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Dschibuti

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Dschibuti, die international übliche Schreibweise ist Djibouti, liegt im östlichen Afrika. Die Hauptstadt trägt den gleichen Namen. Das Land grenzt im Norden an Eritrea, im Westen und Süden an Äthiopien, im Südosten an Somalia und im Osten an das Rote Meer.

Städte[Bearbeiten]

Lagekarte von Dschibuti
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Ali Sabieh
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Tadjoura
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Dikhil
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Arta
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Holhol
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Dorra
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Galafi
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Loyada
Orte in Dschibuti
Städte in Dschibuti
Rang Name Einwohner Verwaltungseinheit
Transkription arabisch
1. Dschibuti جيبوتي 623.891 Stadt Dschibuti
2. Ali Sabieh على صبيح 40.074 Ali Sabieh
3. Tadjoura تاجورة 22.193 Tadjoura
4. Obock أوبوك 17.776 Obock
5. Dikhil دخيل 12.043 Dikhil
Weitere Ziele

Siehe den Abschnitt Ausflüge zur Hauptstadt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der erst 1977 unabhängig gewordene Staat war als Französisch-Somaliland seit 1888/96 Kolonie.

Die USA haben rund 4000 Soldaten im Camp Lemonnier stationiert von wo aus seit Oktober 2016 aus auch Angriffe auf die Saudi-Arabien nicht genehme Regierung des Jemen erfolgen. Mindestens 35000 Jemeniten sind nach Djibouti geflohen. Im zenralen Flüchtlingslager bei Ali Adde sind sonst vor allem Somalier untergebracht.

Anreise[Bearbeiten]

Kreuzfahrtpassagiere dürfen zu touristischen Zwecken bis zu 72 Stunden visumsfrei einreisen.

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Für Deutsche und Österreicher zuständig ist die
Botschaft von Djibouti, Kurfürstenstraße 84, 10787 Berlin. Tel.: +49(0) 30 263 901 57 (Konsularabteilung). Vorzulegen sind 2 Antragsformulare, 2 Passbilder, Hotelbuchung oder „lettre d'hébergement.“ Bearbeitungsdauer max. 4 Arbeitstage, meist 24 Std. Angehörige der kämpfenden Truppe der Bundeswehr dürfen dienstlich visumsfrei einreisen. Geöffnet: Mo.-Fr. 8.30-16.30. Preis: Touristenvisum: bis 30 Tage € 60, bis 90 Tg. € 120.

Schweizer wenden sich mit denselben Unterlagen an Ambassade de la République de Djibouti, 19 chemin Louis-Dunant, 1202 Genève (Bus 5: Vermont. Bus 8: IUT.). Tel.: +41 (22) 749 1090. Nur persönliche Abholung nach Terminabsprache. Geöffnet: Mo.-Do. 10-12. Preis: 130/170 sfr.

In Ländern ohne dschibutische Vertretung kann das Visum bei französischen Konsulaten beantragt werden. Das “visa-on-arrival” am Flughafen wurde Anfang 2018 abgeschafft.

eVisum

Seit 30. April 2018 ist die Einreise mit einem eVisum möglich; dies nicht nur am Flughafen, sondern bei der Ankunft an allen Grenzübergängen. Die Beantragung im Internet (2018 nur auf französisch, Zahlung ausschließlich mit Visa- oder Mastercard; Bearbeitungsdauer soll 72 Stunden sein) erfordert auch eine Reisebestätigung und Unterkunftsnachweis. Die Gebühren, es werden nur Sichtvermerke zur einmaligen Einreise erteilt, sie sind mit 90 US$ für ein 3-Tage-Transitvisum und 120 US$ für 31 Tage Aufenthalt teurer als beim Konsulat.

Zollbstimmungen[Bearbeiten]

Die Einfuhr jeder Art pornographischen Materials ist verboten. Alkohol ist bis zu einem Liter pro Person gestattet.[1] Besitz und Ausfuhr von Blättern des Kathstrauchs, der regionalen Volksdroge, ist gestattet. Der Wirkstoff Cathinon unterliegt in Deutschland (und vielen anderen Staaten) dem Betäubungsmittelrecht, mehr als 30 g gelten als „nicht geringe Menge.“

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Ab Frankfurt fliegt man günstig mit Ethiopian (über Addis Abbeba oder Jeddah) oder Emirates über Dubai. Vergleichsweise lang sind Flugzeiten mit Kenia Airways, deren Flüge über Nairobi gehen.

Die wiedererstandene Air Djibouti mit Firmensitz am Flughafen bietet seit 2016 wieder Passagierflüge an. Bedient werden zentralafrikanische Städte und Dubai.

Das Aérodrome de Chabelley, zehn Kilometer südlich der Hauptstadt, dient nur dem französischen und amerikanischen Militär.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Bahnstrecke Addis Abeba - Djibouti, eröf. 2016.

Im Oktober 2016 wurde die mit chinesischer Hilfe gebaute Dschibuti-Äthiopien-Bahn in Normalspur eröffnet. Personenverkehr soll nach einem dreimonatigen Probebetrieb beginnen. Die 756 km lange Strecke geht von Sebeta/Addis Abeba über Awash (Zweiglinie nach Weldiya/Hara Gebeya im Bau bis 2018) und Miesso nach Dschibuti. Fahrplanmäßige Fahrtdauer für die durchgehend elektrifizierte Strecke ist zehn Stunden. Die Züge fahren jeden zweiten Tag um 8.00 ab, gebucht werden muß in Addis 24 Stunden vorher. Ausländer zahlen das Doppelte.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Asphaltierte Straßen und Pisten (Stand 2009).

Der 2008 bewaffnet ausgetragene Grenzdisput mit Eritrea wurde Ende 2015 durch Schiedsspruch beigelegt, eine Normalisierung des Grenzregimes zwischen beiden Staaten war zu erwarten. Seit Juni 2017 kam es wieder zu Schießereien im Grenzgebiet nachdem die Friedenstruppe abgezogen war. Reisen nördlich von Obock sollten vermieden werden.

Das Überschreiten der Landgrenze bei Loyada (‏لويادا‎) nach Somaliland wird 2016 als problemlos beschrieben.[2]

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Es gibt Verbindungen nach Jemen und Berbera in Somaliland mit einheimischen Schiffen. Entsprechende Fahrten sind im Hafen zu erfragen, aufgrund der schlechten Sicherheitslage ist von deren Benutzung wohl abzuraten.

Wegen der Pirateriegefahr vor Somalia ist die Region für Segler gefährlich. Aktuelle Informationen erhält man beim Maritime Security Centre.

Mobilität[Bearbeiten]

Busse/Minibusse verkehren ohne Fahrplan. Abfahrt ist wenn das Fahrzeug – nach örtlichem Verständnis – „voll“ ist. Minibusse halten nach Heranwinken.

Taxipreise sind an größeren Ständen (auch am Flughafen) angeschlagen. Ein Nachtzuschlag von 50% ist üblich.

Sprache[Bearbeiten]

Amtssprachen sind Französisch und Arabisch, übliche Umgangssprachen Somali und Afar. Außerhalb der Hauptstadt wird selten Französisch gesprochen.

Kaufen[Bearbeiten]

Wechselkurs (ø 2018): € 1 etwas mehr als 200 Djibouti Franc (DJF).

Banken und viele kleinere Geschäfte haben Freitag und Samstag geschlossen, Sonntags geöffnet. Lange Mittagsruhe ist üblich. Sofern Kreditkarten akzeptiert werden – was eigentlich nur in der Hauptstadt geschieht – nimmt man meist nur Visa, Mastercard akzeptiert man nicht. Bei Bargeldwechsel (der außerhalb der Hauptstadt schwierig ist) von Dollarnoten werden nur Scheine (in gutem Zustand) der nach 2000 verausgabten Serie akzeptiert.

Küche[Bearbeiten]

Lahoh-Fladenbrot, Teller und Sättigungsbeilage zugleich.

Die kulinarischen Genüsse Djiboutis werden von Einflüssen der Nachbarländer bestimmt. Arabische-jemenitische Geschmäcker findet man ebenfalls.

Das Frühstück ist normalerweise eine kräftig Mahlzeit mit Tee. Auf der Basis eines Fladenbrots lahoh, ähnlich dem äthiopischen Injera aber dünner, werden oft mit Fleisch, Innereien oder Honig bzw. Butterschmalz (niter kebbeh) gegessen. Garoobey ist ein Haferbrei mit Milch und Kümmel gewürzt.

Mittag- und Abendessen bestehen oft aus Eintopf (maraq) unterschiedlichster Art. Fah-fah ist eine Rindersuppe. Reis serviert man mit Kochbananen oder Fleisch. Zu Pasta (baasto) gibt es sehr dickflüssige Saucen. Unerläßlich ist die scharfe Würzmischung Berbere und, wer es sich leisten kann, Safran. Wie in Somalia werden Speisezimmer, wenn Gäste zu Besuch sind, gerne mit Weihrauch in speziellen Brennern (Dabqaad) „ausgeräuchert.“

Die Süßspeise halwo (Halwa) gibt es vor allem zu besonderen Anlässen.

Nachtleben[Bearbeiten]

Findet vor allem im Europäerviertel der Hauptststadt statt.

Unterkunft[Bearbeiten]

In der Hauptstadt gibt es etwa vierzig Hotels, die wenigsten davon preisgünstig.

In anderen Orten finden sich kaum Unterküfte. Nahe der wenigen Naturschönheiten existieren ein paar Campements, die speziell auf touristischen Bedarf eingerichtet sind.

Feiertage[Bearbeiten]

1. Januar; 1. Mai; Nationalfeiertag 27. Juni, der Unabhängigkeitstag. An christlichen Feiertagen nur Weihnachten am 25.  Dezember.

Der Großteil der Bevölkerung ist muslimisch, daher werden die nach dem Mondkalender berechneten üblichen islamischen Feiertage eingehalten: Erster (05. Mai 2019) und letzte (04. Juni 2019) Tag im Fastenmonat Ramadan. – letzter Tag im Fastenmonat Ramadan, Beginn des Id al-Fitr, am 1. Schauwal (05. Juni 2019) als zweitägiges Fest des Fastenbrechens. Zweitägiges islamisches Opferfest (ʿĪd al-Aḍḥā), das am 10. Dhū al-Ḥiddscha (11. August 2019) beginnt. Geburtstag (Mulid/maulid) des Propheten Mohammed am 12. Rabi' al-auwal (10. November 2019).

Sicherheit[Bearbeiten]

Für afrikanische Verhälnisse ist Dschibuti ein sicheres Land. Nur vor Gelegenheits- und Taschendieben in Basaren wird gewarnt.

„Von nicht unbedingt notwendigen Einzelreisen in entlegene Gebiete Dschibutis wird abgeraten.”[1] Gebiete entlang der Grenze zu Eritrea sind vermint.

Amerikaner und Franzosen üben bevorzugt an der 1 Bucht von Arta (11° 35′ 18″ N 42° 51′ 17″ O) das Töten von Menschen, es empfiehlt sich diese Gegend zu meiden.

Gesundheit[Bearbeiten]

Khat essender Mann im Jemen (2009).

Viele eingeborene Männer kauen ab Mittag Khat, was zu eingeschränktem Reaktionsvermögen (auch im Straßenverkehr) oder ungewöhlichen, erst lebendigem, mitteilungsbedürftigen, nach etwa zwei Stunden dann lethargischem Verhalten führen kann.

Gefahr von Malaria (durch Plasmodium falciparum) besteht allenfalls während der nassen Jahreszeit November bis April.

Klima[Bearbeiten]

Klima Djiboutis gem. Köppen-Klassifikation.

Tagestemperaturen von über 40 °C sind von Mai bis Oktober die Regel.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Man läßt sich ungern photographieren, es sollte in jedem Fall um Erlaubnis gefragt werden. Militärisches darf prinzipiell nicht aufgenommen werden.

Alkoholgenuß in der Öffentlichkeit, außer in lizensierten Gaststätten, ist strafbar. Für Frauen sind Hijab und weite Abaya angemessene Kleidung.

Post: Briefe in alle EU-Länder und die Schweiz gelten als „Zone 1“ und kosten 2018 für bis zu 20 g: 220 DJF, 100 g: 675 DJF.

Literatur[Bearbeiten]

  • Redman, Nigel; Birds of the Horn of Africa: Ethiopia, Eritrea, Djibouti, Somalia, Socotra; London 2009 (Helm); ISBN 9780713665413
  • Saïd Chiré, Amina; Djibouti contemporain; Paris 2013; ISBN 9782811108243
Karten
  • Ethiopia, Eritrea, Djibouti, Somaliland: map for businessmen & tourists; geographical map; with index; relief with elevation tints; Budapest 2011; 1:2 Mio, 82 x 91 cm; ISBN 9786155010026
  • Houssein Ahmed Hersi; Carte de Djibouti: ville et ses agglomérations: carte de rues, street map; [Djibouti] ²2015; 68 x 98 cm

Weblinks[Bearbeiten]

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