Benutzer:GerhardSchuhmacher/Römerstraße Neckar-Alb-Aare

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Sicherungskopie (1. Änderung)[Bearbeiten]

Ausschilderung der Straße vor Iuliomagus

Die Römerstraße Neckar-Alb-Aare ist ausgewiesen als Ferienstraße im südlichen Baden-Württemberg zwischen Neckar und Bodensee/Hochrhein und im Schweizer Alpenvorland. Die Route führt von Köngen über Rottweil auf der Hauptstrecke nach Windisch in der Nordschweiz; eine zweite Strecke mit Abzweigung Rottweil über Stein am Rhein nach Frauenfeld, ebenfalls in der Schweiz.

Die Route ist Tourismus-Projekt des Vereins Römerstrasse Neckar-Alb-Aare e.V., das sich am Verlauf einer historischen Römerstraße (mit Abzweigungen) orientiert und die an der Route und im Umfeld gelegenen archäologischen Orte, Monumente und Museen bewirbt.

Träger des Vereins sind Städte und Gemeinden entlang der Route und drei archäologische Institute. Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich in Rottweil, Geschäftsführerin ist Christiane Frank.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Region war für Jahrhunderte Teil des Römischen Reichs. Eine beachtenswerte Anzahl von Städten und Gemeinden kann mit Ausgrabungen, sogar noch sichtbaren Monumenten und mit Museen aufwarten. Seit der Nachkriegszeit wuchs ein allgemeines Interesse an einer über Spezialistentum und Lokalität hinausgehenden Kenntnis weitreichender politisch-militärischer, kultureller und auch architektonischer Zusammenhänge.

Die Routen führen nur dort, wo sie modern überbaut wurden, auf historischen Passagen und nutzen überwiegend nahe liegende Bundes- und Landesstraßen, die zu den beworbenen historischen Sehenswürdigkeiten führen. Jedoch ist festzustellen, dass heute wie vor 2000 Jahren die Hauptverkehrsverbindungen aus der Schweiz und zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb nach Norden führen. Die erste Etappe des Straßenbaus führte nach römischen Feldzügen zur Besetzung der Alpen und des nördlichen Alpenvorlandes 15 v. Chr mit einem Brückenbau über den Rhein und 75 n. Chr. über Hüfingen nach Rottweil. In einer dritten Etappe wurde das Territorium bis zum obergermanischen Limes besetzt und gut 150 Jahre mit einem ‚Netzwerk‘ von Gutshöfen kultiviert.

Der Ausgangspunkt zur Gründung der Römerstraße Neckar-Alb-Aare, zunächst unter dem Namen Römerstraße Neckar-Alb, war die bessere Positionierung und Bekanntmachung der römischen Hinterlassenschaften südlich des obergermanisch-rätischen Limes. Die gemeinsame Bewerbung und übergreifende Aktivitäten versprechen Synergieeffekte.

Ausschnitt aus der "Peutinger Karte"

Verlauf[Bearbeiten]

Die Wegführung der Ferienstraße orientiert sich im Wesentlichen am Verlauf einer ursprünglich aus römischer Zeit stammenden Straßenkarte, der Peutingerschen Tafel, die von in der heutigen Schweiz gelegenen Legionslagern und Kastellen über den Hochrhein in Richtung Germanien führten.

Die Ferienstraße gliedert sich in drei Abschnitte: die Teilstrecken „Neckar-Alb“ und „Neckar-Aare“ folgen der oben beschriebenen Strecke und verbinden die auf der Peutingerschen Tafel dargestellten Orte und weitere Sehenswürdigkeiten zwischen w:Köngen im Landkreis Esslingen und Vindonissa (Windisch/Brugg) im Kanton Aargau. Das Teilstück Neckar-Hochrhein führt von Rottweil in den Hegau bei Engen an den Hochrhein. Es verläuft durch den Schweizer Kanton Schaffhausen und endet in Pfyn im Kanton Thurgau.

Verlauf der Römerstraße Neckar-Alb-Aare

Etappen der Römerstraße Neckar-Alb-Aare[Bearbeiten]

Vorbereitung[Bearbeiten]

Zur Vorbereitung von Auto- oder Radtouren entlang der Route oder ihrer Teilstrecken wird die Webseite des Vereins empfohlen: Hier sind alle Informationen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten, der detaillierten Wegführung, zum Station-machen oder einer Übernachtung enthalten; eine Broschüre und karte kann bestellt werden und es gibt auch Literatur zur römischen Lebensweise und zu ab 2021 möglicherweise wieder realisierbaren Veranstaltungen.

> Römerstraße Neckar-Alb Aare

Anreise[Bearbeiten]

Fahren/Wandern ...[Bearbeiten]

Ort 1 - Ort 2[Bearbeiten]

Abstecher Ort 3[Bearbeiten]

Ort 4 - Ort 7[Bearbeiten]

Über Ort 5[Bearbeiten]

Über Ort 6[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Köngen: Hier existierte vor 1800 Jahren ein römisches Dorf mit Kastell, das den Neckar-Übergang der römischen Fernstraße Mainz-Augsburg sicherte. Außerhalb des Kastells findet sich ein Meilenstein, nach welchem nach 29.000 Doppelschritten (ca. 42,9 km) Sumelocenna, das heutige Rottenburg zu erreichen ist. Vom Kastell finden sich noch teilweise wiederaufgebaute Weihealtäre, Steinfiguren sowie ein wiederaufgebauter Eckturm; siehe: Kastell Köngen, Römisches Museum mit Archäologischem Park Köngen
  • In Nürtingen-Oberensingen befindet sich einer der größten römischen Gutshöfe in Baden-Württemberg, der 1988 wiederentdeckt wurde.[1]
  • Pliezhausen: Liegend eingemauert am Turm der Kirche von Pliezhausen ist das 1,3 m hohe Mercurius-Relief.[2]
  • Bei Kirchentellinsfurt findet sich ein teilrekonstruiertes, einst rund 15 Meter hohes römisches Grabmal, welches bereits 1859 wiederentdeckt wurde. Die dort zu findenden zwei Sphingen gelten als die bedeutendsten Sphinx-Darstellungen auf deutschem Boden.[3]
  • Rottenburg, das einstige Sumelocenna, ist eine alte Römerstadt und war Hauptort einer selbstverwalteten Gebietskörperschaft. Hier finden sich ein Römermuseum, das über einem konservierten Ausschnitt der römischen Stadt errichtet wurde, sowie ein Römerbad.[4]
  • Obernau: Im Rommelstal befinden sich die Quellen für ein antikes Wasserleitungssystem. Die Gesamtleitung des Aquädukts betrug 7,16 km.[5]
  • In Bad Niedernau wurden ein Apollo-Relief sowie Ringe, Fibeln, Perlen, Gefäßscherben und etwa 300 römische Münzen gefunden.[6]
  • In Eutingen im Gäu, Ortsteil Rohrdorf, wurde innerhalb eines großen römischen Landguts eine Götterhalle mit den sogenannten "Zwölfgöttern" aufgefunden. Das Gelände wurde überbaut, aber am Fundort informiert eine Infotafel und im Rathaus sind Abgüsse der wichtigsten Skulpturenreste ausgestellt.[7]
  • Rangendingen/ Hirrlingen: Nördlich der Gemeinde Rangendingen ist die Römerstraße noch gut als Geländedamm, rechts der Straße nach Hirrlingen, sichtbar.
  • Das Römische Freilichtmuseum in Hechingen-Stein basiert auf einem 1973 entdeckten großen Gutshof, dessen Gebäude zum Teil rekonstruiert wurden. Inzwischen wurde hier auch ein Tempelbezirk nachgewiesen.
  • Burladingen hatte einst ein Kastell, welches den römischen Albübergang bewachte; siehe Kastell Burladingen
  • Geislingen-Häsenbühl: Hier befand sich an der Grenze zwischen den Provinzen Obergermanien und Rätien eine wichtige Straßenkreuzung mit einem Kaiserdenkmal, Kastell und Kastellvicus. Die Funde werden im Heimatmuseum in Balingen ausgestellt.[8]
  • In Rosenfeld ist ein Ausschnitt eines römischen Gutshofs mit Badeanlage als Freilichtanlage zu besichtigen.[9]
  • Sulz am Neckar ist Standort einer alten dörflichen Siedlung aus der Römerzeit; siehe: Kastell Sulz. Zu besichtigen ist hier in einem Schutzbau ein ungewöhnlicher römischer Keller.
  • Die umgestürzte Wand innerhalb einer römischen Gutsanlage in Oberndorf-Bochingen erlaubte erstmals die Rekonstruktion eines solchen Gebäudes bis unters Dach.[10] Außerdem konnte 2009 ein originales Straßenstück der Fernstraße Rottweil-Rottenburg von 70 m Länge nachgewiesen werden.[11]
  • Rottweil, ehemaliges "Municipium Arae Flaviae", einzige Stadt im deutschen Südwesten mit römischem Stadtrecht. Hier gibt das Dominikanermuseum Rottweil in der neu gestalteten Dauerausstellung Auskunft über das Leben der ehemaligen Römerstadt. Außerdem finden sich die Reste zweier römischer Bäder.
  • In Niedereschach/Fischbach-Sinkingen kann die gut erhaltene Therme des LUCIUS MARIUS VICTOR besichtigt werden.[12]
  • In Hüfingen (Brigobannis) findet man die Ruine eines römischen Militärbads – unter einem bereits ebenfalls denkmalgeschützten Schutzbau von 1820. Siehe auch: Kastell Hüfingen
  • Schleitheim (Iuliomagus) zeigt die vollständige Hypokaust-Heizungsanlage einer Therme sowie den freigelegten Keller eines Wohnhauses.
Die freiliegenden Tempelfundamente während der Grabung 1995

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Claudia Knubben: Römerstraße Neckar-Alb-Aare, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2010, ISBN 978-3-89870-646-9.
  • Christiane Frank: Die Römerstraße Neckar-Alb-Aare, Schönes Schwaben Juli/August 2009.
  • Dieter Planck (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. Römerstätten und Museen von Aalen bis Zwiefalten, Theiss-Verlag, Stuttgart 2005.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Susanne Kolbus: „Die römische Villa rustica von Nürtingen-Oberensingen“, In: „Fundberichte aus Baden-Württemberg“ Bd. 25, Theiss Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 978-3-8062-1727-8, Seite 537ff.
  2. F. Haug/G. Sixt: „Die römischen Inschriften und Bildwerke Württembergs“, 2. Auflage, Stuttgart 1914, S. 332, Nr. 211.
  3. F. Haug/G. Sixt: „Die römischen Inschriften und Bildwerke Württembergs“, 2. Auflage, Stuttgart 1914, S. 285, Nr. 167–169. – O. Paret, Fundber. Schwaben 9, 1935–1938, 87ff.
  4. Anita Gaubatz-Sattler: „Sumelocenna, Geschichte und Topographie des römischen Rottenburg am Neckar nach den Befunden und Funden bis 1985“. Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg Bd. 71, Theiss Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 978-3-8062-1492-5. - Sebastian Gairhos: „Stadtmauer und Tempelbezirk von Sumelocenna. Die Ausgrabungen 1995-99 in Rottenburg am Neckar, Flur "Am Burggraben"“. Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg Bd. 104, Theiss Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8062-2170-1.
  5. Karin Heiligmann: „Sumelocenna - Römisches Stadtmuseum Rottenburg am Neckar“, Führer zu archäologischen Denkmälern in Baden-Württemberg Bd. 18, 2. neu bearbeitete und erweiterte Auflage, ISBN 978-3-8062-1073-6.
  6. Hertlein/P. Goeßler, Die Römer in Württemberg, Stuttgart 1928–1932, Teil 3, S. 178, 351. - F. Haug/G. Sixt: „Die römischen Inschriften und Bildwerke Württembergs“, 2. Auflage, Stuttgart 1914, S. 276f., Nr. 162.
  7. Ernst Künzel: "Die Zwölfgötter von Rohrdorf", Archäologie in Deutschland 1/2010, Theiss Verlag, Stuttgart 2010, S. 8–13. - Ders.: "Die Zwölfgötter von Rohrdorf - Ein Heiligtum im Saltus Sumelocennensis von Marcus Aurelius bis Caracalla", mit einem Beitrag zum Stubensandstein von Wolfgang Werner. In: „Fundberichte aus Baden-Württemberg“ Bd. 31, Theiss Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2474-0, S. 449ff.
  8. J. Heiligmann, „Der „Alb-Limes““. Forsch. u. Ber. Vor- u. Frühgesch. Baden-Württemberg 35, Theiss Verlag, Stuttgart 1990, S. 30–39.
  9. Hertlein/P. Goeßler, Die Römer in Württemberg, Stuttgart 1928–1932, Teil 3, S. S. 365.
  10. K. Kortüm, Arch. Ausgr. Baden-Württemberg 2005, Theiss-Verlag, Stuttgart 2006, S. 164–166. - [1]. Abgerufen am 7. Oktober 2011. - Archivierte Kopie (archivierte Version vom 18. September 2012 im Internet Archive archive.org). Abgerufen am 7. Oktober 2011.
  11. K. Kortüm, Arch. Ausgr. Baden-Württemberg 2009, Theiss-Verlag, Stuttgart 2010, S. 182–185.
  12. Peter Jakobs: „Die Badeanlage der römischen Villa von Fischbach, Schwarzwald-Baar-Kreis“. Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Kleine Führer, Blatt 30, Stuttgart 1990. - Peter H. F. Jakobs: „Der römische Gutshof von Fischbach“. Führer zu archäologischen Denkmälern in Baden-Württemberg Bd. 17, Theiss Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 978-3-8062-1064-4.
  13. Museum Küssaberg
  14. A. Hidber, „Bezirksmuseum «Höfli» Zurzach“, Bad Zurzach 1993.
  15. Jürgen Hald, Dieter Müller, Thomas Schmidts: „Römerzeitliche Geländedenkmäler 4. Der römische Gutshof bei Engen-Bargen (Landkreis Konstanz)“. Atlas archäologischer Geländedenkmäler in Baden-Württemberg, Band 03, Heft/Teilband 04, 2007, ISBN 978-3-8062-2194-7.

Ehemaliger Löschantrag[Bearbeiten]