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Maʿādī

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Straße 232 in el-Maadi
El-Maʿādī ·المعادي
Gouvernement Kairo
Einwohner
93.863 (2006)
Höhe 26 m
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Lage
Lagekarte von Ägypten
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Maʿādī

Die Stadt el-Maadi (arabisch: ‏المعادي‎, al-Maʿādī) befindet sich im Süden von Kairo und im Norden von Helwan auf dem östlichen Nilufer. Diese Stadt dient hauptsächlich als Wohnsiedlung begüterter Ägypter und zahlreicher Ausländer wie Diplomaten und Geschäftsleute. El-Maadi ist 13 Kilometer vom Stadtzentrum Kairos entfernt.

Stadtteile[Bearbeiten]

  • Bassatin (‏البساتين‎, al-Bassātīn)
  • Dar as-Salam (‏دار السلام‎, Dār as-Salām)
  • New Maadi (‏المعادي الجديدة‎, al-Maʿādī al-Ǧadīda)
  • Wadi Degla (‏وادي دجلة‎, Wādī Diǧla)

Hintergrund[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Auch wenn el-Maʿadi eine recht junge Stadtgründung ist, so ist das Gebiet doch schon seit prähistorischer Zeit besiedelt.[1]

Im Zusammenhang mit dem Bau der Bahnlinie zwischen Kairo und Helwan 1904 wurde diese Stadt errichtet, die ursprünglich entlang dieser Linie angelegt werden sollte. Die Planungen wurden seit 1905 vom kanadischen Offizier Captain Alexander J. Adams durchgeführt. Das Ergebnis war eine westliche Stadt mit breiten Straßen und zahlreichen Villas mit Gärten. Leider begräbt nun die moderne Stadt zahlreiche archäologische Zeugnisse.

Von 1940 bis 1946 waren in el-Maadi Truppen aus Neuseeland stationiert (Second New Zealand Expeditionary Force).

In den letzten Jahren entstanden auch mehrere Hochhäuser, insbesondere in der Nähe der Corniche, und el-Maadi wurde um zwei weitere Stadtteile, New Maadi und Degla erweitert.

Orientierung[Bearbeiten]

Die Straßen (Road, Rue) in el-Maadi tragen nur Nummern.

Anreise[Bearbeiten]

Auf der Straße[Bearbeiten]

Ma'adi kann über die östliche Niluferstraße (Corniche) von Kairo aus erreicht werden.

Mit der Metro[Bearbeiten]

Ma'adi kann man mit der Kairoer Metrolinie 1 von El-Marg nach Helwan, Richtung Helwan, erreichen. Es gibt drei Haltestellen im Stadtgebiet (von Nord nach Süd): 1 Hadayek el-Maadi, 2 El-Maadi, 3 Sakanat el-Maadi.

Der Eisenbahn-Bahnhof von el-Maadi wird nicht mehr für den Personenverkehr bedient.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Ostseite der Kirche der hl. Jungfrau
Hof der Kirche der hl. Jungfrau
Im Inneren der Kirche
Grab des Bischāra Ibrāhīm
1 Kirche des hl. Jungfrau (Kloster der hl. Jungfrau (Deir el-ʿAḏrāʾ)). Die wichtigste Kirch der Stadt befindet sich direkt an der Corniche, der Niluferstraße. Sie soll an der Stelle einer früheren Synagoge errichtet worden sein. An dieser Stelle hatte die heilige Familie ihre Fahrt in einem Boot nach Mittelägypten fortgesetzt. An die Anlegestelle führt eine Treppe. (29° 57′ 9″ N 31° 15′ 22″ O)

Die heutige dreischiffige Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert. Wichtigstes architektonisches Merkmal sind die drei Kuppeln. Die drei Haikale (Allerheiligste) sind den dem Erzengel Michael, der hl. Jungfrau und dem hl. Georg geweiht. An den Wänden hängen eine Reihe schöner Ikonen.

Eine der wichtigsten Reliquien ist eine Bibel, die am 12. März 1976 an der Anlegestelle gefunden und die sich nun in der Kirche in der nordwestlichen Kapelle befindet. Auch heute ist noch genau jene Seite wie beim Fund aufgeschlagen: Jesaja 19:25. Im Blitzlicht der Reliquie könne man die hl. Familie entdecken. Eine weitere Reliquie ist die des Vaters Salāma (arabisch: ‏أبونا سلامة‎, Abūnā Salāma).

Im Norden der Kirche befindet sich das Grab von Vater Bischāra Ibrāhīm (arabisch: ‏أبونا بشارة إبراهيم‎) und weitere Ikonen.

Weitere Kirchen sind:

  • Kirche des hl. Markus.
  • Kirche des hl. Raphael.
  • Kirche des hl. Georg.

Synagoge[Bearbeiten]

Die 1934 errichtete Synagoge in Maʿādī, Kreuzung Road 13 und Roda 83 (2 29° 57′ 30″ N 31° 15′ 51″ O), von Meir Biton gegründet, wurde zwar im Juli 2005 wiedereröffnet. Die Synagoge wird aber nicht für Gottesdienste genutzt und ist geschlossen.

Bauwerke[Bearbeiten]

Portal des Hauses von Suleiman Pascha
Detail des Portals

Eine Besonderheit stellt das Eingangsportal des Hauses von Suleiman Pascha el-Faransawi (1788–1860) dar, das sich heute auf dem Schulhof des Lycée el-Horreya de Maadi (arabisch: ‏مدرسة ليسية الحرية بالمعادي‎, Madrasa Līsīya al-Hurrīya bi-l-Maʿādī, 3 29° 57′ 12″ N 31° 16′ 3″ O), Road 87, befindet. Suleiman Pasha, der ursprünglich Joseph Anthelme Sève hieß und zum Islam konvertierte, war ein französischer Offizier im Dienste des ägyptischen Vizekönigs Muḥammad ʿAlī und für die Modernisierung der ägyptischen Armee verantwortlich. Sein Wohnhaus an der Corniche im Bereich der Nilinsel er-Rōḍa war in der Mitte des 19. Jahrhunderts Treffpunkt von Intellektuellen und der High Society. Im Rahmen der Bauarbeiten an der Corniche wurde es abgerissen, das Portal um 1950 dem hiesigen französischen Gymnasium geschenkt. Die Gestaltung des Portals ist einmalig, weil es eine Mischung aus ansonst so nicht verwobenen muslimischen Architekturdetails darstellt. Leider fehlt ein Teil des nicht dekorierten Unterteils des Portals. Wenn man mit der Direktorin spricht, wird es sicher gelingen, dass der Schulmeister das Eisengitter öffnet. Am einfachsten erreicht man die Schule über die U-Bahn-Haltestelle Sakanat el-Maadi (arabisch: ‏ثكنات المعادي‎).

Aktivitäten[Bearbeiten]

Kinos[Bearbeiten]

Private Galerien[Bearbeiten]

  • World of Art, Golf Area, Maadi. Tel.: +20 (0)2 2359 4362. Geöffnet: Täglich außer freitags 10:00–14:30 Uhr und 19:30–22:00 Uhr.

Sportclubs[Bearbeiten]

  • Maadi Sporting Club.
  • Maadi Yacht Club, 300 m nördlich der Kirche der hl. Jungfrau.

Messen der christlichen Gemeinden[Bearbeiten]

Katholische Gemeinde[Bearbeiten]

  • Kirche der heiligen Familie, 55 Schari' 15: samstags, 17:30 Uhr in Englisch, 18:45 Uhr in Französisch; sonntags 18:00 Uhr in Englisch. Kontakt: Pater Joseph Mazloum, mobil: +20 (0)122 373 5965.
  • Konvent der Borromäerinnen, 6 Schari' 12 (Ecke Schari' 75): samstags, 18:00 Uhr, sonntags, 08:00 Uhr in Deutsch; mit Sommerpause. Kontakt: Tel. +20 (0)2 2358 3174.

Einkaufen[Bearbeiten]

Grand Mall

Buchhandlungen[Bearbeiten]

  • Livres de France, 2 Road 23, Maadi. Tel.: +20 (0)2 2378 0315, E-Mail: . Angebot: Französische Importbücher, Publikationen des Institut Français d’Archéologie Orientale, kleines Antiquariat. Geöffnet: Täglich außer sonnabends Nachmittag und sonntags 10-19 Uhr.

Kaufhäuser[Bearbeiten]

  • Maadi Mall. Im Osten von Maadi an der Autobahn nach Kattawiya, Anfahrt nur mit PKW sinnvoll. Mit Carrefour-Geschäft.
  • 2 Maadi Grand Mall, Mall square. (29° 57′ 56″ N 31° 16′ 13″ O)

Küche[Bearbeiten]

Restaurants[Bearbeiten]

Cafés[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

  • Tipsy Bar & Lounge, 17, Street 257, Maadi. Mobil: +20 (0)101 493 0002. Bar mit Livemusik im ersten Geschoss eines Wohnhauses. Internationale Küche und Sushi. Schlechte Belüftung. Geöffnet: Täglich 12–3 Uhr nachts.

Unterkunft[Bearbeiten]

Im Gegensatz zum benachbarten Kairo gibt es in el-Maʿādī vergleichsweise nur wenige Hotels.

Mittel[Bearbeiten]

3-Sterne-Hotels[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

  • 4 Villa Belle Epoque, 63, Road 13. Tel.: +20 (0)2 2358 0265, (0)2 2358 2991, E-Mail: . Die 1920 errichtete Villa wird seit 2009 als Boutique-Hotel betrieben, das über 13 Zimmer, ein Restaurant im Haus und zwei im Garten und einen Swimmingpool verfügt. Die unterschiedlich ausgestatteten Zimmer, die teilweise über einen Balkon verfügen, besitzen ein Bad mit Wanne und Dusche, TV, Safe, Minibar mit Softgetränken und eine Kafeemaschine. In den Restaurants werden auch Mittag- und Abendessen angeboten. Essen wird auch außer Haus geliefert. WiFi frei. EZ und DZ kosten 210 USD bzw. 250 USD ($), jeweils ÜF (Stand 9/2015). Akzeptierte Kreditkarten: Visa, Master. (29° 57′ 35″ N 31° 15′ 47″ O)

4-Sterne-Hotels[Bearbeiten]

5-Sterne-Hotels[Bearbeiten]

Lernen[Bearbeiten]

Schulen und Colleges[Bearbeiten]

Universitäten[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

  • Military Hospital (an der Corniche). Größtes Krankenhaus Ägyptens.

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Meinardus, Otto F. A.: Two thousand years of Coptic Christianity. Cairo : American University in Cairo Press, 2002, ISBN 978-977-424-757-6, S. 206.
  • Raafat, Samir W.: Maadi, 1904-1962 : society and history in a Cairo suburb. Cairo : Palm Press, 1995 (2. Auflage), ISBN 978-977-5089-10-6.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Maadi von Samir Raafat, in Englisch

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siehe z.B. Saad, Zaki Y. : The excavations at Helwan : Art and Civilization in the First and Second Egyptian Dynasties, Norman : University of Oklahoma Press, 1969.
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