Internet-web-browser.svg
Unesco-Welterbestätten in Europa
Brauchbarer Artikel

La Gomera

Aus Wikivoyage
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Roque de Agando auf La Gomera

Die Insel La Gomera ist (nach El Hierro) mit 25 km Durchmesser die zweitkleinste der Kanarischen Inseln.

Orte[Bearbeiten]

Karte von La Gomera

Auf der Insel gibt es 6 Gemeinden, gegliedert in zahlreiche kleinere und größere Orte

  • Chipude - Kleiner Ort auf der Hochfläche
  • El Cercado - Töpferdorf im Inneren der Insel

Hintergrund[Bearbeiten]

La Gomera ist - wie auch die anderen Kanareninseln - vulkanischen Ursprungs, wobei sich die Vulkantätigkeit auf den Kanaren von Ost nach West entwickelt hat. Das heißt, La Gomera ist entstehungsgeschichtlich jünger als die östlichen Inseln Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria und Teneriffa, aber älter als die westlicheren Inseln La Palma und El Hierro. Besiedelt wurde das Land vermutlich zwischen dem 5. und 3. Jhdt. v. Chr. von Berbern aus Nordafrika. Darauf weist die ursprüngliche Sprache der Guanchen (Ureinwohner der Kanaren) hin.

Ob Phönizier, Griechen und Römer die Inselgruppe kannten, ist unklar, es wird jedoch in diversen Schriften der Antike immer wieder auf eine Inselgruppe gleichen Namens Bezug genommen, oft in Zusammenhang mit dem sagenhaften Land Atlantis. Auch in zahlreichen arabischen, byzantinischen und europäischen Schriften des Mittelalters wird auf die Inseln Bezug genommen.

Eroberungen begannen allerdings erst Anfang des 15. Jahrhunderts. Jean de Béthencourt, der im Auftrag der spanischen Krone bereits Lanzarote und Fuerteventura eingenommen hatte, scheiterte 1404 beim Versuch, La Gomera zu erobern, am massiven Widerstand der Ureinwohner. Beim zweiten Versuch der Eroberung unterwarfen sich ihm zwei der damals vier gomerischen Stämme, die anderen beiden Stämme leisteten allerdings noch bis zum Ende des Jahrhunderts erbitterten Widerstand.

Ab 1447 wurde die Familie Peraza vom spanischen König mit der "Grafschaft Gomera" belehnt, ab 1477 regierte Hernán Peraza d. J. Gegen dessen Schreckensregiment rebellierte die Bevölkerung 1488 und ermordete Hernán, woraufhin ihm seine Frau Beatriz de Bobadilla nachfolgte. Christoph Kolumbus, der wiederholt vor seinen Reisen nach Amerika auf Gomera an Land ging, soll in die schöne Beatriz verliebt gewesen sein und seine Abreise aus diesem Grund wiederholt hinausgezögert haben.

Sprache[Bearbeiten]

Spanisch. Allerdings wird in fast allen Geschäften und Restaurants auch Deutsch gesprochen. Vor allem im Valle Gran Rey und San Sebastián leben viele Deutsche und viele Geschäfte werden von Deutschen betrieben. Hin und wieder ist auch Englisch hilfreich.

Bekannt ist La Gomera auch für die Pfeifsprache El Silbo, die von einem Teil der Einheimischen beherrscht wird und mittlerweile auch an allen Schulen Pflichtfach ist. Sie entstand wahrscheinlich zur Verständigung von Berg zu Berg und wurde auch von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.

Anreise[Bearbeiten]

Internationale Fluglinien fliegen La Gomera nicht direkt an. Man erreicht die Insel am besten über Teneriffa mit der Fähre oder dem Schnellboot. Von Los Cristianos aus fahren zwei Gesellschaften mehrmals täglich nach San Sebastian auf Gomera. Am schnellsten ist die Überfahrt mit dem Fred Olsen Express, der außerdem die größten Schiffe betreibt und damit für potentielle SeekrankheitskandidatInnen sicherlich die beste Wahl ist. Alternative hierzu ist die im Juni 2006 in Betrieb genommene Fähre von Naviera Armas. Eine Fährverbindung nach Playa Santiago und in das Valle Gran Rey wird derzeit leider nicht mehr angeboten.

Der kleine Flughafen bei Playa de Santiago wird nur im Regionalflugverkehr durch Binter Canarias von Gran Canaria und Teneriffa-Nord und nicht von Teneriffa Süd aus angeflogen.

Feiertage[Bearbeiten]

La Gomera von Teneriffa aus gesehen

Der Feiertagskalender wird Jahr für Jahr von den einzelnen autonomen Regionen Spaniens neu festgelegt. Fällt beispielweise ein Feiertag auf einen Sonntag, wird in manchen Fällen der darauffolgende Montag oder der vorangehende Freitag ebenfalls zum Feiertag bestimmt.

Los Organos

Hier die Feiertage, die auf der gesamten Insel gelten.

  • 1. Januar: Año Nuevo
  • 6.Januar: Heilige Drei Könige, Los Reyes: An diesem Tag bekommen die Kinder in Spanien ihre Weihnachtsgeschenke, die die Drei Könige mitbringen.
  • 19. März: San José
  • Gründonnerstag: Jueves Santo
  • Karfreitag: Viernes Santo
  • Ostersonntag: Pascua
  • 1.Mai: Día del Trabajo
  • 30. Mai: Día de las Islas Canarias,Tag der Kanaren
  • Pfingstsonntag: Pentecostés
  • Fronleichnam: Corpus Christí
  • Christi Himmelfahrt: Ascensíon del Señor
  • 25. Juli: Santiago Apóstel, Apostel Jakobus
  • 15. August: Maria Himmelfahrt: Asunción
  • 12. Oktober: Tag der Entdeckung Amerikas, Día de la Hispanidad
  • 1. November: Allerheiligen, Todos los Santos
  • 6.Dezember: Día de la Constitución, Tag der Verfassung
  • 8. Dezember: Maria Empfängnis, Immaculada Concepción
  • 25. Dezember: Weihnachten, Navidad

Mobilität[Bearbeiten]

Leider gibt es im Landesinneren nur wenige Busverbindungen. Eine Übersicht über Linien und Tarife findet man bei GuaguaGomera. Das bequemste und beweglichste Verkehrsmittel ist sicher ein Mietauto, das man auf La Gomera kostengünstig bei verschiedenen Anbietern mieten kann. Aber Wanderungen mit Bus oder Autostop sind recht mühsam und mit Taxis auf die Dauer ziemlich teuer.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Nebelwald im Nationalpark Garajonay
  • Los Organos - Hierbei handelt es sich um einen freigewitterten Lavaschlot. Die typische sechseckige Struktur entstand durch Risse beim Abkühlen der Lava.
  • Nationalpark Garajonay - Immergrüner Nebelwald mit einzigartiger Atmosphäre, steht seit 1981 als Nationalpark und seit 1986 als UNESCO-Welterbe unter Schutz.
  • Wasserfall El Chorro - kein besonders langer Wasserfall aber die Wanderung ist toll und 200 Meter sehen dennoch spektakulär aus
  • Berg Alto de Garajonay - die Aussicht sollte man sich nicht entgehen lassen. An guten Tagen kann bis Teneriffa geschaut werden

Aktivitäten[Bearbeiten]

Blick auf Lomo Fragoso und Stausee Presa de Los Chejelipes

Wandern

Für Wanderer ist La Gomera ein Paradies!

Ein guter Ausgangspunkt ist das klimatisch sehr ausgeglichene Valle Gran Rey (der touristisch am besten erschlosse Ort auf La Gomera). Von dort aus lassen sich einige schöne Wanderungen machen und mit Bus, Mietauto oder Taxi ist man auch relativ schnell in den Bergen. Es empfiehlt sich aber auch, einige Tage den Norden als Ausgangspunkt für Wanderungen zu wählen (z.B. Hermigua, Agulo, Vallehermoso)

Zur Ausrüstung gehören unbedingt Wanderschuhe, warme Kleider und Regenschutz. In den Bergen kann es bei schlechtem Wetter empfindlich kühl werden! Des weiteren empfiehlt sich die Mitnahme eines Handys.

Einige interessante Wanderungen:

  • San Sebastian - Lomo Fragoso - San Sebastian
  • Degollada de Peraza (Höhenstrasse) - La Laja - Cruce de la Zarcita
  • Agulo - La Palmita - Agulo
  • La Calera - Arure
  • Chipude - Fortaleza - Alto de Garajonay - Chipude
  • Höhenstrasse - El Cedro - Höhenstrasse

2004/2005 wurden zahlreiche Wanderwege auf Gomera neu markiert. Zwei Hauptwege (Rund um die Insel und mitten über die Insel) sind rot-weiß markiert, weitere Wege gelb-weiß. An allen wichtigen Startpunkten für Wanderungen wurden ausführliche Informationstafeln aufgestellt.

Whale Watching

La Gomera hat eine der größten Walpopulationen der Welt. Es gibt das ganze Jahr über die Möglichkeit, "sanftes Whalewatching" zu betreiben, das heißt, die Veranstalter verpflichten sich, bestimmte Richtlinien (Mindestabstand, kein laufender Motor in unmittelbarer Nähe der Wale und Delphine, keine Berührungen, kein Schwimmen, etc.) einzuhalten und außerdem einen Teil ihres Gewinnes an Organisationen zum Schutz von Walen abzuführen. Es gibt außerdem Bestrebungen, in den Küstengewässern von La Gomera ein Walschutzgebiet einzurichten. Generell ist anzuraten, sich vorher über den Betreiber zu informieren, ob er die Auflagen des sanften Whalewatchings erfüllt und gegebenenfalls lieber auf die Fahrt zu verzichten.

Walsichtungen sind beinahe garantiert, wobei es sich hauptsächlich um Grind- oder Pilotwale handelt, oft aber auch Delphine. Mit Glück kann sogar ein Pottwal gesichtet werden.

Küche[Bearbeiten]

Eine Suppe aus Brunnenkresse ist eine Spezialität der Insel. Als Einlage dient Gofio. Das unterscheidet sich von unserem Mehl, indem das Getreide zuerst geröstet und dann gemahlen wird. So kann man es verwenden, ohne es erneut erhitzen zu müssen. Suppe mit Gofio war einmal Grundnahrungsmittel der Einheimischen und heute ist es Geschmackssache.

Der Palmenhonig wird aus dem Saft von Dattelpalmen eingekocht und es bedarf eines besonderen Know-Hows, um einer Dattelpalme nur soviel Saft abzuzapfen, dass die Palme weiterhin überlebt. Palmenhonig wird vielfach als Zutat verwendet. Ein Beispiel sind Pfannkuchen mit Palmenhonig.

Auf einer Insel darf man wohl Fisch erwarten. Auf der Speisekarte steht vielfach "pescado del dia" (Fisch des Tages). Gemeint ist das, was den Fischern zufällig am gleichen Tag ins Netz ging. Eine Besonderheit und nicht gerade alltäglich ist "cantadero". Dieser Fisch hat einen riesigen Kopf und sieht dreieckig aus. Er hat sehr viele Gräten und schmeckt sehr aromatisch. Inseltypisch ist auch "Atún al la plancha", Filets aus frischem Thunfisch, die in einer speziellen Marinade zeitaufwendig vorbereitet wurden. Zum Fisch gehören "Papas arrugadas", die vielfach mit "Schrumpelkartoffeln" übersetzt werden. Genauer gesagt sind das kleine Pellkartoffeln in Meerwasser gekocht, die mit Schale gegessen werden. Dazu gehört "Mojo". Das ist zweierlei Soße. Die eine grün mit Koriander und die andere rot mit Chili. So kann man den Fisch bzw. die Kartoffeln, nach Geschmack nachwürzen.

Unter den Getränken kommt nur Wein von der Insel und der nicht einmal ausreichend. So sollen die Rebflächen noch erweitert werden, um den Durst von Touristen stillen zu können. Unter "Zumo" versteht man einen Saft aus Früchten, die im Mixer püriert wurden. Vor allem darin befinden sich Früchte der Insel: Bananen, Papaya, Mango, Maracuja, Kiwi.

Nachtleben[Bearbeiten]

Speziell im Valle Gran Rey gibt es viele Restaurants, z.B. das La Salsa oder das Habibi (beide in Vueltas), das El Coco Loco (Borbalan) oder das El Baifo (La Playa) und einige Bars und Kneipen; Kanarische Küche gibt es z.B. im Charco del Conde (La Puntilla) oder im El Palmar (Borbalan). Die ursprüngliche typische kanarische Küche bieten kleinere Lokale wie das Abisinia (Vueltas). Eine sehr kreative Küche bietet das Tuyo in Vueltas,ist aber auch etwas teurer als die anderen Lokale.

In Hermigua ragt das baskische Restaurant Iraxtere heraus (nicht preiswert!). Beliebter Treffpunkt in Hermigua ist die Casa Creativa (das lila Haus) mit schöner Terasse und netter Bar. Leider hat das Restaurant der Casa Creativa zuletzt meist zu.

In San Sebastian bietet das Casa del Mar frischen Fisch und Paella.

Unterkunft[Bearbeiten]

Die Anzahl der Übernachtungsorte ist relativ beschränkt. Für Wanderer empfiehlt sich das Valle Gran Rey. Einige Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auch im Norden der Insel (z.B. in Hermigua). Gute Hotels gibt es relativ wenige, gute Erfahrungen wurden mit dem ****Hotel Parador (relativ teuer) in San Sebastian und dem Ibo Alfaro in Hermigua gemacht. Eine Buchung im voraus ist empfehlenswert, v.a. am Wochenende können freie Hotelbetten ausgesprochen rar sein, und man muss nehmen, was es noch gibt. Auch ein **-Hotel kann ausgesprochen lausig sein (z.B. die fensterlose Pension Colon in San Sebastián).

Appartement und Studios/Zimmer mietet man am besten vor Ort. Man sollte sie unbedingt vorher genau ansehen, will man sich vor Überraschungen betreffend Sauberkeit, Ungeziefer, Lärm etc. schützen. In der Hochsaison (um Weihnachten und Ostern) empfiehlt sich allerdings eine vorherige Buchung, will man die Nächte nicht im Auto oder in irgendeiner scheußlichen Absteige verbringen. Risikoreich sind auch Vermittlungsbüros. Sie können die schönsten Versprechungen machen und schlussendlich erhält man eine teure, aber erbärmliche Wohnung. Am besten nimmt man sich genug Zeit und klopft an die Türen von Häusern, die interessant scheinen.

1 Gomera Lounge, La Playa 9, Valle Gran Rey, La Gomera. Tel.: +34 (0)922 805195. Diese Unterkunft wurde in der Beilage einer bekannten Frauenzeitschrift als angenehm und unter deutscher Leitung beschrieben. Preis: Appartement/2 Per. ab 45 €.

Klima[Bearbeiten]

La Gomera hat ein sehr ausgeglichenes Klima: relativ milde Winter und nicht allzu heiße Sommer. Die durchschnittlichen Temperaturen schwanken über das Jahr nur um rund 5 bis 10 Grad und befinden sich fast immer im Bereich zwischen 18 und 26 Grad. Das gleiche gilt für die Schwankung zwischen Tages- und Nachttemperatur. Im Norden ist es allerdings auch öfters bewölkt und die zentralen Teile der Inseln können sogar als feucht eingestuft werden, weil dort die Wolken häufig hängen bleiben. Dies führt auch zu einer ausgesprochen Besonderheit der Insel - dem Regenwald.

Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Durchschnittl. Tagestemp. 21 °C 21 °C 22 °C 23 °C 24 °C 25 °C 27 °C 29 °C 28 °C 26 °C 24 °C 22 °C
Wassertemp. 19 °C 18 °C 18 °C 18 °C 19 °C 20 °C 21 °C 22 °C 23 °C 23 °C 21 °C 20 °C
Regentage 6 4 3 2 2 1 0 0 2 5 6 7

Literatur[Bearbeiten]

Das Angebot an Reise- und Wanderführern ist mittlerweile groß. Die Preisangaben verstehen sich für die in Deutschland gebundenen Preise. Vielfach können die Bücher gebraucht günstiger erworben werden.

  • Rolf Goetz: La Gomera – Baden und Wandern auf der wildesten Kanaren-Insel. Peter Meyer Verlag, Frankfurt am Main, 7. aktualisierte Auflage 2008. Guter Globetrotter-Reiseführer mit Infos zu Land und Leuten, Unterkunft, Restaurants, Verkehr, detaillierten Ortsplänen und einem kompletten Wanderführer mit genauen Karten.
  • Klaus Wolfsperger/Annette Miehle-Wolfsperger: La Gomera: Die schönsten Küsten- und Bergwanderungen. 63 Touren. Bergverlag Rother, 14.90 EUR.
  • Susanne Lipps-Breda, Oliver Breda: DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer La Gomera.17,99 EUR.
  • Birgit Borowski/Achim Bourmer: Baedeker Reiseführer La Gomera. 19.99 EUR.
  • Michael Will: La Gomera: Wanderführer mit Extra-Tourenkarte 1:32000. 14.99 EUR.
  • Benjamin Pape: Hikeline Wanderführer La Gomera. 2012. 14,90 EUR.
  • Rüdiger Steuer: Goldstadt Wanderführer La Gomera. 2004 (nur noch antiquarisch erhältlich).
  • Izabella Gawin: Reise Know-How La Gomera - Mit 20 Wanderungen und Faltplan.16,90 EUR.
  • Bernd Imgrund: 55 1/2 Orte auf La Gomera, die man gesehen haben muss. Emons, 2015. 7,95 EUR.
  • Kompass-Wanderkarte 231: La Gomera.
  • Rüdiger Steuer: Goldstadt Wanderkarte La Gomera (Maßstab 1:35000). 2012, 9,50 EUR.

Weblinks[Bearbeiten]


Brauchbarer Artikel Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.