Katharinenkloster (Sinai)

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Katharinenkloster
Das Katharinenkloster
Kurzdaten
Gouvernement: Südsinai
Höhe: 1570 m
Lage
Lagekarte des Gouvernements Südsinai in Ägypten
Katharinenkloster (Sinai)
Katharinenkloster (Sinai)
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Das griechisch-orthodoxe Katharinenkloster befindet sich im Zentrum des Sinai (Ägypten) nördlich des Moses-Berges. Das Kloster zählt seit 2002 zu Ägyptens Unesco-Weltkulturerbestätten.

Inhaltsverzeichnis

Anreise [Bearbeiten]

Mit dem Auto oder Bus [Bearbeiten]

Das Kloster befindet sich ca. 2 Kilometer vom Dorf el-Milga, auch St. Catherine Village (arabisch: قرية سانت كاترين, Qarya Sānt Kāt(a)rīn) genannt, entfernt. Hier befindet sich auch die Endhaltestelle der öffentlichen Buslinien und Sammeltaxis gleich neben der Moschee.

Um 9:30 Uhr fährt ab Dahab, East Delta-Busstation, ein Bus zum Katharinenkloster. Die Fahrzeit dauert eine Stunde, der Fahrpreis beträgt LE 16. Um 13:30 Uhr fährt der Bus nach Dahab zurück.

Um 7:30 Uhr fährt ab Scharm esch-Scheich, Old Sharm, Haiy en-Nūr, ein Bus von East Delta zum Katharinenkloster. Der Preis beträgt LE 28.

Für einen Nachtaufenthalt sind die Busfahrzeiten eher ungünstig. Es ist daher sinnvoll, sich einer organisierten Exkursion anzuschließen, die sich in den Reisebüros vor Ort buchen lässt.

Mit dem Flugzeug [Bearbeiten]

In der Nähe des Katharinenklosters gibt es zwar einen Flughafen (SKV). Aufgrund zu geringer Passagierzahlen hat EgyptAir aber den Linienverkehr eingestellt. Es bietet sich an, statt dessen den Flughafen von Scharm esch-Scheich (SSH) zu benutzen.

Hintergrund [Bearbeiten]

Geschichte [Bearbeiten]

Klostermauer im Norden mit dem heutigen Besuchereingang
Blick auf den Kirchturm
Ginsterbusch, Sprößling des Brennenden Dornbuschs

Der Platz zählt zu den legendärsten der Juden und Christen: hier soll sich der Brennende Dornbusch (Ex 2,23–4,18 EU) befunden haben, an dem sich Gott Mose offenbarte.

An seiner Stelle wurde das ursprünglich der Gottesmutter Maria und der Verklärung Christi geweihte Kloster errichtet, das für sich in Anspruch nimmt, das älteste zu sein, in dem seit seiner Gründung regelmäßig Gottesdienste durchgeführt wurden. Die Gemeinde besteht seit dem Beginn des 4. Jahrhunderts. Die Chroniken des Patriarchen Eutychios von Alexandria aus dem 9. Jahrhundert beschreiben, dass im Jahr 324 Kaiserin Helena die hiesigen Mönche besucht und ihnen eine Kirche und ein Schutzturm gestiftet haben soll. Gesichert ist, dass die Nonne Etheria aus Galizien das Kloster gegen Ende des 4. Jahrhunderts besucht hat, wie aus ihrem Tagebuch entnommen werden kann.[1]

Seine noch heute bestehende Form erhielt das Kloster zwischen 548 und 564, als der öströmische Kaiser Justinian I. auf Wunsch der Mönche hier die Festungsanlage errichten ließ. Zudem ließ Justinian hier eine Schutztruppe stationieren. Der Architekt des Klosters, Elisa, zog sich aber den Unmut seines Bauherrn zu und wurde deshalb enthauptet. Die Hauptkirche des Klosters stammt aus derselben Zeit. Ein Teil der Mönche lebte jedoch weiterhin als Einsiedler in der Nachbarschaft.

Nachdem man im Zeitraum zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert die Gebeine der hl. Katharina von Alexandrien auf dem Gebel Katarīn gefunden und ins Kloster gebracht hatte, erhielt es seinen heutigen Namen Katharinenkloster. Die Heilige zählt zu den beliebtesten Heiligen der katholischen Kirche. Sie soll eine zyprische Königstochter gewesen sein, die um 282 n. Chr. in Alexandria geboren wurde. Von einem Einsiedler wurde sie zum christlichen Glauben geführt. Da sie nicht vom Christentum abschwor und das Amt der Kaiserin ausschlug, ließ der römische Kaiser Maxentius (um 278 – 312) sie um 305 foltern und enthaupten.

Es wird berichtet, dass sich der spätere Prophet Mohammed hier mehrfach aufgehalten haben soll. Später, bereits als Prophet, garantierte er dem Kloster brieflich seinen Bestand, der auch über die Jahrhunderte gesichert bleiben sollte. Erst am Anfang des 11. Jahrhunderts drohte der Kalif el-Hakim (996 – 1021) das Kloster zu zerstören, dem die Mönche mit dem Bau einer Moschee samt Minarett begegnen konnten. Dennoch wurden die Mönche zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert noch mehrfach vertrieben, das Kloster wurde aber nie zerstört. Während seines Ägypten-Feldzuges garantierte auch Napoléon Bonaparte 1800 dem Kloster seine Rechte in seinem Schutzbrief.

Im Jahr 1575 erkannte Rom die Selbständigkeit des Klosters an. Es besaß den Rang eines Erzbistums. Später kam das griechisch-orthodoxe Kloster unter die Obhut des russischen Zaren. Heute untersteht das Kloster juristisch dem Patriarchat von Jerusalem.

Zu den wertvollsten Beständen des Klosters zählen seine Klosterbibliothek und die Sammlung von etwa 2000 Ikonen. Die Bibliothek gilt als älteste christliche Bibliothek und wird nur durch die des Vatikans übertroffen. Zu den bedeutendsten Handschriften zählt der Codex Sinaiticus, der ältesten fast vollständig erhaltenen Bibelhandschrift, die hier 1844 vom deutschen Theologe Konstantin von Tischendorf (1815 – 1874) entdeckt wurde.

Leben im Klosters [Bearbeiten]

Das Kloster wird heute von etwa zwei Dutzend, meist griechischen Mönchen bewohnt. Sie wählen den Abt und Erzbischof, der heutzutage meist in Kairo residiert. Die Geschäfte werden während seiner Abwesenheit von vier Klostervorstehern wahrgenommen.

Der Hauptgottesdienst findet von 4:30 bis 7:30 Uhr morgens statt. Von 14:30 bis 16:00 wird die Vesper abgehalten.

Öffnungszeiten [Bearbeiten]

Das Kloster ist nur wenige Stunden am Tage geöffnet, nämlich von 9:00 bis 12:00 Uhr, um den Klosterbetrieb aufrechterhalten zu können. Der Eintritt ist frei, der zum Museum kostet LE 20.

Freitags, sonntags und an Festtagen der griechisch-orthodoxen Kirche bleibt das Kloster geschlossen.

Der Besucherandrang ist teilweise enorm. Jährlich besuchen etwa 100.000 Reisende das Kloster.

Für das Schutzgebiet, zu dem das Kloster gehört, sind Gebühren in Höhe von LE 17 für Erwachsene und LE 10 für Studenten zu zahlen.

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Das Kloster befindet sich auf einem 1570 m hohen Plateau am Fuße des Moses-Bergs im Wadi ed-Deir („Klostertal“). Es wird von einer 74 m breiten, 84 m tiefen, 12 bis 15 m hohen und 2 m starken Festungsmauer umgeben, dessen alter Eingang sich auf der Westseite befindet. Der Eingang stammt aber erst aus Napoléonischer Zeit, zuvor gelangte man nur über Lastenaufzüge in das Kloster. Der heutige Besuchereingang befindet sich auf der Nordseite. Der Turm zur Linken ist nach General Jean-Baptiste Kléber (1753 – 1800), einem Offizier der Napoléonischen Armee, benannt.

Hinter dem Eingang befinden sich zur Rechten die Mönchsunterkünfte.

Läuft man vom Eingang kommend gerade aus, so gelangt man zur Hauptkirche, der Katharinenkirche. Diese Basilika wurde zwischen 548 und 565 errichtet. Inschriften in der nennen Kaiser Justinian (482 – 565), die verstorbene Kaiserin Theodora I. (500 – 548) und den Baumeister der Kirche, Stephanos von Aila. Zuerst gelangt man zum Narthex, dem Vorraum. Eine aus dem 6. Jahrhundert stammende und mit Tieren, Vögeln und Ornamenten geschmückte Zedernholztür gibt den Blick ins Kircheninnere frei. Die drei Kirchenschiffe werden durch zwölf Granitsäulen unterteilt. An den Seiten der Außenschiffe befinden sich je drei Kapellen. Die nördlichen Kapellen sind den heiligen Kosmas und Damian, dem hl. Simeon dem Styliten (Säulenheiligen) sowie der hl. Anna und dem hl. Joachim geweiht. Den Abschluss bildet die Sakristei. Die Kapellen auf der Südseite sind der hl. Marina, dem hl. Konstantin und der hl. Helena sowie dem hl. Antipas geweiht. Der letzte Raum ist die Schatzkammer.

Der aus dem Jahr 1714 stammende Fußboden der Kirche ist mit Marmor und Porphyr ausgelegt. Den oberen Abschluss bildet eine Holzdecke aus dem 18. Jahrhundert mit Kronleuchtern. Am Ende des Mittelschiffs befindet sich die Apsis, eine halbrunde Altarnische, die leider durch die Ikonostase aus dem 17. Jahrhundert verdeckt wird. Das Mosaik in der Apsiskuppel stellt Christus in der Mandorla (Heiligenschrein) dar, unter dem Petrus liegt. Zur Rechten Vhristi erblickt man Moses und darunter Jakobus den Älteren. Zur Linken Christi erkennt man Elias und Johannes den Evangelisten.

An der Stirnseite oberhalb der Apsis sind Moses im Brennenden Dornbusch und Moses beim Empfang der Gesetzestafeln dargestellt. Rechts neben dem Altar befindet sich ein Marmorschrein mit den Reliquien der hl. Katharina, dies sind ihre Hand und ihr Haupt.

Links neben der Apsis befindet sich die Kapelle des hl. Jakobus’ des Jüngeren, rechts neben der Apsis die der hl. Väter.

Hinter dem Chor befindet sich die heiligste Stelle des Klosters: die Kapelle des Brennenden Dornbuschs aus dem 13. Jahrhundert an der Stelle, an der sich der Überlieferung nach der Brennende Dornbusch befunden hat. Die Apsis dieser Kapelle enthält nur ein schlichtes Kreuz auf goldenem Grund. Hinter der Kapelle, außerhalb der Kirche befindet sich an der Wand der Wirtschaftsgebäude ein Ginsterstrauch, der ein Sprössling des ursprünglichen Strauchs sein soll.

Der Kirchturm wurde hier erst 1871 errichtet.

Wenn man vom Ginsterbusch kommend im Gegenuhrzeigersinn läuft, so gelangt man im Nordwesten der Basilika zum Mosesbrunnen. Hier soll Moses die Schafe seines Schwiegervaters Jethro geweidet haben. Daneben befindet sich auch das Klostermuseum. Das Museum zeigt Ikonen, Handschriften, Messgewänder, Gerätschaften für den Gottesdienst und Pilgergaben.

Westlich der Basilika befindet sich die Omar-Moschee. Die Kanzel und der Koranständer stammen aus dem 12. Jahrhundert. Das Minarett befindet sich auf der Nordseite der Moschee.

Weitere Teile des Klosters sind für Besucher üblicherweise nicht zugänglich. Im Süden der Moschee befindet sich der untere Hof. An seiner Südseite führt eine Rampe zum oberen Hof. An den West- und Südseiten befinden sich die Gästeunterkünfte. In der Südostecke des Klosters ist die Klosterbibliothek in der zweiten Etage untergebracht. Noch heute zählen 3500, meist religiöse Manuskripte und etwa 50.000 Bücher zu ihrem Bestand.

An der Ostseite der Klostermauer befinden sich die Wirtschaftsgebäude. Das 17 m lange Refektorium (Speisesaal) und das Dormitorium (Schlafsaal) bilden den Abschluss eines großen Hofes.

Außerhalb der Klostermauern befinden sich in seinem Westen ein Garten, der Friedhof und das Beinhaus. Der Friedhof bietet nur Platz für sechs Mönche, der jeweils am längsten bestatte wird ins Beinhaus überführt.

Respekt [Bearbeiten]

Der Besucher sollte auf angemessene Kleidung achten. Ansonst werden Kutten bereit gehalten.

Einkaufen [Bearbeiten]

Natürlich gibt es in el-Milga auch Souvenirgeschäfte, zudem Gemüsegeschäfte und Geschäfte für den täglichen Bedarf.

Küche [Bearbeiten]

Im Dorf el-Milga gibt es mehrere Restaurants und eine Bäckerei.

Unterkunft [Bearbeiten]

Camps [Bearbeiten]

  • El Milga Bedouin Camp (in der Nähe der Co-op-Tankstelle), Mobil: +20 (0)100 641 3575. Camp mit fünf Doppelzimmern, Gästewaschmaschine.
  • Desert Fox Camp (ca. 1 km vom Dorf entfernt), Mobil: +20 (0)100 565 9399, preiswerteste Unterkunft vor Ort.
  • Safary Camp and Hotel (Moonland), St. Catharine, Tel.: +20 (0)69 347 0085, 347 0162, E-Mail: mnland2002@yahoo.com.

Gästehaus des Klosters [Bearbeiten]

Günstig [Bearbeiten]

  • Daniela Village, St. Catherine, Tel.: +20 (0)69 347 0379, E-Mail: scarabee@internetegypt.com, 2-Sterne-Hotel mit 74 Zwei- und Mehrbettzimmern.
  • El Wady El Mouquduss Hotel, St. Catherine, Tel.: +20 (0)69 347 0225, 2-Sterne-Hotel mit 81 zumeist Zweibettzimmern.

Mittel [Bearbeiten]

  • Catherine Plaza Village, El Raha St., St. Catherine, Tel.: +20 (0)69 347 0289, 347 0298, Fax: +20 (0)69 347 0292, E-Mail: catherineplaza@catherineplaza.com, 3-Sterne-Hotel mit 150 Zweibettzimmern, 16 Dreibettzimmern und zwei Suiten.
  • Morgenland Village, 1-2 Dar El Shefa St., St. Catherine (4 km vom Kloster entfernt), Tel.: +20 (0)69 347 0700, 347 0331, Fax: +20 (0)69 347 0331, E-Mail: inas_aziz@yahoo.com, 3-Sterne-Hotel mit 230 Zweibettzimmern.

Gehoben [Bearbeiten]

  • St. Catherine Tourist Village, Wadi El Raha, St. Catherine (500 m vom Kloster entfernt), Tel.: +20 (0)69 347 0325, 347 0326, 347 0333, Fax: +20 (0)69 347 0326, 4-Sterne-Hotel mit 118 Zweibettzimmern.

Klima [Bearbeiten]

Im Gebiet des Katharinenklosters herrscht das gesamte Jahr über mildes bis warmes Klima.

Werte[2] Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittlere Lufttemperatur in °C 10 10 14 19 23 25 26 26 25 20 15 11
Mittlere höchste Lufttemperatur in °C 14 15 18 24 28 31 32 32 30 26 20 16
Mittlere tiefste Lufttemperatur in °C 2 2 6 10 14 16 18 18 16 12 8 4
Niederschlagsmenge im mm 3 2 4 4 0 0 0 0 0 1 3 4

Kommunikation [Bearbeiten]

Das Kloster ist telefonisch unter (0)69 347 0343 erreichbar.

Zum anderen kann man auch die Kairoer Klosterniederlassung kontaktieren: Mount Sinai Monastery of Catherine, 18 Midan El Daher, 11271 Kairo, Telefon: (0)2 2482 8513.

Ausflüge [Bearbeiten]

  • Viele Touristen verbinden den Aufstieg auf den Moses-Berg mit dem Besuch des Katharinenklosters am folgenden Morgen.
  • Verschiedene Beduinen im Dorf el-Milga führen 3- bis 5-tägigen Trekking-Touren der in el-Milga. Dies sind z.B. Sheikh Mousa (El Milga Bedouin Camp) und Sheikh Sina. Beliebtes Ziel ist z.B. der höchste Berg des Sinai und Ägyptens, der Katharinenberg.

Literatur [Bearbeiten]

  • Galey, John ; Weitzmann, Kurt : Das Katharinenkloster auf dem Sinai. Stuttgart : Belser, 2003, ISBN 978-3763024155.

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. McClure, M.L. ; Feltoe, C.L. : The Pilgrimage of Etheria. London ; New York, 1920.
  2. St. Katrine, Egypt: Climate, Global Warming, and Daylight Charts and Data, eingesehen am 17. November 2009