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BR-319

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Rodovia federal BR-319

Länge: 885 km

Die BR-319 (offiziell „Rodovia Álvaro Maia“) ist eine 885km lange Fernstraße in Brasilien, die Porto Velho mit Manaus verbindet.

Wer Abenteuer inmitten der Wildnis erleben möchte, der kommt hier voll auf seine Kosten.

Hintergrund

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Die 1 Rodovia federal BR-319 ist eine der kürzesten Fernstraßen im Flächenstaat Brasilien. Längste ist die BR-101 (4867km), gefolgt von der Transamazônica (BR-230; 4342km). Die im Volksmund als „Hölle“ (portugiesisch: inverno) bezeichnete BR-319 wurde als durchschnittlich 11 Meter breite Straße konzipiert, die eine sichere Verkehrsverbindung zu den Flusssystemen des Rio Purus und Rio Madeira herstellen sollte. Die ab Humaitá weitgehend schnurgerade und in Nordost-Richtung diagonal verlaufende Straße (portugiesisch: Rodovia Diagonais) hat lediglich einen Höhenunterschied zwischen 30 und 50 Metern zu überwinden, teilweise liegt sie unter dem Meeresspiegel.

Haupthindernisse unterwegs sind die Flüsse, über die etwa 160 klapprige Holzbrücken und nur wenige Betonbrücken führen. Die BR-319 erreicht ein Einzugsgebiet von etwa 5,53 Millionen km², in dem lediglich 1,5 Millionen – meist indigene – Einwohner leben. Sie berührt 63 indigene Wohngebiete und fünf indigene Wohngemeinschaften der Apurinã, Munduruku, Mura, Paumarí und Parintintin.[1]

Die sehr anstrengende und mit Gefahren verbundene Fahrt über tief durchnässte Naturpisten wird entschädigt durch Einblicke in das fast menschenleere Brasilien mit üppigen primären tropischen Regenwäldern, riesigen Seen und Flüssen, endemische Tierwelt und indigene Siedlungen.

Geschichte

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Das Straßenbauprojekt wurde im März 1968 unter Präsident Artur da Costa e Silva öffentlich ausgeschrieben, der Baukonzern Andrade Gutierrez erhielt im April 1968 den Bauauftrag von der brasilianischen Militärregierung und begann im Juli 1968 mit den Bauarbeiten, noch bevor die erforderliche Machbarkeitsstudie vorlag.[2] Nach einer Bauzeit von 8 Jahren war die Straße im Dezember 1975 fertiggestellt.[3] Die lange Bauzeit zeigt, dass der Bau der BR-319 eines der schwierigsten Straßenbauprojekte in Brasilien war.[4] Die Eröffnung der nur teilweise asphaltierten Straße erfolgte am 27. März 1976.

Der Straßenzustand verschlechterte sich durch die harten tropischen Bedingungen in Form der Wassererosion (Temperaturen von dauerhaft über 30°C, hohe relative Luftfeuchtigkeit von 80% oder mehr und Starkregen) und fehlender Instandhaltung.[5] Der Schwerlastverkehr hat zusätzlich zur Verschlechterung der Straßenqualität beigetragen. Die Regierung veranlasste 1985 nach bereits zehn Jahren, den Asphalt zu zerstören und Teile der Straße zu sprengen. Nach 1986 wurde die ohnehin kaum genutzte Straße unpassierbar[6] und 1990 geschlossen. Für den Güterverkehr nach Manaus wurden weiterhin Schiffstransporte genutzt, die kostengünstiger waren. Erst 1996 gab Präsident Fernando Henrique Cardoso die Rekonstruktion der Straße bekannt. Weitere zehn Jahre vergingen, bis sich 2005 die Regierung zur kompletten Asphaltierung entschloss. Ab 2006 begann das brasilianische Telekommunikationsunternehmen Embratel mit der Verlegung von 935km langen Glasfaserkabeln entlang der Piste, gleichzeitig wurden im Abstand von 40km Funktürme als Redundanz für die Kabel errichtet.

Da der mittlere, nicht asphaltierte Abschnitt der BR-319 in einer Länge von 406km östlich eines seit Mai 2008 bestehenden Nationalparks (Parque Nacional Nascentes do Lago Jari) liegt, war für den Straßenbau eine Umweltlizenz erforderlich, die von der brasilianischen Naturschutzbehörde Ibama erteilt werden musste. Im April 2016 lizenzierte die Behörde Straßenreparaturen im mittleren Sektor für ein Jahr. Im Jahr 2019 entschied ein Bundesstaatsgericht, dass das Baulos C[7] erst nach Abschluss einer Studie und Zulassung realisiert werden darf. Seitdem gibt es im mittleren Abschnitt einen Baustopp, der zwischen Behörden und Gerichten umstritten ist und den Ausbau der Straße verhindert.

Im Januar 2021 transportierten zwei Konvois 160.000m³ medizinischen Sauerstoff in Spezialfahrzeugen über die BR-319 von Porto Velho nach Manaus. Die Konvois starteten am 20. Januar bzw. am 21. Januar und erreichten Manaus nach vier Tagen am Mittag, dem 24. Januar 2021. Ursprünglich war eine Fahrzeit von 36 Stunden geplant.[8] Auch dies zeigt, wie schwierig die – sich durch die aktuelle Wetterlage schnell ändernden – Straßenverhältnisse sind.

Die brasilianische Regierung erwartete von der Ibama eine Genehmigung für den Wiederaufbau der BR-319 und den Beginn der Arbeiten während der laufenden Amtszeit im ersten Halbjahr 2022; der Wiederaufbau würde etwa fünf Jahre dauern.[9] Die erteilte Erlaubnis wurde im Juli 2024 von einem Bundesgericht aufgehoben. Im Juli 2025 schlossen das Transport- und Umweltministerium ein Abkommen, das das Bauprojekt beschleunigen soll. Wegen des gemeinsamen Widerstands von Umweltorganisationen und Indigenen bleibt insbesondere die Asphaltierung von rund 400 Kilometern in Höhe der Schutzgebiete (siehe Ausflüge und Karte) ungewiss. Deshalb wird der schlechte Straßenzustand in dieser Gegend noch für einige Zeit erhalten bleiben.

Klima, Flora und Fauna

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Die BR-319 verläuft innerhalb der Inneren Tropen. Das bedeutet, dass das ganze Jahr über die Tagestemperaturen nicht unter 25°C fallen und bis zu 35°C ansteigen können. Nachts sinkt die Temperatur nicht unter 20°C. Die Trockenzeit liegt zwischen Juli und Oktober, danach folgt die Regenzeit von November bis Juni. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt tagsüber um die 87% und steigt nachts auf über 90%. Während der Regenzeit steigt sie auch tagsüber auf über 90%. Im Jahr fallen 2300mm Regen.

Im Amazonas-Regenwald leben mindestens 427 Säugetierarten, darunter Affen (Brüllaffen, Kapuzineraffen und Spinnenaffen), Capybaras, Faultiere, rosa Flussdelfine, Gürteltiere, Jaguare, Tapire und Riesenottern. Bekannteste unter den rund 1500 Vogelarten sind die Ara-Papageien, Harpyie, Hoatzin oder Tukane. Die größte Gefahr für den Menschen geht von Schlangen wie der Würgeschlange Grüne Anakonda aus, aber auch der giftige Gemeine Lanzenkopf oder die Südamerikanische Klapperschlange sind gefährlich. An und in den Gewässern halten sich Kaimane auf. Im Wasser leben die gefährlichen Piranhas.

Im sattgrünen, dichten und primären Regenwald gedeihen mindestens 80000 Pflanzenarten und damit die höchste Pflanzenvielfalt der Welt, davon 16000 Baumarten wie der Kapok, Kautschuk-Baum, Paranuss-Baum oder die Kohl-Palme. Allein der Amazonas-Regenwald (portugiesisch: floresta Amazônica) produziert 20% des Welt-Sauerstoffs.

Reisevorbereitung

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Indigene auf der Straße

Beste Reisezeit für Selbstfahrer ist die Trockenzeit zwischen Juli und Oktober. Aber auch während der Trockenzeit trocknen die Pisten nicht vollständig aus, weil die hohe relative Luftfeuchtigkeit die Austrocknung verzögert und die Verdunstung dies nicht immer ausgleichen kann. Vor Ort ist von Bedeutung, sich in Porto Velho oder Manaus über den aktuellen Straßenzustand zu informieren. Sollte dieser als schlecht zu qualifizieren sein, gibt es die Möglichkeit, einen Inlandsflug zwischen diesen beiden Städten zu buchen.

Das erforderliche Allradfahrzeug muss vom Reisenden vollständig beherrscht werden, weil die – auch zur Trockenzeit – schwer befahrbare, tief wasserdurchtränkte Naturpiste aus Vertisol (englisch: black cotton soil) selbst für erfahrene Safari-Fahrer nur mit äußersten Strapazen überwunden werden kann. Geringste Fahrfehler – wie etwa der kurzzeitige Verlust der Traktion – können zu zeitraubenden Fahrmanövern führen. Empfehlenswert ist eine Fahrt im Konvoi. An schwierigen Stellen (ansteigende Piste) warten Traktoren (manchmal gegen Bezahlung) darauf, die steckengebliebenen Fahrzeuge aus dem Schlamm herauszuziehen. Ein HiJack-Wagenheber und ein Kompressor zur Regulierung des Reifendrucks können sich als hilfreich erweisen. Auf der Naturpiste sollte der Reifendruck um 0,2-0,3 bar gesenkt werden.

Vor Reisebeginn ist vollzutanken und ein gefüllter Reservekanister mitzuführen. Der Benzinverbrauch ist durch die hohe Drehzahl (für das maximale Drehmoment) bei niedrigen Gängen wesentlich höher als auf asphaltierten Straßen. Unterwegs gibt es zwar einige Tankstellen, doch ist nicht sicher, ob sie aktuell Benzin vorrätig haben. Die einzig sichere Versorgung auf der Strecke gibt es in der Stadt Humaitá.

Selbstfahrer sollten für die 400 Kilometer asphaltierte Strecke (bei 200km langen Tagesetappen) zwei Übernachtungen, für die 485km Naturpiste (150km Tagesetappe) mindestens drei Übernachtungen einplanen. Nachtfahrten wie bei den Buslinien sollten vermieden werden.

Anreise

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Porto Velho kann per Flugzeug durch den 1 Rondonia Airport (ICAO: SWRO) erreicht werden. Auf der Straße ist die Stadt durch die BR-364 (), ein Teil der Transoceánica, verbunden. Manaus hat – bis auf die BR-319 – keine andere Straßenverbindung, sondern kann entweder über den 2 Manaus International Airport (IATA: MAO) oder per Schiff über den 3 Port of Manaus durch eine bis zu 36 Stunden dauernde Schifffahrt von Santarém auf dem Amazonas erreicht werden.

Es ist für Selbstfahrer ratsam, die BR-319 ab Porto Velho auf Asphalt zu beginnen, um sich an Klima und Umgebung gewöhnen zu können. Wer den Linienbus vorzieht, kann auch in Manaus beginnen. Die Buslinien Amatur und Eucatur befahren die Strecke täglich und benötigen 20 bis 26 Stunden.

Streckenverlauf

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Die bequeme Asphaltstrecke verläuft von Porto Velho bis hinter Humaitá und südlich von Manaus. Ein Hinweisschild ab Beginn der Naturpiste zeigt die Entfernungen nach Realidade (67km), Careiro Castanho (544km) und Manaus (656km) an. Bei einer Gesamtstrecke von 885km beläuft sich der Asphaltanteil auf 405km (46%).

Übersicht

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Auf der BR-319 gibt es nur wenige Ortschaften; unterstellt wird eine Fahrt von Süden nach Norden:

Bundesstaat Ort Entfernung
(in km)
Flagge Rondônia Rondônia Porto Velho0
Flagge Rondônia Rondônia /
Flagge Amazonas Amazonas
Grenze nach Amazonien24
Flagge Amazonas AmazonasHumaitá181
Base Coronado26
Realidade72
Hevealândia248
Careiro Castanho210
Manaus124
gesamtBR-319885

In der Fachliteratur schwanken die Entfernungsangaben der BR-319, sie variieren zwischen 857km und 900km. Eine offizielle Angabe geht von 880,4 Kilometern aus.[10]

Einzelheiten

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Karte
Karte von BR-319
BR-319 in der Nähe der BR-230 (Transamazônica) auf dem Flug von Porto Velho nach Manaus (1979). Die sich in den Regenwald ausbreitenden Siedlungen sind bereits zu erkennen.
Porto Velho, Straßenverbindung von BR-319 und BR-364
Grenze zwischen Rondônia und Amazonas
Asphaltiertes Teilstück der BR-319

Die BR-319 beginnt in 1 Porto Velho im Bundesstaat Rondônia an der Kreuzung der Avenida Jorge Teixeira mit der in westlicher Richtung verlaufenden 2 Avenida dos Imigrantes , wie die BR-319 in Porto Velho offiziell heißt. Kurz nach ihrem Beginn folgt die

  • 3 Ponte Rondon-Roosevelt . eine am 15. September 2014 eingeweihte Stahlbeton-Brücke, die den den Rio Madeira mit einer Länge von 1,7km bei einer Spannweite von 975m überspannt. Von hier aus verläuft die BR-319 in Nord-Richtung durch primären tropischen Regenwald. Nach 24,5km folgt die.
  • 1 Grenze zum Bundesstaat Amazonas . mit einem Hinweisschild.
  • 4 Kreuzung mit der Transamazônica . ab hier verlaufen die BR-319 und die Transamazônica als einheitliche Straße Richtung Humaitá; zunächst folgt dessen Flughafen.
  • 4 Humaitá Airport (Francisco Correa Da Cruz, ​IATA: HUW) . Regionalflughafen von Humaitá. Auf der Transamazônica kann man an der Kreuzung Richtung Nordost nach Humaitá fahren (7km). Um nach Manaus zu gelangen, muss nach Nordwesten (links) abgebogen werden Richtung.
  • 2 Base Coronado . die BR-319 ist lediglich für 229km bis hinter Humaitá vollständig asphaltiert, wenngleich erhebliche Straßenschäden durch Schlaglöcher vorhanden sind. Nun beginnt die fahrtechnisch schwierigste Strecke der BR-319 auf einer selbst in der Trockenzeit nicht vollständig getrockneten Piste, die Richtung Norden verläuft.
  • 3 Realidade . eine kleinere Siedlung mit Tankstelle, Supermarkt, Restaurant und einfachem Hotel.
  • 1 Nascentes do Lago Jari National Park (Parque Nacional Nascentes do Lago Jari) . am 8. Mai 2008 eingerichteter und 8120km² großer Nationalpark, ein repräsentativer Teil des Amazonas-Regenwaldes.
  • 2 Lago do Capanã Grande Extractive Reserve (Reserva Extrativista do Lago do Capanã Grande) . am 4. Juni 2004 eingerichtetes und 3041km² großes Naturschutzgebiet, das die Baumbestände schützen soll.
  • 5 Torre da Embratel . einer der vielen, meist weithin sichtbaren Funktürme der Embratel.
  • 3 Fazenda Ecológica JL . eine Farm (portugiesisch: fazenda), die Nachhaltigkeit, Ökologie, Wildtierschutz und eine natürlichere und nachhaltigere Landwirtschaft und Viehzucht vereint. Sie kann von Interessenten besichtigt werden.
  • 4 Matupiri State Park (Parque Estadual do Matupiri) . ist ein 27. März 2009 eingerichtetes und 5137km² großes Schutzgebiet mit dem Status eines Nationalparks.
  • 6 Rio Tupana . 229m lange Brücke der BR-319 über den Rio Tupana. Von hier sind es noch 165km bis nach Manaus.
  • 5 Prêto do Igapó-Açu . eine Bedarfs-Fähre (portugiesisch: balsa) transportiert die Fahrzeuge an km 260 über den Fluss Igapó-Açu. Durch die vielen Lkw können lange Warteschlangen entstehen. Hier befindet sich die.
  • 6 Igapó-Açu Sustainable Development Reserve (Reserva de Desenvolvimento Sustentável Igapó-Açu) . ein am 27. März 2009 eingerichtetes „Reservat für nachhaltige Entwicklung“ mit einer Größe von 3946km². Es folgt die.
  • 7 Ponte Sobre Rio Araça . eine Steinbrücke über den gleichnamigen Fluss.
  • 8 Ponte Sobre o Rio Castanho . im April 2009 eröffnete und mit 3595 Metern die längste Brücke der BR-319. Sie führt in das Städtchen.
  • 4 Careiro . 1955 gegründet, 32000 Einwohner, alle Versorgungseinrichtungen vorhanden. Nach dem Zentrum folgt der städtische Hafen.
  • 5 Porto da Balsa . die Fähre am Ponto do Careiro Castanho stellt die letzte Etappe nach Manaus her und überquert den Amazonas und den hier zufließenden Rio Solimões. Die Fähre ist eine Attraktion für sich, denn sie überquert den hier bis zu3 km breiten Amazonas.
  • 6 Balsa Rio Amazonas . ist weltweit die längste Fähr-Strecke über einen Fluss. Die BR-319 heißt bis zur Fähre Rod. Àlvaro Maia. Die Fähre durchquert zunächst den Rio Amazonas, danach dessen Zusammenfluss mit dem Rio Negro (portugiesisch: encontro das aguas) und dann den Hafen Porto de Ceasa. Unterwegs passiert sie den.
  • 2 Encontro das Aguas . wo sich die schwarzen Wasser des Rio Negro und die braunen des Rio Solimões für rund 2 Kilometer nicht vereinigen, sondern nebeneinander fließen.
  • 7 Porto da Ceasa . ist der Ankunftshafen der Fähre. Von hier aus sind es auf der BR-319 noch 11 km bis nach.
  • 5 Manaus . bereits 1669 gegründete Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaats mit 2,3 Millionen Einwohnern. Hier wird die BR-319 als „Avenida Ministro Mario Andreazza“ weitergeführt. Sie endet als einzige Überlandverbindung von Manaus in der Rua Silva Ramos.

Bilder

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Ausflüge

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Schutzgebiete im Flusssystem Rio Purus/Rio Madeira mit der BR-319

Die BR-319 führt durch eine Vielzahl von Schutzgebieten, von denen die meisten direkt von der Straße aus erreichbar sind. Besonders sehenswert sind die erwähnten Nascentes do Lago Jari National Park (Nr. 10 auf der Karte), der den 7 Lago Jari und dessen Umgebung schützt, die Lago do Capanã Grande Extractive Reserve (Nr. 14) als Rohstoffreservat, Matupiri State Park (Nr. 16 und 17) mit indigenen Sondernutzungsrechten und die Igapó-Açu Sustainable Development Reserve (Nr. 13) als „grüne Barriere", um die Abholzung entlang der BR-319 zu verhindern.

Die BR-319 durchquert eines der größten noch erhaltenen Regenwaldgebiete Brasiliens, das indigenes Land (19% der Fläche), Naturschutzgebiete (32,8%), Siedlungen, nicht zugewiesenes öffentliches Land und private Gebiete mit wenig oder gar keiner Landregulierung umfasst. Es wird befürchtet, dass der Ausbau die kriminellen Aktivitäten wie Abholzung, Grundstücksspekulation, Bergbau und Landraub verstärken könnte.

Küche und Versorgung unterwegs

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Die brasilianische Küche ist fleischlastig und kennt als Beilagen Reis, schwarze Bohnen oder Maniok (geröstet als Farofa). An der Strecke gibt es einige einfache Restaurants, die auch als Raststätte ohne Komfort fungieren:

  • 1 Lanchonete e Restaurante KM 100
  • 2 Restaurante Fogão à lenha
  • 3 Lanchonete A Cabana
  • 4 Restaurante do Gaúcho
  • 5 Pousada e Restaurante Toca da Onça KM 472
  • 6 Restaurante Rio Novo
  • 7 Palhoça
  • 8 Pousada Antonio da Farinha

Alle Restaurants liegen in unmittelbarer Nähe zur BR-319.

Unterkunft

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Auf der Strecke gibt es unter anderem folgende einfachen Unterkünfte:

  • 1 Hospedagem do Gaúcho
  • 2 Pousada Terra Rica
  • 3 Amazon Tupana Lodge
  • 4 Hotel Fazenda Torre Forte BR 319

In Humaitá, das 7km von der BR-319 entfernt ist, gibt es unter anderem

  • 5 Hotel Macedônia
  • 6 Humaitá Quality Hotel
  • 7 Pousada Rio Bonito

Alle Hotels liegen in unmittelbarer Nähe zur BR-319.

Sicherheit

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Siehe auch: Sicher reisen
Siehe auch: Tropenkrankheiten
Die Region ist stark malariagefährdet und Dengue-Gebiet. Vor Reiseantritt muss ein reisemedizinisch versierter Arzt aufgesucht werden, der über eine Malaria-Prophylaxe entscheidet. Als Malariaschutz vor Ort werden eine körperbedeckende helle Kleidung (lange Hose und lange Ärmel, trotz Hitze), Mückensprays und ein Malaria-Netz empfohlen.

Die Region um die BR-319 ist kein typisches Touristengebiet, so dass die Kriminalität als gering einzuschätzen ist. Dessen ungeachtet sollte man mit Aufmerksamkeit und hoher Eigensicherung unterwegs sein.

Auf der BR-319 sind neben dem dominierenden Güterkraftverkehr auch Linienbusse des Fernverkehrs und Enduros unterwegs. Sie hinterlassen oft tief in den Matsch eingegrabene Fahrspuren, die zu einer Falle werden können. Holzbrücken mit morschen oder fehlenden Brettern als Fahrspuren erfordern fahrerische Konzentration. Zu Staus kann es kommen, wenn Fahrzeuge mitten auf der Straße liegen bleiben, weil sie im Schlamm stecken oder sie eine Panne haben. Dann wird die Traktion des eigenen Fahrzeugs behindert, so dass das Risiko, sich selbst im Schlamm festzufahren, zunimmt. Wo die BR-319 unter dem Meeresspiegel liegt, kann das Regenwasser nicht abfließen und sorgt trotz Verdunstung für dauerhaft nassen Untergrund.

Die BR-319 führt im Norden durch den tropischen Amazonas-Regenwald, der unmittelbar am Straßenrand beginnt. Wer im unbewohnten Regenwald wandert, begibt sich in Lebensgefahr. Abgesehen von lebensbedrohlichen Wildtieren (Jaguare, Kaimane, Piranhas, Pumas, Schlangen und diverse Insektenarten) gibt es im auch tagsüber dunklen Regenwald auf dem stets durchweichten tiefen Boden keine Wanderwege. Wer sich hier – mit einer Machete ausgerüstet – durchschlagen will, muss sich im Gebiet sehr gut auskennen, auf indigene Führer verlassen und über eine ausgezeichnete Kondition verfügen (Survival-Training). Die robuste Kondition wird durch hinderliches dichtes Busch-, Flechten- und Wurzelwerk, zahlreiche Flüsse und das Tropenklima mit über 87% Luftfeuchtigkeit bei einer Temperatur von über 35°C stark beansprucht.

Literatur

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Ein Reisebericht unter anderem über die Fahrt mit einer Ente über die BR-319 (nicht zum Nachahmen geeignet):

Einzelnachweise

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