Thema:Essen und Trinken in Franken

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Essen und Trinken ist in Ober-, Unter- und Mittel-Franken zu jeder Zeit ein Thema.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund [Bearbeiten]

Oberfranken hält 3 kulinarische Rekorde, auf die Einwohnerzahl bezogen, gibt es in Oberfranken auf 2.080 Einwohner eine Bäcker- oder Konditorei, auf 1.540 Einwohner eine Metzgerei und auf 5.511 Einwohner eine Brauerei. Mehr Informationen über den Genuss in Oberfranken findet man bei der Genussregion Oberfranken.

Zu den bekanntesten Köchen in Franken dürften Alexander Herrmann mit seinem Posthotel in Wirsberg und Ingo Holland mit seinem Alten Gewürzamt in Klingenberg am Main zählen.

Fleisch [Bearbeiten]

Feine Bratwürste mit Sauerkraut
Grobe Bratwürste im Brötchen mit Senf
Nürnberger Bratwürste
Blaue Zipfel oder Blaugsottene

Bratwürste [Bearbeiten]

Die Coburger ist mit mindestens 31 cm die größte, die grobe Fülle im Schweinedarm wird üblicherweise über dem offenen Kiefernzapfen-Feuer geröstet, das gibt das besondere Aroma. Sie ist auch die einzige, die einzeln gegessen wird, alle anderen oberfränkischen Varianten genießt man paarweise oder mehr.

Ebenso grob, aber kleiner liebt man die Bratwürsten im Forchheimer Raum, mittelgrob in der Gegend von Bamberg, Lichtenfels und Kronach. Feine Bratwürste, eher lang und dünn gibt es in den Gegenden um Hof, Bayreuth und Kulmbach. Letztere wird im Bratwurststollen gereicht, einem länglichem Brötchen mit viel Anis.

Nürnberger Bratwürste sind sie kürzesten mit einer Länge von 7 bis 9 cm. Sie wird typischerweise im Dutzend (12) oder halben Dutzend (6) oder als kleinste Einheit "Drei im Weggla" gegessen.

Im Wirtshaus bekommt man die Bratwürste meist mit Sauerkraut. Es gibt aber auch die Variante im Zwiebelsud, Blaue Zipfel oder Blaugsottene genannt.

Die Würzburger Bratwurst, auch "Winzerbratwurst" enthält einen Schuss Fränkischen Weißwein.

Ob Senf oder nicht muss jeder für sich selbst entscheiden, wenn Senf, dann aber den Siebenstern-Senf aus Oberkotzau.

Oft wird auch die Füllung der Bratwürste, das Bratwurstbrät, auf Brot gestrichen, mit gewürfelten Zwiebeln bestreut und mit Salz, Pfeffer oder Paprika gewürzt. Es gibt viele Namen dafür, z.B. Ghäckbrot oder Ghacktsbrot (von Gehacktes) oder in Oberfranken auch Ausgstraaftaa (Ausgestreifte).

Braten [Bearbeiten]

Rinderschmorbraten
Lammhaxe mit Klos
Rinderroulade mit Blaukraut und Semmel- und Kartoffelkloß

In Franken gibt es zum Braten Kartoffelklöße (Gliis, Glees, Glus), nicht wie im Süden Bayerns Semmelklöße. In Franken Witterung und Böden schlechter, wie im Süden. Weizen für helles Brot ist kaum gewachsen, meist wurde Gerste zum Brauen angebaut. Aber die Kartoffel war anspruchslos und wuchs auch im Fichtelgebirge gut. So entstand in Franken, wie auch im nahe gelegenen Thüringen eine Kartoffel-Tradition.

Klöse

Eine Spezialität im Coburger Land sind die Coburger Klöße. Dies sind Kartoffelklöße, die zur Hälfte aus rohen (wie die Thüringer) und aus gekochten Kartoffeln (wie die Fränkischen) hergestellt werden. Im Inneren werden sie mit geröstete Brötchen- oder Weißbrotwürfeln (Bröckla) gefüllt.

  • An einem Wochenende Ende August ist Klößmarkt in Coburg. Alles dreht sich um den Coburger Kloß auch Coburger Rutscher genannt. Es gibt zu den Klößen vielerlei Braten mit den entsprechenden Soßen.

Ab und zu stehen auch Semmelklöße auf der Speisekarte. Sie unterscheiden sich von den Bayerischen Semmelknödeln dadurch, dass sie wesentlich größer sind, häufig werden sie im Geschirrtuch (Serviettenkloß) gekocht und zum Servieren in Scheiben geschnitten.

Bohnen mit einer sauren Einbrenne

Soße

Franken lieben sämige Soßen, die häufig mit Soßenlebkuchen abgebunden werden.

Beilagen

Zum Braten werden häufig Blaukraut (Rotkohl) oder Sauerkraut als Beilage serviert. In der Fränkischen Schweiz wird auch durch den Wolf gedrehten, mit Sahne verfeinerter Wirsing gereicht. Zu Lammgerichten und geräuchertem Fleisch gibt es auch Bohnen, häufig sauer mit einer Essig-Einbrenne.

Baggers ist die fränkische Bezeichnung für Kartoffelpuffer.

Schäufele

Gerichte

Nachfolgend nur eine kleine Auswahl an Gerichten. Wer durch fränkische Gasthäuser streift, wird eine Vielzahl von Gerichten entdecken, die auch erwähnenswert wären.

  • Das Schäufele ist das Schulterblatt des Schweins. Das Fleisch wird komplett mit dem Schulterblatt-Knochen und der Fettschwarte im Ofen gegart. Dazu wird eine dunkle Bratensoße und Kartoffelklöße gereicht. Als Beilage empfiehlt gibt es entweder einen Salatteller, oder in Oberfranken auch Sauer- oder Blaukraut. Das Gericht ist so beliebt, dass es sogar einen Verein Freunde des Fränkischen Schäufele gibt.
  • Der fränkische Sauerbraten ist im Gegensatz zum rheinischen Sauerbraten ohne Rosinen und auch nicht vom Pferd. Die Soße wird mit einem Soßenkuchen gebunden, der dem Sauerbraten seine eigene Note gibt. Als Beilage wird oft Blaukraut gereicht.
  • Rouladen sind dünne Fleischscheiben, meist vom Rind oder Kalb, die mit Senf bestrichen, gefüllt, zusammengerollt und geschmort werden. Typisch ist eine Füllung mit Speck, Gurken und Zwiebeln.
Rippchen mit Klösen
  • Rippla, (Rippchen) werden im Ofen geschmort und mit Klößen und häufig auch mit Sauerkraut serviert. Oder auch in Unterfranken als Ribb'le mit Graud, einem Kassler Rippchen ähnlich, mit Sauerkraut serviert.
  • Schwarzfleisch mit Bohnakern, Schwarzfleisch (auch Rauchfleisch) ist gekochter und danach geräucherter Schinken oder Schweinebauch. Das Fleisch wird häufig mit stundenlang gekochten, sauren Bohnen und Klösen serviert.
  • Krenfleisch ist ein typisches Kirchweih-Gericht. Es handelt sich um gekochtes Rindfleisch mit einer Meerrettichsoße, serviert mit Klößen.

Fränkisches Hochzeitsessen [Bearbeiten]

Das weitverbreitete dreigängige Fränkische Festtagsessen besteht aus der Vorspeise als einer Suppe aus Rinderbrühe mit Markklößchen (Leberklößchen) und/oder Grießklößchen, als Hauptspeise aus in Suppengrün gekochtem Rindfleisch (Tafelspitz: das spitz zulaufende, zarte Schwanzstück vom Rind) und dazu unbedingt eine Meerrettichsoße. Beilagen zur Hauptspeise sind in der Regel breite Nudeln und Preiselbeeren oder als Variante auch mal Petersilienkartoffeln und Rote Beete. Eine Nachspeise gehört dazu, eine feste Regel gibt es hier nicht.

Gebackenes Blut mit Sauerkraut und Kartoffeln

Sonstiges [Bearbeiten]

Gebackenes Blut, auch Schwaaß genannt, ist vor allem aber im Hofer Land ein noch immer beliebtes, traditionelles Gericht. Ähnlich wie bei Blutwurst oder Pressack gibt man in das aufgefangene Blut des Schachttieres gewürfeltem Speck, Zwiebeln und altbackenen Brötchen, würzt mit Majoran und Salz und lässt das Ganze backen. Traditionell isst man als Beilagen Sauerkraut und Kartoffeln oder auch Stampf (Kartoffelbrei). Im Hofer Land, Frankenwald und Fichtelgebirge wird diese Gericht noch von einigen Gasthäusern an speziellen Tagen angeboten, es gibt auch noch Metzgereien, die ihre Kunden auf die Termine hinweisen, an denen es gebackenes Blut zu kaufen gibt.

  • Gasthaus "Zur Hulda", Tiefengrüner Str. 1, 95180 Berg-OT Tiefengrün, Tel.: +49 9293 637. Geöffnet ist täglich ab 11.00 Uhr, Sonntags ab 9.00 Uhr, Montag ist Ruhetag, außer wenn der Montag ein Feiertag ist, dann ist Dienstag geschlossen. Hier gibt es noch regelmäßig Gebackenes Blut.

Brotzeiten [Bearbeiten]

Brotzeitteller mit Schinken, Wurst, Käse, Senf und Gurken, dazu gibt es Brot und Butter
Sülze mit Bratkartoffeln

Auf jeder Speisekarte in Wirtshäusern finden sich Brotzeiten (woanders Jausen, Vesper, usw.). Hauptbestandteile sind häufig selbstgemachte Wurst, wie Göttinger oder roter und weißer Pressack. Beim Käse gibt es oft "Backstakäs" (Limburger) oder "Ziebeleskäs" (angemachter Quark) auch als "Weißer Käs" oder auch noch anders bezeichnet. Wichtiger Bestandteil ist der Schinken, oft als Geräucherte, Schwarzfleisch, oder in der Bamberger Gegend als "Zwetschgenbammes" bezeichnet. Beilage zur Brotzeit ist Brot, am besten selbstgebacken.

  • Sülze gibt es als Tellersülze in einem tiefen Teller als eigene Portion oder in Scheiben oder Stücke auf einem flachen Teller angerichtet. Es werden entweder Brot oder Bratkartoffeln dazu gereicht und häufig Essig als Soße beigestellt.
  • Zwetschgenbames, ist eine Spezialität der Fränkischen Schweiz im Raum Bamberg, wird aus der mageren Rinderkeule, trocken gesalzen hergestellt und entfaltet nach einer Reifezeit von mindestens 3 Monaten sein volles Aroma. Zur Brotzeit wird es fein aufgeschnitten serviert.
  • Auf Speisekarten wird man häufig lesen: mit Musik. Damit ist eine Marinade aus Essig, Öl, Salz, Pfeffer und Zwiebel gemeint. Es wird Wurst, häufig Stadt-, Fleischwurst oder Pressack, oder Käse, meistens Backstakäs. d.h. Limburger oder Romandur mit der Marinade angerichtet. Woher diese eigenartige Bezeichnung stammt, ist nicht überliefert.
  • Ausgstraafta (auch Bratwurstbrät, Bratwurstmett, Gstrüpfta) sind rohe Bratwürste, die aus dem Darm gedrückt und mit Zwiebeln, Salz und Pfeffer angemacht wurden. Sie werden gerne als Brotaufstrich gegessen.

Sonstiges [Bearbeiten]

Hofer Rindfleischwurst
  • Schüpf oder Schipf, oder Schlachtschüssel, bezeichnen Kesselfleisch
  • Die Hofer Rindfleischwurst ist eine über Buchenholz kalt geräucherte, rote Streichwurst. Sie ist als „regionaltypisches Produkt mit geschützter geographischer Ursprungsbezeichnung“ eine europaweit geschützte Spezialität

Imbiss [Bearbeiten]

Wärschtlamo

Wie in jeder anderen deutschen Stadt gibt es auch in fränkischen Städten Pizza und Döner zum Mitnehmen, aber in Franken gibt es mehr. Wie auch in anderen Teilen Süddeutschland ist auch die Leberkässemmel sehr beliebt, die es meist in Metzgereien zum Verkauf gibt.

In fast jeder Fußgängerzone findet man einen fest aufgebauten Bratwurststand, wo die Bratwürste gegrillt werden. Man muß jedoch wissen, wo man sich in Franken befindet, in Nürnberg bestellt man am Besten: Drei Bratwürste in einem Weckla, weiter nördlich in der Bayreuther oder Kulmbacher Gegend bestellt man: Ein paar Bratwürste und noch weiter im Norden in Coburg ist es am besten nur Eine Bratwurst zu bestellen.

In Hof geht man zum Wärschtlamo (Wikipedia) der in der Hofer Fußgängerzone stehend, in seinem Messing-Wurstkessel mit Holzkohle-Feuerung, Wienerla (Wiener Würstchen), Weißa (Weißwürste), Gnagger (Knackwürste) und Bauern (Debrecziner) warmhält und sie dann an seine Kunden mit einem Labla (Brötchen) und Sempft (Senf) verkauft.

Fischgerichte [Bearbeiten]

Fränkischer Karpfen [Bearbeiten]

Im Bierteig ausgebackener Spiegelkarpfen mit Preisschild, Preis nach Gewicht
Karpfen sauer mit Lebkuchensoße und Kloß

Hauptsächlich serviert mit Bierteig in Fett gebacken oder in einem Fischsud als Karpfen blau. Traditionell gibt es Karpfen in Monaten mit einem R im Namen, von September bis April. In der Gegend um Bamberg gibt es den Karpfens auch mit einer scharfen Pfefferpanade. Als Beilagen gibt es oft Kartoffelsalat oder einen gemischten Salatteller. In der Umgebung von Forchheim wird der Karpfen auch sauer serviert. Der im Essigsud gekochte Karpfen wird mit einer Lebkuchensoße und Kloß gereicht.

In Franken wird der hochrückige Spiegelkarpen bevorzugt, was sich auf die Essgewohnheiten der Mönche im Mittelalter zurückführen lässt. Im Mittelalter gab es bis zu 150 Fastentage im Jahr, an denen kein Fleisch gegessen werden durfte. Weiterhin durften die Speisen nicht über den Tellerrand hinaus ragen, deshalb züchteten die damaligen hungrigen Mönche einen Karpfen, der einen höheren Rücken hat als die lange, schmale Naturform, damit an Fastentagen mehr Fisch auf dem Teller lag.

Beim Karpfenfilet werden die Gräten zerschnitten und sind dadurch beim Essen kaum noch wahrnehmbar

Ingreisch ist der Rogen oder die Samenzellen (Weibchen = Rogner, Männchen = Milchner) oder auch allgemein die Eingeweide des Karpfens. Heute wird meist nur noch Rogen und Milch paniert und in Fett ausgebacken und als Beilage zum Salat gereicht. Hauptsächlich findet man dieses Gericht noch im Nürnberger Raum und im Aischgrund.

Das Karpenfilet wird durch eine besondere Schnitttechnik grätenfrei serviert. Durch kleine Schnitte in einem Abstand von etwa 5 mm werden die feinen Y-Gräten im Filet zerschnitten. Dadurch sind sie für den Esser kaum noch wahrnehmbar und das lästige Entfernen der Gräten entfällt.

  • Landgasthof Hotel zum Stern, in Markt Erlbach. Die Spezialität sind Karpfen in vielen Variationen bis hin zum Karpfen-Sushi. Es gibt spezielle Karpfen-Buffets und während der Saison eine große Auswahl an Karpfen-Gerichten.
  • Fischküche Reck, in Möhrendorf. Wie der Name schon sagt sind Fischgerichte ein Schwerpunkt der Speisekarte. In der Saison gibt es vom Karpfensüppchen bis zu sauer eingelegten Bratkarpfenfilet mit Bratkartoffeln.
  • Landgasthof Schrüfer, Hauptstraße 27, 91361 Pinzberg, Tel.: +49 (0)9191/7097-0. Auf der Speisekarte finden sich vier Karpfengerichte, darunter auch der Karpfen sauer mit Lebkuchensoße und Kloß.
  • Fachliteratur: Fritz Bauerreiß ; Selbstverlag Fritz Bauerreiß, Hofmannstr. 77, 91052 Erlangen (Hg.) : Fränkischer Karpfenführer. 2011, ISBN 978-3-00-035694-0, S. 246. www.karpfenfranken.de

Meefischli [Bearbeiten]

Ein Spezialität aus Mainfranken, handelt es sich um kleine frittierte Fische aus dem Main. Die Fischchen werden wegen ihrer Größe unausgenommen (manchmal wird der Kopf abgeschnitten) in Mehl gewälzt und frittiert. Es gibt sie ohne Beilagen oder mit gemischten Salat und Remoulade. Dazu trinkt man einen lokalen Frankenwein.

Forelle Müllerin im Brauereigasthof Rothenbach in Aufsess

Forellen [Bearbeiten]

Sie werden häufig mehliert als Forelle Müllerin oder Blau mit Salzkartofeln oder auch geräuchert angeboten.

  • Kleinrehmühle, in Marktleugast. täglich, deftige Brotzeiten und frisch geräucherten Forellen aus eigener Fischzucht, auch zum Mitnehmen.

Stockfisch [Bearbeiten]

Im Winter und Frühjahr und an besonderen Tagen wie den Karfreitag oder den Aschermittwoch findet man ab und zu noch Stockfisch auf Speisekarten.

Der Stockfisch nach altkulmbacher Art wird in kleinen Stücken mit Zwiebeln und gerösteten Brötchenscheiben in der Pfanne angebraten als Beilage gibt es, separat serviert, ein Erbsenmus.

  • Hagleite, in Kulmbach. Mit Dachterrasse, Karfreitag, Buß- und Bettag, Aschermittwoch gibt es Stockfisch nach altkulmbacher Art.

Süßes [Bearbeiten]

Dürre Küchla
Küchla

Schmalzgebäck [Bearbeiten]

  • Küchla, je nach Gegend Kichla, Kniekichla, Auszogene, Krapfen usw. genannt. Es handelt sich um ein Schmalzgepäck, einen Hefeteig der im siedenden Fett ausgebacken wird.
  • Dürre Küchla, der Hefeteig wird dünn ausgerollt und dann in Streifen geschnitten. Die Streifen werden in der Mitte eingeschnitten und dann das eine Ende durchgezogen. Der Knoten wird dann in Schmalz ausgebacken und vor dem Verzehr mit Puderzucker bestreut.
  • Schneeballen sind ein Schmalzgebäck, aus Rothenburg ob der Tauber, das mit einer speziellen Zange geformt wird. In der Originalversion waren sie nur mit Puderzucker bestreut, mittlerweile sind sie in diversen anderen Formen erhältlich.

Lebkuchen [Bearbeiten]

Nürnberger Lebkuchen sind ein schönes Mitbringsel von den fränkischen Weihnachtsmärkten, speziell auch vom Nürnberger Weihnachtsmarkt.

  • Nürnberger Lebkuchen als Herkunftsbezeichnung gesetzlich geschützt und die Hersteller müssen innerhalb der Stadtgrenzen Nürnbergs produzieren. Lebkuchen bestehen aus: Haselnüssen, Walnüssen und Mandeln, Orangeat und Zitronat, Honig, Mehl, Zucker und Eiern, Marzipan und typischen Gewürzen wie Anis, Ingwer, Kardamom, Koriander, Muskatblüte, Nelken, Piment und Zimt
  • Die Elisenlebkuchen sind spezielle Nürnberger Lebkuchen mit besonders hochwertiger Zusammensetzung

Außerhalb Nürnberg

Weiteres Gebäck [Bearbeiten]

  • Das Kissinger Hörnchen ist ein Butterplunderteig in Hörnchenform mit Haselnussfüllung. Es ist wahrscheinlich dadurch entstanden, dass man im 19. Jahrhundert während des Kuraufenthaltes in Bad Kissingen morgens nicht im Hotel frühstückte, sondern beim ersten Spaziergang zu den Heilquellen etwas zu sich nahm.

Pralinen [Bearbeiten]

Pralinen in der Confiserie Bauer

Getränke [Bearbeiten]

Franken lässt sich grob in Bier- und Weinfranken unterteilen. Im Westen, in Unterfranken, und in Teilen von Oberfranken wird mehr dem Wein zugesprochen, im östlichen Teil von Oberfranken und in Mittelfranken wird mehr Bier getrunken.

Wein [Bearbeiten]

Nähere Informationen zum Thema Wein gibt es im Artikel Mainfranken.

Frankenweine werden meist trocken ausgebaut. Trockene Weine dürfen nur halb soviel Restzucker (4 statt 9 Gramm je Liter) enthalten, als Weine aus andereren Anbaugebiete. Der Bocksbeutel ist die typische Flaschenform und wird häufig für höherwertige Frankenweine genommen.

  • Die Silvaner-Rebe ist die typischste fränkische Rebsorte und gehört zu den ältesten heute noch kultivierten Reben. Der Silvaner gelangte im 17. Jahrhundert wahrscheinlich aus dem Donauraum nach Deutschland. Er wurde 1659 erstmals nachweislich in Deutschland in Castell gepflanzt. Wenige Jahre später 1665 pflanzte Alberich Degen, der Abt von Kloster Ebrach, erstmals eine Silvaner-Rebe in der Weinlage "Würzburger Stein".
  • Müller-Thurgau, Rivaner, ist die häufigste Rebsorte in den fränkischen Weinanbaugebieten.
  • Als Bremser wird der Traubenmost bezeichnet, der gerade begonnen hat zu gären und noch süß ist. Wenn er saurer wird und mehr Alkohol enthält, wird er dann, wie im Rest von Deutschland Federweißer genannt.

Bier [Bearbeiten]

Häufig gibt es noch Bier vom Fass

Mehr zum Thema Bier in Bayern

Der Ausdruck Ungespundetes Bier kommt vom sogenannten Spundloch beim Bierfass. Dieses Loch an der Oberseite dient bei Holzfässern zum Druckausgleich während der Gärung, wo Kohlensäure und damit ein Überdruck entsteht. Das Ungespundetes Bier, das vorwiegend in Franken üblich ist, gärt ohne Verschluss dieses Loches und erhält dadurch gegenüber anderen Bieren einen geringeren Kohlensäuregehalt.

Kellerbier, auch Zwickelbier oder Zwickl genannt, ist ein ungefiltert naturtrübes Bier, das noch alle Schweb- und Trubstoffe enthält. Es gehört zu den ungespundeten Bieren mit geringen Kohlensäuregehalt, hat eine geringe Haltbarkeit und sollte immer frisch getrunken werden.

Viele Brauereien bieten zu bestimmten Jahreszeiten ein Starkbier, auch Bockbier genannt, an, das häufig auf -or endet z. B. Markator (Schinner, Bayreuth) oder Mobilator (Gottmannsgrüner Brauerei). Meist wird der Bockbier-Anstich in den Brauereigaststätten gebührend gefeiert.

  • In Pegnitz ist die Starkbierzeit von April bis Anfang Juli. Im wöchentlichen Wechsel wird der Flinderer, so wird das Starkbier genannt, in verschiedenen Gaststätten ausschenkt.
  • Kostenlose Bier-App für Android mit Bierkellern und Biergärten in Franken. Für das iPhone gibt es sie im iTunes Store kostenfrei.

Mischgetränke [Bearbeiten]

  • Ein Radler ist eine Mischung aus Bier und Zitronenlimonade, in Brauereien wird man häufig gefragt, ob mit hellem oder dunklem Bier gemischt. In anderen Gegenden wird es Alsterwasser genannt.
  • Ein Russe ist eine Mischung aus Weizenbier und Zitronenlimonade
  • Das Gaas-Seidla ist ein Biermischgetränk aus Lagerbier, Cola und Kirsch-Dessert-Wein mit 2,7% Vol Alkoholgehalt von der Brauerei Krug in Breitenlesau.

Spirituosen [Bearbeiten]

In der südlichen Fränkischen Schweiz prägen noch sehr viele Streuobstwiesen die Landschaft. Das Obst der alten Bäume wird gemaischt und danach gebrannt, es entstehen hervorragenden Obstbrände, die in den vielen kleinen Brennereien verkostet und gekauft werden können.

Zutaten [Bearbeiten]

Meerrettich oder Kren [Bearbeiten]

Kren ist eine wichtige Zutat in der fränkische Küche, besonders wird er beim Krenfleisch geschätzt, wird aber auch frisch gerieben zu groben Bratwürsten gegessen.

  • Jedes Jahr am 3. Sonntag im September findet in der Stadt Baiersdorf der traditionelle Baiersdorfer Krenmarkt statt.
Bamberger Hörnla

Bamberger Hörnla [Bearbeiten]

Bamberger Hörnla (wikipedia) sind eine alte Kartoffelsorte aus Franken. Die Kartoffeln sind klein und haben eine krumme, längliche Form. Da sie festkochend sind eignen sie sich besonders gut für Kartoffelsalat. Die Kartoffelsorte kann man gut auf Wochenmärkten und in Läden mit örtlichen Produkten einkaufen, im Supermarkt oder außerhalb Frankens sind sie schwer zu bekommen.

Spargel [Bearbeiten]

Spargel wird in allen fränkischen Bezirken angebaut, mit Schwerpunkt in Unter- und Mittelfranken. Der Spargel wird gerne mit Bratwürsten und Kartoffeln gegessen, aber auch andere Varianten wird man auf den Speisekarten finden. Die Europäische Kommission hat 2013 den Fränkischen Spargel in das EU-Qualitätsregister der Produkte mit geschützter geographischer Angabe (g.g.A.) aufgenommen.

Spargel als Beilage

Wenn es geht, sollte man Spargel frisch beim Erzeuger kaufen, durch langen Transport wird er nicht besser. Wenn die Schnittenden nicht ausgetrocknet sind und die Spargelstangen quietschen, wenn man sie aneinander reibt, dann ist er frisch. Bei manchen Spargelbauern kann man sich die Stangen gleich schälen lassen.

Der weiße Bleichspargel ist nur unter der Erde gewachsen und hat kein Sonnenlicht gesehen. Der grüne Spargel wurde über der Erde geerntet.

Die Spargelsaison geht je nach Bodentemperatur von Mitte April bis zum Johannistag am 24. Juni, danach darf der Spargel wachsen, um Kraft für die Ernte im nächsten Jahr zu sammeln. Heute werden Spargelfelder mit schwarzen Kunststofffolien abgedeckt, um die Aufheizung des Bodens im Frühjahr zu beschleunigen, damit man früher die ersten Stangen stechen kann.

Literatur [Bearbeiten]

  • Wolfgang Judas: fei(n) fränkisch, Die besten Seiten einer Region voller einzigartiger Genusswelten, Verlag Druck & Medien Heinz Späthling, 2010, ISBN 978-3-926621-85-6

Einkehren [Bearbeiten]

  • Markus Raupach, Bastian Böttner : Frankens schönste Bierkeller und Biergärten. Bamberg : Fränkischer Tag, 2008, ISBN 9783936897647, 640 Seiten. Ein Muss für jeden Biergartenliebhaber

Rezepte [Bearbeiten]

Wer Lust hat, auch einmal zuhause fränkische Küche zu genießen, der findet die entsprechenden Rezepte im Rezepte-Wiki unter Fränkische Küche. Viel Spaß beim Nachkochen.