Elbe

Die Elbe ist ein 1094 km langer Fluss, dessen Lauf in Deutschland nur einmal durch ein Querbauwerk, der Staustufe in Geesthacht, unterbrochen ist.
Damit sind 607,5 km ab 1 Elbe-km 0 an der deutsch-tschechischen Grenze bis 2 Elbe-km 607,50 bei Oortkaten südlich von Hamburg für naturnahe wassersportliche Touren vom Elbsandsteingebirge bis Geesthacht, danach für wassersportlich fordernde Touren bis zur Mündung bei Cuxhaven bzw. Brunsbüttel sehr interessant.
Tipps zur Reisegestaltung findet man auch im Abschnitt Mobilität mit dem Fahrrad und im Artikel zum Elberadweg.
Hintergrund
[Bearbeiten]Geschichtliches
[Bearbeiten]Die deutsch-deutsche Grenze verlief im Mittelteil auf etwa 100 km entlang der Elbe. Mit ihrem Wegfall und im Zuge der Wiedervereinigung schlossen im Osten Deutschlands viele Betriebe im Entwässerungsbereich der Elbe. Während dadurch enorm viele Arbeitsplätze verloren gingen, verringerte sich gleichzeitig die teilweise drastische Verschmutzung der Elbe stark; es öffnete sich ein ganz besonderer Naturraum zur Erkundung und zum Reisen.
Die Wasserverschmutzung ist allerdings nicht vollständig gestoppt: Zwar werden keine ungeklärten Industrieabwässer mehr eingeleitet, trotzdem ist das Wasser der Elbe immer noch vor allem durch Düngemittel der anliegenden Landwirtschaft belastet.
Auch wenn der Lauf der Elbe nicht durch Querbauwerke blockiert ist und die Landschaften mit großen Sandflächen und Bruchwäldern in der Nachbarschaft sehr ursprünglich wirken, ist der schiffbare Hauptarm alles andere als ein natürlicher Flusslauf. Das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe (WSA) investiert viel Aufwand in die Unterhaltung vor allem der Buhnen.
Die Elbe als Bundeswasserstraße
[Bearbeiten]Die Elbe wird zwar von der Frachtschifffahrt frequentiert, allerdings ist das Verkehrsaufkommen verhältnismäßig gering und beeinträchtigt eine Reise auf dem Wasser – selbstverständlich bei entsprechender Vor- und Rücksicht – nicht.
Die Elbe wird auf großen Strecken vom Elberadweg begleitet, der in verschiedenen Abschnitten dokumentiert ist:
Regionen
[Bearbeiten]Oberelbe
[Bearbeiten]Mittelelbe
[Bearbeiten]Unterelbe
[Bearbeiten]Auf der Unterelbe ist das Kanufahren herausfordernd: Ab dem Stauwehr Geesthacht wirken die Gezeiten der Nordsee, das Schiffsaufkommen ab Hamburg wird deutlich größer und der Hafenbereich Hamburg erfordert besondere Vorsicht wegen der schnellen Fährschifffahrt.
Die Elbe als Reisefluss
[Bearbeiten]Anders als auf dem gleichnamigen und beliebten Elbe-Radweg passiert man im Boot bzw. mit dem Schiff sowohl die schönen und abwechslungsreichen Naturlandschaften wie auch die Großstädte mit einer besonderen Perspektive.
Mit dem Motorboot
[Bearbeiten]Entlang der Elbe befinden sich mehrere Häfen bzw. Marinas, die eine Befahrung mit einem motorisierten Sportboot ermöglichen.
Fahrgastschifffahrt
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- Das Elbschifffahrtsmuseum in Lauenburg bietet Fahrten mit dem historischen Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ ab Lauenburg zu Zielen zwischen Hitzacker und Hamburg an. Sehr selten und zu besonderen Anlässen werden auch Touren nach Dresden organisiert. Der Fahr- bzw. Tourenplan findet sich hier.
- Von Dresden aus kann man mit der Weißen Flotte kürzere Sightseeingtouren als auch mehrstündige Fahrten ins Elbtal unternehmen.
Mit dem Frachtschiff
[Bearbeiten]Das Reisen als Gast auf einem Frachtschiff erscheint sowohl elbabwärts als auch elbaufwärts möglich.
Mit dem Kanu
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Während man beim Reisen mit dem Sportboot die Elbe auch stromaufwärts befahren kann, ist beim Reisen mit dem Kanu das Einsetzen, Aussetzen und der Bootstransport zu organisieren. Grundsätzlich gibt es an der Elbe sehr viele Möglichkeiten, Boote ein- und auszusetzen. Gleichzeitig sind viele Orte entlang der Elbe auch mit der Bahn und/oder dem ÖPNV zu erreichen, so dass der Bootstransport gut organisiert werden kann.
Startpunkte
[Bearbeiten]Ein guter Startpunkt für eine Kanutour, mit der man den größten Teil der Elbe auf deutschen Gebiet befahren kann, ist Bad Schandau, das an der Bahnstrecke Berlin–Prag liegt und sowohl von Regional- als auch internationalen Zügen häufig angefahren wird.
Endpunkte
[Bearbeiten]Die Vorschläge hier sind elbabwärts sortiert, erfasst werden nur Anschlüsse an Bahnlinien, die überregionale Verbindungen ermöglichen.
- Dresden
- Magdeburg
- Tangermünde – 1 Stendal Hauptbahnhof ist etwa 13 km vom Tangermünder Wassersportverein entfernt
- Wittenberge – 2 Bahnhof Wittenberge ist etwa 3 km vom Wassersportverein Wittenberge (rechtselbisch) entfernt
- Wolmirstedt – 3 Wolmirstedt Bahnhof ist etwa 5,5 km von der Elbuferstraße (linkselbisch) entfernt
- Bleckede – 4 Lüneburger Hauptbahnhof/ZOB ist etwa 25 km vom Fähranleger (linkselbisch) entfernt und mit dem ÖPNV gut zu erreichen, die Bushaltestelle ist von der Aussetzstelle nur wenige Meter entfernt
- Boizenburg/Elbe – 5 Boizenburg Bahnhof ist etwa 4 km (rechtselbisch) vom Hafen entfernt
Orte nahe und auf der Route
[Bearbeiten]Die Elbe verbindet touristisch bedeutsame Orte und Regionen, unter anderem:
- Prag (über die Moldau)
- 1 Königstein
- 3 Elbsandsteingebirge
- 2 Bad Schandau Bad Schandau ist ein guter Ort, um eine Kanutour auf der Elbe zu beginnen: Er liegt verkehrstechnsich günstig an der Bahnlinie Berlin-Prag und ist mit seiner Lage im Elbsandsteingebirge sehenswert.
- 3 Pirna In Pirna beginnen die Sächsische Weinstraße und der Sächsische Weinwanderweg, die romantische Stadt mit ihrem historischem Stadtkern gilt als das Tor zur Sächsischen Schweiz.
- 4 Dresden
- 5 Meißen Meißen ist eine der ältesten Städte Sachsens und besitzt als einstiger Bischofssitz einen bedeutenden Dom und ein Schloss. Weltweit bekannt ist sie vor allem als Standort der ältesten europäischen Porzellanmanufaktur.
- 6 Torgau Torgau war Residenzstadt, ist heute Kreisstadt und gilt als eine der bedeutendsten und schönsten Renaissancestädte Deutschlands.
- 7 Lutherstadt Wittenberg Wittenberg gilt mit dem Wirken von Martin Luther, Philipp Melanchthon und anderen als Wiege der Reformation. Die Stadt blieb von Zerstörungen verschont und wurde nach der Wiedervereinigung aufwändig restauriert. Die Stätten der Reformation sind Weltkulturerbe der UNESCO.
- 8 Dessau-Roßlau Touristischer Schwerpunkt ist der Stadtteil Dessau mit den UNESCO-Weltkulturerbestätten des Bauhaus und den Parks und Schlössern des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs. Für Kanuwanderer kann ein besonderes Highlight sein, bei der Junkers Paddelgemeinschaft Dessau die historischen Leichtbauhallen zu besichtigen, die ähnlich den berühmten Junkers-Flugzeugen in Leichtbauweise konstruiert sind.
- 9 Magdeburg
- 1 Kanalbrücke Magdeburg Die Kanalbrücke Magdeburg ist ein faszinierendes Bauwerk, für das man auf jeden Fall einen kurzen Stopp einplanen sollte. Vom Niveau der Elbe aus zu Fuß gut zu erreichen, erscheint beim Blick von der Brücke das eigene Wasserfahrzeug an der Elbe merkwürdig deplaziert, weil doch der Wasserlauf hier oben ist!
- 10 Tangermünde
- 1 Kloster Jerichow Das Kloster Jerichow (eigentlich Prämonstratenserstift Jerichow) ist als großer Backsteinbau ein ganz besonderes Kulturdenkmal. Zum einen ist der Bau selber beeindruckend, aber auch die zugehörige Ausstellung, der Klostergarten und ein Feldbrandofen sind absolut sehenswert.
- 11 Havelberg
- 12 Wittenberge August-Bebel-Straße 10, 19322 Wittenberge
- 13 Dömitz Dömitz beeindruckt mit seiner gut erhaltenen Festungsanlage aus dem 16. Jahrhundert, die heute ein Museum beherbergt und einen einzigartigen Einblick in die Militärarchitektur der Renaissance bietet. Hier zweigt bei Elb-km 504,8 die Müritz-Elde-Wasserstraße ab und bietet eine Verbindung zur Müritz und darüber hinaus.
- 14 Bleckede
- 16 Boizenburg/Elbe Boizenburg ist mit seinem größtenteils unverbauten Stadtkern mit vielen restaurierten Gebäuden aus unterschiedlichen Epochen und der Lage am Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe sehr sehenswert.
- 17 Lauenburg Näher als in der Lauenburger Unterstadt kann man der Elbe kaum kommen. Mit vielen historischen Gebäuden und einer interessanten, deutlich von Einwanderern geprägten Oberstadt ist Lauenburg ein lohnenswerter Stopp an der Unterelbe.
- 18 Hamburg
- 19 Stade
- 20 Buxtehude
- 21 Cuxhaven
Weitere Ziele
[Bearbeiten]wichtige Nebengewässer
[Bearbeiten]weitere Flusslandschaften
[Bearbeiten]weitere Nachbargewässer
[Bearbeiten]Unterkunft
[Bearbeiten]Das Übernachten im Zelt auf den Stränden zwischen den Buhnen gehört zu den Highlights einer Reise mit dem Kanu. Gerade am Abend kann man Biber, Otter und Co bei ihren Aktivitäten beobachten. Weil man auch die Kernzonen von Naturschutzgebieten durchquert, sind die Bestimmungen des Naturschutzes unbedingt zu beachten: Mit entsprechendem Kartenmaterial muss man sich über eventuelle Betretungsverbote des Uferbereichs informieren. Die Regelungen werden inzwischen nicht nur durch Ranger zu Fuß oder auf dem Pferd überwacht, sondern auch durch Drohnen. Damit werden selbst vermeintlich gut versteckte Zelte aufgespürt. Verstöße werden mit empfindlichen Geldbußen geahndet. Und selbstverständlich darf nichts, schon gar kein Unrat an der Übernachtungsstelle zurückgelassen werden.
Campingplätze und Kanustationen des DKV
[Bearbeiten]Für Kanuwanderer bieten Campingplätze und die Kanu-Vereine als Kanustationen entlang der Elbe Übernachtungsmöglichkeiten auf ihrem Gelände. Die Preise für die Übernachtung bei den Vereinen sind reduziert, wenn man Mitglied im Deutschen Kanu-Verband ist.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten]- km 311, rechts: Schönebecker Hungerstein
- km 410, links: Bauruine des KKW Stendal
- km 474, links: Schnackenburg – Grenzlandmuseum
Aktivitäten
[Bearbeiten]Schwimmen
[Bearbeiten]
Durch die erhebliche Verbesserung der Wasserqualität nach den 1990er Jahren ist Schwimmen auf dem Abschnitt zwischen tschechischer Grenze und Geesthacht grundsätzlich möglich. Im Prinzip bieten zwei Buhnen einen häufig wunderschönen Strand und einen kleinen Badesee.
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe (WSV) weist auf die folgenden Bereiche hin, in denen ein Bade- und Schwimmverbot – übrigens für alle Bundeswasserstraßen! – gilt (Pressemitteilung dazu).
Baden und Schwimmen ist in folgenden Bereichen ausdrücklich verboten:
- im Bereich von 100 Metern ober- und unterhalb von Brücken, Wehren, Hafeneinfahrten, Liege-, Umschlag- und Anlegestellen der Güter-, Fahrgast- und Fährschifffahrt,
- im Schleusenbereich (einschließlich der Schleusenvorhäfen),
- im Umkreis fahrender oder arbeitender Wasserfahrzeuge,
- an einer durch das Tafelzeichen A.20 bezeichneten Stelle (rot durchgestrichenes Piktogramm eines Schwimmenden).
Zu beachten ist, dass sich an den Spitzen der Buhnen große Kehrwasser (Strömungen gegen die Fließrichtung der Elbe) mit Strudeln unter der Wasseroberfläche befinden. Und es gibt auch eine lebensbedrohliche Gefahr: Sobald man der Fahrrinne näher kommt, wirkt dort die starke Strömung. Wird man von ihr erfasst, gibt es kaum die Möglichkeit, direkt an die Einstiegsstelle zurückzuschwimmen. Das Erreichen eines flussabwärts gelegenen Buhnenbereichs über ein Kehrwasser ist die einzige Möglichkeit, den Fluss wieder zu verlassen.
An der Unterelbe rät die Stadt Hamburg vom Schwimmen dringend ab: „...Ebbe und Flut und die Auswirkungen des Schiffsverkehrs mit starkem Sog und Schwell führen zu Strömungen, denen selbst geübte Schwimmer:innen nicht gewachsen sind...“. Gefährlich sei auch die unter Wasser liegende nicht erkennbare Steilkante zur Fahrrinne, die starke Trübung, die eine Rettung behindert, und die bakterielle Belastung des Wassers (Quelle, Flyer zu den Gefahren).
Angeln
[Bearbeiten]Das Angeln an der Elbe und der Erwerb der notwendigen Berechtigungen sind über die regionalen Vereine organisiert. Zu beachten sind die Regelungen der jeweiligen Bundesländer.
Regelmäßige Veranstaltungen
[Bearbeiten]Touren auf der Elbe, die über den Deutschen Kanuverband veröffentlicht werden (Termine hier)
Sicherheit
[Bearbeiten]Wasserschutzpolizei
[Bearbeiten]Die Lage und Adressen der Wasserschutzpolizei-Stationen ist hier verzeichnet.
- km 34,8 links Wasserschutzpolizei Abschnitt Dresden Magdeburger Straße 58 01067 Dresden | Telefon: 0351 86635-25 Telefax: 0351 86635-29 Dienstobjekt Pirna Dr.-Wilhelm-Külz-Straße 24 01796 Pirna |
Telefon: 03501 5684-0 Telefax: 03501 5684-29 oder 129 | Zuständigkeit Elbe-km 0,0 bis Elbe-km 82,5
- km 60,8 links Wasserschutzpolizei Abschnitt Riesa
Paul-Greifzu-Straße 8 a 01591 Riesa | Telefon: 03525 7228-25 Telefax: 03525 7228-29 | Zuständigkeit: Elbe-km 82,5 bis Elbe-km 172,0
- km 154,2 links Schutz- und Sicherheitshafen Torgau, Wasserschutzpolizei
- km 216,6 rechts Wasserschutzpolizei
- km 261,5 links Wasserschutzpolizei
- km 328,00 rechts Wasserschutzpolizei-Revier
- km 388,20 links Bundeseigener Schutzhafen Tangermünde, Wasserschutzpolizei
- km 454,90 rechts Bundeseigener Schutzhafen Wittenberge, Wasserschutzpolizei
- 1 Wasserschutzpolizeistation Scharnebeck, Hülsenberg 12 A 21379 Scharnebeck. Tel.: (0)4136-90008-0, E-Mail: poststelle@wspst-scharnebeck.polizei.niedersachsen.de Zuständigkeit: Elbe-km 472,6 – 585,9 Bereich von der Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt bei Schnackenburg bis Geesthacht einschließlich des Stauwehrs und der Schleuse Geesthacht, mit den Häfen Geesthacht und Lauenburg.
Fähren
[Bearbeiten]Fähren, besonders Gierfähren, bilden Gefahren durch unter Wasser gelegene Hindernisse wie Seile
Transportschifffahrt
[Bearbeiten]Die Transportschifffahrt ist auf der Elbe nicht sehr intensiv, hat schifffahrtsrechtlich aber Vorfahrt und bildet besondere Gefahren
Hochwasser
[Bearbeiten]Die Zeiten, dass bei Hochwasser Minen der DDR-Grenzsicherung auf- und abgetrieben wurden, sind glücklicherweise vorbei. Trotzdem bildet Hochwasser besondere Gefahren: Die Strömung nimmt in der Flussmitte deutlich zu, während Uferbereiche überschwemmt werden und so gut wie keine Strömung haben: Die reale Gefahr besteht, dass man sich abseits der Fahrrinne so festfährt, dass man das Boot nicht mehr manövrieren kann und verlassen muss.
Kanus
[Bearbeiten]Sportboote und Kanus – beide im amtlichen Sprachgebrauch Kleinfahrzeuge – müssen eine Kennzeichnung aufweisen (die Regelungen im Detail gibt es hier).
Literatur
[Bearbeiten]- DKV Deutsches Flusswanderbuch; DKV Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft (Artikelnummer: 5998); ISBN 978-3937743271
Weblinks
[Bearbeiten]Im Faltboot-Wiki sind viele nützliche Informationen zu Kanutouren auf der Elbe verzeichnet.
