Faiyūm
Das Gouvernement und die Senke el-Faiyum (auch Fayoum, Fajjum, Fayyum, arabisch: محافظة الفيوم, Muḥāfaẓat al-Faiyūm) liegen am Ostrand der Westlichen Wüste, ca. 90 Kilometer südwestlich von Kairo. Es grenzt im Westen und im Norden an das Gouvernement Gīza und im Osten und Süden an das Gouvernement Beni Suef. Das Verwaltungszentrum ist Madīnat el-Faiyūm. Reisende interessieren sich meist für die antiken Stätten. Das Faiyūm bietet aber auch Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung im Wādī er-Raiyān und am Qārūn-See.
|
Gouvernement el-Faiyūm
محافظة الفيوم |
|
| Kurzdaten[1] | |
| Hauptstadt: | Madīnat el-Faiyūm |
|---|---|
| Fläche: | 1.827 km2 |
| Einwohner: | 2.511.027 (2006) |
| Postleitzahlen: | 63xxx |
| Telefonvorwahl: | (+20) 084 |
| Offizielle Website: | www.fayoum.gov.eg |
Inhaltsverzeichnis |
Hintergrund [Bearbeiten]
Die Senke el-Faiyūm befindet sich 20 bis 40 Meter unter null. Sie ist heute Teil des gleichnamigen Gouvernements.
Das einstige Sumpfgebiet wurde unter Amenemhet II. und Sesostris II. (Mittleres Reich, 12. Dynastie) trockengelegt, um das Gebiet für die Landwirtschaft nutzbar zu machen.
Am Nordrand des Faiyūm befindet sich der größte Binnensee Ägyptens, der abflusslose Qārūn-See, der seit der 12. Dynastie vom Baḥr Yūsuf (Josefs-Kanal) gespeist wird. Er war eins von zwei Wasserrückhaltebecken des Faiyūm.
Im el-Faiyūm gibt es heute vier Städte, etwa 160 Dörfer und zahlreiche Weiler, in denen ca. 3 Millionen Einwohner leben.
Orte [Bearbeiten]
- Verwaltungszentrum Madīnat el-Faiyūm, häufig kurz el-Faiyūm genannt.
Weitere Ziele [Bearbeiten]
Nördlich des Qārūn-Sees [Bearbeiten]
- Dīmai (Soknopaiou Nēsos)
- Qaṣr eṣ-Ṣāgha
Seen [Bearbeiten]
Südlich des Qārūn-Sees [Bearbeiten]
- Abgīg (Begig)
- ʿAin es-Sīlīyīn – Freizeitpark
- Batn Iḥrīt (Theadelphia): siehe Alexandria, griechisch-römisches Museum
- Biyahmū
- Kloster Deir el-ʿAzab
- Kloster Deir el-Malak Ghobrial
- Hawāra (mit ehemaligen Labyrinth)
Kōm Auschīm (Kom Aushim, Karanis)- Kom Darb Gerza (Kom el-Kharaba el-Kebir, Kom el-Hammam, Philadelphia)
Lāhūn (el-Lahun, Illahun) einschließlich Kahun
Madīnat Māḍī (Narmouthis)- Madīnat el-Qūṭa
- en-Nazla
- Qaṣr el-Banāt (Euhemeria)
Qaṣr Qārūn (Dionysius)- Pyramide von Sīlā (Stufenpyramide auf dem Gebel er-Rūs)
Tūnis, Künstlerdorf am Südrand des Qārūn-Sees mit dem ersten Karikaturenmuseum im Nahen Osten- Umm el-Aṯl (Kōm el-ʿAsl, Umm el-Qaṭl, Bakchias)
- Umm el-Burīgāt (Umm el-Brigat, Qasr el-Bās, Tebtynis)
Westlich der Senke el-Faiyūm [Bearbeiten]
Hintergrund [Bearbeiten]
Anreise [Bearbeiten]
Mobilität [Bearbeiten]
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Aktivitäten [Bearbeiten]
Sicherheit [Bearbeiten]
Klima [Bearbeiten]
Das Klima ist ganzjährig warm bis heiß und trocken. Regenfälle stellen eine absolute Ausnahme dar, die Regendauer überschreitet wenige Minuten nie.
| Werte | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mittlere Lufttemperatur in °C, Mittag | 22 | 24 | 25 | 28 | 35 | 36 | 38 | 38 | 35 | 30 | 27 | 22 |
| Mittlere Lufttemperatur in °C, Nacht | 5 | 7 | 8 | 11 | 16 | 19 | 22 | 22 | 20 | 16 | 11 | 9 |
Gefürchtet sind die Sandstürme, die Chamsīn (arabisch: خماسين, Chamāsīn, oder خمسين, Chamsīn) genannt werden. Dies sind heiße Süd- und Südostwinde, die den Wüstensand aufwirbeln und mit sich fortreißen. Die Entstehungsursache sind Tiefdruckgebiete im Mittelmeerraum. Die Stürme können ganzjährig auftreten, ihre Hauptsaison sind die Monate März bis Mai (ein Zeitraum von 50 Tagen nach Frühlingsanfang – auf den Zeitraum bezieht sich auch das arabische Wort), auch im Herbst treten sie gehäuft auf. Die Stürme dauern mehrere Tage an und sind in weiten Teilen Ägyptens anzutreffen. Weit gefährlicher, aber örtlich begrenzter, sind die Sandwirbelwinde, Soba'a genannt. Hier muss man in jedem Fall Augen und elektronische Geräte schützen. Die Stürme tragen nicht selten dazu bei, dass Flugpläne nicht mehr eingehalten werden. Im Jahr 2006 trat der erste Sandsturm bereits Ende Februar auf (Einheimische sagten, dass sie das seit 20 Jahren nicht erlebt hätten), irgendwo im Staub waren sogar die Pyramiden kaum zu erkennen.
Ausflüge [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Populärwissenschaftliche Darstellungen:
- Vivian, Cassandra : The Western Desert of Egypt : An Explorer’s Handbook. Cairo : The American University in Cairo Press, 2008, ISBN 978-9774160905, S. 209–257 (in Englisch).
- Lane, Mary Ellen : A Guide to the Antiquities of the Fayyum. Cairo : American University in Cairo Press, 1985, ISBN 978-9774240423 (in Englisch).
- Hewison, R. Neil : The Fayoum : history and guide. Cairo : American University in Cairo Press, 2008, ISBN 978-9774162060.
- Karten:
- Russische Generalstabskarten, Maßstab 1:200.000, Karten H-36-XIX (Синнурис [Sinnuris]), H-36-XXV (Эль-Файюм [El'-Fajjum]) und H-36-XXVI (Бени Суэйф [Beni Suejf]).
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Egypt population statistics, GeoHive, eingesehen am 23. Mai 2011.