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Pyramidenkomplex von Meidūm

Welterbe in Ägypten

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Nordseite der Pyramide von Meidūm
Pyramide von Meidūm · هرم ميدوم
GouvernementBeni Suef
Einwohnerzahl15.804(2006)
Höhe
Lagekarte von Ägypten
Lagekarte von Ägypten
Pyramidenkomplex von Meidūm

Die Nekropole von Meidum mit der Pyramide von Meidum (arabisch: هرم ميدوم, Haram Maidūm, auch الهرم الكاذب/الكذاب, al-Haram al-Kādhib/al-Kadhdhāb, „falsche Pyramide“) ist eine archäologische Stätte in Norden Mittelägyptens und im Norden des Gouvernements Beni Suef. Der drei Kilometer nordwestlich des Namen gebenden Dorfs Meidūm in der Wüste gelegene Friedhof samt Pyramide ist Teil der Memphitischen Nekropole und umfasst sowohl die Kultpyramide und mehrere Prinzen- bzw. Beamtengräber. Die hiesige, einst fünfthöchste Pyramide Altägyptens ist die erstgebaute des Königs Snofru (Regierungszeit etwa 2670 bis 2620 v. Chr.), diente aber letztlich nicht als Grabpyramide, sondern nur als Königskultpyramide. Sie markiert den Übergang von der Stufenpyramide wie die des Djoser in Saqqāra zur echten Pyramide.

Hintergrund

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Karte
Lageplan der Pyramide von Meidūm

Lage und Name

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Die archäologische Stätte befindet sich auf der westlichen Nilseite etwa 75km südlich von Kairo, 35km nördlich von Beni Suef, 7km Luftlinie nordwestlich von el-Wāsṭā und 3km nordwestlich vom Namen gebenden Dorf 1 Meidūm in der Wüste in etwa 300m Entfernung zum Fruchtlandrand. Das Dorf selbst befindet sich noch im Fruchtland.

Pyramide von Meidūm oder falsche Pyramide sind moderne Bezeichnungen. Seit der 5. altägyptischen Dynastie ist der Name ḏd-snfrw (Djed Sneferu, „Snofru ist beständig“) z.B. in den Abusir-Papyri überliefert.[1]

Der Bauherr Snofru

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Snofru ist der Begründer der 4. Dynastie. Er ist Sohn der kaum belegten Meresꜥanch I., während man seinen Vater nicht kennt. Eine familiäre Verbindung Snofrus oder seiner Mutter zum Königshaus seines Vorgängers Huni, dem letzten König der 3. Dynastie, ist nicht belegt. Es ist auch nicht auszuschließen, dass es sich bei Snofru „nur“ um einen einstigen Beamten handelt.[2] Die einzige bekannte Ehefrau Snofrus ist Hetepheres I., wohl eine Nebenfrau, da sie den Titel Königsgemahlin nicht führte. Aus der Ehe stammen zwei Söhne, darunter der König Cheops, Snofrus Nachfolger. Weitere Kinder stammen von einer/verschiedenen unbekannte(n) Ehefrau(en).

Snofru regierte mindestens 48 Jahre, in denen er zu einem der bedeutendsten Bauherrn Ägyptens wurde. Seine erste Pyramide entstand im Bereich seiner ersten Residenz beim heutigen Meidūm. Später, im 15. Regierungsjahr, verlegte er wohl aus politischen Erwägungen heraus seine Residenz weiter nördlich nach Dahschūr, wo er zwei weitere, nun von vornherein echte Pyramiden anlegen ließ.

Snofru nutzte die zweite, die Rote Pyramide von Dahschūr als sein Grabmal. Die hiesige Pyramide diente in der Folge als seine Königskultstätte bzw. sein Kenotaph (Scheingrab).

Gelegentlich wird der Baustart der hiesigen Pyramide dem König Huni zugeschrieben. Für diese Vermutung spricht, dass eine Grabstätte für Huni sonst nicht bekannt ist. Die Argumente dagegen sind gewichtiger: Es gibt nicht einen einzigen Hinweis auf eine Bautätigkeit Hunis in Meidūm, im Bereich der hiesigen Pyramide sind namentlich nur Söhne Snofrus begraben, während der Hofstaat des Huni in Saqqāra bestattet ist.

Baugeschichte

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Bauphasen der Pyramide von Meidūm
Grundriss der Pyramide mit Umfassungsmauer und Rampen

Die Pyramide wurde auf einem Felsplateau errichtet, wobei das ursprüngliche Aussehen des Kernbaus umstritten ist: Vorgeschlagen wurde zum einen eine einfache Mastaba, andererseits eine 2- bis 3-stufige Stufenpyramide mit quadratischem Grundriss und etwa 42m Seitenlänge.

Es folgten nun, wie von Ludwig Borchardt (siehe Literatur) beschrieben, drei Bauphasen, die auch von Snofrus Sohn Nefermaat betreut wurden, wobei das Baumaterial Sandstein aus einem 800m südlicher gelegenen Steinbruch stammte. Alle drei Bauphasen waren als Endzustand konzipiert.

  • In der Bauphase E1 entstand eine 7-stufige Pyramide mit 108m Seitenlänge und 72m Höhe, wobei sich die Stufenhöhe nach oben verringert. Die Seitenflächen waren bereits geglättet und steiler als bei den späteren echten Pyramiden. Von Anfang an war ein erhöhter Zugang auf der Nordseite geplant.
  • In der Bauphase E2 wurden außen eine zusätzliche mantelförmige Schale und eine weitere Stufe hinzugefügt. Die 8-stufig Pyramide besaß nun eine Basislänge von 119m und eine Höhe von 82m. Auch in dieser Phase erfolgte eine sorgfältige Glättung der Außenquader.
  • In der Bauphase E3 während oder nach dem Bau der Pyramiden von Dahschūr wurden die Stufen der hiesigen Pyramide mit Sandstein verfüllt und anschließend mit Kalkstein verkleidet, so dass die Pyramide nun das Aussehen einer echten Pyramide hatte. Sie hatte nun eine Basislänge von 144m, eine Höhe von 95m und einen Böschungswinkel von 52° 40′. An der Ostseite der Pyramide wurde ein Stelenheiligtum errichtet. Wäre die Pyramide als Königsgrab genutzt worden, würde das Heiligtum als Totentempel gedient haben.

An der Ost- und Südseite der Pyramide sind noch zwei Baurampen auszumachen.

Aus Fundamentresten kann noch die einstige, etwa 2m hohe Umfassungsmauer rekonstruiert werden, die eine Fläche von 215 × 236m einnahm. Auf drei Seiten war die Entfernung zur Pyramide von etwa 35m gleich, nur auf der Nordseite war sie größer. Es gab nur einen Eingang, und zwar im Osten im Bereich des Aufwegs.[3.1] Neben der Pyramide und dem Stelenheiligtum befanden sich innerhalb der Umfassungsmauer nördlich der Pyramide ein Mastabagrab vielleicht für die Mutter oder eine früh verstorbene Ehefrau des Snofru und ein „Südgrab“. Das Südgrab befand sich südlich der Pyramide, aber nicht in der Pyramidenachse, sondern nach Westen verschoben. Mit dem Umzug nach Dahschūr, noch während des Pyramidenbaus, wurde der Pyramidenoberbau des Südgrabs abgerissen. Heute existiert nur noch die unterirdische Anlage.

Im Norden der Pyramide, außerhalb der Umfassungsmauer, wurde ein Mastaba-Friedhof für Prinzen und Beamte der 4. Dynastie angelegt.

Noch in der 18. Dynastie (Neues Reich) wurde am seinerzeit noch nicht verschütteten Stelenheiligtum eine Besucherinschrift angebracht,[3.2] d.h., die belegt, dass die Pyramide in dieser Zeit noch für Kultzwecke genutzt wurde und intakt war. In späterer Zeit, eben nicht vor der 18. Dynastie, erst recht nicht schon beim Bau der Pyramide wie u.a. von Mendelssohn vorgeschlagen,[4] möglicherweise erst später im Neuen Reich, verfiel die Pyramide zunehmend. Einer der Gründe ist wohl die fehlende Verankerung der zusätzlichen Schale aus Bauphase E2 mit der Stufenpyramide der Bauphase E1. Steinraub bis in die Neuzeit setzte ebenfalls der Pyramide zu. Zur Zeit des arabischen Historikers el-Maqrīzī (1364–1442) waren noch fünf Stufen („Berg mit fünf Ebenen“) auszumachen,[5] während bereits der dänische Forschungsreisende Frederic Louis Norden (1708–1742) im November 1737 bei seinem Besuch nur noch drei Stufen ausmachen konnte.[6] Anhand des heutigen Aussehens der Pyramide lässt wenigstens die Baugeschichte nachvollziehen.

Forschungsgeschichte

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Obwohl die Pyramide zu allen Zeiten leicht auszumachen war, erfolgte die erste wissenschaftliche Dokumentation erst im Rahmen der französischen Napoleonexpedition nach Ägypten 1799. Weitere Untersuchungen erfolgten 1837 vom britischen Ingenieur und Ägyptologen John Shae Perring (1813–1869),[7] 1843 vom deutschen Ägyptologen Karl Richard Lepsius (1810–1884),[8] im Winter 1881/1882 durch den französischen Ägyptologen Gaston Maspero,[9] im Winter 1880/1881 und 1910 durch den britischen Ägyptologen William Matthew Flinders Petrie (1853–1942, siehe Literatur), am 10./11. Mai 1926 durch den deutschen Ägyptologen Ludwig Borchardt (1863–1938, siehe Literatur), 1929-1930 durch die Eckley B. Coxe Expedition unter Leitung des britischen Archäologen Alan Rowe (1891–1968, siehe Literatur) und 1984–1990 durch den ägyptischen Ägyptologen Ali el-Khouli (siehe Literatur). Die Grabungen von Petrie, Rowe und el-Khouli bezogen auch den Mastabafriedhof mit ein. Petrie legte auch dem Zugang zur Pyramidengrabkammer und das Stelenheiligtum frei.[3.3] 1999 stellten die beiden französischen Archäologen Gilles Dormion und Jean-Yves Verd’hurt die Entdeckung von Entlastungskammern vor.[10]

Anreise

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Auf der Straße

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Es ist sinnvoll, sich für den Besuch von Meidūm ein Taxi zu mieten. Man achte darauf, Wartezeiten und Rückfahrt mit dem Fahrer abzusprechen.

Alternativ kann man mit dem Zug oder dem Sammeltaxi z.B. ab Beni Suef nach el-Wāsṭā fahren. Die Weiterfahrt kann man direkt mit einem Taxi durchführen oder zuerst mit einem Sammeltaxi zum Dorf Meidūm fahren, um erst von dort aus mit dem Taxi weiterzufahren. Von Meidūm aus umrundet man die archäologische Stätte im Uhrzeigesinn und gelangt in deren Westen zum Eingang.

Mit dem Bus

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Von der Stadt el-Giza aus ist die Anreise mit dem öffentlichen Bus (Upper Egypt Travel) mit Fahrtziel el-Wāsṭā möglich. Die Busroute führt durch das Fruchtland, wo man am Abzweig zur Pyramide aussteigt (kein Hinweisschild) und noch einige Kilometer zu Fuß oder per Anhalter zurücklegen muss.

Mit der Bahn

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In der Nähe des Dorfes befindet sich die Bahnstation el-Wāsṭā. Zur Weiterfahrt ab el-Wāsṭā siehe oben.

Mobilität

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Der 1 Eingang zur archäologischen Stätte mit Kasse befindet sich 250m nordwestlich der Pyramide von Meidūm, so dass man nicht weit laufen muss. Um zum erhöhten Eingang der Pyramide zu gelangen, muss man über den Bauschutt und eine Holztreppe laufen. Der gesamte Friedhof ist versandet.

Innerhalb der archäologischen Stätte gibt es verschiedene Pisten. Zu den Mastabas in etwa 600m bzw. 1100m Entfernung muss man entweder zu Fuß laufen oder sich vom Taxifahrer hinfahren lassen.

Sehenswürdigkeiten

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Die archäologische Stätte ist von 9:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Sie ist nicht barrierefrei. Man sollte insbesondere für die Mastaba M17 eine Taschenlampe mitführen.

Pyramide von Meidūm

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  • 1 Pyramide von Meidūm (هرم ميدوم) . Geöffnet: täglich 9:00–17:00. Preis: Eintritt: LE150, für ausländische Studenten LE75 (Stand 11/2024). (29° 23′ 18″ N 31° 9′ 26″ O)
    Die Pyramide ist heutzutage nur noch 3-stufig und 65m hoch. Sie ist umgeben von Schutt, der bis in eine Höhe von 25m ansteht. Der erstmals erhöhte Eingang zur Pyramide befindet sich an ihrer Nordseite in etwa 19m Höhe, etwas oberhalb der untersten Stufe, und ist über eine Holztreppe erreichbar. Am Eingang sind noch Reste der Verkleidung aus der letzten Bauphase E3 erkennbar. Der Eingang selbst war wohl niemals blockiert, nur lange Zeit verschüttet. Der Verschluss befand sich wohl erst an tieferer Stelle, etwa am Ende der Stufe aus der Bauphase E2.

    Es folgt ein 58m langer, 1,55 mhoher und 0,85m breiter absteigender Korridor mit wechselndem Neigungswinkel um 29°, der mit Holzbrettern ausgelegt ist. Am Ende des Korridors in 9m Tiefe unterhalb des Felsplateaus befindet sich ein senkrechter Schacht mit unbekannter Funktion. Vielleicht diente er der Aufnahme von Regenwasser während der Bauphase. Nun schließt sich ein 10m langer waagerechter Gang mit zwei Kammern an, je eine auf jeder Seite, die vielleicht für die Lagerung der Verschlusssteine gedacht waren. Am Ende des Korridors führt ein 6,5m hoher Schacht nach oben zur Grabkammer, in dem einst Reste von Zedernholzbalken wohl für Transportzwecke gefunden wurden und in dem sich heute eine Holztreppe befindet.
    Die Grabkammer aus Kalkstein befindet sich auf dem Niveau des Felsplateaus, ist 2,6m breit, 6,5m lang, 5m hoch und verfügt über ein Kraggewölbe, das hier wohl das erste Mal in der altägyptischen Architektur zum Einsatz kam. Die Grabkammer ist heute leer. Der Ägyptologe W.M. Flinders Petrie fand nur Bruchstücke eines Holzsarges vor.[3.4]
  • 2 Stelenheiligtum (29° 23′ 18″ N 31° 9′ 28″ O)
    Auf der Ostseite der Pyramide befindet sich ein 9m breites Stelenheiligtum aus Kalkstein mit zwei quer liegenden Räumen. Im Hof hinter dem Heiligtum befinden sich zwei 4m hohe, oben abgerundete Stelen und ein Altar zwischen beiden Stelen. Für das Stelenpaar gibt es eine Parallele an der Knickpyramide in Dahschūr. Heiligtum und Stelen sind allesamt inschriftenlos.

    An der Stelle des Stelenheiligtums befindet sich bei späteren Anlagen der Totentempel. Allerdings diente dieser Tempel niemals als Grabstätte. Dennoch besitzt das Heiligtum einen 210m langen Aufweg. Die Lage des Taltempels am östlichen Ende des Aufwegs ist jedoch unbekannt.
  • Nordwestlich der Pyramide wurden mehrere Sarkophage und Särge aus späteren Bestattungen in der Nähe der Pyramide aufgestellt.

Mastabagräber der 4. Dynastie

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  • 3 Meidūm 17 (unmittelbar nordöstlich der Pyramide von Meidūm) (29° 23′ 23″ N 31° 9′ 31″ O)
    Die Lehmziegel-Mastaba befindet sich unmittelbar im Bereich der Pyramide und legt somit einen engen Bezug zur Königsfamilie nahe. Der Name des Grabherrn ist unbekannt. Es handelt sich wohl um einen früh verstorbenen Sohn und Prinzen des Snofru, wohl aber nicht um eine Grabstätte für den König Huni. Die dreistufige Mastaba ist 52m breit, 105m lang und etwa 20m hoch, jedoch besitzt sie keine Dekoration wie Reliefs oder Scheintüren. Die Beisetzung in die kreuzförmige Grabkammer erfolgte über das Dach.

    Spätere Grabräuber haben von der Südseite aus einen Korridor angelegt und das Grab ausgeraubt. Über diesen Korridor kann man noch heute die Grabkammer mit dem massiven Sarkophag aus Rosengranit erreichen, der sich in einer Nische der Grabkammer befindet und bis in die Neuzeit die sterblichen Überreste enthielt. Der Korridor ist zuweilen sehr eng und niedrig, so dass man sich teilweise kriechend fortbewegen muss. Etwa in der Mitte muss man einen Steinblock überwinden, z.B. mit einem Bein voraus.
  • 4 Meidūm 16 (29° 23′ 42″ N 31° 9′ 30″ O)
    Die Lehmziegel-Mastaba des Nefermaat und seiner Gemahlin Itet (Atet), etwa 600m nördlich der Pyramide von Meidūm, ist 68m breit und 121m lang. Zuerst wurde mit der Anlage der Kultkapellen begonnen, die dann später ummauert wurden. An der Ostseite der Mastaba wurde eine Nischengliederung und zwei Kultstätten mit Scheintür und Opferhof angelegt. Im Süden befindet sich die Kultstätte und auch die Grabkammer des Nefermaat, des ältesten oder zweitältesten Königssohns des Snofru, Wesirs, Vorstehers aller königlichen Bauarbeiten in Dahschūr und Meidūm sowie Priesters der Bastet und des Min. Im Norden befindet sich entsprechend die Grabstätte von Nefermaats Ehefrau Itet. Die Grabkapellen sind nicht zugänglich. Müssen sie auch nicht, weil sich die Funde heute im Ägyptischen Museum Kairo befinden.

    Die Kultkapelle des Nefermaat barg eine Besonderheit: das sog. Pastenrelief. Dazu wurde das Relief in den Kalkstein tief versenkt eingeschnitten und mit farbigen Pasten ausgefüllt. Diese Technologie wurde nur in diesem Grab angewandt, denn die Hoffnung auf Langlebigkeit erfüllte sich leider nicht, weil beim Trocknen der Paste diese schrumpfte, riss und später herausfiel. Zu den Szenen gehören Feldarbeit, Jagd und Vogelfang mit einem Klappnetz.
    Die Kultkapelle der Itet wurde nicht ganz so aufwändig gestaltet. Auf den Lehmverputz wurden farbige Wandmalereien aufgetragen. Zu den naturalistischen Darstellungen gehören die überaus bekannten drei Paare der „Gänse von Meidūm“, eines der Höhepunkte im Kairoer Ägyptischen Museum.
Statuen vom Prinzen von Rahotep und seiner Gemahlin Nofret
  • 5 Meidūm 6 (29° 23′ 54″ N 31° 9′ 39″ O)
    Die Lehmziegel-Mastaba von Rahotep und seiner Gemahlin Nofret, etwa 1100m nördlich der Pyramide von Meidūm gelegen, ist mit der Mastaba von Nefermaat und Itet vergleichbar. Rahotep war wohl dritter Sohn von Snofru und Hohepriester von Heliopolis, Expeditionsleiter, Heerführer sowie Leiter der Bauarbeiten. Auch hier wurde mit der Errichtung der Kultkapellen begonnen und diese dann später ummauert. An der Ostseite befindet sich die Nischengliederung der Mastaba mit den Opferhöfen für beide Grabherrn. Die Mastaba enthielt keine Bestattungen.
    Die im Dezember 1871 von Albert Daninos und Auguste Mariette entdeckten bemalten Kalksteinstatuen[11] aus der südlichen Kultkapelle des Rahotep sind heute Glanzstücke der Alten-Reichs-Denkmäler im Ägyptischen Museum Kairo. Beide Statuen sind reichlich 1,2m hoch. Rahotep in kräftigbrauner Körperbemalung trägt nur einen Schurz und eine Kette mit einem Herzamulett. Seine Ehefrau Nofret, die Königsbekannte, trägt über dem blasgelben Körper eine Perücke mit einem Diadem, einen langen weißen Mantel über ihrem Kleid und einen mehrfachen Halskragen. Die Augen beider Statuen sind eingelegt.

Von den weiteren Lehmziegelmastabas sind heute im Wesentlichen nur noch die Nischengliederung der Ost-Fassade auszumachen.

Unterkunft

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Meidūm verfügt über keine Unterkunftsmöglichkeiten. Diese werden üblicherweise in Kairo, seltener in Beni Suef gewählt.

Ausflüge

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Man kann den Besuch von Meidūm mit den Nekropolen von Saqqara, Abu Sir (Abusir) und/oder Dahschūr verbinden. Das Faiyūm befindet sich in westlicher Richtung in etwa 35km Entfernung.

Literatur

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Pyramide von Meidūm

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  • Petrie, W. M. Flinders: Medum. London: David Nutt, 1892.
  • Borchardt, Ludwig; Croon, Louis: Die Entstehung der Pyramide an der Baugeschichte der Pyramide bei Mejdum nachgewiesen. Berlin: Springer, 1928.
  • Stadelmann, Rainer: Die ägyptischen Pyramiden: vom Ziegelbau zum Weltwunder. Mainz am Rhein: von Zabern, 1991 (2.Auflage), Kulturgeschichte der antiken Welt; 30, ISBN 3-8053-1142-7, S.81–87, Tafeln 16, 23.
  • Verner, Miroslav: Die Pyramiden. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1999, rororo-Sachbuch; 60890, ISBN 3-499-60890-1, S.185–195.
  • Budka, Julia: Die Pyramide von Meidum: Das Verbindungsglied von Stufenmastaba und echter Pyramide. In: Kemet: das schwarze Land, ISSN 0943-5972, Bd.8,4 (1999), S.9–13, doi:10.11588/propylaeumdok.00003018.

Mastabas von Meidūm

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Einzelnachweise

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  1. Wildung, Dieter: Meidum. In: Helck, Wolfgang; Westendorf, Wolfhart (Hrsg.): Lexikon der Ägyptologie; Bd. 4: Megiddo - Pyramiden. Wiesbaden: Harrassowitz, 1982, ISBN 978-3-447-02262-0, Sp.9–13.
  2. Montet, Pierre: Geographie de l’Égypte ancienne; 2: To-chemâ, la haute Égypte. Paris: Klincksieck, 1961, S.160; PDF.
  3. Petrie, W. M. Flinders: Medum. London: David Nutt, 1892.
    1. S. 7.
    2. S. 40, Tafel XXXIII.
    3. S. 5–11.
    4. S. 11.
  4. Mendelssohn, Kurt: The Riddle of the Pyramids. London: Thames & Hudson, 1974.
  5. Maqrīzī, Aḥmad Ibn-ʿAlī, al-; Bouriant, Urbain (Übers.): Déscription topographique et historique de l’Egypte: première partie; chapitre XL: Des pyramides. Paris: Leroux, 1895, Mémoires publiés par les membres de la Mission Archéologique Française au Caire; 17,1, S.321–350, insbesondere S. 333.Maqrīzī, Aḥmad Ibn-ʿAlī, al-; Graefe, Erich (Übers.): Das Pyramidenkapitel in al-Maḳrīzī’s „Ḫiṭaṭ“. Leipzig: Hinrichs, 1911, Leipziger semitistische Studien; Bd. 5, H. 5, S.20, 66.
  6. Norden, Frederick Lewis: Travels In Egypt And Nubia; Bd.2. London: Davis, Reymers, 1757, S.10, Tafel 66. Die drei Stufen sind aus der angegebenen Tafel ersichtlich.
  7. Perring, J[ohn] S[hae]; Howard Vyse, [Richard William Howard]: Operations carried on at the Pyramids of Gizeh in 1837: with an account of a voyage into Upper Egypt, and Appendix; vol. 3: Appendix to operations carried on at the pyramids of Gizeh in 1837. London: Weale [u.a.], 1842, S.78–80, Tafel dazwischen.Perring, John Shae; Andrews, E. J. (Hrsg.): The pyramids of Gizeh: from actual survey and admeasurement; vol. 3: The pyramids to the southward of Gizeh and at Abou Roash…. London: Fraser, 1842. Tafel XVII.
  8. Lepsius, Carl Richard: Denkmäler aus Aegypten und Aethiopien. Text Band II, S. 1–6, Abth. I,1 Tafeln 44, 45
  9. Maspero, Gaston: Sur les fouilles exécutées en Égypte: de 1881 à 1885. In: Bulletin de l’Institut Egyptien, Bd.6 (2. Reihe) (1885), S.7–8.
  10. Dormion, Gilles; Verd’hurt, Jean-Yves: The pyramid of Meidum, architectural study of the inner arrangement. 2000, PDF, Dateigröße: 1,06MByte. World Congress of Egyptology, Cairo, 28th of March-3nd of April 2000.
  11. Daninos, [Albert]; Mariette, [Auguste]: La découverte des statues de Meidoum. In: Recueil de travaux relatifs à la philologie et à l’archéologie égyptiennes et assyriennes (Rec. Trav.), Bd.8 (1886), S.69–70, doi:10.11588/diglit.12255.5.
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