Südtirol

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Südtirol
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Lagekarte von Italien
Südtirol
Südtirol

Südtirol das amtlich Autonome Provinz Bozen – Südtirol (it: Provincia Autonoma di Bolzano – Alto Adige, lad: Provinzia Autonòma de Balsan/Bulsan – Südtirol) heißt, ist die nördlichste Provinz Italiens. Zusammen mit Trient bildet es die autonome Region Trentino-Südtirol. Der Haupteil der Bevölkerung (etwa zwei Drittel) ist deutschsprachig da das Gebiet bis zum Ende des ersten Weltkrieges zu Österreich (Tirol) gehörte. Ein Viertel spricht Italienisch und ein kleiner, vor allem im Gebiet der Dolomiten Bevölkerungsanteil im Dolomitengebiet spricht Ladinisch. Südtirol ist eine der beliebtesten touristischen Regionen Norditaliens.


Inhaltsverzeichnis

Regionen[Bearbeiten]

Comunità comprensoriali Alto Adige.svg

Die Gebirgsgruppen:

Die Täler zwischen den Gebirgsgruppen:

  • Etschtal mit Vinschgau (Oberlauf der Etsch), Schnalstal und Passeiertal im Westen und Nordwesten Südtirols, nach den Flächenanteilen teilweise identisch mit dem Burggrafenamt, von den Tourismus-Verbänden auch unter dem Begriff Meraner Land vermarktet.

Orte[Bearbeiten]

Villnöß - St. Magdalena

Die Städte:

  • Bozen (100.000 Einwohner), ital. Bolzano
  • Meran (34.000 Einwohner), ital. Merano
  • Leifers (20.000 Einwohner), ital. Laives. ursprünglich nur ein Dorf, ist in den letzten Jahrzehnten zur Vorstadt von Bozen herangewachsen.
  • Brixen (15.000 Einwohner), ital. Bressanone
  • Bruneck (12.000 Einwohner), ital. Brunico
  • Sterzing (8.000 Einwohner), ital. Vipiteno
  • Glurns (900 Einwohner), ital. Glorenza, eine der kleinsten Städte Europas mit komplett erhaltener Stadtmauer. Im Grunde ist es nur ein kleines Dorf, aber gerade diese Stadtmauern geben dieser Ortschaft das Recht sich "Stadt" zu nennen.

Kleinere, aber touristisch interessante Orte:

  • Eppan an der Weinstraße, ital. Appiano sulla strada del vino
  • Gais
  • Kaltern an der Weinstraße, ital. Caldaro sulla strada del vino
  • Laas, ital. Lasa
  • Luttach, (1.000 Einwohner), ital. Lutago, Ferienort im schönen Ahrntal
  • Mals (4.500 Einwohner), ital. Malles
  • Martell, ital. Martello
  • Mölten, ital. Meltina, Ferienort am Hochplateau zwischen Bozen und Meran
  • Olang, ital. Valdaora
  • Prad, ital. Prato allo Stelvio
  • Reschen am See (2.000 Einwohner), ital. Resia
  • Ritten, ital. Renon,
  • Schlanders (5.400 Einwohner), ital. Silandro, Ferienort im wunderschönen Vinschgau
  • Schenna, ital. Scena
  • Schnals, ital. Senales
  • Sulden, ital. Solda
  • Tisens, ital. Tesimo
  • Dorf Tirol, ital. Tirolo

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

1363 übergab die Gräfin von Tirol Margarethe Maultasch dem Habsburger Herzog von Österreich Rudolf IV. die Grafschaft Tirol. Benannt ist diese nach dem Stammsitz der Grafen, dem Schloss Tirol bei Meran. Im Zuge der napoleonischen Kriege verlor Österreich 1805 Tirol an Bayern. 1809 erhoben sich die Tiroler unter der Führung von Andreas Hofer, einem Wirt aus dem Passeiertal gegen die bayrisch-französischen Truppen. Nach anfänglichen Erfolgen wurde der Aufstand niedergeschlagen und Hofer in Mantua hingerichtet. Nach dem Sturz Napoleons wurde Tirol 1813 wieder an Österreich angeschlossen. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde die südliche Hälfte Tirols, das heutige Südtirol, mit dem Friedensvertrag von Saint Germain der Siegermacht Italien zugesprochen. Die Brennerlinie wurde zur Staatsgrenze erklärt. 1922-1939: Die faschistische Regierung Italiens betreibt eine "Italienisierung" Südtirol. Der Unterricht in deutscher Sprache wird verboten, italienische Ortsnamen eingeführt, große Industriebetriebe werden in Südtirol angesiedelt um italienischen Arbeitern aus dem ganzen Land einen Anreiz bieten zu können. 1939: Hitler und Mussolini stellen die deutschsprachigen Südtiroler vor die Wahl (Option): Ins Deutsche Reich auswandern oder im Land bleiben und auf jede sprachliche und kulturelle Eigenständigkeit verzichten. Der Krieg verhindert die Auswanderung eines Großteils der Bevölkerung. 75.000 wandern aus. Im Mai 1945 wird Südtirol von den Alliierten besetzt. Am Rande der Pariser Friedenskonferenz wird ein Schutzvertrag für die Interessen der deutschsprachigen Minderheit unterzeichnet. 1948 genehmigt die italienische Nationalversammlung das 1. Autonomiestatut für die Region Trentino-Südtirol. 1960 fordert eine UNO-Resolution eine Ausweitung dieser Autonomie. 1972 tritt das neue Autonomiestatut in Kraft welches der Autonomen Provinz Bozen weitreichende Selbstbestimmungsrechte einräumt.

Brauchtum[Bearbeiten]

Der deutschsprachige Teil Südtirols gehört gemeinsam mit Österreich (bei Ausnahme des allemannischen Vorarlbergs) und mit dem benachbarten Altbayern den bairischen Sprachraum mit einem in vielen Teilen gemeinsamen Brauchtum.

Eine Gesamtübersicht zum Altbayrischen Brauchtum (Schäfflertanz, Leonhardiritt, Georgiritt, Perchten usw.) befindet sich im Artikel zu Altbayern, siehe außerdem auch den entsprechenden Abschnitt zum Brauchtum im Artikel zu Österreich.

  • Am 6. Jänner, dem Dreikönigstag, werden vom Pfarrer Wasser und Kreide geweiht. Am Abend versammelt sich die ganze Familie am Hof. Aus dem Herd werden glühende Kohlen in eine Pfanne geschöpft und ein paar Körner Weihrauch darüber gestreut. Die kleine Prozession setzt sich betend in Bewegung und zieht mit dem „Kinigwasser“ und dem Weihrauch in alle Räume des Hofes. An die Türrahmen werden mit der geweihten Kreide zwischen die Ziffern des neuen Jahres die Buchstaben C – M – B gesetzt. Nach dem Volksglauben die Anfangsbuchstaben von Kaspar, Melchior und Balthasar, den Namen der heiligen drei Könige. In Wirklichkeit aber die Initialen für Christus Mansionem Benedicat, Christus segne das Haus.
  • Die Herz-Jesu-Feuer finden zum Gedenken an die Tiroler Freiheitskämpfer statt. Am 2. Sonntag nach dem Frohnleichnahmsfest erleuchten die Gipfel der Berge und Hügel in Südtirol. Diese Tradition geht auf das 19. Jahrhundert zurück und gedenkt dem Gelöbnis der Tiroler Freiheitskämpfer. Andreas Hofer erneuerte den Bund mit dem Herzen Jesu vor Beginn der bekannten Berg-Isel-Schlacht gegen die Franzosen und Bayern. Der überraschende Sieg von Hofers Truppen machte aus dem Gelöbnis einen hohen Feiertag, der mit Prozessionen und den Bergfeuern in verschiedenen Formen noch heute abgehalten wird.
  • In vielen Südtiroler Orten wird eine Erntedankprozession abgehalten. In der Kirche stellt man Körbe mit Erntegaben auf und lässt sie vom Pfarrer segnen. Oft wird eine Erntekrone durch den Ort getragen.

Sprache[Bearbeiten]

68 Prozent der Südtiroler haben Deutsch als Muttersprache (natürlich in der typischen, harten Tiroler Mundart (Dialekt "Südtirolerisch"). 28 Prozent sprechen Italienisch und 4 Prozent Ladinisch. In den größeren Städten ist der Anteil der italienischsprachigen Bevölkerung wesentlich höher (Meran ca. 50%, Bozen ca. 73% Italiener). Die Amtssprachen sind deutsch, italienisch und ladinisch.

Anreise[Bearbeiten]

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von Österreich und Deutschland aus herkommend[Bearbeiten]

Die klassische Anreise sowohl per Auto als auch per Bahn erfolgt von Innsbruck kommend über die Brennerroute (Brennerautobahn A22 (mautpflichtig).

Wer ins Vinschgau möchte, kann ab Sterzing über den Jaufenpass oder auch über den Reschenpass anreisen, der nicht so stark frequentiert ist wie der Brenner.

Mautfreie Anreise von Deutschland aus über Fern- und Reschenpass
Der Landecker Umgehungstunnel ist vignettenpflichtig. Wer keine Vignette für die österreichischen Autobahnen besitzt sollte durch die Stadt Landeck fahren. Wichtig: Die offizielle Ausschilderung zum Reschenpass führt durch den Tunnel (also nicht beachten). Es wird oft am Tunnel kontrolliert.

Von der Schweiz aus herkommend[Bearbeiten]

Aus der Schweiz kann man von Landquart (A13) aus ins Prättigau (A28) fahren und anschliessend im Sommer über Davos und dem Furkapass bzw. ganzjährig durch den Vereinatunnel nach Zernez gelangen. Von dort aus geht es über den Ofenpass ins Münstertal und anschliessend ins Südtiroler Vinschgau. Zwischenhalte lohnen sich an mehreren Orten, so beispielsweise auf den Pässen, im Schweizer Nationalpark oder in Müstair (Weltkulturerbe) im Münstertal.

per Bahn und Bus[Bearbeiten]

Wer von der Schweiz gemütlich per Bahn und Bus anreisen möchte, kann die Rhätische Bahn von Landquart nach Zernez im Engadin nehmen, dort das Postauto, welches über den Ofenpass und durch das Münstertal fährt, nach Mals nehmen und von dort aus mit der Vinschgauerbahn Richtung Meran fahren.

Fahrpläne: www.sbb.ch.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

In Bozen befindet sich ein Regionalflughafen, der ganzjährig mit Rom im Linienverkehr verbunden ist. Zur Zeit (Winter 2012/2013) ist der Linienverkehr eingestellt.

Mobilität[Bearbeiten]

Südtirol verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz, der Bahnverkehr beschränkt sich aber auf die dem Eisack- und Etschtal folgende Hauptverbindung Innsbruck - Verona und die Bahnlinien durch das Pustertal nach Lienz und durch den Vinschgau. Allerdings sind die Züge nicht sehr schnell, dafür sehr billig. Gute Bahnanbindung auch bis Venedig.

Das Fahrradnetz wurde in den letzten Jahren sehr gut ausgebaut mit dem Ziel alle Täler zu verbinden. Die Fahrradstrecke von Bozen bis Verona ist schon befahrbar. Sehr beliebt ist auch der grenzüberschreitende Fahrradweg von Toblach/Innichen im Pustertal nach Lienz (Österreich).

Mobilcard[Bearbeiten]

Mit der Mobilcard kann man an drei bzw. sieben aufeinander folgenden Tagen alle öffentlichen Verkehrsmittel in ganz Südtirol unbegrenzt nutzen. Dazu gehören die Regionalzüge zwischen Brenner und Trento, sowie Mals-Meran-Bozen und Franzensfeste-Innichen, die Nahverkehrsbusse (Stadtbusse, Überlandbusse, Citybusse), die Seilbahnen nach Ritten, Meransen, Jenesien, Mölten und Vöran, die Trambahn Ritten und die Standseilbahn auf die Mendel. Zusätzlich eine Hin- und Rückfahrt mit dem PostAuto Schweiz zwischen Mals und Zernez. Die Mobilcard ist bei jeder Fahrt entwertet werden. Beim ersten Entwerten wird das Datum des letzten Gültigkeitstages aufgedruckt.

Die Preise sind zur Zeit (Stand: Oktober 2011): für 3 Tage 18 € und für 7 Tage 22 €. Kinder unter 14 Jahren zahlen die Hälfte.

Die Moblilcard ist ein ausgesprochen günstiges Angebot Südtirol zu erkunden, v.a. ist in Südtirol das Streckennetz von Bus und Bahn sehr gut ausgebaut. Die meisten Bahnen und Busse fahren mindestens stündlich, teilweise öfter.

Weitere Infos bei www.mobilcard.info

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Juval
  • Die Sextner Sonnenuhr - weltgrößte steinerne Bergsonnenuhr
  • Schloss Tirol bei Meran
  • Archäologiemuseum in Bozen mit der weltberühmten Eismumie "Ötzi"
  • Bunker- und Festungsanlagen/-ruinen des 1. Weltkriegs in ganz Südtirol
  • 3-Burgenwanderung bei Eppan
  • Reinhold Messners Bergvölker Museum Firmian auf Schloss Sigmundskron bei Eppan oder Messner Montain Museum auf Schloss Juval bei Naturns
  • Eislöcher Eppan/Berg - ungewöhnliches Kältewunder Klima/Vegetation von 2000 Höhenmetern auf 500 Höhenmetern
  • Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff - Internationaler Garten des Jahres 2013

Aktivitäten[Bearbeiten]

im Sommer[Bearbeiten]

17.000 km markierte Wanderwege: Höhenwege und Gipfeltouren, Talwanderungen und Seenrundwege, Wanderungen auf Schutzhütten, Wanderungen auf Waalwegen und Almen. Etwas besonderes für den Westen Südtirols sind die Waalwege. Der Vinschgau und der Raum rund um Meran sind seit jeher äußerst regenarm. Deshalb konstruierten die Bauern vor Jahrhunderten ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem: die Waale. Sie hoben viele Kilometer Gräben aus, bauten Holzrohre und Rinnen und leiteten damit das Gletscherwasser zu ihren Wiesen und Feldern. Diese alten Konstruktionen durchziehen noch die Landschaft. Abenteuerliche Pfade und Stege, bilden die Waalwege. Einst zur Instandhaltung der künstlichen Wasseradern gedacht, sind sie heute als Wanderwege sehr beliebt.

Ganz Südtirol ist von einem Radwegenetz durchzogen. Besonders reizvoll ist der Pustertal-Radweg, der bis nach Lienz (A) führt und der Vinschger Radweg von Mals nach Meran. An der Strecke liegen die Haltestellen der Vinschgerbahn, von denen einige einen Radverleih betreiben. Dadurch bietet sich eine Kombination von Bahn&Bike an.

im Winter[Bearbeiten]

27 größere und kleinere Skigebiete stellen die Hauptattraktion im Winter dar. Der Skiverbund Ortler Skiarena deckt die westliche Landeshälfte ab. In den Dolomiten sind alle Skigebiete zum größten Skikarussell der Welt Dolomiti SuperSki zusammengefasst. Langlaufloipen gibt es in vielen Hochtälern (z.B. Höhlensteintal, Ridnauntal) und auf Almen (z.B. der Seiser Alm, der Villanderer Alm). Rodeln, Schneeschuhwandern, Skitouren und Eislaufen gehören ebenfalls zu den beliebtesten Winteraktivitäten.

Die Skigebiete Südtirols werden im Artikel Skigebiete in Italien behandelt.

regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Gustav Mahler Denkmal in Toblach
  • Südtirol Jazzfestival Alto Adige: 10 Tage Jazzmusik im Juni / Juli und eines der größten Jazz Festivals Europas. Veranstaltet in den großen Städten Südtirols (Bozen, Brixen, Meran, Bruneck und im Vinschgau).

Küche[Bearbeiten]

Kräuternocken mit brauner Butter

Der italienisch-mediterrane Einfluss auf die bodenständige alpine Küche ist natürlich in Südtirol besonders stark ausgeprägt. Neben traditionellen Gerichten wie Knödeln, Schlutzkrapfen, Tirtlen und Krapfen sind Nudelgerichte, Pizza, Risotto und andere italienische Köstlichkeiten sehr beliebt.

In Buschen- und Hofschankbetrieben wird die bäuerliche Küche auf gutem Niveau gepflegt. Von Oktober bis Dezember ist in allen Weinbaugebieten das Törggelen gepflegt, eine Verkostung der erntefrischen Kastanien, Obstsorten und des jungen Weines. Dazu werden Gerstesuppe, Selchfleisch, Sauerkraut und süße Krapfen serviert.
In den Pizzerias und Restaurants findet man eine Kombination der italienischen und der alpinen Küche. Alle Bars und Cafes servieren den obligatorischen italienischen Caffe, als espresso, macchiato, cappuccino, latte macchiato...

In den letzten Jahren erlebte die Gourmetküche einen enormen Aufschwung. 11 Restaurants halten einen Michelin-Stern, das St. Hubertus in St. Kassian (Gadertal) sogar zwei. 68 Hauben-Lokale kochen auf hohem Niveau und favorisieren die Verwendung heimischer, saisonaler Produkte.

Wein[Bearbeiten]

Seit Jahrhunderten wird der Weinbau in Südtirol gepflegt. Hohe Tages- und niedrige Nachttemperaturen wirken sich günstige aus und geben den Südtiroler Weinen eine besondere Fruchtigkeit. Südtirol ist eine der kleinsten Weinbauregionen Italiens. 98% der Weine stehen unter DOC-Schutz. Trotz der geringen Anbaufläche von 5000 ha und der produzierten Menge von nur 350.000 hl stammen über 7% der "Drei-Gläser-Weine" aus Südtirol. Diese wichtige italienische Auszeichnung wurde 2008 an 22 Südtiroler Weine vergeben. Das Eisacktal hat sich auf die Weißweinproduktion spezialisiert und konnte sich damit an die italienische Spitze setzen.

Vernatsch ist in Südtirol wohl die bekannteste Sorte, sie wird seit dem 16. Jahrhundert angebaut. Sie gibt einfache Schoppenweine, die jung getrunken werden sollten. Weitere Rotweine sind der St Magdalener, der Lagrein, ein schwerer Rotwein mit viel Farbe, den es nachweislich schon seit dem 14. Jahrhundert in Südtirol gibt. Der Blauburgunder gehört zu den ältesten Rebsorten der Welt. Der Merlot stammt aus Frankreich,außerdem gibt es den Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. An Weisweinen gibt es den Goldmuskateller und den Rosenmuskateller und den sehr bekannten Gewürztraminer.

Weitere Getränke[Bearbeiten]

Spritz

Der Spritz, auch Sprizz oder Veneziano genannt, ist ein in Südtirol sehr beliebtes Getränk aus Weißwein oder Prosecco, Mineralwasser und Aperol, einem Bitterlikör.

Hugo ist ein Aperitif aus Prosecco, Mineralwasser und Holunderblütensirup mit Minzblätter serviert.

An alkoholfreien Getränken werden auf Berghütten oft Skiwasser, eine Mischung aus Himbeersirup mit Zitronensaft und Wasser, oder auch Mischgetränke aus Pfefferminz- und Holunder(Holler)-sirup angeboten.

Vorspeisen[Bearbeiten]

Man findet viele Vorspeisen, die man aus der italienischen Küche als Antipasti kennt, es gibt jedoch auch viele Gerichte, die man nur auf südtiroler Speisekarten stehen.

  • Kalbskopf wird in verschiedenen Varianten serviert, sauer lauwarm, mit Zwiebelringen, Essig und Öl mit Brot oder Kartoffelsalat als Beilage, Kalbskopfscheiben paniert, heiß mit Kartoffelsalat serviert oder als Kalbskopfsalat.
  • Tiroler Speck wird er meist dünn aufgeschnitten serviert.
  • Tris ist ein Dreierlei von Knödel, Nocken oder Krapfen, jeder Koch hat seine eigene Variante. Häufig werden die Knödel mit ausgelassener Butter übergossen und mit Parmesan überstreut. Als Beilage wird Kraut oder ein Salat gereicht. Tris steht meist bei den Vorspeisen auf der Speisekarte, wobei das Gericht so sättigend ist (außer man ist ein Bergbauer), dass es auch als Hauptgang taugt.
  • Gerstensuppe ist eine kräftige Suppe mit Speck, für die kalte Jahreszeit
  • Speckknödelsuppe, mit Knödeln aus geschnittenem Brot und Speck in einer Fleischsuppe oder im Gemüsesud mit Schnittlauch garniert
Kalbskopf sauer
Specknödelsuppe
Spinat- (links) und Käseködel (rechts)und mit Spinat gefüllte Schlutzkrapfen (mitte)

Hauptgerichte[Bearbeiten]

  • Das Gröstl ist ein Pfannengericht, früher war es ein typisches Restegericht. Die Grundlage besteht aus gekochten Kartoffeln und meist Zwiebeln, dazu kommt traditionell Bratenfleisch oder Blutwurst. Es gibt aber auch andere Variationen, z. B. vegetarisch mit Pilzen.

Marende[Bearbeiten]

Saurer Graukas mit Schüttelbrot
Speckplatte

Die Marende entspricht der süddeutschen Brotzeit oder österreichischen Jause. Sie ist eine kalte Zwischenmahlzeit am Nachmittag, oft mit Speck, Rohschinken, Kaminwurzen oder Geselchtem, Wurst, Almkäse und Schüttelbrot.

Südtiroler Speck ist durch eine europäische Ursprungsbezeichnung geschützt. Er wird entweder dünn aufgeschnitten oder als etwa 1 cm dicke Scheibe serviert.

Kaminwurzen sind eine typische Südtiroler Spezialität. Eine Dauerwurst aus Schweine- und Rindfleisch, über Buchenholz geräuchert und im Keller luftgetrocknet.

Der nur in Tirol bekannte Graukäse ist ein Magermilchkäse mit 0 bis 2 % Fett i.d.Tr, er wird bei Kaspressknödeln verwendet, oder mit Essig, Öl und Gewürzen angemacht (Saurer Graukäse).

Kastanien - Keschtn – Maroni[Bearbeiten]

Kastanien gehören in Südtirol ebenso zum Herbst, wie der neue Wein. Die gebratenen Keschtn wärmen in einer Papiertüte die kalte Hände beim Bummeln über die Weihnachtsmärkte. Die essbaren Edelkastanien, auch Esskastanie genannt, sind nicht zu verwechseln mit den nördlich der Alpen üblichen Rosskastanien.

Blätter und Früchte unterscheiden sich von den Rosskastanien
Wenn die Früchte vom Baum fallen beginnt die Ernte
Im Herbst werden sie auf jeden Markt angeboten
Gebraten sind sie eine Delikatesse

Kastanien werden in Südtirol übrigens nicht nur gebraten. Die braune Frucht dient ebenso als Füllung für süße Krapfen oder Schoko-Kastanienherzen, als Mousse, Creme-Suppe oder Kuchenzutat und es werden auch Kastanien-Nudeln angeboten.

Pilze[Bearbeiten]

Pilzesammeln ist in Südtirol nur an geraden Tagen zwischen 7.00 und 19.00 erlaubt, man benötigt eine gebührenpflichtige Erlaubnis der jeweiligen Gemeinde (€ 8,- pro Tag), Einheimische sind in der eigenen Gemeinde davon befreit. Pro Tag und Person dürfen nicht in der Gemeinde Ansässige bis zu 1 kg sammeln, bei Anwohnern sind es 2 kg, wenn es an der entsprecheden Stelle nicht ausdrücklich verboten ist. Der Transport muss beschädigungsfrei erfolgen, ebenso das Sammeln. Bei Nichtbeachtung drohen empfindliche Strafen.

Klarkommen[Bearbeiten]

  • Ferragosto: Allgemein ist zu beachten, dass Südtirol als Urlaubsziel nicht nur bei den deutschsprachigen Besuchern äußerst beliebt ist: Mit der Dank Autonomiestatus in den letzten Jahren zunehmenden Entspannung im Verhältnis zwischen den Südtirolern und den lange ungeliebten Italienern finden jetzt auch immer mehr italienische Gäste ihren Weg in die Urlaubsregion: Besonders zum Ende der italienischen Ferien nach dem Feiertag Ferragosto (15. August, Christi Himmelfahrt, vom lateinischen Feriae Augusti = Festtag des Augustus) ist in ganz Südtirol mit einem starken Andrang italienischer Gäste auf die touristische Infrastruktur wie Hotels und Restaurants, Berghütten, Campingplätzen, Straßen und Läden etc. zu rechnen.
  • Der Rote Hahn ist das Zeichen der Bauernhöfe in Südtirol. Die Bereiche Beherbergung, Restauration und Produkte werden kontrolliert und mit dieser Marke beworben. Beherbergungsbetriebe werden durch die Anzahl der Blumen gekennzeichnet. Die Buschen- und Hofschankbetriebe werden kontrolliert und müssen ein bestimmtes Niveau in den Bereichen Hofbild, Ausstattung und Service erfüllen. Auch für bäuerliche Produkte gelten bestimmte Qualitätskriterien.
  • Der blaue Schurz ist zum Zeichen der männlichen Südtiroler Bauernwelt geworden. Immer in blauer Farbe, verziert mit einem humorvollen Spruch oder gestickten Blumen. Aus Scherz an den Bändern der Schürze zu ziehen, sollte vermieden werden, es stößt meist auf wenig Gegenliebe.
  • Die Bergbauern tragen durchwegs einen Hut, oft mit einer Feder oder Blumen geschmückt. In der Gegend um Meran und des Sarntales gibt es eine Besonderheit, rote Schnüre zeigen an, ein Junggeselle, grüne Schnüre bedeuten, dass die Ehefrau nicht weit ist.

Nachtleben[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Ratschläge für Wanderer:

  • Wandern Sie ohne Bergerfahrung nicht allein und lassen Sie sich Zeit, genießen Sie die Natur.
  • Geben Sie Ihrem Wirt das Wanderziel bekannt, lassen Sie sich über die Tour und das Wetter beraten
  • Machen Sie sich nicht zu spät auf den Weg und machen Sie unterwegs keine vermeintlichen Abkürzungen, die Sie nicht kennen. Halten Sie sich bei den Bergwanderungen an die Markierungen.
  • Denken Sie bei der Wahl der Ausrüstung immer an das schlechte Wetter, nie an das gute. Feste Bergschuhe und ein dichter Wetterschutz sind erste die Voraussetzung. Auch genügend Sonnenschutz und Getränke sind unbedingt erforderlich.
  • Ein kleine Apotheke mit Erste-Hilfe-Material für sich selbst und für die anderen Wanderer ist ebenfalls notwendig.
  • Im NOTFALL Tel. Nr. 118

Ausführliche Infos zur Ausrüstung und zum Verhalten im Gebirge siehe auch im Artikel Bergsteigen;

Klima[Bearbeiten]

Mit einer von den Atlantiktiefs geschützte Lage südlich des Alpenhauptkammes hat Südtirol allgemein ein ausgesprochen mildes Klima, das auch dem Weinbau (etwa am Kalterer See südlich von Bozen) sehr entgegenkommt. Klimabestimmend für Südtirol ist die von Süden kommende Warmluft, sie gibt auf den Weg in den Norden einen Teil ihrer Feuchtigkeit ab und bewirkt ein eher trockenes, kontinentales Klima. Statistisch gesehen kann Südtirol mit 300 Sonnentagen im Jahr aufwarten.

Es gibt aber regionale Unterschiede, je weiter man nach Süden gelangt, desto mediterraner (mild, regenreicher) wird das Klima. Im Norden ist mit der Nähe zum Alpenhauptkamm der Einfluss der kalten Atlantiktiefs stärker spürbar (Eisacktal, Pustertal).

Von Norden kommt die Kühle, so dass sich beim Tagesklima ein Wechselspiel von Wärme bei Tag und Frische bei Nacht ergibt. Als weiterer klimatischer Faktor ist der Wind zu nennen. Durch Eisacktal, Etschtal und deren Seitentäler ziehen Luftströme, die allzu feuchtes Wetter verhindern.

Als beste Reisezeit gelten die Monate Mai bis Oktober mit den wenigsten Niederschlägen, wobei die Monate Juli und August in den Tallagen schon recht heiß werden können. Die höchste durchschnittliche Maximaltemperatur wird im Juli erreicht (knapp 29 °C), Spitzenwerte der Tagestemperatur über 35 °C sind möglich.

Als sonnigste Ecke Südtirols gilt die Region um Bozen, Jahresspitzenwerte für Deutschnofen sind 2.800 Stunden (Jahresdurchschnitt in Deutschland je nach Ort 1300 bis 1900 Stunden).

Die winterlichen Tagestiefsttemperaturen im Tal könen als Spitzenwerte -20°C überschreiten, als Kältepol Südtirols gilt das Hochpustertal, in Toblach werden 40-50 Eistage (Tageshöchsttemperatur unter Null Grad) im Jahr gezählt.

Die mittleren Jahresniederschläge liegen zwischen 500 und 1000 mm im Jahr, das Regenmaxima ist im Spätfrühling.

Das aktuelle Wetter und weiitere Wetterdaten für Südtirol siehe auf www.provinz.bz.it und auf Südtirol Wetter.

Ausflüge[Bearbeiten]

Südlich von Salurn (also außerhalb Südtirols) lohnen Abstecher nach Trient (Trento) und zum Gardasee.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ursula Eckert, Wolfgang Eckert : Wandern in Südtirol: 35 Touren, exakte Karten, Höhenprofile. Ostfildern : DuMont Reiseverlag, 2008 (4. Auflage), ISBN 3770147766, 168 Seiten (deutsch). 12,00€
  • Georg Weindl : Winterguide Südtirol: Die schönsten Winterwanderungen, Loipen und Schneeaktivitäten. München : Bruckmann, 2008 (1. Auflage), ISBN 978-3-7654-4808-9, 142 Seiten (deutsch). 19,95€
  • Georg Weindl : Langlaufen in Südtirol: Die schönsten Loipen für Skater und klassische Läufer. Wien : Folio, 2007 (1. Auflage), ISBN 3852563755, 96 Seiten (deutsch). 9,40€
  • Hanspaul Menera : Südtiroler Waalwege. Bozen : Verlagsanstalt Athesia, 2005 (1. Auflage), ISBN 8882662942, 212 Seiten (deutsch). 40 Waalwege und 250 Waale beschrieben

Karten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Offizielle Touristikseiten für Südtirol (gesamt)

Offizielle regionale Touristikseiten für Südtirol