Sprachführer für Afrika
In Afrika werden eine Vielzahl von den unterschiedlichsten Sprachen gesprochen, wobei je nach Region immer eine oder mehrere Sprachen eine Art Lingua franca darstellen. Dazu zählen meist Englisch, Französisch, Arabisch oder auch Swahili. Während die meisten Sprachen Afrikas heute die lateinische und die arabische Schrift verwenden, stechen einzelne Sprachen, wie etwa Äthiopisch oder Berberisch, durch ihr einzigartiges Schriftsystem hervor. Meist ist jedoch anhand der Verwendung von europäischen Sprachen als Amts-, Bildungs- oder Verkehrssprache die einstige koloniale Herrschaft ersichtlich. Dennoch sollten sich Reisende nicht davor scheuen, sich an ein paar einheimischen Floskeln zu probieren – auch wenn der erste Versuch holprig klingen mag. Allein der Versuch öffnet hier schon die erste Tür zur Sympathie unter den Einheimischen.
In Nordafrika ist Arabisch vorherrschend, was sich auch in den hiesigen Kulturen und Religiositäten widerspiegelt. In Nordwestafrika spricht allerdings auch ein großer Anteil der Einwohner eine Form der Berbersprachen, die ein eigenes Schriftsystem hat. So heißt Marokko beispielsweise auf Tamazight ⵎⵓⵕⵕⴰⴽⵓⵛ (Muṛṛakuc). In Marokko, Algerien und Tunesien sprechen zudem auch viele Einwohner Französisch als erste Fremdsprache.
Das Ägyptische Arabisch wiederum gilt, oft bedingt durch die Filmindustrie, als die reinste Form seiner Art. Das Koptische hingegen, dessen Schrift zum Teil aus dem griechischen Alphabet abgeleitet ist, spielt meist nur noch eine lithurgische Rolle. Im Süden Ägyptens sind zudem das Nubische und die Berbersprache Siwi verbreitet. Viele junge Ägypter, aber auch Sudanesen zum Beispiel, verstehen hingegen auch Englisch.
- Arabisch · Englisch · Französisch · Tamazight
In Westafrika herrschen in vielen Ländern europäische Sprachen wie Englisch, Französisch, aber auch Portugiesisch und Spanisch, als Amts- oder Arbeitssprachen vor, in einzelnen Ländern wie Mauretanien oder dem nördlichen Nigeria zudem Arabisch. Ebenfalls spielen immer mehr afrikanische Sprachen, die zu den Niger-Kongo-Sprachen gezählt werden, eine nationale Rolle. So werden Fulfulde und Hausa in mehreren westafrikanischen Ländern als Handelssprache genutzt. In den beliebten Destinationen Gambia und Ghana kommt man mit Englisch, in Senegal mit Französisch und auf Kap Verde mit Portugiesisch gut zurecht.
- Arabisch · Englisch · Französisch · Fulfulde · Hausa · Portugiesisch
In Zentralafrika ist die Situation ähnlich wie in Westafrika. Auch dort herrschen in vielen Ländern europäische Sprachen wie Englisch, Französisch, Portugiesisch und Spanisch, als Amts- oder Arbeitssprachen vor. In einzelnen Ländern wie dem Tschad zudem Arabisch. Auch hier spielen immer mehr afrikanische Sprachen eine nationale Rolle. So wird Lingala in einzelnen zentralafrikanischen Ländern als Verkehrssprache genutzt. In Angola kommt man beispielsweise mit Portugiesisch, in Gabun mit Französisch und in Kamerun je nach Region mit Englisch oder Französisch gut zurecht.
- Arabisch · Englisch · Französisch · Lingala · Portugiesisch · Spanisch
Wie in West- und Zentralafrika herrschen im südlichen Afrika Kolonialsprachen wie Englisch, Französisch und Portugiesisch vor, wobei hier, im Unterschied zu den anderen beiden Regionen, nahezu alle Länder auch jeweils eine oder mehrere Heimatsprachen als offizielle Amtssprachen gebrauchen. So wird in Botswana neben Englisch auch Setswana, auf Madagaskar neben Französisch auch Malagasy und in Tansania neben Englisch auch Swahili gesprochen. Zwar wird Swahili eher von der Bevölkerung an der Küste muttersprachlich verwendet, spielt allerdings im gesamten Land und in vielen Anrainerstaaten als Handels- und Verkehrssprache eine gewisse Rolle. Auf den Seychellen kommt man übrigens je nach Region sowohl mit Französisch als auch mit Englisch gut zurecht.
In Südafrika und Namibia wiederum werden durch Einwanderung weißer Bevölkerung während der einstigen Kolonialzeit auch viele europäische Sprachen gesprochen, wobei hier oft Englisch eine gewisse Brücke zwischen der afrikanischen und der europäischen Bevölkerung dient. Während Afrikaner oft Zulu oder die Klicklautsprache Xhosa sprechen, gebrauchen Weiße hier eher Englisch oder auch Afrikaans, eine Weiterentwicklung des Niederländischen, das sich unter den sogenannten Buren entwickelt hat. In Namibia wiederum spricht ein kleiner Bevölkerungsanteil Deutsch, das dort bis 1990 die offizielle Amtssprache war und dort, zwar tendentiell sinkend, unter anderem von Nachfahren deutscher Kolonialisten gesprochen wird.
- Afrikaans · Arabisch · Englisch · Französisch · Portugiesisch · Swahili · Xhosa · Zulu
Auch in Ostafrika werden in einzelnen Ländern europäische Sprachen, wie Englisch in Kenia und Uganda oder Französisch in Dschibuti und Burundi. Wie in Tansania wird hier in vielen Ländern Swahili häufig als Lingua franca verwendet. So etwa in Kenia, Uganda, aber auch in Ruanda. In den nordostafrikanischen Staaten wie Dschibuti und Eritrea, zum Teil auch Somalia spielt das Arabische, ebenfalls aus religiösen Gründen, eine größere Rolle. In Somalia wird allerdings überwiegend Somali gesprochen, das auch in einzelnen Regionen von Kenia und Äthiopien in Gebrauch ist. Weitere bedeutende Sprachen in Äthiopien sind das Oromo sowie das Amharische, welches mit einer eigenen Schrift geschrieben wird. Zum Beispiel heißt Äthiopien auf Amharisch ኢትዮጵያ (Ityop̣p̣əya).
