferschalen, Tierfiguren aus Terrakotta und Reste von geschlachteten Tieren gefunden. Die Inschrift, die sich auf den Fragmenten des Türrahmens aus Kalkstein befand und sich nun ergänzen ließ, lautete wie folgt: „Ḥr Sʿanḫ-t3wy-f … der König von Ober- und Unterägypten Se'anchkare, Sohn des Re Mentuhotep, er lebe ewig. Er hat es gemacht als sein Monument für Horus, der ihm Leben geben möge wie Re.“

Der Ort mit seinem Tempel war Ausgangspunkt einer Wüstenpiste nach Mittelägypten. Ca. 130 Meter westlich wurde ein weiteres Gebäude gefunden, das wohl als Unterkunft für Reisende und Pilger diente.

Anreise[Bearbeiten]

Bis ins Gebiet eṭ-Ṭārif kann man mit einem Auto fahren. Von nun an beginnt ein recht beschwerlicher, über etwa 5 Kilometer reichender Aufstieg nach Westen. Für den Aufstieg sollte man sich auf die Hilfe eines Ortskundigen stützen. Der Aufstieg kann bis zu zwei Stunden dauern.

Es gibt mehrere Wege zum Aufstieg. An einem gibt es auch Schilder, dass man die Stätte nicht besuchen soll. Sie ist aber nicht abgesperrt. Und wenn man eine Genehmigung mit sich führt, dürfte es auch keine Probleme geben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Tempel des Month-Re befindet sich auf einem fast 500 Meter hohen Berg, dem Thot-Berg, im Thebanischen Westgebirge und wurde auf einer künstlich angelegten Steinterrasse errichtet. Der Tempel ist mit einer 21 m × 24 m großen Ziegelumfassungsmauer umgeben, in deren Osten der Eingang durch einen Pylon markiert wurde.

Ostseite des Tempelbezirks
Blick auf den Tempel
Im Inneren des Tempels

Innerhalb der Umfassung befindet sich ein 8 × 10 m großer Ziegeltempel mit drei Kapellen. Die Tür zum Heiligtum bestand ursprünglich aus Kalksteinblöcken, die auch die Namen Menthuhoteps und der geweihten Gottheit Horus trugen. In den drei Kapellen stand je ein Kalksteinschrein.

Küche[Bearbeiten]

Ein kleines Restaurant gibt es im Bereich von Scheich ʿAbd el-Qurna etwa 100 Meter östlich des Ramesseums, weitere in Gazīrat el-Baʿīrāt und Gazīrat er-Ramla sowie in Luxor. Am Ende eines großen Hofes befindet sich des Felsengrab, an dessen Front sich eine Pfeilerreihe befindet.

Unterkunft[Bearbeiten]

Die nächstgelegenen Hotels findet man im Bereich von Scheich ʿAbd el-Qurna. Unterkünfte gibt es zudem in Gazīrat el-Baʿīrāt und Gazīrat er-Ramla‎, Ṭōd el-Baʿīrāt, Luxor sowie Karnak.

Literatur[Bearbeiten]

  • Vörös, Gyözö ; Pudleiner, Rezsö: The Crown of Thebes. In: Egyptian Archaeology : Bulletin of the Egypt Exploration Society, Bd. 11 (1997), S. 37–40.
  • Vörös, Győző ; Pudleiner, Rezső: Preliminary Report of the Excavations at Thoth Hill, Thebes. The Temple of Montuhotep Sankhkara (Season 1995–1996). In: Mitteilungen des Deutschen Instituts für ägyptische Altertumskunde in Kairo (MDAIK), Bd. 53 (1997), S. 283–287.
  • Vörös, Győző ; Pudleiner, Rezső: Preliminary Report of the excavations at Thoth Hill, Thebes. The Pre-11th Dynasty Temple and the Western Building (Season 1996–1997). In: Mitteilungen des Deutschen Instituts für ägyptische Altertumskunde in Kairo (MDAIK), Bd. 54 (1998), S. 335–340.
  • Vörös, Gyozo: Temple on the Pyramid of Thebes : Hungarian Excavations on Thoth Hill at the Temple of Pharaoh Montuhotep Sankhkara 1995–1998. Budapest : Százszorszép Kiadó és Nyomda, 1998.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schweinfurth, Georg : Ein neuentdeckter Tempel in Theben in: Zeitschrift für ägyptische Sprache and Altertumskunde (ZÄS), Band 41 (1904), S. 22–25.
  2. Petrie, W.M.F. : Qurneh, London : School of Archaeology in Egypt, 1909, (Publications of the Egyptian Research Account and the British School of Archaeology in Egypt; 16), S. 4–6.
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