Borobudur

Borobudur ist die größte buddhistische Tempelanlage der Welt, die sich in der Nähe der Stadt Yogyakarta auf der Insel Java in Indonesien befindet.
Hintergrund
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Die Tempelanlage von 1 Borobudur ist das meist besuchte Bauwerk auf Java und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Sie ist ein kunstvoll angelegtes physikalisches und auch mentales Meisterwerk. Der Name entstammt wohl dem Sanskrit boro für „Kloster“ und buduhr für „Hügel“.[1] Zum Komplex gehören architektonisch noch Candi Mendut und Candi Pawon. Das 31,5 Meter hohe Bauwerk hat eine Seitenlänge von 123 Metern, wobei die vier Seiten in die vier Himmelsrichtungen zeigen. Es steht auf einer Gesamtfläche von 123 Quadratmetern auf einem 10 Meter hohen Hügel, so dass die Gesamthöhe knapp 42 Meter beträgt.
Geschichte
[Bearbeiten]Die javanische Shailendra-Dynastie regierte zwischen 750 und 856 nach Christus und war für den Bau der majestätischen Tempelanlagen von Borobudur verantwortlich.[2] Hierfür haben etwa 50.000 Arbeiter 56.640 Kubikmeter Naturstein aus Trachyt zur Zeit der Regierung von König Samaratungga verarbeitet. Der gigantische Tempel war frühestens 842 fertig, denn im Jahre 856 ging die Dynastie unter. Im Jahre 1006 gab es eine verheerende Eruption des nahen Merapi, welche die Anlage mit Asche verschüttete.
Für Europäer blieb diese Tempelanlage lange Zeit verborgen, bis sie 1814 vom britischen General-Gouverneur Sir Stamford Raffles entdeckt wurde. Dieser hielt sich in Semarang auf und entsandte einen Vertreter, der in Borobudur etwa 200 lokale Arbeiter zur Freilegung der überwucherten Anlage engagierte.[3] In der Folgezeit entstand eine intensive Restaurierung der verwitterten Anlage, erstmals zwischen 1907 und 1911 durch den Niederländer Theodor van Erp. Im Mai 1975 begann die Zerlegung des Bauwerks mit anschließender vollständiger Restauration, bei der 1,3 Millionen Steine architektonisch registriert wurden. Die UNESCO nahm die Anlage 1991 als Weltkulturerbe auf.
Im tektonisch instabilen Gebiet gab es immer wieder Vulkanausbrüche oder Erdbeben. Das erste registrierte starke Erdbeben fand 1549 statt, ein nächstes folgte 1867. Weitere folgten am 15. Mai 1923, 12. November und 2. Dezember 1924, 27. September 1936, 23. Juli 1943 und im Mai 1961.[4] Erwähnenswerte Eruptionen des Merapi fanden 1930, 1994, 2006, Oktober/November 2010 oder im Mai 2026 statt.
Anreise
[Bearbeiten]Von 1 Yogyakarta sind es zur Tempelanlage von Borobudur 42 km Richtung Nordwesten. In Yogyakarta gibt es eine Vielzahl von Anbietern, die Tagestouren mit Kleinbussen organisieren. In der Regel wird man an einer der Unterkünfte am sehr frühen Morgen abgeholt, da die Tour-Guides versuchen, zu oder noch vor dem Sonnenaufgang einzutreffen. Grund ist, dass nicht nur wegen des besonderen Erlebnisses eines Sonnenaufgangs am Tempel, sondern auch weil es sich doch um eine mittlere Fahrtdauer handelt und bereits am Vormittag größere Gruppen von Touristen (hauptsächlich auch Indonesier aus Jakarta) zu erwarten sind. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Angkots und Bussen ist Borobudur aber auch günstiger zu erreichen.
Bei InJourney Destination und anderen Buchungsstellen werden zwei Tickets angeboten, das "Courtyard-Ticket" (375.000 IDR) für das Areal um die Anlage herum und das "Temple Ticket" (455.000 IDR) für das Besteigen der Anlage. Sie ist für Ausländer von 08:30 bis 17:30 Uhr geöffnet, man sollte etwa 45 Minuten vorher erscheinen.
Architektur
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- Querschnitt der Anlage
- Grundriss
- Modell
Die Form des Bauwerks symbolisiert eine dreidimensionale buddhistische Mandala mit einem viereckigen Grundriss, runden Terrassen und einer Stupa. Nach der buddhistischen Lehre müssen die Gläubigen den langen Weg bis zum Nirwana über dieses Mandala absolvieren, was durch die Terrassen architektonisch nachvollzogen wird. Der Besucher erklimmt diese Stufen, ohne dass er von diesen aus das Nirwana (die obere Stupa) erblicken kann. In der untersten Stufe (Kamadhatu) ist der Besucher dem Alltagsleben überlassen, in der zweiten (Rapadhatu) befreit der Gläubige sich von seinen Leidenschaften und in der obersten dritten Stufe (Arupadhatu) erreicht er das erlösende und vervollkommnende Nirwana (Sanskrit „Ausweg“), wo er seine Seelen-Ruhe erlangt.
Die unteren Stufen stellen 1.460 Basreliefs auf einer Länge von 5,5 Kilometern aus dem buddhistischen Glauben dar. Eine Galerie enthält drei Galerien mit 296 Nischen, in denen Buddha-Statuen stehen (einige gestohlen). Auf dem weiteren Weg folgt eine Terrasse mit 32 Dagoben/Stupas in Form eine Lotus-Blüte, die nächste 24 und und dann 16 Stupas. Danach folgte die oberste 1 Haupt-Stupa, von der aus ein atemberaubender Überblick über das Tal mit dem majestätischen 2910 m hohen Vulkan 1 Merapi (indonesich: „Feuerberg“). Die Anlage besteht aus 443 Buddha-Nischen und 504 Buddha-Statuen.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten]Vor Ort kann man die pyramidenartigen Tempelstrukturen besteigen, entweder über den direkten Aufstieg oder, korrekter nach religiöser Sitte, die verschiedenen Ebenen alle nacheinander einmal umrunden. Bei vorschriftsmäßiger Umrundung kommt man auf 6 km Strecke. Im mittleren Bereich dieser langen Strecke sind auf jedem Meter oft beidseitig exzellente Reliefdarstellungen zu bewundern. Wegen ihrer Vielzahl sollte man entsprechend viel Zeit mitbringen und am besten sehr früh seinen Besuch beginnen. Um die mittige Hauptstupa sind 3 Ringe mit kleinen, einsehbaren Stupas positioniert, die jeweils einen Buddha in Meditationshaltung umgeben.
Nach dem Abstieg werden einem verschiedenste Souvenirs zum Kauf angeboten. In der Nähe gibt es schöne Parkanlagen, das Elefantengehege 2 Kandang Gajah, die Museen 1 Samudra Raksa Museum mit allerlei Kuriositäten und zur Geschichte des Ausbruchs des Vulkans Merapi und das archäologische Museum 2 Karmawibhangga Museum. Es gibt auch einige Stände mit Getränken und einem einfachen Speiseangebot. Teilweise ist ein "Frühstück" (Toast und Kaffee) an einem bestimmten der Stände im Preis für den Tourguide enthalten, teilweise nicht.
Es ist auf jeden Fall Pflicht, innerhalb des eigentlichen Tempels einen Sarong zu tragen. Diesen kann man selbst mitbringen, es werden aber auch vor Ort am Eingang Leih-Sarongs angeboten, und diese sollte man auch annehmen und tragen (und beim Verlassen wieder zurückgeben). Ein Sarong kostet keinen Aufpreis. Er wird einfach über die normale Kleidung gebunden, umziehen muss man sich nicht.
Küche
[Bearbeiten]Gute indonesische Küche gibt es in Yogyakarta im 1 Kesuma Restaurant (Gang Demarkasi), mediterran im 2 Mediterranea Restaurant by Kamil (24a Jl. Tirtodipuran).
Unterkunft
[Bearbeiten]In Yogyakarta gibt es der Webseite Booking.com zufolge 1.539 Unterkünfte aller Kategorien. Hier eine Auswahl:
Günstig
[Bearbeiten]- 1 Happy Buddha Hostel (Jl. Prawirotaman)
Mittel
[Bearbeiten]- 2 Ranasa Yogyakarta (534 Jl. Kumendaman)
Gehoben
[Bearbeiten]- 3 Rajaklana Resort and Spa (Jl. Tugu Gentong)
Ausflüge
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In der Umgebung von Yogyakarta sind folgende Tempel und andere Attraktionen zu besichtigen:
- 2 Mendut (Candi Mendut) 4 km östlich im Dorf Mendut ist der buddhistische Tempel Candi Mendut, vor oder um 824 während der Herrschaft von König Indra erbaut. Hier sind einige schöne Buddha-Darstellungen – flankiert von Bhodisattvas – wie auch weitere Reliefs zu bewundern. Geöffnet: 08:00–16:00 Uhr.
- 3 Ngawen 11 km östlich, unweit vom Gunung Pring liegen die fünf buddhistischen Tempel Candi Ngawen, erbaut um 824 und erst spät 1874 entdeckt. Vier von ihnen sind stark verfallen. Geöffnet: 08:00–16:00 Uhr.
- 4 Pawon (Candi Pawon) Candi Pavon liegt 2 km östlich von Yogyakarta und gehört architektionisch zur Tempelanlage von Borobodur mit dem gleichen Baujahr. Geöffnet: 08:00–16:00 Uhr.
- 6 Ratu Boko Temple (Candi Ratu Boko) erbaut zwischen 760 und 780 während der buddhistischen Shailendra-Dynastie ist eigentlich ein ehemaliger Palast, der später von den hinduistischen Mataram-Königen übernommen wurde. 19 km östlich von Yogyakarta. Geöffnet: 07:00–17:00 Uhr; letzter Einlass: 16:00 Uhr.
- 3 Gunung Merapi National Park (Taman Nasional Gunung Merapi) ein nur 66 km² großer Nationalpark um den namensgebenden Vulkan Merapi, 53 km von Yogyakarta entfernt.
- 2 Kaliurang ein beliebtes Ausflugsziel am Fuße des Merapi-Vulkans. Es gibt viele Wanderwege, Wasserfälle und eine herrliche Aussicht auf die Umgebung.
- 4 Gunung Pring 9 km östlich liegt der Hügel Gunung Pring mit seinen muslimischen Gräbern, entstanden um das Grab des islamischen Predigers Kyai Raden Santri, der um 1660 lebte. Über die wichtigsten dieser Gräber wurde eine Moschee gebaut, die von zahlreichen Pilgern besucht wird.
Praktische Hinweise
[Bearbeiten]Die Touristeninformation 1 Pusat Informasi gibt umfassende Auskunft über die Sehenswürdigkeiten, geöffnet zwischen 06:30 und 16:30 Uhr. Das Tempelgelände ist von 07:00-17:00 Uhr geöffnet. Das 2 Borobudur Conservation Center / Balai Konservasi Borobudur (Jl. Badrawati) zeigt archtektonische Themen und ist mo-fr zwischen 08:30 und 15:00 Uhr geöffnet.
Einkaufen
[Bearbeiten]Siehe auch: Yogyakarta#Einkaufen
Nachtleben
[Bearbeiten]Siehe auch: Yogyakarta#Nachtleben
Gesundheit
[Bearbeiten]Siehe auch: Yogyakarta#Gesundheit
Sicherheit
[Bearbeiten]Siehe auch: Yogyakarta#Sicherheit
Literatur
[Bearbeiten]- David Eimer/Jason Lee/Jayne D'Arcy/Mark Johanson/Regis St. Louis/Paul Harding/Ryan Ver Berkmoes, LONELY PLANET Reiseführer E-Book Indonesien, MairDumont, 2025, S. 93 ff.; ISBN 978-3575012777.
Einzelnachweise
[Bearbeiten]- ↑ Fitzroy Dearborn, Encyclopedia of Monasticism: A-L, Volume 1, Fitzroy Dearborn Publishing, 2000, S. 176 ff.
- ↑ Tim Hannigan, Brief History of Indonesia, Tuttle Publishing, 2015, S. 45 ISBN 978-1462917167
- ↑ Denis Byrne/Sally Brockwell/Sue O'Connor, Transcending the Culture-Nature Divide in Cultural Heritage, ANU Press, 2013, S. 68 f.
- ↑ Masanori Nagaoka, Cultural Landscape Management at Borobudur, Springer International Publishing, 2016, S. 3
