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Kassalā

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Kassalā ·كسلا
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Kassala, arabisch: ‏كسلا‎, Kassalā, ist die Hauptstadt des Bundesstaats Kassalā in Sudan.

Hintergrund[Bearbeiten]

Anreise[Bearbeiten]

Stadtplan von Kassalā

Die Busse fahren zwischen Kassalā und al-Charṭūm (Fahrzeit 7 Stunden), al-Qaḍārif (3 Stunden) sowie Port Sudan (7 Stunden). Busse der besseren Busunternehmen sind meist bereits frühzeitig ausgebucht. Es empfiehlt sich, die Tickets einige Tage im Voraus zu buchen. Andernfalls muss man am Busbahnhof ein einfacheres Angebot nutzen.

Kleinere Busse und Minibusse fahren zu Zielen in der Umgebung von Kassalā wie Ḥalfā al-Dschadīda, Chaschm al-Qirba (‏خشم القربة‎) und Arūmā (‏أروما‎).

Man benötigt eine Erlaubnis, um Kassalā zu betreten. Diese wird vor der Ankunft am Busbahnhof gründlich überprüft. Sie können eine Erlaubnis vom Ministerium für humanitäre Angelegenheiten in al-Charṭūm (in der Nähe der Universität Chartum) erhalten. Der Antragsbearbeitung kann je nach Laune der Beamten einige Stunden oder mehrere Tage dauern. Wenn man Kassalā auf einem Tagesausflug verlässt, kann es vorkommen, dass die Rückkehr in die Stadt verwehrt wird. Seit März 2010 ist die Genehmigung für Kassalā auch einfach im Permits Office gegenüber dem Dandas Hotel (südöstliche Ecke der Kreuzung) erhältlich. Man muss drei Kopien des Reisepasses, des sudanesischen Visums, ein Passfoto sowie ein Formular vorlegen, das vor Ort ausgefüllt werden kann. Der gesamte Vorgang ist kostenlos und dauert etwa 5 Minuten.

Der Grenzübergang nach Eritrea ist offen. Der Anlaufpunkt ist der Sūq Tesenei, eine kleine Bushaltestelle im Stadtteil ʿAmiriya.

Mobilität[Bearbeiten]

Am Sūq asch-Scha'abi befindet sich der Intercity-Busbahnhof von Kassalā, direkt an der Autobahn al-Charṭūm–Port Sudan und in einiger Entfernung zum Stadtzentrum. Lokale Busse und Taxis warten hier bereits bei den meisten Busankünften.

Inmitten der Sūqs befindet sich an einem großen Platz der zentrale Busbahnhof Al-Mawqif al-'Aam. Zu den Buslinien, die ein Tourist möglicherweise nutzen möchte, gehören die nach Chatmiya (für die Altstadt von Chatmiya, das Grab von Saiyid Ḥasan und die Cafés am Totil-Berg), Sūq asch-Scha'abi (für den Intercity-Busbahnhof) und Banat (für das Fluss- und koloniale Eisenbahnviertel Qasch). Mit Lastwagen kann man nach Sawaqi Dschanubiya und Sawaqi Schamaliya, den beiden landwirtschaftlichen Gebieten im Süden und Norden, gelangen.

In Kassalā gibt es nur wenige Taxis und keine Rikschas.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick vom Totil-Berg über al-Chatmiya, der Altstadt. Etwa in der Mitte befindet sich die Moschee mit dem Grabmal (Kuppelbau) von as-Saiyid al-Ḥasan
Grab des as-Saiyid al-Ḥasan
Säulen der Moschee des as-Saiyid al-Ḥasan
Rundhütten in Sikka Hadīd

Märkte[Bearbeiten]

Die Märkte, Sūqs, sind lebhaft und farbenfroh. Viele Menschen tragen Kleidung, die für ihren Stamm einzigartig ist.

  • 1 Sūq an-Niswān, ‏سوق النسوان‎, ist der „Frauensūq“, auf dem Körbe, Matten sowie Kaffeezubehör und Weihrauch hergestellt und feilgeboten werden.
  • Auf dem Sūq ar-Raschaida versammeln sich die Raschaida-Stämme und verkaufen ihre leuchtend roten und schwarzen Roben für Frauen und farbige Dschallabiyas für Männer.

Altstadt[Bearbeiten]

  • Al-Chatmiya, ‏الختمية‎, ist die Altstadt von Kassalā, unterhalb der Berghänge von Taka, Totil und Aweitila, die man aufgrund ihrer Größe nicht verfehlen kann. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist das 1 Grabmal von as-Saiyid al-Ḥasan al-Mīrghanī, ‏ضريح سيدي الحسن الميرغني‎, einem einheimischen Heiligen, der in einem nach oben offenen Kuppelgrab neben einer halb zerstörten Moschee begraben ist. Einheimische berichten, dass er so heilig ist, dass bei Regen kein Tropfen durch das Loch im Dach fällt. Neben dem Grab befindet sich eine Koranschule für Jungen.
  • Hinter dem Grab kann man die Hänge des Gebel Totil, ‏جبل توتيل‎, besteigen. An den unteren Hängen befinden sich mehrere in den Felsen geschlagene Cafés, die den besten Kaffee in Kassalā servieren. Hier befindet sich auch der berühmte Brunnen von Totil. Wer davon trinkt, wird der Legende nach eines Tages nach Kassalā zurückkehren.

Weitere Stadtviertel[Bearbeiten]

  • Der Qāsch-Fluss, ‏القاش‎, durchquert Kassalā, ist aber meistens ausgetrocknet, so dass er des Abends zum Fußballspielgenutzt wird. In der Regenzeit fällt das Wasser von den eritreischen Bergen herab und stürzt durch die Stadt, wodurch die Flussufer abends zu einem beliebten Ort für Spaziergänger werden. Der Qāsch ist jedoch ein gefährlicher Fluss, der 2003 und 2007 über die Ufer trat und der ganzen Stadt großen Schaden zufügte.
  • Auf dem anderen Ufer des Qasch Befindet sich das Gebiet Sikka Hadīd, das alte Eisenbahnviertel. Der ursprüngliche Bahnhof ist noch immer beeindruckend und kolonialzeit-geprägt, jetzt aber verlassen. In der Umgebung befinden sich in Großbritannien vorgefertigte runde Ziegelhütten, die früher als Unterkünfte für die Eisenbahnarbeiter dienten und heutzutage ein beliebter Aufenthaltsort für Studenten sind.
  • Im Süden befindet sich das Gebiet der Sawaqi Dschanubiya, südlichen Gärten. Dies ist eine Ansammlung von Dörfern entlang des Qasch, die von Mango- und Guavenplantagen umgeben sind.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Klettern auf den Totil-Berg, um einen fantastischen Blick auf Kassalā zu genießen, und er weiter bis zum Flüchtlingslager Wad Sherifei und nach Eritrea reicht. Um den Gipfel zu erreichen, benötigen Sie eine spezielle Ausrüstung. In einer halben Stunde kann man den Berg zur Hälfte leicht erreichen.
  • Kafeetrinken in einem von Hunderten Teeständen in Kassalā oder in einem Café am Totil-Berg.
  • Spaziergang durch Sawaqi Dschanubiya. Man überquert die Qasch-Brücke und bieg nach links in die Straße ein, die Sie durch die Sawaqi-Dörfer führt. Man kann ungefähr fünf Kilometern entlang des Qasch spazieren, und wenn das Flussbett ausgetrocknet ist, kann man zu den Bergen und Chatmiya gelangen.

Einkaufen[Bearbeiten]

Kassalā ist berühmt für seinen Kaffee, der traditionell in einer Tonkaffeekanne namens Dschabbana serviert wird. Diese werden auf dem Sūq an-Niswan, dem Frauenmarkt, recht günstig verkauft, und zwar zusammen mit einem Mörser aus Holz und Stößeln zum Mahlen von Bohnen und Ingwer, einem Gefäß zum Kaffeerösten, Dschabbana-Ständern und kleinen Kaffeetassen.

Küche[Bearbeiten]

Speisen[Bearbeiten]

Wie anderenorts ist Fūl, das sind zerstampfte gekochte Bohnen, ist das Hauptgericht in Kassalā. In der Stadt und in seiner Umgebung gibt es viele Fūlstände. Die besten befinden sich zwischen dem Sūq an-Niswaan und dem Hotel Hipton, wo Sūq mit Ta'amiya (Falafel), Käse, Thunfisch oder Ei vermischt und mit Sesamöl, Knoblauch und einem Kraut namens Schumaar belegt wird.

Das Café at-Tabaq as-Sūri am Hauptplatz ist ein guter Ort für Sandwiches und Schawarma (Döner). Hier gibt es auch auch Baklawa und andere Süßigkeiten. Es ist eines der wenigen Cafés in Kassalā, in denen auch einheimische Frauen essen.

Typisch einheimische Gerichte wie Taqaliya und Bamiya (beides dicke Okra-Soßen) werden mit Ghuraasa (einem schwammigen Fladenbrot) oder mit Kisra (einem sehr dünnen, leicht sauren Brot) und verschiedenen Fleischstücken serviert. Das können auch Innereien sein. Man erkundige sich nach Schiyya, wenn man dies vermeiden möchte. Man sollte ruhig mehrere Restaurants in der Mitte des Sūqs probieren.

Auf der Straße nach Chatmiya passiert der Bus einen Viehmarkt gegenüber einem großen Friedhof. Hier gibt es Stände, an denen Schafe verkauft werden, die auf Bestellung geschlachtet und im Restaurant nebenan gekocht werden.

Getränke[Bearbeiten]

Kassalā ist berühmt für seinen Kaffee (Dschabbana), der mit Ingwer (Zinjabil) und Zimt (Girfa) gewürzt und in einer Ton-Kaffeekanne zusammen mit Weihrauch und Popcorn serviert wird. Der beste Ort mit vollständiger Zubereitung ist in einem der Cafés an den Hängen des Totil-Berges. Ansonsten ist Kassalā voll mit Teeständen, wo Kaffee in kleineren Kaffeekannen aus recycelten Dosen serviert wird.

  • Dschbbana - Kaffee.
    • bi dawa thagīl - mit viel Ingwer und Zimt.
    • bi dawa khafīf - mit einem bisschen Ingwer.
    • Salīqa - ohne Ingwer.
  • Schai - Tee.
    • Schai Karkadē - roter Hibiskus-Tee.
    • Schai bi laban - Tee mit heißer Milch.
    • Fawqu Dschumaada - mit klumpigen Milchstücken (manche Leute fragen danach!).
    • Schai faransi - wörtlich „französischer Tee“, das ist eigentlich Milchkaffee.

Fruchtsäfte sind in Kassalā ausgezeichnet und werden an vielen Ständen im Sūq frisch gepresst. Sie können auch ohne zusätzlichem Zucker bestellt werden. Mango und Guave sind die besten, Orange wird häufig mit viel Wasser verdünnt und zusätzlichem Zucker versetzt. Zu den lokalen Säften zählen Aradīb (ein brauner spritziger Saft, ähnlich wie Tamarinde) und Sha'īr (aus weißem Pulver und ein bisschen wie kalte malzige Milch).

Unterkunft[Bearbeiten]

Zwei der besten Hotels in Kassalā sind das Telal ash-Sharg und das Hipton. Weiterhin gibt es das Safa, Bashir, Totil und Medina. Alle Hotels befinden sich in den Straßen hinter der Bushaltestelle Mawqif al-'Aam. Einige Ausländer haben keine Wahl, wo sie übernachten wollen, da sie von der Sicherheitspolizei an einen bestimmten Ort gebracht werden, normalerweise an einen der oben genannten. Billigere Hotels wie das Hotel Africa und die vielen einfachen Lakondas (mit Betten gefüllte Innenhöfe) akzeptieren Ausländer manchmal nicht.

Ausflüge[Bearbeiten]

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