Legnica

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Legnica (deutsch Liegnitz) ist eine der ältesten und die drittgrößte Stadt von Niederschlesien. Sie zählt zu den wärmsten Städten Polens und bezeichnet sich selbst als die sonnenreichste des Landes. Eine nette Altstadt, schöne Umgebung und wechselvolle Geschichte laden Reisende zu einem Besuch ein.


Legnica
Kathedrale St. Peter und Paul
Kurzdaten
Woiwodschaft: Niederschlesien
Einwohner: 103.892 (2010)
Tourist-Information: +48-76-7233801
Lage

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund [Bearbeiten]

Legnica ist Kreisstadt des Powiat Legnicki und auch der Sitz des Bistums Legnica. Eine erste Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 1004. Die herrschenden Herzöge der folgenden Zeit waren Boleslaus I. und dessen Sohn Heinrich I. von Schlesien. Im Jahre 1241 wurde die Stadt durch einen Ansturm der Mongolen der Goldenen Horde vernichtet. Eine Ausstellung im Kupfermuseum berichtet davon. Zwischen 1242 und 1252 wurde die Stadt neu gegründet. Die Herrscherlinie der Piasten ging 1419 ein. Die folgenden 200 Jahre waren von einigen Herrscherwechseln geprägt. 1742 fiel Liegnitz dann an Preußen. 1874 wurde der Ort zum Stadtkreis. Bis 1945 war Liegnitz Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirkes in der preußischen Provinz Schlesien. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Stadt unter der polnischen Verwaltung erst nach Lignica und später nach Legnica umbenannt. In der Nachkriegszeit war der Ort lange Zeit der Hauptstützpunkt der Sowjetarmee in Polen.

Anreise [Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug [Bearbeiten]

Der Nikolaus-Kopernikus-Flughafen Breslau (IATA Code: WRO) ist der nächstgelegen Airport und 73 Straßenkilometer von der Stadt entfernt. Er wird von Frankfurt, München, Düsseldorf und Dortmund aus angeflogen.

Mit der Bahn [Bearbeiten]

Legnica besitzt einen Bahnhof und ist auch von Deutschland aus relativ gut mit der Bahn zu erreichen.

  • Der tägliche Eurocity EC249 Hamburg → Krakau (unter anderem über Lüneburg, Berlin und Cottbus) hält in Legnica.
  • Legnica ist dem grenzübergreifenden Nahverkerhsverbund ZVON angeschlossen. Die Bahnlinie KB260 (Görlitz ↔ Breslau) hält unter anderem neben den größeren Orten Węgliniec und Bolesławiec auch in Legnica.

Mit dem Bus [Bearbeiten]

Auf der Straße [Bearbeiten]

Von Berlin (A18), Dresden/Görlitz (A4) und Breslau (A4) führen Autobahnen direkt nach Liegnitz. Bundesstraßen führen in alle Himmelsrichtungen und machen den Ort gut mit dem Auto erreichbar.

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Kirchen [Bearbeiten]

Kirche der heiligen Maria
  • Kathedrale St. Peter und Paul (Katedra p.w. Św. Apostołów Piotra I Pawła). (Koordinate: 51° 12' 25" N 16° 9' 42" O) - Die Kathedrale nahm ihre Anfänge im 12. Jahrhundert. Der heutige Bau entstand im 14.Jahrhundert und wurde einhundert Jahre später erweitert. 1892–1894 wurde das Gebäude nach Entwürfen von Johann Otzens in den heute sichtbaren neugotischen Stil umgebaut. Zwischen 1989 und 1992 erfuhr das Gebäude einige für eine Kathedrale und bestimmte Liturgien notwendigen Anpassungen. Im Inneren befinden sich einige wertvolle Elemente, wie das aus der Renaissance stammende Liegnitzer Ratsgestühl von 1568 und die die Kanzel Caspar Bergers von 1586–1588.
  • Kirche der heiligen Maria (Kościół Mariacki). (Koordinate: 51° 12' 35" N 16° 9' 57" O) - Die Geschichte der ältesten Kirche der Stadt geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Damals stand hier der katholische Kirchenbau auf Sandstein und noch ohne Seitenschiffe. Mittlerweile ist es eine große Hallenkirche mit drei Schiffen und zwei Türmen. Der derzeitige Baukörper stammt aus dem 14. Jahrhundert. Der Chorraum Kam im 15. Jahrhundert hinzu. Nach einem Feuer 1822 wurde sie im neugotischen Stil wieder aufgebeut. Heutzutage gehört sie der Evangelisch-Augsburgischen Kirchengemeinde.
  • Baptistenkirche des Hl. Johannes (Barokowy Kościół p.w. Św. Jana Chrzciciela), ul. Partyzanów. (Koordinate: 51° 12' 32" N 16° 9' 32" O) - Die ursprünglich gotische Kirche wurde an dieser Stelle Ende des 13. Jahrhunderts errichtet. Später nutzte man es als Begräbnisstätte der Herzöge von Legnica und Brzeg. Zu Beginn des 18 Jahrhunderts wurde das Gebäude abgerissen und dieses barocke Gotteshaus errichtet. Lediglich das Presbyterium überlebte.

Schlösser [Bearbeiten]

  • Piastenschloss aus dem 13.Jh. (Zamek Piastowski z XIII w.). (Koordinate: 51° 12' 40" N 16° 9' 45" O) - Im 13. Jahrhundert bestand das Schloss aus dem herzoglichen Palast, einer Kapelle, drei Türmen, einer Befestigungsanlage und Teile der Stadtmauer. Damit galt es als einer der größten Baukomplexe seiner Art. Anfang des 18. Jahrhunderts zerstörte ein Feuer einige Teile der Anlage. Ein weiteres Feuer wütete 1835. Danach wurde es im neugotischen Stil wieder aufgebaut. Die nächste Zerstörung erfolgte während des zweiten Weltkrieges. Der jetzige Zustand geht auf den Wiederaufbau in den Jahren 1962-1969 zurück. Das Gebäude dient jetzt als Sitz einer Bildungseinrichtung. Es existieren noch Reste einer spätromanischen Kapelle, welche von Henryk Brodaty gegründet wurde.

Bauwerke [Bearbeiten]

  • Das Theater, Rynek (Am Markt). (Koordinate: 51° 12' 27" N 16° 9' 38" O) ist eine Gebäude der Neorenaissance. Es wurde in den Jahren von 1841 und 1842 erbaut. Architekt war der bekannte deutsche Baumeister Carl Ferdinand Langhans. Er zeichnete auch für die Krolloper in Berlin, das Stadttheater in Breslau und das Neue Theater in Leipzig verantwortlich. Zum Zeitpunkt seiner Eröffnung war es eine der modernsten und schönsten Bühnen Schlesiens. Viele Details der Inneneinrichtung sind noch immer erhalten. Ein Theaterneubau war seinerzeit niht unbedingt gewollt. Der Bau entstand auf permanentem Druck der Stadträte - letztendlich sogar direkt am Markt neben dem Rathaus.
  • Ritterliche Akademie aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts (Gmach Akademii Rycerskiej z początku XVII w.), ul. Chojnowska. (Koordinate: 51° 12' 29" N 16° 9' 31" O) - Die Akademie mit ihrem Innenhof war früher eine adelige Schule, der der höfische Umgang gelehrt wurde. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde sie in ein Gymnasium umgewandelt. Zwischen dem Ende des 2. Weltkrieges und dem Jahre 1978 wurde das Gebäude von der russischen Armee genutzt. Nun wird es Stück für Stück renoviert und für die polnische Verwaltung genutzt.
  • 8 dreietagige Renaissancehäuser, Rynek. (Koordinate: 51° 12' 27" N 16° 9' 39" O) - Die markanten Gebäude sind auch als „Herings-Häuser“ (Śledziówkami) bekannt und wurden erstmalig im Jahre 1574 erwähnt.
  • Renaissancegebäude, ul. Najświętszej Marii Panny. (Koordinate: 51° 12' 34" N 16° 9' 53" O) - Das Mietshaus besitzt eine reich dekorierte Fassade aus dem Jahre 1611
  • Das Haus „Unter dem Wachtel-Korb“ (Kamieniczka „Pod Przepiórczym Koszem“), Rynek (Am Marktplatz). (Koordinate: 51° 12' 27" N 16° 9' 37" O) - Das Patrizierhaus aus dem 14. Jahrhundert besitzt einen auffälligen runden zweietagigen Erker an einer Ecke. Es wurde im 16. Jahrhundert restauriert und mit aufwändigen Sgraffito versehen, welches 1909 nach dem Entfernen von Putz zum Vorschein kam.
  • Im alten Wohnviertel Tarninów finden sich einige schöne alte Villen. Von 1945 bis 1993 dienten die Häuser des „Quadrates“ (Kwadrat) den Offizieren des sowjetischen Armee. Das Reception House, ul. Okrzei 14. (Koordinate: 51° 12' 10" N 16° 9' 12" O) ist eine neoklassische Villa aus dem Jahre 1926. Sie beherbergt heute das Hotel Rezydencja.

Museum [Bearbeiten]

Nowy Ratusz - Das Rathaus von Legnica
  • Muzeum Miedzi (Kupfer-Museum), ul. Partyzantów 3 (norwestlich des Marktplatzes), Tel.: +49 076-8620289, E-Mail: biuro@muzeum-miedzi.art.pl. Di-Sa: 11:00-17:00. (Koordinate: 51° 12' 32" N 16° 9' 33" O) - Das Museum dreht sich nicht ausschließlich um Kupfer. Es wurde im Jahre 1962 eingerichtet und befindet sich im ehemaligen Haus der Leubuser Äbte (Dawny dwór opatów klasztoru cystersów Lubiążu). Das Gebäude in der barocken, palastartigen Architektur stammt aus dem Jahre 1728. Im Museum findet Exponate rund um das Edelmetall und seine Gewinnung sowie auch einige Kunstwerke. Zum Museum gehört auch ein Pavillon mit Relikten des 18.Jh aus der Kapelle des Piastenschlosses. Die Ausstellung zur Schlacht von Legnica erzählt von der mongolischen Invasion im Jahre 1241. Ein Lapidarium zeigt einige Steinarbeiten aus den 13.-18. Jahrhundert.

Galerien [Bearbeiten]

Parks [Bearbeiten]

  • Stadtpark (Park Miejski). (Koordinate: 51° 12' 2" N 16° 10' 2" O) - Der Stadtpark hat eine Fläche von 50ha und beherbergt 130 Arten von Bäumen und Sträuchern. Bereits Ende des 18. Jahrhunderst entstand hier eine Allee. Hundert Jahre später wurde das Parkgelände erweitert. Ab 1860 hatte der bekannte Landschaftsarchitekt Eduard Petzold, der Hofgärtner des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau, die Verantwortung für die gärtnerische Gestaltung des Parks.

Aktivitäten [Bearbeiten]

Theater:

Tennis:

Einkaufen [Bearbeiten]

  • Gwarna Mall, ul. Złotoryjska. (Koordinate: 51° 12' 21" N 16° 9' 32" O) - Das kleine neue Einkaufszentrum, eher eine Ladenpassage, besitzt eine Reihe von Einzelhandelsgeschäft und befindet sich ein kleines Stück südwestlich der Kathedrale.

Küche [Bearbeiten]

Ulica świętego Jana - Parallelstraße zum Markt - Im Hintergrund die Baptistenkirche des Hl. Johannes
  • Kawiarnia Ratuszowa, Rynek 39, Tel.: +048 076-7233507
  • Kawiarnia Pacykarz, pl. Katedralny 1, Tel.: +48 076-7212199
  • Restauracja Tivoli, ul. Złotoryjska 21, Tel.: +48 076-8622304
  • Ristorante Pizzeria Antika Roma, ul. Skarbowa 1, Tel.: +48 076-7225060
  • Sajgon, ul. Skarbka 9, Tel.: +48 076-8660839 - Chinesische und vietnamesische Küche.

Nachtleben [Bearbeiten]

  • Pub Klimaty, ul. Młynarska 7, Mobil: +48 0605-766085
  • Bar-Kawiarnia-Cukiernia Hort-Cafe, ul. NMP 1, Tel.: +48 076-8560536
  • Klub Cubana, Rynek 33

Unterkunft [Bearbeiten]

  • Hotel Kamieniczka, ul. Młynarska 15-16, Tel.: +48 076-72373 92-96, E-Mail: info@hotel-kamieniczka.pl. Check-in: 14:00. Check-out: 12:00. Zimmerpreis inkl. Frühstück und Parkplatz. (Koordinate: 51° 12' 27" N 16° 9' 53" O) - Das Hotel besitzt 21 Zimmer mit Dusche/WC, TV-SAT, Telefon sowie 2 Appartements mit einem Wohn- und einem Schlafzimmer.
  • Hotel Gwarna, ul. Złotoryska 30 (Navi: ul. Wjazdowa 2), Tel.: +48 076-7450000, Fax: +48 076-7450090, E-Mail: hotel@hotelgwarna.pl. ab PLN 259/320 (EZ/DZ) inkl. Frühstück. Akzeptierte Kreditkarten: MC/VISA. (Koordinate: 51° 12' 20" N 16° 9' 32" O) - Das zentral gelegene 4-Sterne-Hotel mit gemütlichen und sehr gut ausgestatteten Zimmern befindet sich im 4 Stock eines kleinen Einkaufszentrums. Sauna, Fitnessgeräte und Schwimmbad liegen im Dachgeschoss und können kostenfrei genutzt werden. Wellnessbehandlungen und Massagen können ebenfalls gebucht werden. Ein spezielles Highlight sind die Joggingstrecke und der im Winter nutzbare Eislaufrundkurs auf dem Dach des Gebäudes. Besonders positiv hebt sich das Restaurant mit einer angenehmen Auswahl an sehr guten und interessanten Gerichten abseits des Standardprogramms hervor. - WiFi (frei)
  • Hotel Rezydencja, ul. Okrzei 14 (Im Stadtteil Tarninów südlich des Zentrums). (Koordinate: 51° 12' 10" N 16° 9' 12" O) - Elegantes Haus in einer Villa aus dem Jahre 1926
  • Hotel Qubus, ul. Skarbowa 2, Tel.: +48 076-8662100, Fax: +48 076-8662200, E-Mail: legnica@qubushotel.com. ab € 71,75 (Promotions bei Onlinebuchungen im Voraus ab € 37,00). Akzeptierte Kreditkarten: Visa, JCB, Diners, MC. (Koordinate: 51° 12' 40" N 16° 9' 54" O)

Gesund bleiben [Bearbeiten]

  • Ein großes Krankenhaus befindet sich am östlichen Stadtrand neben dem Kaufland-Einkaufszentrum.
  • Eine Apotheke befinden sich in der ul. Złotoryjska (Ecke ul. J. Matejki). Dies ist nicht allzu weit von Stadtzentrum entfernt. Östlich des Flusses befindet sich eine weitere in der ul. S. Czarnieckiego (Ecke ul. I. Daszyńskiego)
  • Krzakowska Irena, ul. Piekarska 7, Tel.: +48 076-8523962 - Zahnarzt

Klarkommen [Bearbeiten]

Torismusinformationen:

  • Centrum Informacji Miejskiej, ul. Najświętszej Marii Panny 1, Tel.: +48 076-8525456
  • Centrum Informacji Turystycznej OSiR, ul. Najświętszej Marii Panny 7, Tel.: +48 076-7233801, E-Mail: osir.info@wp.pl

Post und Telekommunikation [Bearbeiten]

Postfilialen gibt es in der ul. Wjazdowa südwestlich der Kathedrale, am Bahnhof und nördlich des Piastenschlosses an der ul. Pocztowa.

Ausflüge [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Beate Störtkuhl : Liegnitz – Die andere Moderne, Architektur der 1920er Jahre. München, 2007, ISBN 978-3-486-58421-9.

Weblinks [Bearbeiten]