Thüringer Wald
Der Naturpark Thüringer Wald ist eine Kulturlandschaft in Thüringen, deren Antlitz von bewaldeten Mittelgebirgslandschaften sowie vom nördlichen und südlichen Gebirgsvorland geprägt wird. Das Gebiet des Naturparks verbindet Städte und Ortschaften der Regionen Südwestthüringen, Mittelthüringen und Ostthüringen.
Auf dem Kamm des Gebirges verläuft der bekannte Höhenwanderweg Rennsteig.
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Regionen [Bearbeiten]
Der Thüringer Wald als Mittelgebirge und Kern des Naturparks durchzieht von Nordwest nach Südost den Süden Thüringens. Er gliedert sich in:
- Westlicher Thüringer Wald - von Eisenach bis zur Linie Ohrdruf - Steinbach-Hallenberg. Die höchste Erhebung ist hier der bekannte Große Inselsberg mit 916 m.
- Mittlerer Thüringer Wald - von der Linie Ohrdruf - Steinbach-Hallenberg bis zur Linie Königsee-Eisfeld. Hier liegt Oberhof, das bekannteste touristische Zentrum des Gebirges. Ferner liegen hier die höchsten Berge des Thüringer Waldes (Großer Beerberg 983 m).
- Schwarzatal - die Schwarza, ein linker Nebenfluss der Saale, ist mit ihren umliegenden Bergen das sehenswerteste Flusstal und war Flusslandschaft des Jahres 2006/ 2007.
- Hohes Schiefergebirge bzw. Südlicher Thüringer Wald - von der Linie Königsee-Eisfeld bis zur Linie Bad Blankenburg-Sonneberg. Das Hohe Schiefergebirge bietet mit dem Thüringer Wald eine Reisereiseregion. Auch landschaftlich ändert sich fast nichts in Bezug auf den Thüringer Wald. Geologisch handelt es sich aber um einen Teil des Thüringer Schiefergebirges.
Orte [Bearbeiten]
Die größten Kommunen der Region sind die kreisfreien Städte Eisenach, Wartburgstadt im Nordwesten, und Suhl, Waffenstadt und Nachbar zu den Landkreisen Schmalkalden-Meiningen, Hildburghausen und Ilmkreis.
Touristisch bedeutsame Orte und Städte:
- Brotterode - Bergstadt am Großen Inselsberg
- Eisenach - (43.000 Einwohner) mit der bekannten Wartburg
- Floh-Seligenthal - (6.300 Einwohner) die flächenmäßig größte Erholungsort am Rennsteig und am Bergsee Ebertswiese
- Friedrichroda - (7.400 Einwohner) malerische Lage am Nordrand des Thüringer Waldes; mit über einer Millionen Übernachtungen pro Jahr ehemals zweitwichtigster Ferienort der DDR
- Gehlberg am Schneekopf
- Ilmenau - (26.000 Einwohner) Universitätsstadt am Nordrand des Gebirges
- Lauscha - Glasbläserstädtchen, gelegen im südöstlichen Gebirgsteil
- Masserberg - Kur- und Wintersportort am Rennsteig
- Neuhaus am Rennweg - Stadt direkt am Gebirgskamm
- Oberhof - bekanntes Wintersportzentrum direkt am Rennsteig.
- Oberweißbach - hier liegt die bekannte Oberweißbacher Bergbahn.
- Ruhla - gemütlicher Erholungsort im nördlichen Teil des Gebirges.
- Schmalkalden - (19.800 Einwohner) mit hübscher Altstadt und Schloss
- Schmiedefeld am Rennsteig - zentrale Lage unweit der höchsten Berge
- Suhl - (38.200 Einwohner) "Hauptstadt" des Gebirges
- Steinach - besitzt das größte alpine Skigebiet des Thüringer Waldes
- Stützerbach - Kurort, der gerne von Goethe angesteuert wurde
- Tabarz - Kneipp-Kurort am Fuße des Inselsberges
- Tambach-Dietharz - liegt abseits des Touristenrummels, möglicher Rennsteig-Etappenort.
- Zella-Mehlis - (11.600 Einwohner), Wintersportort mit Meeresaquarium
Hintergrund [Bearbeiten]
Am Gebiet des Naturparks haben folgende Landkreise und große kreisfreie Städte Anteil:
Etwa von Nordwest nach Südost: Eisenach, Wartburgkreis, Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Suhl, Landkreis Gotha, Ilmkreis, Landkreis Hildburghausen, Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, Landkreis Sonneberg.
Sprache [Bearbeiten]
Nördlich des Gebirgskamms spricht man Thüringisch, südlich davon Fränkisch.
Anreise [Bearbeiten]
Flugzeug:
- über den Flughafen Erfurt
Bahn:
- Bahnlinien:
- Erfurt–Gotha–Eisenach–Bebra
- Eisenach–Bad Salzungen–Meiningen–Hildburghausen–Sonneberg (STB)
- Erfurt–Arnstadt–Zella-Mehlis–Suhl–Meiningen
- Wernshausen–Schmalkalden–Zella-Mehlis–Suhl
- Gotha–Fröttstädt–Waltershausen–Friedrichroda
- Gotha–Waltershausen–Friedrichroda–Tabarz (Thüringerwaldbahn)
- Erfurt–Arnstadt–Ilmenau
- Sonneberg–Steinach–Lauscha–Neuhaus am Rennweg
- Saalfeld–Bad Blankenburg–Katzhütte
- Saalfeld–Probstzella–Kronach
Auto:
- Autobahnen:
- Bundesstraßen:
- B 19 Eisenach–Breitungen–Meiningen
- B 62 Bad Hersfeld–Bad Salzungen
- B 89 Kronach-Sonneberg–Eisfeld-Hildburghausen–Meiningen
- B 281 Saalfeld–Neuhaus am Rennweg–Eisfeld
Mobilität [Bearbeiten]
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Berggipfel [Bearbeiten]
- Großer Inselsberg (916 m) bei Brotterode. Der markante weithin sichtbare Berg ist die höchste Erhebung des nördlichen Thüringer Waldes. Neben dem Schneekopf ist der Große Inselsberg der bekannteste Berg des Gebirges.
- Die Gipfelregion des Gebirges südöstlich von Oberhof. Hier findet man die drei höchsten Berge des Gebirges: Großer Beerberg (982 m mit dem bekannten Aussichtspunkt "Pläckners Aussicht" am Rennsteig), Schneekopf (978 m; tolle Rundsicht; Aussichtsturm der auf 1001 m Höhe führt) und Großer Finsterberg (944 m; Aussichtskanzel).
- Kickelhahn (861 m) - Der Hausberg der Stadt Ilmenau ist durch Goethe berühmt geworden. Auf dem Gipfel findet man neben dem Goethehäuschen einen Aussichtsturm und eine Gaststätte. Lage des Berges: 50° 39' 56" N 10° 52' 53" O
- Bleßberg (867 m) im südlichen Thüringer Wald. Der Berg ist im Bereich der Werraniederung in Südthüringen eine Landmarke. Auf der Erhebung steht neben dem markanten Sendeturm seit 1997 auch ein Aussichtsturm mit Wanderheim (weitere Infos).
Seen und Gewässer [Bearbeiten]
- Talsperre Schmalwassergrund - Die Trinkwassertalsperre liegt ca. 5 km östlich von Tambach-Dietharz im Thüringer Wald. Sie ist Teil der Thüringer Fernwasserversorgung. Der Steinschüttdamm ist das größte Bauwerk seiner Art in Deutschland. Er ist 77 m hoch und 325 m lang. Damit nichts durchsickert besitzt der Damm eine Asphaltbetonkerndichtung. Die Staumauer wurde zwischen 1988 und 93 errichtet. Nach dem Probestau bis 1997 erfolgte die Einweihung schließlich 1998. Das Baden im Stausee ist nicht gestattet.
Höhlen- und Schaubergwerke [Bearbeiten]
- Die Marienglashöhle beiTabarz - Schaubergwerk mit Gipskristallen.
- Saalfelder Feegrotten bei Saalfeld. Im historischen Alaunbergwerk von 1530 haben sich über 300 Jahre schöne Tropfsteinformationen gebildet. 1910 wurde das Bergwerk wiederentdeckt und zur Touristenattraktion ausgebaut. Etwa 180.000 Besucher jährlich kommen in die Feengrotten. Weitere Infos siehe www.feengrotten.de.
- Altensteiner Höhle bei Schweina am Südrand des westlichen Thüringer Waldes
- Schaubergwerk Morassina bei Schmiedefeld (Lichtetal) im Bereich des östlichen Rennsteigs.
- Felsengrotte Garküche Felsengrotte in Leutenberg mit schadstoff- und pollenfreier Luft. Allergiker und Asthmatiker können sich hier einer Atemtherapie unterziehen.
- Kittelsthaler Tropfsteinhöhle bei Ruhla - Einzige Tropfsteinhöhle Thüringens, die zur Schauhöhle ausgebaut wurde.
Burgen und Schlösser [Bearbeiten]
- Die Wartburg bei Eisenach.
Museen [Bearbeiten]
- Gartenzwergmuseum in Gräfenroda, die Geschichte des Thüringer Gartenzwerges aus der ältesten Gartenzwergmanufaktur der Welt.
- Öffnungszeiten: Mo-Fr: 10-17Uhr, Sa: 10-14Uhr;
- Ohrdrufer Str. 1, 99330 Gräfenroda; Tel.: 036205/ 76470; Info
Sonstiges [Bearbeiten]
- Das Pumpspeicherwerk Goldisthal, eines der größten Pumpspeicherkraftwerke Europas. In Goldistal kann man des Informationenzentrum besuchen. Das Kraftwerk kann nach Voranmeldung besichtigt werden. Am Oberbecken gibt es einen schönen Aussichtspunkt.
Aktivitäten [Bearbeiten]
Wandern [Bearbeiten]
Auf dem Kamm des Mittelgebirges verläuft der Rennsteig, ein Höhenwanderweg von 168 Kilometern Länge. In seiner Nachbarschaft können Radwanderer die Strecke auf dem Rennsteig-Radwanderweg bewältigen.
Die meisten Thüringer-Wald-Urlauber kommen um zu wandern, dem entsprechend sind auch die Angebote der Ferienorte strukturiert. Die Wanderwege sind gut ausgebaut, man sollte dennoch immer festes Schuhwerk tragen.
Wintersport [Bearbeiten]
- Ski Nordisch: Im Gebirge gibt es hervorragende Möglichkeiten um nordischen Wintersport zu betreiben. Der Rennsteig verwandelt sich bei entsprechender Schneelage auf 120 km in eine regionale Loipe. Vielerorts gibt es zusätzlich gespurte Rundloipen. Wer längere Touren unternehmen möchte, legt sich am besten eine Wintersportkarte zu (siehe Abschnitt Literatur). Die offizielle Infos zum Thema "Ski Nordisch" sind hier.
- Ski Alpin: Für die Freunde des alpinen Skisports besitzen die meisten Ferienorte auch einen Abfahrtshang mit Skilift. Das größte Skigebiet mit Sesselbahn ist die Skiarena Silbersattel bei Steinach. Auch in Oberhof gibt es eine Sesselbahn mit längerer Piste (800 m). Auf dem 916 m hohen "Großen Inselsberg" gibt es ebenfalls eine Abfahrtsstrecke mit Schlepplift und einer Gesamtlänge von 2,1 km.
- Schneetelefon für die Region: 0180 - 55 33 999 (14 Cent/Min. aus dem Festnetz).
- Die offizielle Schneehöhenübersicht des Regionalverbund Thüringer Wald e.V. für das gesamte Gebirge ist hier zu finden
Weitere Aktivitäten [Bearbeiten]
- Baden und Wellness in den Thermen in Oberhof (bis 2010 geschlossen), Tabarz und Masserberg.
- Stadtbesichtigungen in Schmalkalden, Ilmenau oder Eisenach.
- Museumsbesuche in den Museen der kleineren Städte. Hier wird vor allem über Regionalgeschichte wie auch zur Glaskunst informiert.
- Fahrten auf Touristischen Routen:
- Rennsteig
- Spielzeugstraße
- Porzellanstraße
- Klassikerstraße
- Olitätenwege
- Schieferstraße
Küche [Bearbeiten]
Die Küche ist der Fränkisch-Bayerischen recht ähnlich, die Portionen sind üppig und kalorienreich. Spezialitäten sind die Thüringer Klöße mit Roulade und natürlich die Thüringer Bratwurst, die mit jedem Höhenmeter mehr besser schmeckt. Zum Essen wird ein Bier gereicht. Vielerorts gibt es noch kleine Familienbrauereien, die Pilsner und Schwarzbier herstellen.
Nachtleben [Bearbeiten]
Wenn man abends ausgehen möchte, empfiehlt es sich, in die Städte zu fahren. In vielen kleineren Ferienorten werden Abends um 18 Uhr "die Bürgersteige hochgeklappt".
Sicherheit [Bearbeiten]
- Lawinengefahr besteht nicht, da fast alle Berge bewaldet sind (Mittelgebirge).
- Achtung: An vielen Stellen des Thüringer Waldes gibt es keinen Handyempfang.
- Im Winter sind Winterreifen unverzichtbar, es empfiehlt sich, Schneeketten mitzunehmen.
- Mit Kriminalität gibt es keine Probleme.
Klima [Bearbeiten]
Im Thüringer Wald herrscht Mittelgebirgsklima, die Nordseite ist etwas feuchter als die Südseite. Im Winter liegt im Thüringer Wald oberhalb von 600 bis 700 Metern meist immer Schnee, bis 400 Meter Höhe sind die Winter auch noch relativ schneesicher. Der schönste Monat, um den Thüringer Wald zu besuchen, ist der Juni, bzw. der Januar für Wintersportler.
Wettervorhersage [Bearbeiten]
Prognose für die Region "Thüringer Wald / Rennsteig" bis zu 6 Tage im Voraus auf WetterOnline. Es erscheint die 3-Tagesvorhersage bezogen auf Schmücke in 900 m Höhe. Einen Trend für bis zu 6 Tage im voraus erhält man, wenn man unten in der Tabelle auf "Trend" klickt.
Wetterstationen der Meteomedia AG mit 4-Tagesvorhersage:
- - Station "Oberhof" auf 780 m Höhe
- - Station "Masserberg" auf 790 m Höhe
- Hinweis für Wintersportler: Den zu erwartenden Neuschnee kann man aus der Vorhersage selbst ausrechnen. Faustformel: 1 mm Niederschlag ergibt etwa 1 cm Pappschnee (bei Temperaturen um die 0 Grad Celsius). Bei tieferen Temperaturen fällt meist Pulverschnee. Hier ergibt 1 mm Niederschlag 1-2 cm Schneehöhe.
Klarkommen [Bearbeiten]
Naturpark-Informationsstellen des Verbandes Naturpark Thüringer Wald gibt es in den Orten: Altenstein, Bad Blankenburg, Eisfeld, Friedrichshöhe, Gotha, Hörschel, Oberhof, Ohrdruf, Ruhla, Sitzendorf, Sonneberg, Spechtsbrunn, Tabarz, Unterweißbach und Vesser.
Ausflüge [Bearbeiten]
- Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale - mit den fjordartigen Stauseen.
- Frankenwald als südöstliche Verlängerung des Thüringisch-Fränkischen Gebirgsstockes von der Linie Bad Lobenstein-Sonneberg bis zur Linie Kulmbach-Hof
- Werratal Flusslandschaft zwischen zwei Gebirgen mit alten Städten.
- Erfurt - Die Thüringer Landeshauptstadt kann von den meisten Orten des Thüringer Waldes in einer Stunde Fahrtzeit erreicht werden.
- Weimar - Europäische Kulturhauptstadt 1999
- Rhön - westliches Nachbargebirge vulkanischen Ursprungs bis 950 Meter Höhe (Wasserkuppe).
- Saaletal - das landschaftlich reizvolle Gebiet zwischen Saalfeld und Jena.
- Coburg - Burgstadt in Nordbayern, die aber mit Tagesausflügen problemlos erreicht werden kann
Literatur [Bearbeiten]
- Allgemein: Verlag Grünes Herz - Der Verlag mit Sitz in Ilmenau gibt zahlreiche Wanderkarten für die Region Thüringer Wald heraus. weitere Infos: siehe Verlagsseite.
- Wintersportkarte: "Wintersport im Thüringer Wald", Maßstab 1:50.000, ISBN 978-3-86973-015-8 mit Stand Dezember 2009; Das Set besteht aus drei Karten, die den gesamten Thüringer Wald abdecken (verpackt in einer Schutzhülle), auf den Karten sind Loipen, Skiwanderwege und Skilifte mit Pisten eingezeichnet, Preis: 4,50 €, erschienen bei der Kartographische Kommunale Verlagsgesellschaft mbH
- Wintersportinfos in der freien Wikiweltkarte Openstreetmap - Das weltweite Kartenprojekt Openstreetmap besitzt eine sehr umfangreiche Datenbank. Hier unter xctrails.org sind die Rundkurse der Loipen aus Openstreetmap speziell dargestellt (einfach den Thüringer Wald suchen und stark hineinzoomen). Mit einem Klick auf die schwarzen Sportler-Symbole erhält man Zusatzinfos zur jeweiligen Loipe. Mit Stand 01-2013 ist das Loipennetz bzw. dass Netz der Skiwanderwege aber noch nicht komplett erfasst.
Weblinks [Bearbeiten]
- offizielles Informationssystem des Naturpark Thüringer Wald
- Regionalverbund Thüringer Wald e. V. - Zusammenschluss der Landkreise und Städte im Thüringer Wald (offizielle Seite; auch touristische Infos)
- www.rennsteigportal.de - lesenswerte private Internetseite zum Rennsteig; viele Hintergrundinformationen; die Seite ist nicht mit Werbung überfrachtet.
Webcams [Bearbeiten]
Hier findet man einige schöne Blicke auf das Gebirge:
- Blick vom Kickelhahn bei Ilmenau über den Thüringer Wald Richtung Rennsteig
- Blick über den Thüringer Wald vom Berghotel Stutensee aus
- Blick vom Aussichtsturm Rennsteigwarte bei Masserberg
- Blick von Tabarz auf den Thüringer Wald mit dem 916m hohen "Großen Inselsberg"