Radfernweg München–Venezia
Die rund 560 km lange Strecke führt von der bayerischen Landeshauptstadt München über den Tegernsee, Achensee und Innsbruck Richtung Brenner. Weiter geht es durch die Dolomiten an die Adria ins weltberühmte Venedig.



Streckenprofil
[Bearbeiten]- Länge: rund 550 bis 560 km
- Ausschilderung: vorhanden, teilweise lokale Wegweisung
- Steigungen: Bei allen Pässen handelt es sich um Übergänge weitgehend in Tallagen: Achenpass (941 m) zwischen Tegernsee und Achensee, der bekannte Brenner (1370 m) und der Passo Cimabanche (deutsch: Pass im Gemärk) in den Dolomiten (1530 m). Letzter Pass ist der 488 m hohe Fadalto-Sattel. Sonst besitzt die Route lokal zum Teil auch höhere Hügel.
- Wegzustand: oftmals gut ausgebaut, vor allem Südtirol hat hier gute Strecken. In Deutschland teilweise auch Schotter (am Isarradweg und im Übergang Tegernsee bis Achensee). In den Dolomiten teilweise auch Bahnradwege mit wassergebundener Decke.
- Verkehrsbelastung: Die Strecke ist außerorts in großen Teilen verkehrsfrei geführt. In Tirol werden allerdings zwischen Innsbruck und Brenner auf längeren Strecken Landstraßen genutzt. Hier vor allem auf den 10 km zwischen Steinach am Brenner bzw. Stafflach und der Passhöhe des Brenner viel Verkehr. Wer möchte kann diesen Abschnitt mit der Bahn überbrücken. Es kann auch gleich ab Innsbruck die Bahn genommen werden. In Italien südlich des Lago di Santa Croce zum Teil ebenfalls längere Strecken auf Landstraßen. Im Bereich des Fadalto-Sattel bis Vittorio Veneto ebenfalls Strecke auf z. T. stärker befahrener Landstraße. Auch hier kann die Bahn genutzt werden.
- Geeignetes Fahrrad: Rad mit bergtauglicher Schaltung. Ein Pedelec ist zweckmäßig.
- Familieneignung: durchgängig nein, lokal evtl. gegeben.
- Inlinereignung: durchgängig nein, lokal evtl. gegeben
Hintergrund
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Die Strecke ist das Pedant für Radreisende zum bekannten Weitwanderweg Traumpfad München–Venedig.
Vorbereitung
[Bearbeiten]Für eine entspannte Radreise auf dem Radfernweg München–Venedig benötigt man inklusive ein paar Erholungstage unterwegs zwei Wochen. Wer längere, sehr sportliche Etappen fährt kann die Route auch in einer Woche absolvieren.
Anreise
[Bearbeiten]Öffentliche Verkehrsmittel
[Bearbeiten]Die Bahnanreise nach München ist unkompliziert. Fahrradstellplätze hier allerdings im Fernverkehr frühzeitig buchen.
Die Rückfahrt mit Rad und Bahn über die Alpen ist allerdings komplizierter. Hinweise dazu siehe auch Artikel Via Claudia Augusta (Radweg) Abschnitt Rücktransport.
Fahrrad
[Bearbeiten]München ist gut in das Netz der Deutschen Radfernwege eingebunden.
Auto
[Bearbeiten]Da es sich um eine längere Streckentour handelt, am besten mit der Bahn anreisen.
Streckenbeschreibung mit Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten]1. Etappe: München – Tegernsee (etwa 60 bis 65 km)
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Die Route von München an den Tegernsee ist gut ausgebaut.
- 5 Tegernsee - Etappenstart am Schloss. Hier bieten sich auch die Gemeinden Gmund am Tegernsee, Bad Wiessee und Rottach-Egern als Etappenorte an. Oftmals gehobenes Übernachtungsangebot.
2. Etappe: Tegernsee – Achensee (etwa 55 bis 60 km)
[Bearbeiten]Der Übergang zwischen Tegernsee und Achensee führt auf längeren Strecken über geschotterte Fahrwege im Wald. Die Strecke ist dabei um einiges bergiger als die Straße. So kommt man außerorts weitgehend verkehrsfrei voran. Die Steigungen sind teilweise "knackig".

- Tegernsee: Etappenstart am Schloss
- 1 Achenpass - 941 m
Alternative über Bad Tölz
[Bearbeiten]Der Radfernweg München–Venedig besitzt hier eine Parallelstrecke auf dem Isar-Radweg. Als Etappenstadt bietet sich hier 10 Bad Tölz an.
Etappenlängen hier:
- München – Bad Tölz: etwa 60 km
- Bad Tölz – Pertisau am Achensee: etwa 55 bis 65 km - Der Bogen über Fall am Symvensteinstausee kann über die Bundesstraße B 307 abgekürzt werden (4 km auf stärker befahrener Straße). Wer über Fall radelt muss aber auch für gute 2 km auf die Bundesstraße.
3. Etappe: Pertisau am Achensee – Innsbruck (etwa 55 km)
[Bearbeiten]Von Achensee führt die Route knapp 400 Höhenmeter auf einer steilen Schotterpiste hinunter ins Achental. Die Achenseestraße ist stark befahren. Aber wer als geübter Radfahrer sich traut bergab mit den KFz im Verkehr "mitzuschwimmen" kann durchaus die Straße nutzen.
Sonst: Bergab auf evtl. losem Schotter lieber "übervorsichtig zu früh absteigen" und schieben, als das man sich hinlegt.
Ab Jenbach wird auf dem "unkomplizierten" Inn-Radweg eben Innsbruck erreicht. Die Route verläuft oft nah am Fluss, aber teilweise auch direkt neben der Inntalautobahn. Außerorts hier meist verkehrsfreie Strecken.
4. Etappe: Innsbruck – Sterzing (etwa 55 km)
[Bearbeiten]Im Wipptal werden allerdings zwischen Innsbruck und Brenner auf längeren Strecken Landstraßen genutzt. Hier vor allem auf den 10 km zwischen 16 Steinach am Brenner bzw. Stafflach und dem 17 Brenner viel Verkehr. Wer möchte kann diesen Abschnitt mit der Bahn überbrücken. Es kann auch gleich ab Innsbruck die Bahn genommen werden.
In Südtirol dann ab der Grenze sehr gut ausgebauter Radweg bis nach Sterzing. Ein Höhepunkt ist der rund 10 km lange Bahnradweg auf der alten Trasse der Brennerbahn bei Gossensaß.
5. Etappe: Sterzing – Bruneck (etwa 60 km)
[Bearbeiten]Ab Sterzing weiter auf den guten Radwegen Südtirols das Tal hinab.
Nach dem Wechsel ins Pustertal geht es wieder aufwärts. Aber auch hier weitgehend verkehrsfreie Radroute im Tal. Etappenort ist 19 Bruneck .
6. Etappe: Bruneck – Cortina a'Ampezzo (etwa 60 bis 75 km)
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Hinter Brauneck bietet sich ein Abstecher zum bekannten 1 Pragser Wildsee . Der Bergsee steht stellvertretend für die Bergromantik der Dolomiten. Abstecher 15 km hin und zurück, dann Etappe mit 75 km.
Im zweiten Teil der Etappe führt die Route ab 20 Toblach auf der Trasse der ehemaligen Dolomitenbahn Richtung Süden. Die Trasse der 1964 eingestellten Schmalspurbahn wird heute als Radweg genutzt. Mit der Bahntrasse wird mit 1530 m der höchste Punkt der gesamten Radreise erreicht.
Als Langer Weg der Dolomiten führt die Strecke durch 10 Tunnel und über diverse Brücken.
21 Cortina d'Ampezzo ist ein bekannter Wintersportort.
7. Etappe: Cortina d'Ampezzo – Vittorio Veneto (etwa 95 km)
[Bearbeiten]Lange Etappe, wer möchte kann noch einmal in 22 Belluno übernachten.
Von Cortina d'Ampezzo bis 23 Pieve di Cadore noch Bahnradweg auf der ehemaligen Dolomitenbahn.
Vor dem Etappenziel allerdings rund 20 km stärker befahrene Landstraße u. a. am Sella di Fadalto. Hier kann zwischen den Bahnhof Santa Croce del Lago und 24 Vittorio Veneto die Bahn genutzt werden.
Bei Vittorio Veneto werden die Alpen verlassen. Das enge Tal war in früheren Zeiten hier ein strategisch wichtige Stelle. Befestigungen zeugen noch davon. Sonst besitzt Vittorio Veneto eine Altstadt.
8. Etappe: Vittorio Veneto – Treviso (etwa 60 bis 75 km)
[Bearbeiten]Etappe in der Küstenebene. 25 Treviso besitzt eine Altstadt.
9. Etappe: Treviso – Venedig (etwa 50 bis 55 km)
[Bearbeiten]Die Route schlängelt sich von Treviso entlang des Flusses "Fiume Sile" bis 2 Quarto d'Altino .
Ab Quarto d'Altino wird über Nebenstraßen die am Festland liegende Stadt Mestre erreicht. Wer güstigere Übernachtungspreise Sucht sollte hier Quartier beziehen. Über die Ponte della Libertà sind es 10 km bis 26 Venedig .
In Venedig ist das Radfahren nicht gestattet. Auch das Mitführen, also schieben eines Fahrrads ist nicht erlaubt. Im Parkhaus gegenüber das Bahnhofs finden sich laut Openstreetmap 3 100 Fahrradboxen. Diese können gegen eine Gebühr gemietet werden (in 2025 ab 10 € pro Tag Info). Wer für die Rückfahrt zum Bahnhof möchte muss das Rad über die Ponte della Costituzione schieben (flache Stufen).
2025 wurde für Tagesbesucher an diversen Tagen ein Eintritt von 10 Euro verlangt. Grund sind die hohen Besucherzahlen in Venedig. Übernachtungsgäste in der Stadt sind davon befreit.
Sicherheit
[Bearbeiten]Auch beim Radwandern kann ein Fahrradhelm die Schwere von Kopfverletzungen bei Stürzen entscheidend mindern (siehe z. B. auch dieser Fachartikel zum Thema).
Weiter geht's
[Bearbeiten]Wer nicht per Bahn die Heimreise antreten möchte kann über den Alpe-Adria-Radweg zurück Richtung Norden Radeln.
Literatur- und Kartenhinweise
[Bearbeiten]- Radfernweg München–Venezia. Esterbauer, 2018, bikeline, ISBN 978-3850006842.
Weblinks
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