Thema:Reisen mit dem Zug
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Bevor Flugzeuge und Automobile die Mobilitätsbühne betraten, war das Reisen mit dem Zug die gängigste Form, um auf dem Landweg voranzukommen. Lange Zeit war das Eisenbahnwesen weltweit die Vorzeigetechnologie (vgl. den Gebrauch von "Materialien aus der Raumfahrt") schlechthin. Noch heute erreicht die Bahn zwar nicht die Geschwindigkeit von Flugzeugen und ist auch nicht so flexibel wie das Automobil, sie ist aber in vielen Fällen bequemer und ermöglicht es nebenbei anderen Dingen nachzugehen. Bei Entfernungen zwischen 100 und 800 km bleibt die Bahn das schnellste Verkehrsmittel, da man von Stadtzentrum zu Stadtzentrum reist. Auf langen Strecken ist die Bahn langsamer als das Flugzeug, erlaubt es aber stattdessen, die Landschaft mehr zu genießen und bei Zwischenstopps auch mal Frischluft zu schnappen. Der Weg ist das Ziel - so Mancher ist schon auf den Geschmack gekommen, Du auch?
Im Folgenden soll kurz auf allgemeine Gegebenheiten eingegangen werden, landes- sowie ortsspezifische Informationen finden sich entlang der Reiserouten.
Zuggattungen [Bearbeiten]
In nahezu allen Ländern dieser Erde, werden Züge ins sog. Gattungen eingeteilt. In den meisten Fällen wird zwischen Nah- und Fernverkehr unterschieden. Bestimmte Zuggattungen, insbesondere im Hochgeschwindigkeitsverkehr, können gleichsam auch als Werbeträger (vgl. ICE) für ein bestimmtes Eisenbahnunternehmen fungieren. Darüber hinaus gibt es u.a. Autozüge, Nachtzüge mit Sitz-, Liege- oder Schlafwagen, sowie Sonder- bzw. Charterzüge.
Fahrpreise und Beförderungsbedingungen unterscheiden sich meist zwischen den Gattungen. So ist z.B. der deutsche ICE ein "Vorzeigezug" der DB, weswegen ein Aufpreis verlangt wird. Auch wenn die Fahrt sicher für Manchen ein Erlebnis sein mag, mögen im Einzelfall günstigere Alternativen praktikabler erscheinen.
Fahrkarten [Bearbeiten]
Grundsätzlich kann zwischen Passangeboten, Streckenfahrscheinen sowie kontingentierten Sparpreisen (u.U. mit Zugbindung) unterschieden werden. Reservierungen sind hier meist separat erhältlich. In einigen Ländern finden darüber hinaus Globalpreise Anwendung, hier sind spezielle Fahrpreise zugrunde gelegt (häufig beinhalten diese zusätzliche Leistungen, wie z.B. Speisen oder Reservierungen).
Das bekannteste Passangebot ist beispielsweise das Inter Rail-Ticket, es werden jedoch auch länderspezifische Pässe wie BritRail, oder Swiss Pass angeboten.
Fahrscheine sollten, insbesondere wenn man einen festen Reiseplan einhalten möchte, frühzeitig erworben werden. Stichwort: kontingentierte Sparpreise. Besonders wenn man Beratung benötigt, sollte zudem ausreichend Wartezeit am Schalter einkalkuliert werden.
Fahrscheine die im Zug verkauft werden, kosten ggf. einen Aufschlag. Insbesondere in Nahverkehrszügen ist der Fahrscheinerwerb im Zug unter Umständen gar nicht vorgesehen.
Rail&Fly: Für Fahrten mit dem Zug zum Flug gibt es oft besondere Angebote, Näheres siehe Reisen mit dem Flugzeug
RIT-Ticket: Die Tickets für eine Rail Inclusive Tour werden ausgestellt in Zusammenarbeit eines Reiseveranstalters mit der Bahn. Voraussetzung ist eine Tour mit mindestens 1 Übernachtung in einem Zielgebiet, das an dieser Aktion teilnimmt. Das Ticket für Hin- und Rückreise kostet für eine Anfahrtsstrecke von 400 km 66 €, darüber hinaus 114 €, für die Auswahl der Züge gibt es nur wenige Einschränkungen. Regionen, die sich an dem RIT-Ticket beteiligen, sind z.B. der Schwarzwald, Oberbayern und Niederbayern.
Deutschland [Bearbeiten]
Siehe auch Reisen mit dem Zug in Deutschland.
In Deutschland werden in Zusammenhang mit einer Zimmerbuchung über viele Vermieter oder Tourismusinformationen sogenannte RIT-Tickets vertrieben. Diese sind gegenüber dem Normalpreis reduziert und haben im Gegensatz zu den Sparpreisen keine Zugbindung.
Tageszeiten beachten [Bearbeiten]
Es kann ratsam sein, in den großen Städten morgendliche Stoßzeiten zu meiden. Große Gepäckstücke sowie Fahrräder dürfen unter Umständen nur mit Einschränkungen befördert werden.
Am Bahnhof [Bearbeiten]
Zu beachten ist, dass es in einigen Ländern, wie Frankreich, Bahnsteigsperren gibt, an welchen der Fahrschein entwertet wird. Der Fahrschein sollte immer bis zum Verlassen des Zielbahnhofes aufbewahrt werden, auch um Anspruch auf Erstattungen durch möglicherweise entstehende Verspätungen nachweisen zu können.
An Bord [Bearbeiten]
Laut Beförderungsbedingungen der meisten Bahngesellschaften ist der Fahrschein jederzeit vorzuweisen. Diesen zur Hand zu haben, empfiehlt sich also auch auf dem Weg zu Toiletten oder Restaurantwagen. Ebenso sollte jeder Fahrgast sein Gepäck selbst beaufsichtigen.
Geschwindigkeiten [Bearbeiten]
Europa [Bearbeiten]
Auf Neubaustrecken können Hochgeschwindigkeitszüge wie der französische TGV oder der deutsche ICE 3 heute Höchstgeschwindigkeiten bis zu 330 km/h fahren. In Deutschland ist nur die Strecke Köln-Frankfurt für 300 km/h zugelassen, in Frankreich fahren die Züge bis zu 320 km/h. Die Reisezeiten variieren auf Hauptstrecken innerhalb eines Landes erheblich. Dies hängt mit der Streckenführung und dem Ausbauzustand zusammen. So begrenzen Straßenkreuzungen und herkömmliche Signalsysteme am Gleis die Geschwindigkeit auf 160 km/h. Oft sind auf Altbaustrecken nur 120 km/h möglich, auf den Bergstrecken fällt sie sogar auf 80 km/h oder tiefer. Erst die Signalübertragen über Linienleiter oder andere Übertragungswege auf den Führerstand und straßenkeuzungsfreie Überquerungen ermöglichen die Anhebung auf 200 - 230 km/h. Neubaustrecken sind dagegen so gebaut, dass auf ihnen 250 km/h oder mehr gefahren wird. Strecken mit unbeschrankten Bahnübergängen setzen die Geschwindigkeiten oft auf 60 km/h herunter.
Großbritannien: Hier findet man Nebenlinien mit 60 km/h Reisegeschwindigkeit wie die Strecke Blackpool–Leeds. Für 135 km benötigt man 2 Stunden 15 Minuten, was eine Durchschnittsgeschwindigkeit von lediglich 60,2 km/h ausmacht. Als Gegenextrem findet sich z.B. die East Coast Main Line, über die man mit 200 km/h Höchstgeschwindigkeit in 4 Stunden 20 Minuten von London nach Edinburgh reisen kann.
Südamerika [Bearbeiten]
Nachdem zwischen 1980 und 1995 zahlreiche staatliche Bahnbetriebe privatisiert wurden und das Streckennetz stark ausdünnte, erlebt Südamerika heute ein zaghaftes Revival im Bahnverkehr. So sind in Brasilien, Argentinien und Venezuela Hochgeschwindigkeitsstrecken geplant. Noch muss sich der Reisende jedoch mit wenigen, oft sehr langsamen Zügen zufrieden geben.
Links [Bearbeiten]
- Wikibook zum Thema Eisenbahnfahren und Reisen mit der Bahn