Siebenbürgen
Siebenbürgen oder Transsilvanien (rumänisch Ardeal oder Transilvania, ung. Erdély) ist eine Region in Rumänien. Die bergige Region im südlichen Karpatengebiet ist durch ihre wechselvolle Geschichte geprägt. Neben der deutschen lebt hier auch eine große ungarische Minderheit. Der berühmt berüchtigte Graf Dracula ist wohl die bekannteste historische Figur der Region.
Inhaltsverzeichnis |
Regionen [Bearbeiten]
Orte [Bearbeiten]
- Sibiu/Hermannstadt
- Mediaș/Mediasch
- Brașov/Kronstadt
- Sighișoara/Schäßburg
- Cluj Napoca/Klausenburg
- Miercurea Ciuc
- Făgăraș/Fogarasch
Weitere Ziele [Bearbeiten]
Bucegi-Gebirge, Făgăraş-Gebirge, Piatra Craiului (Königstein)-Gebirge, Deutschweißkirch/Viscri, Hamruden/Homorod, Törzburg/Bran
Hintergrund [Bearbeiten]
Sprache [Bearbeiten]
Siebenbürgen liegt in Rumänien, daher wird tatsächlich rumänisch gesprochen. In Siebenbürgen gibt es daneben auch eine große ungarische Minderheit sowie eine - seit den 90er Jahren auf ca. 14.000 Personen zurückgegangene - deutsche Minderheit, die Siebenbürger Sachsen, daher kommt man auch mit diesen Sprachen oftmals weiter. Nicht vergessen werden sollte die große Gruppe der Roma mit ihrer eigenen Sprache, dem Romanes.
Anreise [Bearbeiten]
Alle größeren Städte Siebenbürgens erreichen sie mit der Bahn über Budapest (Ungarn). In der Hauptstadt Bukarest gibt es zwei Flughäfen, von dort ist Siebenbürgen schnell per Zug oder Auto (Mietwagen) erreichbar. Hermannstadt/ Sibiu ist von einigen westdeutschen Städten per Flugzeug zu erreichen, in Kronstadt/Braşov soll irgendwann ein internationaler Flughafen gebaut werden. Gelegentlich werden einige weitere Flughäfen in Rumänien von Deutschland oder Österreich aus angeflogen.
Mobilität [Bearbeiten]
Die Region ist gut per Bahn zu bereisen. Allerdings sollten sie einige Zeit für die Bahnfahrten einplanen. Bahnfahren in Rumänien ist für den interessierten Touristen allemal zu empfehlen, nirgends kommt man besser und schneller ins Gespräch mit den Einheimischen, und die wunderschöne Landschaft entschädigt für die Langsamkeit der Fahrt.
Es gibt zur Zeit vier Zugklassen in Rumänien: Personal - Personenzug "Bummelzug" meist blaue Doppelstockwagen, Accelerat- Klasse höher, Rapid - die D-Zug Klasse und den InterCity - nicht wirklich so schnell wie ein deutscher Intercity, aber fast so teuer.
Immer mehr setzten sich die sogenannten Microbusse oder Maxitaxis durch, kleine Überlandbusse, die in der Nähe von Bahnhöfen oder auf Busbahnhöfen für etwa den gleichen Preis wie die Bahn Reisende in alle Städte der Region bringen. Diese sind oft an den Pappschildern mit dem Ziel in den Windschutzscheiben zu erkennen. Sie halten meist auch unterwegs und lassen Reisende aus und einsteigen. Bezahlt wird meist beim Fahrer, meist vor Erreichen des Ziels beim Einsteigen. (Hilfreich ist es hier die Einheimischen zu beobachten, zu fragen und es ihnen gleich zu tun.)
Fahren per Anhalter ist zwischen den kleinen Orten oft die einzige Möglichkeit vorwärts zu kommen, es ist weit verbreitet und problemlos auch von Fremden machbar. Der Fahrer des Autos erwartet ein kleines Trinkgeld für das Mitnehmen. Für die Strecke Reps/Rupea - Kronstadt/Braşov (60 km) sind 2007 etwa 8 Lei zu zahlen. Kleinste Einheit ist hier der 1 Lei Schein, etwa zwischen zwei Dörfern.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Siebenbürgen war und ist ein Schmelztiegel unterschiedlicher europäischer Kulturen und Völker. Die meisten siebenbürgischen Städte haben einen intakten mittelalterlichen Stadtkern. Besonders sehenswert ist die Altstadt von Schässburg/Sighişoara. In den letzten Jahren behutsam restauriert, besticht sie durch Charme und ihre Lage im Tal der Kokel (rum. Târnava'). Hermannstadt/Sibiu als europäische Kulturhauptstadt 2007 und Kronstadt/Braşov gehören unbedingt mit in diese Kategorie.
Das markanteste Merkmal Siebenbürgens sind die Kirchenburgen. Sie wurden zumeist von den Siebenbürger Sachsen ab dem 14. Jahrhundert errichtet, um sich gegen die Bedrohung durch das Osmanische Reich und andere kriegerische Auseinandersetzungen zu schützen. Fast in jedem Dorf in der Region können Reisende eine dieser Wehranlagen bestaunen, die herausragendsten und besterhaltenen sind: Birthelm/Biertan in der Region Herrmannstadt/Sibiu, Tartlau/Prejmer bei Kronstadt/Braşov, Deutschweißkirch/Viscri und Hamruden/Homorod bei Reps/Rupea.
Die Törzburg (Bran) bei Kronstadt/Braṣov wird in vielen Touristenführern als Draculas Burg vorgestellt und ist einer der größten Touristenmagneten in diesem Gebiet. Mit Dracula oder besser dem historischen Vorbild Vlad Ṭepes hat die wunderschöne Anlage aber nichts zu tun, doch das ändert an der Faszination der Besucher nichts. Natürlich befindet sich am Fuß der Burg ein großer Touristenmarkt, - auf dem aber immerhin noch überwiegend Waren und Souvenirs aus einheimischer Produktion angeboten werden. Das Geburtshaus des Vlad Ṭepes kann in Schässburg/Sighişoara in der Nähe des Stundenturms besichtigt werden. Bram Stoker, der Autor von "Dracula", der übrigens nie in Siebenbürgen war, hat sich von mittelalterlichen Berichten über diesen Fürsten zu seinem Buch inspirieren lassen.
Aktivitäten [Bearbeiten]
Die sehr abwechslungsreiche Landschaft Siebenbürgens wird durch die Karpaten und ihre Ausläufer geprägt. Das Wandern in den Bergen ist insbesondere bei Touristen aus dem deutschen und englischen Sprachraum beliebt, und so gibt es bereits einige gut ausgebaute Berghütten (Cabana) und auch einige markierte Wanderwege. Zu empfehlen sind hier das Bucegi-Gebirge und das Piatra-Craiului- (Königstein) Gebirge (beide im Bezirk Kronstadt/Braşov), sowie das Fogarascher-Gebirge.
Das Piatra-Craiului- (Königstein) Gebirge ist ein beliebtes Ziel für alpine Bergwanderer und Kletterer; in der Piatra-Craiului- (Königstein) Schlucht befindet sich eine ganze Reihe von gut erschlossenen und ausgeschilderten Kletterfelsen sowie eine Station der Bergrettung. Zu erreichen ist die Schlucht von der Kleinstadt Zărneşti aus, oder noch näher, vom Bergdorf Măgura. Hier liegt auch die für Wanderurlaube bekannte Pension Villa Hermani in Magura.
In der Ebene und in den Mittelgebirgslandschaften sind Fahrten und Touren mit dem Fahrrad gut möglich. Es gibt natürlich keine Radwege, aber der bunt gemischte Straßenverkehr in Rumänien gereicht dem Radfahrer hier zum Vorteil, denn er befindet sich in Gesellschaft von Pferdewagen und anderen "Langsamfahrern". Im Gebirge ist zur zweirädrigen Fortbewegung ein stabiles Mountainbike erforderlich.
Im Winter ist in den Karpaten Wintersport möglich. Allerdings nicht so, wie sich das der moderne Westeuropäer vorstellt. Vielmehr muss man die Schier oder den Schlitten ganz klassisch den Berg hochtragen, bevor man die Freude der Abfahrt genießen kann. Ein modernes Schiegebiet mit Seilbahn und präparierten Pisten befindet sich z.B. im Wintersportort Schullerau/Poiana Braşov.
Auf dem Fluss Alt/Olt kann man mit dem Floß fahren (hier gibt es Bilder von einer Floßtour auf dem Olt).