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Scicli

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Scicli
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Scicli ist eine Barockstadt in der Provinz Ragusa im Südosten von Sizilien.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Kleinstadt liegt im Südosten Siziliens 24 km von der weiter landeinwärts in den Ibleischen Hügeln gelegenen Stadt Ragusa entfernt, die Stadt liegt etwas rückwärtig im Landesinnern in einer Mulde am Zusammenfluss des Fiume Irmino und drei weiteren Flüsschen (Il Mothucanus oder Torrente di Modica, dem Torrente di S. Maria La Nova und dem Torrente di S. Bartolomeo), welche allerdings im Sommer austrocknen; Scicli hat aber mit seinen Ortsteilen Playa grande, Donnalucata, Cava D'Aliga und Sampieri Meeranstoss.

In der Region mit Karstgrotten (u.a. Grotta Maggiore) ist eine Besiedlung schon in der Bronzezeit nachweisbar. Wahrscheinlich hat in der Region eine griechische Ansiedlung bestanden, erwähnt wird die Stadt unter römischer Herrschaft als tributpflichtig. Nach dem Untergang des römischen Reichs kam die Region unter die Byzantiner (hiervon zeugen Spuren frühchristlicher Besiedlung in Castellaccio und Chiafura.

Nach der Vertreibung der Araber (der Ort war als Rocca di Siklah bekannt), war die Piana dei Milici in der Nähe von Scicli Schauspiel eines Kampfs zwischen den Arabern und den Normannen, dank "Einmischung" der Jungfrau Maria ging der Kampf zugunsten von König Roger I aus, weshalb noch alljährlich die Madonna delle Milizie gefeiert wird. Nach den Normannen folgten die Hohenstaufen und das Haus Anjou. Die Regentschaft von Karl I von Anjou stiess in der sizilianischen Bevölkerung auf wenig Gegenliebe, so dass es zu den Kämpfen des Sizilianischen Vesper und der Vertreibung der Herren von Anjou kam.

Unter dem Haus Aragon wurde Scicli Teil der Grafschaft Modica, wo sich die Geschlechter der Mosca (1283- 1296), Chiaramonte (1296-1392), Cabrera (1392-1480) und Enriquez-Cabrera in der Herrschaft ablösten. Wie andere Städte im Val di Noto wurde auch Scicli durch das Erdbeben von 1693 schwer beschädigt, der Wiederaufbau erfolgte im Stil des Sizilianischen Barocks. Nach einer Volksabstimmung im Jahre 1860 wendete sich Scicli vonden Burbonen ab und wurde Teil des italienischen Königreichs.

Karte von Scicli

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der modernisierte und zur zivilen Nutzung umgebaute Flughafen Aeroporto Civile di Comiso nahm 2013 den Flugbetrieb auf und wird von ein paar Low-Cost-Carriern angeflogen. Er soll auch die Erreichbarkeit des Südostens von Sizilien als Ausweichflughafen sicherstellen, wenn der Flughafen von Catania aufgrund vulkanischer Aktivität des Etna seinen Betrieb einstellen muss.

Der Flughafen von Catania ist mit Bussen der AST erreichbar.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Scicli ist durch die 1 Bahnlinie der Trenitalia Syrakus - Scigli - Modica - Ragusa - Gela - Canicatti erschlossen.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Busverbindungen werden im Süden der Provinz Ragusa und vor allem auch Richtung Modica u.a. von der AST mit Regionalsitz im nahen Modica sichergestellt

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von der Autobahn A18 Messina - Syrakus welche derzeit bei Rosolini endet und die bis Gela weitergeführt werden soll, ist Scicli über die SS115 Sud Occidentale Sicula erreichbar, welche sich allerdings vor Ispica von der Küste entfernt, über Modica - Ragusa - Comiso - Vittoria durchs Landesinnere und dann ab Gela wieder der Südküste entlang über Agrigent nach Westen führt.
Von der SS115 wird Scicli am besten über den Stadtteil Sacro cuore von Modica und die SP42 SP42 erreicht, von Stadtzentrum in Modica bassa kann die SP54 benutzt werden. Ein sternförmiges Netz von Provinzstrassen verbindet Scicli mit der Umgebung, u.a. mit der SP40 mit Sampieri und der SP39 mit Donnalucata an der Küste verbunden.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Von den zur Stadt gehörigen Küstenorten verfügt nur Donnalucata über einen Yachthafen, Pozzallo im Osten dient als Handelshafen und verfügt auch über Schnellbootverbindungen mit Malta.

Mobilität[Bearbeiten]

In und um Scicli verkehren Ortsbusse der AST.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Scicli: Chiesa di San Matteo
Scicli: Chiesa di San Matteo
Scicli: Chiesa San Giovanni Evangelista
Scigli: Chiesa S.Maria la Nova
Scigli: Chiesa di San Bartolomeo
Scicli: Chiesa del Rosario
Scicli: Chiafura
Ruinen des Fornace Penna

Straßen, Plätze und Parks[Bearbeiten]

  • die 1 Piazza Italia mit ihren grossen Flächen ist durch die Verlegung des Torrente San Artolomeo unter die Erde im 18. Jhdt. entstanden, an ihr liegen verschiedene Palazzi, u.a. der Palazzo Fava, der Palazzo Iacono und der Palazzo Mormina Penna sowie die Chiesa Madre.
  • die rechteckige 2 Piazza Busacca liegt vor der Chiesa del Carmine. Auf dem Platz steht die Marmorstatue von Pietro di Lorenzo Busacca, der Palazzo Busacca steht an der Südseite und in der Vorkriegszeit stand an der Nordseite noch der Palazzo Di Lorenzo.
  • die 3 Piazza Municipio und die nach Westen führende verkehrsbefreite Via Francesco Mormino Penna, der frühere Corso San Michele, sind das Herzstück der Stadt: die Barockstrasse mit der Chiesa di San Giovanni Evangelista, dem Palazzo Papaleo, Palazzo Veneziano-Sgarlata (19. Jhdt.), Palazzo Conti, Palazzo Bonelli, der Chiesa San Michele mit dem anschliessenden Konvent (heute Palazzo Carpentieri), Palazzo Spadaro und der Chiesa e convento S.Teresa wurde ins Weltkulturerbe aufgenommen.
  • im Osten der Altstadt verläuft die 4 Via Nazionale in Süd-Nordrichtung, der 5 Corso Umberto I umfährt die Altstadt im Westen, die etwas irritierende Strassenanlage ist durch die Lage der Täler der verschiedenen Torrenti (Flusstäler) erklärt.
  • Park Villa Penna. Der Park Villa Penna, der Privatpark der Barone Penna wurde von den ehemaligen Eigentümern nach der Enteignung im Jahre 1861 vollständig gerodet und aller Pflanzen beraubt und soll nun wieder hergerichtet werden.

Burgen und Palazzi[Bearbeiten]

  • der 6 Palazzo municipale wurde an der Stelle eines an die Chiesa di San Giovanni Evangelista angrenzenden Benediktinerklosters zwischen 1902/06 erbaut.
  • der 7 Palazzo Veneziano-Sgarlata aus der 2. Hälfte des 18. Jhdt.
  • der 8 Palazzo Conti aus dem späten 19. Jhdt. mit einer klassizistischen Fassade
  • der 9 Palazzo Spadaro ist heute u.a. Sitz des Ufficio turistico
  • der 10 Palazzo Bonelli aus dem späten 19. Jhdt.
  • der 11 Palazzo Mormino Penna
  • der 12 Palazzo Fava
  • und der 13 Palazzo Iacono liegen am östlichen Ende der Piazza Italia.
  • der 14 Palazzo Beneventano ist woh leiner der schönsten Barockpalazzi von Scicli mit sehenswerten Fratzen an den Balkonsturzen.
  • vom 15 Castellacio (Castrum magnum) auf dem Monte S. Matteo, welches beim Erdbeben 1693 zerstört wurde, sind nur noch einige Ruinen erhalten.
  • etwas weiter südöstlich bestand die Festung 16 Tre cantoni, welche die einzige zugängliche Verbindung von Südosten aus Richtung Ispica auf den Felsvorsprung mit der Altstadt sicherte.

Kirchen und sakrale Bauten[Bearbeiten]

  • die 17 Chiesa di San Matteo liegt auf einem Bergrücken oberhalb der Stadt, wo auch das historische Kastell und das alte Stadtzentrum gelegen war, steht wohl am Ort des frühesten Gotteshauses von Scicli. Nach dem Erdbeben von 1693 wurde die dreischiffige Basilika neu errichtet, im Jahre 1874 ging die Ehre der Chiesa Madre an die Chiesa di San Guglielmo unten in der Stadt über. In der Folge wurde die Kirche dem Verfall preisgegeben, das Dach ist eingestürzt und eine Restauration erscheint sehr aufwändig.
  • die 18 Chiesa Madre di S. Ignazio di Loyola (wurde 1986 auf bischöflichen Entscheid zur Chiesa di San Guglielmo) stammt aus zweiten Hälfte des 17. Jhdt., bis 1751 wurde das Gebäude nach den Erdbebenschäden wieder aufgebaut, das zugehörige Jesuitenkolleg wurde abgerissen. Der Bau an der Piazza Italia steht derzeit in Sanierung.
  • die 19 Chiesa di San Giovanni Evangelista stand neben einem Benediktinerkloster, dessen Platz Anfang des 20. Jhdts. der Palazzo municipale eingenommen hat. Die Kirche mit der konkav-konvexen Barockfassade mit drei Ordnungen und einer grossen ovalen Kuppel mit farbigen Glasfenstern wurde 1760/65 erbaut, die Innenarbeiten mit Malereien und Stuckaturen zogen sich bis weit ins 19. Jhdt. hinein.
  • die 20 Chiesa San Michele Arcangelo liegt etwas weiter vorn an der Via F.M.Penna und wurde nach 1693 vom Modicaner Architekten Alessi ebenfalls im Stil des Spätbarocks erbaut.
  • die 21 Chiesa di Santa Teresa aus dem 17. Jhdt. ist ebenfalls im Spätbarockstil ausgeführt. Ihr Äusseres ist mit der rechteckigen Fassade, den drei Loggia-artigen Böden und dem danebenliegenden Campanile-Bogen einzigartig. Die Kirche gehörte zu einem Karmeliterinnenkloster, welches 1715/19 nach dem Erdbeben wieder aufgebaut werden musste.
  • die 22 Chiesa del Carmine, zusammen mit dem gleichnamigen Konvent im 14. Jhdt. gegründet, stammt aus dem 17./18. Jhdt. Sie verfügt über eine Barockfassade mit Rokoko-Elementen, die Statue der Madonna del Carmine auf dem Hauptalter ausdem Jahre 1760 stammt von Francesco Castro.
  • die 23 Chiesa Santa Maria della Consolazione stammt aus dem 16. Jhdt. und war zum Zeitpunkt des Erdbebens von 1693 noch im Bau, die verschiedenen Bauphasen sind an der Fassade erkennbar. Erwähnenswert ist der ornamentale Boden aus weissen um schwarzem lokalem Stein und der freistehende Campanile.
  • die 24 Chiesa S. Maria la Nova ist über ein Strässchen durch die Cava la Nova erreichbar. An dem Ort, der wohl bereits in byzantinischer Zeit ein Ort der Marienverehrung war, wurde durch Legate des Palermitaner Bankiers Pietro di Lorenzo gen. "Busacca" im 16. Jhdt. eine Kirche errichtet, diese musste nach dem Erdbeben von 1693 im 17./18. Jhdt. im Barockstil wieder aufgebaut werden.
  • die 25 Chiesa rupestre di S. Lucia wurde am Abhang des Colle di S. Matteo teils in den Felsen hinein geschlagen.
  • die kleine 26 Chiesa San Vito aus dem frühen 17. Jhdt. hat das Erdbeben von 1963 fast unbeschadet überstanden, sie liegt am Aufgang zur alten Chiesa Madre San Matteo.
  • die 27 Chiesa rupestre di Santo Spirito am Südhang des Colle di S. Matteo in der Nähe des mittelalterlichen Stadtzentrums ist noch recht gut erhalten, obwohl seit langem unbenutzt.
  • die 28 Chiesa S. Maria del Gesu aus dem 18. Jhdt. ist ebenfalls im Barockstil erbaut.
  • die kleine 29 Chiesa di San Giuseppe stammt aus dem frühen 16. Jhdt. und musste nach 1693 neu aufgebaut werden, im Innern der einschiffigen Kirche findet sich eine mit Silber überzogene Statue des S.Giuseppe und eine Skulptur der S.Agrippina aus der Schule von Gagini.
  • die 30 Chiesa di San Bartolomeo liegt an der Via San Bartolomeo im Südosten der Stadt und stammt ebenfalls aus dem 17. Jhdt. Beim Erdbeben nur mässig beschädigt, wurde mit der Erneuerung der Kirche 1752 unter Salvatore Alì begonnen, die dritte Ordnung der Fassade wurde erst 1815 beendet.
  • die 31 Chiesa S. Maria della Croce mit einem anschliessenden Konvent wurde im 16. Jhdt. errichtet,
  • die 32 Chiesa rupestre del Rosario (Chiesa della Madonna di Monserrato) wurde um 1516 auf der Anhöhe Monte Campagna über der Stadt errichtet, einer dort verehrten Madonnenstatue wurden zahlreiche Krankenheilungen zugeschrieben.
  • die Ruinen des 33 Convento di Sant'Antonino stammen aus den Jahren 1514/22 und sind in schlechtem Zustand, das Gebäude aus der Zeit vor den schweren Erdbeben ist von hoher kulturgeschichtlicher Bedeutung.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • der ehemalige Stadtkern um die damalige Chiesa Madre San Matteo und das Kastell dehnte sich historisch gegen Süden aus. In diesem Bereich hatte wohl schon seit Jahrhunderten eine Siedlung bestanden, welche mit ihren teils aus dem Boden geschlagenen (Keller-)Räumen und davor errichteten Gebäuden an Pantalica oder die Sassi von Matera erinnerten. In den Fünfzigerjahren wurde das Gebiet von 1 Chiafura definitiv verlassen und die Bevölkerung im Villaggio Jungi neu angesiedelt.
Eine Grotta ist als Museum "A rutta ri Ron Carmelu" hergerichtet und kann auf Voranmeldung besucht werden.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • am Samstag vor dem 19. März wird La Cavalcata di San Giuseppe durchgeführt, diese Reiterprozession erinnert an die Reise von Joseph und Maria.
  • am Ostersonntag wird eine hölzerne Christusstatue aus der Chiesa S. Maria la Nova durch die Strassen betragen, später wird das Fest Il Gioia mit Gesang und Tanz auf den Strassen fortgesetzt.
  • die Festa delle Milizie: zur Erinnerung an die Auseinandersetzung zwischen den Sarazenen und Christen (den Normannen) im Jahre 1091 wird in der letzten Maiwoche das Geschehen mit dem Eingreifen der Madonna delle Milizie als Freilichtspiel nachgespielt und die Woche mit Festgottesdiensten abgeschlossen.

Einkaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Mittel[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Wie in den meisten sizlianischen Kleinstädten ist die Sicherheitslage unproblematisch, die üblichen Sicherheitsempfehlungen sollten trotzdem berücksichtigt werden.

Gesundheit[Bearbeiten]

  • das 1 Ospedale Busacca liegt im Westen der Stadt

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • 2 Ufficio Turistico. Tel.: 0932 839611, Fax: 0932 839608, E-Mail: . ist im Palazzo Spadaro an der Via M.F. Penna untergebracht
  • 3 Associazione Turistica Pro Loco Scicli, Via Castellana, 4. Tel.: 0932 932782.
  • ein 2 Postamt mit einem Geldautomaten liegt am Corso Giuseppe Mazzini.

Ausflüge[Bearbeiten]

  • die Cava d'Ispica, eine bereits vorgeschichtlich besiedelte Schlucht (Cava steht in Sizilien für eine Schlucht) mit Nekropolen, christlichen Katakomben und Höhlenkirchen
  • ins NaturschutzgebietRiserva Naturale Macchia Foresta del Fiume Irminio 34, es liegt an der Küstenstrasse SP63 zwischen Plaia grande und Marina di Ragusa. In einem kurzen Spaziergang kann die Mündung des Fiume Irmino erreicht werden.
  • an die Badestrände von Plaia grande, Donnalucata und Sampieri (mit seiner Pineta)
  • in der Nähe des Strands von Sampieri liegt der Fornace Penna 35: dieses Denkmal der Industriearchäologie besteht aus den Ruinen einer Ziegelfabrik, welche Ignazio Emmolo und der Baron Guglielmo Penna in den Jahren 1909/12 in den Ausmassen einer klassischen Kathedrale an der Punta Pisciotto errichten liessen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • www.comune.scicli.rg.it Website der Stadt in ital., kurze Hinweise in engl., unter La Citta Stadtplan und Broschüre zu den Sehenswürdigkeiten zum download.
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