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Kōya

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Aus Wikivoyage
Kōya
PräfekturWakayama
Einwohnerzahl
Höhe1.000 m
Tourist-Info+81736562780, +81736562468
koya.org (jap., engl., frz.)
Lagekarte von Japan
Lagekarte von Japan
Kōya

Der Berg Kōya (高野山, Kōya-san, das lange ō ist wichtig) ist der zentrale Tempelberg des japanischen esoterischen Shingon-Buddhismus und wegen seiner Nähe zu Osaka und Nara viel besucht.

Hintergrund

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Karte
Kōya-chō

Die Lehre der Shingon-Schule ist die dem tibetischen Vajrayāna nahestehende esoterische Variante des Buddhismus (密教, Mikkyō). Als Begründer im Jahr 807 gilt Kūkai (空海, posthum Kōbō Daishi, 774–835). Er war Mitglied einer vom Kammu-Tennō nach China geschickten Gesandtschaft gewesen und hatte einige Jahre in der Hauptstadt studiert. Die wichtigsten Lehrtexte sind das Vairocana- und das Vajraśekhara-Sutra. Zu den Riten gehört der vielfältige Gebrauch von Mantras, Mandalas, die Siddhaṃ-Schrift sowie komplexe Feuerrituale, besonders an Feiertagen.

Der eigentliche Name des Tempels ist Kongōbu-ji allerdings ist Kōya-san zum allgemeinen synonymen Begriff geworden. Kūkai hielt sich 818/9 hier auf. Der erste große Brand fand 944 statt, der Berg war nach 1000 fast ganz verlassen, das Zentrum der Shingon war der hauptstadtnahe Tempel Tōji. Der Wiederaufbau konnte erst vom Abt Myōsan (1021-1106) vollendet werden, der kaiserliche Unterstützung genoß. Die sich ansiedelnden Mönche brachten die Lehren des Reinen Landes mit ein. Am Berg lebten bald auch etliche Amida Hijiri, wandernde Nembutsu-Asketen. Wie auch andere Großtempel hielt man sich Kriegermönche, weshalb der erste Reichseiniger Oda Nobunaga ein Massaker der Wandermönche 1581 anordnete, was mit weitgehender Zerstörung der alten Bauten einherging. Man wütete nicht ganz so grausam wie am Hiei. Erst seit 1872 bzw. 1916 ist es auch Frauen gestattet den heiligen Berg zu besteigen. Das Verbot hing mit dem schintoistischen Glauben von Menstruation und Blut zusammen. Der Kōya-san ist heute ein monastisches Zentrum, mit 117 Tempelgebäuden über den ganzen Berg, auf 6×2+ km, verteilt. Die umliegenden umrahmenden Gipfel – nach religiös motivierter Interpretation acht, die den Blättern der Lotosblüte entsprechen – reichen bis knapp unter eintausend Meter. An ihren Hängen stehen zahlreiche kleinere Heiligtümer. Es hat sich ein über zwei Kilometer langes Straßendorf (高野町, Kōya-chō) mit 3000 Einwohnern entwickelt, das am 1 Dai-mon (大門, ​großen Tor) beginnt.

Zusammen mit dem schintoistischen Ise-Schrein und den alten Pilgerwegen von Kumano ist der Berg seit 2004 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Die 1 Ko’hechi-Route endet hier.

Der Kōya-san ist das ganze Jahr gut besucht. Zwar sind viele der jährlich rund 1,4 Millionen Besucher (knapp einhunderttausend Ausländer) Tagesgäste, aber zu Tempelfesten und während der kurzen japanischen Ferienzeiten an Neujahr, im Mai und Mitte August ist mit Menschenmassen zu rechnen. (Ob man sie mit einer „Besuchersteuer“ melken kann ist 2025 angedacht aber noch nicht entschieden. ) Man zählt rund 230.000 Übernachtungen. Mülleimer sucht man im Dorf vergebens. Wer Ende Oktober/Anfang November kommt, hat neben einer etwas ruhigerer Zeit, auch noch den Genuß der Laubfärbung der Wälder.

Anreise

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Siehe auch: Anreise nach Osaka und Wakayama, von dort ca. 80 bzw. 55 Straßenkilometer.

Mit der Bahn

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Die steile Standseilbahn Nankai Cable Line den Berg hinauf. (Der Wagenpark wurde 2018/9 modernisiert.)

Die Privatbahn Nankai betreibt von Ōsaka-Namba bzw. Shiomibashi die Kōya-Linie (高野線, Kōya-sen) nach Gokurakubashi (極楽橋駅) ; Fahrzeit 85 Min. im zuschlagpflichtigen Expreß, 100 Min. im Schnellzug. Hier kann man in die 800 Meter lange Standseilbahn umsteigen (高野山ケーブル, Kōyasan Kēburu), die einen Höhenunterschied von 328 Metern überwindet bis zur 2 Kōya-san-eki (高野山駅) . Das Koyasan World Heritage Ticket erlaubt (innerhalb zwei Kalendertagen) eine Hin- und Rückfahrt mit der Nankai-Bahn, Seilbahn und allen Bussen vor Ort. Es gibt zwei Varianten mit und ohne Schnellzugbenutzung. Man bekommt am Berg auch in den Museen und einigen Restaurants geringen Rabatt. Die Gesamtersparnis dürfte bei knapp unter 25% liegen.

Das Kōyasan One Day Ticket (高野山 1-day チケット) bietet zu ähnlichen Preisen dieselbe Hin- und Rückfahrt. Allerdings hat man zusätzlich noch den Anschluß nach Osaka-Namba mit einer der vier anderen Privatbahnen inklusive.

Seit der “Kansai Through Pass“ 2024 zum Kansai Railway Pass umgestaltet wurde, gilt er nur noch für die Bahn und Seilbahn, nicht mehr in den Bussen vor Ort.

Mit dem Bus

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Es gibt Schnellbusse aus Osaka, die reservierungspflichtig sind.

Ein Bus vom Kansai International Airport fährt kurz nach 11 Uhr hin, gegen 14.30 Uhr zurück.

Vorm Bahnhof Kyoto (Haltestelle H2, 八条口) gibt es direkte Busse von Keihan, was in drei Stunden Fahrzeit bewältigt wird, da Umsteigen in Osaka entfällt. Von Mitte April bis November ist die Hinfahrt gegen 8 Uhr, retour geht es vor der Polizeistation am Kōya um 15.27 Uhr.

Der Kōya Marine Liner von Daijyu Bus fährt, nur Ende April bis zum ersten Novemberwochenende, von der Wakayama Marina City ab und braucht rund 2 h 20′. Auf Anfrage (Vortag vor 20 Uhr, ☎ +81-73-489-2751) wird man an größeren Hotels in der Stadt abgeholt. Hinfahrt aus Wakayama kurz nach 8 Uhr, die Rückfahrt vom Oku-no-in ist schon um 14 Uhr.

Auf der Straße

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Es gibt nur etwa 650 kostenpflichtige Parkplätze für bis zu 7000 Besucherautos täglich.

Aus Osaka fährt man etwa zwei Stunden auf den Nationalstraßen 26, 310, 371 Richtung Hashimoto.
Kommt man von Nagoya ist man etwa fünf Stunden auf der Meihan-Autobahn und Nationalstraße 24 bis nach Hashimoto unterwegs.

Zu Fuß

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Die traditionelle „Omotesandō“ auf den Berg ist eine 21 Kilometer (6–7 Std.) lange Wanderung, genannt Chōishi-michi UNESCO-Welterbe. Man beginnt am Tempel 1 Jison-in (慈尊院) , den man zu Fuß in 25 Minuten vom 3 Bahnhof Kudoyama (九度山駅) erreicht. Chōishi bezieht sich auf die 180 steinernen Markierungen des Weges.

Eine nur 9 Kilometer lange Wanderung (3–4 Std.) ist die Abkürzung, die am 4 Bahnhof Kamikozawa anfängt. Man steigt auf den Roppon-sugi-Paß (570 m). Von dort ins Dorf Amano zum 2 Niutsuhime-Schrein (丹生都比売神社, ​Amano Taisha) UNESCO-Welterbe, dessen Tempelfest am 16. Oktober ist. Er war bis 1873 Teil des Kongōbu-ji, dann 1924–47 ein „nationaler Schrein 1. Klasse“ des Staats-Shintō. Danach geht man auf dem Chōishi-michi normal weiter.

Mobilität

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Im Bereich des Kōya fahren mehrere Buslinien von Nankai direkt zu allen sehenswerten Punkten, die meisten beginnen an der Seilbahnstation. Die Tageskarte kostet ¥ 1000.
(Eine sinnvolle Alternative mit Zügen der JR besteht nicht. Wer aus Wakayama kommt muß in Hashimoto in die Nankai umsteigen.)

Wer Zeit hat geht 3–4 Stunden zu Fuß von der unteren Seilbahnstation Kōya-san entlang des Fudozaka-Pfades (風土坂, 2½ km steil bergan). Man kommt zur Fudozaka-guchi Nyonindō einer der (früher sieben) Hallen am Berg, die bis 1916 den Endpunkt für Frauen bildeten. Vorbei am Krankenhaus kommt man zum Kongōbu-ji mit der Abtswohnung. Von dort vorbei am Restaurant Bononsha über die Ishi-no-hashi (1 km) dann über die Brücke Gobyō-bashi (1,2 km) zum Okuno-in-Mausoleum (100 m). 700 Meter von jenem abwärts ist die Bushaltestelle.

Zu den Kumano-Pilgerstätten bzw. Ryūjin Onsen auf der Kii-Halbinsel gibt es von Anfang April bis November (nur Do.-Mo.) morgendliche Busse zu verschiedenen Zielen ab Kōya-san-eki (teilweise mit Umsteigen in Gomadanzan).

Sehenswürdigkeiten

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Vom „großen Tor,“ dem zweistöckigen, 25 Meter hohen Daimon mit fünf Gefachen und drei Durchgängen ausgehend grob Richtung Osten:

Danjō Garan
3 Danjō Garan (壇上伽藍) . Der Bereich in dem der ursprüngliche Tempel des Gründers gewesen sein soll. Preis: zum Tempelgelände gratis, große Pagode und Haupthalle kosten Eintritt.

Dazu gehören

  • die Pagode 2 Konpon Daitō (根本大塔, ​8.30-17.00 Uhr) . Nach der Lehre des Shingon bildet die Pagode den Mittelpunkt eines Mandalas, das nicht nur den Kōya-san, sondern ganz Japan bedeckt.
  • die Haupthalle Kondō ist dies für den ganzen Berg.
  • 4 Fudō-dō (不動堂)
  • Das mittlere Tor Chūmon war 1843 abgebrannt und wurde erst im Vorfeld der 1200-Jahr-Feier 2015 wieder erbaut (16×25 m). Zwei der Tempelwächterstatuen hier sind von 1819, sie waren aus dem Feuer gerettet worden.
  • Der Tempelkomplex enthält auch die 3 Sanko no Matsu („Dreizack-Kiefer“) , an dem ein fliegender Dreizack, ein Symbol aus der Kōbō-Daishis-Legende, gehangen haben soll und den großen Glockenturm, der allgemein als Kōya Shiro bekannt ist.
  • Ein weiterer Glockenturm ist der Rokuji no kane von 1618, der heutige Bau von 1835. Wie der Name sagt wird die Glocke täglich ab 6 Uhr alle zwei Stunden geschlagen, insgesamt neun Mal bis 22 Uhr.
  • Die 4 Westpagode (西塔, ​Saitō) , geht auf ein erstes solches Bauwerk vollendet 886 zurück. Die moderne wurde 1834 errichtet und ist gut 27 Meter hoch. Innerhalb und außerhalb der Halle sind Statuen der zehn großen Schüler des Großmeisters ausgestellt. Ihr Gegenstück, die östliche Pagode Tōtō brannte im Mittelalter ab und wurde 1984 rekonstruiert. Die dortige Triade des Buddha Sonshōbutchō flankiert von Fudō und Gōzanze Myō’ō (降三世明王) wird nicht öffentlich gezeigt.
  • Die 5 Halle Miedō (御影堂, ​„Halle des Gründers“) ist das wichtigste Heiligtum am Berg Kōya, und nur ausgewählten Personen wurde der Zutritt gestattet. In neuerer Zeit darf die Öffentlichkeit die äußere Halle jedoch nach der Otaiyahoe-Zeremonie besuchen, die am Vorabend des Kyusei Miei-ku 21. Tag des III. Monats des Mondkalenders stattfindet.
  • Die drehbare sechsseitige Bibliothekspagode (六角経蔵, Rokkaku Kyōzō) enthält 3575 Schriftrollen des buddhistischen Kanons. Nach chinesischen Vorbildern von der Kaiserswitwe Bifukumon’in im 12. Jhdt. gespendet, heißt es, daß wer die Anlage einmal dreht genausoviel Verdienst erwirbt, als ob er den gesamten Kanon gelesen hätte. Der heutige Turm ist ein Neubau von 1934.
  • Eine unscheinbare Halle ist der „Tempel des Bergkönigs“ (Sannō-in).
  • Kujakudō, die „Pfauenhalle“ ist dem Weisheitskönigs Mahāmāyūrī (孔雀明王, Kujaku Myōō) geweiht. Ursprünglich aus dem ausgehenden 13. Jhdt. steht hier ein Neubau von 1983. Die früher hier aufbewahrte Statue ist heute im Museum.
  • Die „große Versammlungshalle“ Dai’e-dō stammte aus dem 12. Jhdt. Der heutige Nachbau ist von 1848.
Kongōbuji
  • 6 Kongōbu-ji (金剛峯寺), 和歌山県伊都郡高野町高野山132 . Verteilt über 16 Hektar ist hier das Herz des Tempelbetriebs mit Abtswohnung, Tagungsräumen, Bibliothek usw. und deshalb nur eingeschränkt zugänglich. Zahlreiche Schiebetüren sind durch Gemälde von Kanō Tan’yū zu Kunstwerken geworden. Die 1984 gebaute Shin-Betsuden sowie der innere Felsgarten mit 140 Findlingen ist einer der größten des Landes aber nur zu besonderen Anlässen zugänglich.

Nach Norden schließt sich der Tempel Nan’in und das 5 Tokugawa-Mausoleum (徳川家霊台, ​Tokugawa-ke Reidai) und die letzte erhaltene 7 Nyonindō („Frauenhalle;“ Baujahr 1871) an, bis zu der in vormoderner Zeit Weibsvolk sich dem Tempel nähern durfte. Landesweit wurden solche Verbote 1873 aufgehoben, am Kōya diskriminierte man bis 1916 weiter.

Zum Tokugawa-Mausoleum gehören zwei Schreine im typischen barocken Stil der frühen Edō-Zeit, wie man es aus Nikkō kennt. Hier wird separater Eintritt fällig. Gedacht wurde vom dritten Shōgun Iemitsu seinem Vater Hidetada und Großvater Ieyasu. Die dritte Halle barg Gedenktafeln für Verwandte; sie brannte 1888 ab.

Karukaya-dō
8 Karukaya-dō (苅萱堂), 479 Kōyasan . Eine Tempelhalle, die dem Bodhisatva Jizō gewidmet ist, der dafür zuständig ist Seelen in der Unterwelt zu geleiten. Geöffnet: 8.00-16.00.
Museum
Spitzenstücke im Reihōkan
Buddhas Nirvana (絹本著色仏涅槃図, kenpon chakushoku butsunehanzu), datiert 1086, 267,6 cm×271,2 cm
6 Reihōkan (高野山霊宝館, ​„Schatzhaus“), 306 Kōyasan . Die wichtigsten Kunstwerke befinden sich im 1921 errichteten Schatzhaus „Kōya-san Reihōkan.“ 21 „Nationalschätze“ (zusammen 4800 einzelne Stücke) oder 147 „wichtige Kulturgüter“ (ca. 20.000 Einzelstücke). Die Erweiterungsbauten von 1984 und 2003 sind erbeben- und feuerfest. Es herrscht Photographierverbot. Geöffnet: 9.00-17.00. Preis: ¥ 1300.

Die ältesten Kultbilder am Kōyasan, die wohl noch aus Kūkais Hand stammten, vernichtete 1926 einer der vielen Brände, die das Heiligtum heimgesucht haben.

Die ein Stück hinter dem Museum separat stehende Pagode Tahoto des 7 Kongō Sammai-in (金剛三昧院) ist gerade deshalb von den Bränden und Verwüstungen verschont worden und somit mit Baujahr 1234 das älteste Bauwerk am Berg. Spenderin für die Gründung war Hōjō Masako. Die Haupthalle des Tempels daneben kostet Eintritt; man bietet auch Unterkunft.

Oku-no-in

Hier ist immer viel Betrieb. Es ist sinnvoll deutlich vor 10 Uhr herzukommen, um etwas mehr Ruhe zu haben.

9 Oku-no-in (奥院, ​wörtlich „tiefinnere Halle“) . Vergleichweise kleine kleine Anlage mit dem Mausoleum von Kūkai.

Der hinführende Weg Oku-no-in Sandō ist von steinernen Laternen gesäumt. Den Eingang zum heiligen Bezirk markiert die Überquerung der dritten Brücke am Wege, der 8 Gobyō-bashi (御廟橋) . Sie besteht aus 36 Bohlen, die je einen der Begleiter des Dainichi Nyorai im Vajradhātu-Mandala symbolisieren. Ihre Namen sind in Siddham-Schrift auf der Unterseite angebracht. Ab hier haben Männer barhäuptig zu gehen. Auch herrscht Photographierverbot.

Verschiedene Hallen hier dienen dem Totengedenken, so die 10 Gokusho (御供所) mit Benzaiten als zentraler Figur. In der 11 Oku-no-in Gomadō veranstaltet man den Goma-Ritus.

Viele Statuen zeigen den barmherzigen Bodhisattva Jizō, der speziell totgeborene und abgetriebene Kinder, Ertrunkene usw. sicher vor den ihnen eigentlich drohenden Höllenquallen in der Unterwelt schützt. Kenntlich ist er oft an umgebundenen roten Lätzchen. Täglich um 6.30 und 10 Uhr wird ein kleiner Schrein des Ajimi Jizō von vor der Goma-dō zum 9 Mausoleum des Kūkai (御廟, ​Gobyō) getragen, wo dieser der Legende nach nicht verstorben, sondern in ewiger Meditation harrend sitzen soll. Der Geruch der im tragbaren Schrein gebotenen Speisung soll dem untoten Kūkai als Speise gelten. Normalsterbliche dürfen sich des Anblicks im Inneren nicht erfreuen. Es befindet sich hinter der 12 Laternenhalle (燈籠堂) , zugänglich 6–17 Uhr.

Nahe der Brücke Naka-no-Hashi ist der kleine 13 Tempel des „schwitzenden Jizō“ (汗かき地蔵, ​Asekaki Jizō) . So genannt deshalb, weil die im Relief auf einem schwarzen Stein dargestellte Figur im entsprechenden Licht zu schwitzen scheint.

Der Muenzuka (無縁塚) ist ein Haufen von „vergessenen Figuren,“ eingesammelt und aufgestapelt damit diesen Unbekannten weiterhin gedacht werden kann. Unter kurios verbuchen muß man den 1972 aufgestellten Gedenkstein Shiroari Kuyōtō (しろあり供養塔) mit der Aufschrift yasuraka ni nemure deutsch: „ruhet in Frieden.“ Shiroari ist Japanisch für „Termiten,“ deren Toten hier gedacht wird – bezahlt von der japanischen Vereinigung der Kammerjäger. Ganz klar ein Versuch jener ihrem schlechten Karma etwas „Verdienst“ entgegenzusetzen. Praktischerweise gedenkt man auch rund 120 verschiedenen, verdienten Mitgliedern des Vereins mit dem Stein.

In den weitläufigen Friedhöfen, mit Zedern bestanden, finden sich die Grabmäler (gōrinto) etlicher mittelalterlichen Größen. Dabei ist zu beachten, daß es sich oft um „Gräber der Seelen“ (供養塔, kuyōtō) handelt, wodurch die Verstorbenen hier am heiligen Berg näher der Erlösung sein sollten, etwas das in der späten Heian-Zeit modern wurde. Im Mittelalter war es Sitte, daß man nur einige Haare schickte. Das eigentliche Grabmal (der Körper bzw. Aschen) ist dann näher am eigentlichen Sterbeort.

Die Kuyōtō des Minamoto no Mitsunaka (源満仲, auch Tada genannt, 912–997) ist das älteste datierte Monument. Takeda Shingen und sein Sohn Katsuyori waren Krieger im 16. Jahrhundert. Uesugi Kenshin (1530-1578) war ihr stärkster Rivale, der sich als Inkarnation des Bishamon sah. Auch 10 er ruht hier, (上杉謙信廟) nur 30 Meter entfernt von seinen weltlichen Feinden. Nicht weit davon ist das durch ein Torii kenntliches Grab des Date Masamune. Die zwanzig Säulen darum gedenken seiner treuen Vasallen, die mit ihm Seppuku begingen. Als letzter Kriegsherr kam 1600 der Verlierer der Schlacht von Sekigahara Ishida Mitsunari, den Tokugawa Ieyasu wenige Wochen später enthaupten hatte lassen. Interessanterweise ist sein Grabstein schon 1590 datiert – Ishida hatte vorgesorgt.

Das größte Denkmal ist mit 6,6 Metern das Sūgen fujin gorinsekitō, das Tokugawa Tadanaga für seine Mutter Ogō, besser bekannt als „Madame Sūgen“ errichten ließ. Sie war eine Schwester von Oda Nobunaga, der über seinen eigenen Gedenkstein ggü. der Gomadō verfügt. Ironisch, da er wenige Jahre vor seinem Tod den Kōya hatte erstürmen lassen, um hunderte Kriegermönche erschlagen zu lassen.

Die dreistöckige Pagode Manihōtō ist das einzige achteckige Gebäude dieser Art hier, Baujahr war 1984.

Aktivitäten

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Kostenpflichtige „kulturelle Aktivitäten“ gehen nicht allzu in die Tiefe. Geboten werden geführte Mediationssitzungen oder Sutrakopieren mit dem Kalligraphiepinsel usw.

Lange Meditationen sind im Shingon unüblich, man praktiziert Ajikan, eine Atemübung über den Sanskrit-Buchstaben A, der den „kosmischen Buddha“ Dainichi Nyorai repräsentiert.

Ein charakteristischer Ritus ist das Goma-Feuerritual, das brahmanische Wurzeln hat. Zu bestimmten Anlässen, vor allem an Neujahr, wird es in großem Umfang zelebriert, dann auch mit Gesängen und großen Trommeln. Einfache „Gebete“ veranstalten viele Tempel jeden frühen Morgen in der Halle und Nachmittag im Freien. Während dieser Zeremonie wird der sogenannte kyōryōrinjin (wörtlich „Lehrbefehlsradkörper“) des Buddha Vairocana, in der Form des „unbewegten Königs des weisen Lichtes“ (fudō myōō) in das Feuer herabgebeten.

Geführte Touren, je 1½ Stunden auf Englisch, bieten an Wochentagen von März bis November die Freiwilligen der KCCN. Pro Person sind ¥ 3000 fällig, Anmeldung am Vortag vor 17 Uhr. Den Oku-no-in bekommt man um 9 Uhr erläutert, Garan und Kōngobu-ji um 13 und 15 Uhr. Individuelle Führungen für eigene Gruppen kann man zwei Tage im voraus bestellen.

Es gibt eine 1 kurze Skipiste (高野山スキー場) die man auf einer eisernen Treppe erklimmen muß.

Tempelfeste

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Es finden zahlreiche Zeremonien und Riten statt, die auf der Tempelwebseite angekündigt werden. Hierbei ist immer mit hohem Besucherandrang zu rechnen. Einige der wichtigeren im Jahreslauf sind:

  • 1.–3. Jan.: Neujahrsrituale (修正会, Shushō-e) in und um die Haupthalle des Danjō Garan sowie an der Tōrōdō des Oku-no-in.
  • 5. Jan., 9 Uhr: Neujahrsrituale an der Konpon Daitō.
  • [Anfang Februar], 9 Uhr: Neujahrsrituale nach dem japanischen Lunisolarkalender an der Konpon Daitō .
  • 14. Feb., ab 23 Uhr die ganze Nacht: 常楽会, Jōraku-e, Gedenken des endgültigen Verlöschens des Buddha („Parinirvana“) in der Ōhiroma des Kongōbuji.
  • an einem „glücksverheißenden Tag“ des II. Monats traditionelle Zählung (Ende Feb. bis März): Einsetzung des Hōin (法印転衣式, Hōin Ten'neshiki). Jenes ist der Ehrentitel eines „Oberpriesters“ (zu unterscheiden vom Abt), der eine rein zeremonielle Funktion hat.
  • „Feuerfest“ (高野の火祭り, Kōya no himatsuri) um 13 Uhr am ersten Sonntag im März, vor dem Kongōbuji.
  • 19.–21. März und 21.–23. Sept.: Totengedenken (Higan-e, Sutrenlesungen) um die Sonnwenden in der Kondō. Den Abschluß im Herbst bildet am 23. Sept. die „Segnung von Erde und Sand“ (一座土砂加持法会, Ichiza Doshakaji Hō-e) in der Kondō.
  • 8. April: Buddhas Geburtstag (仏生会, Busshō-e) in der Ōhiroma des Kongōbuji, gefolgt zwei Tage später von der „Anbetung des großen Mandalas“ 大曼荼羅供, Daimandara-ku.
  • 21. April am Abend ab 19 Uhr und 1.–3. Okt.: Laternenfest (奥之院萬燈会, Oku-no-in Mandō-e) an der Tōrōdō des Oku-no-in.
  • 3.–5. Mai und 1.–3. Okt.: Initiation von Laienanhängern des Shingon (金剛界結縁潅頂, Kongō Kechien Kanjō) in der Kondō.
  • 11. Mai, 9 Uhr: Gedenkfeier der Gefallenen des Pazifikkriegs (戦没者慰霊法会, Senbotsusha Irei Hō-e) in der Kondō.
  • Abend des 8. Juni und 9. Juni: Gedenken des Geburtstags des Sektengründers, das 青葉祭り, Aoba-matsuri im Kongōbuji.
  • 1. Sept.: Totengedenken für die Opfer des Kantō-Erdbebens 1923 im Oku-no-in.
  • 11. Sept., 9 Uhr: Totengedenken für Shinzen Daitoku (真然大徳, ca.804–891), dem zweiten Leiter des Shingon in der Ōhiroma des Kongōbuji.
  • 16. Okt., 12.30 Uhr: Fest des Schreins Myōjinja am Danjō Garan.
  • 31. Dez., kurz vor Mitternacht: Jahresabschluß (御幣納め, Gohei osame) durch einen Fackelzug am Miyashiro des Danjō Garan.

Einkaufen

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Viele der kleinen Läden haben Montag Ruhetag.

Küche

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In Japan „ißt das Auge immer mit.” Vegetarisches Abendmahl im Gästehaus des Muryōkō-in.

An Tagen mit viel Betrieb sind die Schlangen an allen Restaurants lang.

Günstig zu Mittag ißt man Mo.-Fr. 12.00-13.30 Uhr in der 1 Mensa der Kōya-Universität (大学食堂) , die auch auswärtige Gäste bedient (2 Tagesgerichte, Ticket am Automaten ziehen).

  • 2 Kadohama Goma-tofu honpo (角濱ごまとうふ総本舗大門店), 230 Kōyasan . „Goma-dōfu“ ist kein wirkliches Tofu, sondern eine Masse aus weißen Sesamkörnern („goma“) mit Stärke. Geöffnet: 9.30-17.00.
  • Yokaten (養花天), 723 Kōyasan. Café. Geöffnet: 9.30-16.00, Di. Ruhetag.
  • 3 Yumekōya (im Senkei-in) . Geöffnet: 10.30-17.00. Preis: Menü: ¥ 1400-3500.

Nachtleben

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Außer zu bestimmten Tempelfesten, wenn Sutralesungen oder ähnliches die ganze Nacht dauern, ist um 21, spätestens 22 Uhr „Licht aus.“ Läden und Tempel schließen sonst um 17 Uhr spätestens.

Unterkunft

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Reservieren wird man das ganze Jahr über müssen.

  • 1 Guest House Tommy (高野山ゲストハウストミー), 596 Kōyasan. Tel.: +81736562550 . Einfaches Zimmer mit Dusche. Preis: ab ¥ 9000 p.P.
  • Kōya-sa Space (高野山空), 245 Kōyasan. Preis: gehoben.
  • 2 Guesthouse Hachi-hachi (ゲストハウスはちはち), 234-2 Kōyasan. Tel.: +817083911725 .

Tempelunterkünfte

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Shukubō (宿坊) sind keine Hotels, sondern 52, oft nicht-komfortable Unterkünfte, was sich nicht unbedingt in entsprechenden Preisen ausdrückt, da Übernachtungen wichtiges Einkommen für die Tempel sind. Man darf (2024) in der Hochsaison mit ¥ 65.000 pro Nacht (p. P.) rechnen, kann aber auch das Doppelte davon ausgeben. Die Zeiten der ¥ 15.000-Übernachtungen sind weitgehend vorbei.
Eine englische Buchungsseite gibt es für Tempelunterkünfte, von denen etliche auch auf einschlägigen Internetportalen zu finden sind. Die Shukubō-Vereinigung hat drei Zimmervermittlungen im Dorf, buchbar ☎ +81(0)736-56-2616, 9.00-16.30 Uhr.

Ankunft vor 17 Uhr wird erwartet. Es gibt ein vegetarisches Abendessen, sogenannte shōjin-ryōri. Ein Gemeinschaftsbad ist üblich, manche Unterkünfte haben separate in den Zimmern. Am frühen Morgen um 5 oder 6 Uhr nehmen Gäste an den morgendlichen Riten teil, um dann nach dem ebenfalls vegetarischen Frühstück zeitig abzureisen.

Englischkenntnisse oder WLAN erwarte man nicht überall. Barzahlung ist üblich.

  • 3 Saian-in, 249 Kōyasan. Tel.: +81736562421 .
  • 4 Hon’gaku-in, 618 Kōyasan. Tel.: +81736562711 . eingeschränkt barrierefreieingeschränkt barrierefrei
  • 5 Shojoshin-in. Tel.: +81736562006 .

Gesundheit

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1 Poliklinik Kōya-san, 631 Kōyasan. Tel.: +81736562911 . Geöffnet: Mo.-Fr. 9.00-11.30, 13.00-16.00.

Praktische Hinweise

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Im Hochsommer ist es 3–5 °C kühler als an der Küste in Osaka, es kann aber trotzdem heiß und schwül sein. Im Winter fällt Schnee.

  • 1 Touristeninfo des Fremdenverkehrsvereins (高野町観光協会), 359-3 Kōyasan . Auf Anfrage bekommt man WLAN-Zugang. Die Fahrradvermietung ist nur für Personen über 18 und nicht bei Schnee oder Regen. Wer einen internationalen Führerschein hat darf Elektrokarren für maximal 6 Stunden mieten. Geöffnet: Mo.-Fr. 8.30-17.00.
Eine Filiale ist an der 2 Ichinohashi spezialisiert auf Zimmervermittlung der Tempelunterkünfte (Tel. +81736563405).
  • 3 Städtisches Informationszentrum (高野山観光情報センター), 357 Kōyasan. Tel.: +81736562780 . Geöffnet: 9.00-17.00.
  • 4 Postamt, 770 Kōyasan, Koya, Ito District, Wakayama 648-0299, Japan . Mit Geldautomaten, der ausländische Karten akzeptiert. Geöffnet: Mo.-Fr. 9.00-17.00, Geldautomat 8.45-18.00, kürzer am Wochenende.

Ausflüge

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Literatur

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  • Bohner, Hermann; Kōbō Daishi; Monumenta Nipponica, Vol. VI (1943) № 1/2, S. 266-313 (Nicht mehr die neueste aber bis heute wohl beste Einführung in deutscher Sprache zur Person des Sektengründers.)
  • Bushelle, Ethan; The Mountain as Mandala: Kūkai’s Founding of Mt. Kōya; Japanese Journal of Religious Studies, Vol. 47 (2020), № 1, S. 43–83
  • Kawahara Eihō; Kūkai, Ausgewählte Schriften: Sokushin-jōbutsu-gi; Shōji-jissō-gi; Unji-gi; Hannya-shingyō-hiken; München 1992 (Iudicium)
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(Stand: Aug 2025)

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