Chile
Chile liegt im Südwesten Südamerikas und ist von der Nord-Süd-Ausdehnung her gesehen das längste Land der Welt. Es erstreckt sich entlang der Pazifikküste westlich der Anden und grenzt an Peru, Bolivien und vor allem Argentinien (auf über 5000 km).
Dem Reisenden bietet das Land vor allem landschaftliche Reize, die stark miteinander kontrastieren. So ist der Norden, die Atacama-Wüste, das trockenste Gebiet der Erde, während im Süden Regenwälder, Seenlandschaften und Gletscher dominieren.
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Lage
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Flagge
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| Kurzdaten | |
| Hauptstadt: | Santiago de Chile |
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| Staatsform: | Republik |
| Währung: | Chilenischer Peso (CLP) |
| Fläche: | 757.000 km² |
| Bevölkerung: | 16,8 Mio |
| Sprachen: | Spanisch |
| Religionen: | Römisch-katholisch 70 %, Protestantisch 15 %, Jüdisch zu vernachlässigen |
| Stromnetz: | 220 V/ 50 Hz |
| Telefonvorwahl: | +56 |
| Internet TLD: | .cl |
| Zeitzone: | MEZ+4h |
Inhaltsverzeichnis |
Regionen [Bearbeiten]
Chile wird administrativ in 15 Regionen eingeteilt. Region I bis XII sind von Norden nach Süden durchnummeriert. Die Region Metropolitana mit Santiago als Hauptstadt, zwischen der 5. und 6. Region gelegen, ist die nicht nummerierte 13. Region. Region XIV und XV wurden 2007 hinzugefügt.
Allgemeiner kann man Chile in die folgenden Landschaften einteilen:
Der große Norden umfasst die großen Wüstengebiete im Norden und damit die Región de Arica y Parinacota, die Región de Tarapacá und die Región de Antofagasta. Die Region ist - von einigen Hafen- und Minenstädten abgesehen - nur dünn besiedelt. Im Andenraum hat sich noch viel präkolumbianische Kultur erhalten, wenn auch die damit verbundenen Völker kaum noch bedeutend sind.
Als Kleiner Norden bezeichnet man die Halbwüstengebiete von Los Vilos bis etwa zum Rio Copiapó sowie die Gegend rund um La Serena, integriert durch die Región de Atacama und die Región de Coquimbo. Besonders der Süden dieser Region birgt zahlreiche koloniale Kulturschätze.
Zentralchile mit mediterranem Klima umfasst die Hauptstadtregion sowie die Regionen nördlich und südlich davon. Besonders die Küste der Region ist ein beliebtes Reiseziel, die Strände erinnern ans europäische Mittelmeer. Das Gebiet ist in die Regionen Metropolitana de Santiago, Región de Valparaíso, Región del Libertador General Bernardo O'Higgins, Región del Maule und Región del Biobío aufgeteilt.
Der kleine Süden bezeichnet die Seenregion, die Regenwaldgebiete um Puerto Montt und die Inselgruppe Chiloé. Es handelt sich um ein feuchtes, von kühlgemäßigtem Klima und vielen reizvollen Seen, die oft von schneebedeckten Vulkanen flankiert werden, geprägtes Gebiet mit vielfältigen Wander- und Bademöglichkeiten. In der Architektur finden sich Zeugnisse der deutschsprachigen Einwanderer. Integriert wird es durch die Región de la Araucanía, die Región de los Ríos und die Región de los Lagos.
Als großen Süden bezeichnet man eine lange vom restlichen Chile isolierte Region etwa ab Puerto Montt bis Feuerland. Zwischen dem Norden und dem Süden dieser Region liegt eine Gletscherlandschaft, die bisher von keiner Straße überwunden wurde. Der südlichste Ort der Erde, Puerto Williams, liegt in Chile. Eingeteilt ist das riesige Gebiet in die Región de Aisén und die Región de Magallanes y de la Antártica Chilena.
Eine weitere Gliederung ergibt sich durch die Anden, die Chile von Norden bis Süden komplett durchziehen. Diese gliedern sich in eine Küstenkordilliere, das große Längstal (Valle Central) und die östliche Kordilliere. Das große Längstal senkt sich kontinuierlich ab und verschwindet südlich von Puerto Montt komplett im Meer, während die Küstenkordilliere die Inselketten und Fjorde vor der Küste bildet.
Städte [Bearbeiten]
- Santiago de Chile - die Hauptstadt
- Temuco
- Valdivia
- Valparaíso - schöne Hafenstadt
- Viña del Mar - beliebter Ort für Strandtouristen
- La Serena/ Coquimbo
Weitere Ziele [Bearbeiten]
- Im Norden
- Chuquicamata Die größte offene Kupfermine der Welt, das größte von Menschen gegrabene Loch dieser Welt.
- San Pedro de Atacama Ein Touristik-Zentrum mitten in der Atacama-Wüste. Die Landschaft der Umgebung ist atemberaubend. Nur ein paar der möglichen Ausflüge: Ritte durch Mondlandschaften, das Besteigen von Sanddünen, die Geysire von El Tatio, Schweben im gesättigten Wasser von Salzlagunen.
- Das VLT - Very Large Telescope in Paranal - ist das weltgrößte optische Teleskop. Führungen sind nur nach Voranmeldung mit zum Teil erheblichen Wartezeiten möglich. Betreiber ist das ESO - European Southern Observatory.
- Im Süden
- Chilenisches Seengebiet zwischen Temuco und Puerto Montt. In der Andengegend des Kleinen Südens finden sich zahlreiche Seen, die von Vulkanen wie dem Villarica und dem Osorno flankiert werden.
- Chiloé Eine Pazifikinsel, auf der sich noch eine sehr ursprüngliche Kultur und Architektur erhalten hat. Spektakuläre grüne Fjordlandschaften.
- Torres del Paine - Nationalpark im Gletschergebiet im äußersten Süden von Chile. Besonders bemerkenswert sind die extrem steilen Felsberge, die diesem Gebiet (span. torres = Türme) ihren Namen gaben.
- Pazifisch-polynesiche Inseln
- Osterinsel, gehört bereits zu Polynesien
- Juan-Fernández-Inseln
- Islas Desventuradas und Isla Sala y Gómez
Hintergrund [Bearbeiten]
Anreise [Bearbeiten]
Einreisebestimmungen [Bearbeiten]
Flugzeug [Bearbeiten]
Der große internationale Flughafen von Santiago Arturo Merino Benítez (AMB, Flughafenkürzel= SCL) wird eigentlich von fast allen großen Fluggesellschaften und Kooperationen derselben mehrmals täglich angeflogen. Am sinnvollsten ist der Hinflug mit LAN, Iberia oder TAM, da da Anreise mit diesen Fluggesellschaften eventuelle weitere innerländische bzw. innersüdamerikanische Flüge mit Rahmen des von LAN angebotenen South America Airpass sehr preiswert sind.
Empfehlenswert sind Flüge aus Deutschland über Madrid oder Sao Paulo (ca. 18 h). Flüge über die USA z.B. mit United Airlines oder Delta Air dauern hingegen sehr lange (ca. 30 h) und es wird die Immigration fällig. Die USA-Flüge haben aber häufig den Vorteil, dass man dabei mehr doppelt soviel Gepäck mitnehmen darf (zwei Gepäckstücke zu je 23 Kilogramm plus Handgepäck). Bei Langstreckenanreise mit TAM über Brasilien ist dies aber in der Regel auch der Fall.
Der Luftraum über Chile und Teilen Südamerikas war im Frühjahr 2011 von der Aschewolke des chilenischen Vulkans Puyehue gestört, zahlreiche Flüge fielen aus. Eine Liste mit Links zur Wetterlage und Flugverkehrsinformationen findet sich auch im Portal Flugreisen.
Bahn [Bearbeiten]
Bus [Bearbeiten]
Auto/Motorrad/Fahrrad [Bearbeiten]
Schiff [Bearbeiten]
Mobilität [Bearbeiten]
Flugzeug [Bearbeiten]
Neben LAN gibt es noch die Sky-Airline und Principal Airline, die Inlandsverbindungen anbieten. Je nach Fluggesellschaft der Langstreckenanreise können die Preise für Inlandsflüge stark variieren. Billigangebote für z.B. 1 € gibt es aber nie.
Tipp: Bei LAN Chile gibt es häufig Spartarife, die bei 25% des regulären Preises liegen. Diese bekommt man jedoch nur angezeigt, wenn man die Webseite auf Spanisch stellt. (Man kann trotzdem mit deutscher Adresse und Kreditkarte buchen.) So kann man zb. von Santiago nach Valdivia oder Puerto Montt für ca. 40 Euro fliegen. Bitte beachtet, dass diese Tarife in der Regel weder umbuchbar noch stornierbar sind (100% Stornokosten). Eine bessere Alternative stellt sicherlich der sogenannte South America Airpass von LAN dar. Dieser ist bei Langstreckenanreise mit LAN, Iberia oder TAM besonders preiswert.
Bahn [Bearbeiten]
Die Züge verkehren vor allem auf der Hauptstrecke von Santiago in Richtung Süden bis Temuco. Seit Anfang Januar ist auch das letzte Teilstück der Bahntrasse von Temuco nach Puerto Montt, das bei den Erdbeben in den 1960er Jahren schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, wieder hergerichtet. Momentan wird auch Valdivia wieder an das Bahnnetz angeschlossen werden.
In den Ballungszentren von Santiago de Chile, Valparaíso/ Viña del Mar und Concepción/ Talcahuano verkehren moderne Vorortzüge.
Im Norden gibt es lediglich noch einen Passagierdienst von Calama nach Uyuni in Bolivien, der von der bolivianischen Empresa Ferroviaria Andina SA bedient wird, aber zur Zeit eingestellt ist.
Ins Colchagua-Tal fährt am Wochenende der Tren del Vino, eine recht touristische Museumsbahn, von San Fernando nach Santa Cruz.
Bus [Bearbeiten]
Das Bussystem in Chile ist ziemlich perfekt ausgebaut. Es gibt viele große Busgesellschaften, die ständig von den städtischen Busterminals (oft sehr zentral) fast jeden Winkel des Landes erreichen, zumindest in Zentralchile. Im Süden wird es damit etwas enger, manchmal fahren nur zwei Busse pro Woche zu überregionalen Zielen (z.B. Osorno-Coihaique).
Es gibt unterschiedliche Klassen (von Premium bis Classico), die normalerweise deutlich besser sind als europäische Busse. In der obersten Klasse hat man z.B. eine 1,80 m lange Liegefläche für sich. Die Hauptbusunternehmen sind Turbus und Pullman. Turbus ist meistens etwas teurer, aber dafür bieten die Busse auch mehr Platz.
Wenn man längere Strecken zurück legen möchte empfiehlt sich ein Nachtbus. Man schläft abends ein und ist morgens da. Alles was südlicher als Puerto Montt liegt, wird von den großen Busunternehmen nicht mehr angefahren, Busverbindungen sind jedoch reichlich und gut vorhanden. Ab Chile Chico muss man, mangels Strassen, einen Umweg über Argentinien in Kauf nehmen (Chile Chico/ CL -> Rio Gallegos/ AR [umsteigen] -> Puerto Natales/ CL, ca. 16 h). Preislich ist es eigentlich sehr günstig, wie zum Beispiel von Santiago nach Temuco für ungefähr 13 Euro pro Person und auch sonst ist die Busverbindung für deutsche Verhältnisse günstig Alen Nachbarländern verkehren regelmäßige Busverbindungen nach Chile.
Auto [Bearbeiten]
Die Verkehrsregeln- und Zeichen entsprechen denen in Europa. Leider werden sie selten respektiert. Autofahren in Santiago ist mit Rom (Italien) zu vergleichen. Im Süden Chiles hingegen ist die Situation durchaus mit der in D/ AT/ CH zu vergleichen. An Zebrastreifen sollte man dennoch lieber zwei Mal schauen bevor man die Straße überquert. Auf der von La Serena bis Puerto Montt mittlerweile durchgehend als Autobahn (mautpflichtig) ausgebauten Panamericana/ Ruta 5 kommt man recht schnell voran. Das Tempolimit beträgt 120 km/ h. Auch sonst sind viele Hauptstraßen asphaltiert und gut ausgebaut. Langamer kommt man auf den Schotterstraßen ("Rípio") voran, ohne Geländewagen hält sich das Fahrvergnügen auf diesen Straßen doch sehr in Grenzen. Einen guten Überblick über den aktuellen Ausbaustand erhält man auf der Website von Turistel unter "Mapas Ruteros". Überhaupt bietet der Verlag Turiscom sehr gutes Kartenmaterial und Reiseführer an, das aber leider nur in Chile erhältlich ist.
Eine echte Pionierstraße ist die Carretera Austral, die irgendwann einmal die Provinz Magallanes mit dem Rest Chiles verbinden soll. Dazwischen liegen allerdings das patagonische Inlandeis, jede Menge Fjorde und Bergrücken. Bis es also vielleicht irgendwann soweit ist, müssen alle Straßentransporte in den Süden den Weg durch Argentinien nehmen.
Tankstellen ("Servicentros") sind an und für sich ausreichend vorhanden, allerdings gilt das nicht für besonders entlegene Gebiete wie den Norden oder die Carretera Austral sowie Feuerland. Hier sollte man alle Gelegenheiten zum Tanken nutzen! Wichtigste Ketten sind Copec, Esso, Shell und Repsol/ YPF.
Mietwagen: Neben den international bekannten Anbietern wie Avis, Hertz, Budget und Alamo gibt es jede Menge lokale Firmen, die meistens (aber nicht immer) ebenso zuverlässig sind. Mitglieder des ADAC erhalten bei der Autovermietung des Automovíl Club de Chile einen Rabatt.
Schiff [Bearbeiten]
Fähren: Eine wichtige Rolle im Süden Chiles spielen die Fähren, die zahlreiche Fjorde vor allem südlich von Puerto Montt sowie zwischen der Insel Chiloé und dem Festland anlaufen. Auch die einzelnen Teilstücke der Carretera Austral werden von den Fähren zusammengehalten. Ein Klassiker unter Rucksacktouristen ist die mehrtägige Reise mit der Puerto Edén durch die chilenischen Fjorde von Puerto Montt nach Puerto Natales.
Nach Feuerland gibt es zwei Fährverbindungen: von Punta Arenas nach Porvenir (1x tägl./ Richtung) sowie über die Meerenge Primera Angostura in der Magellanstrasse (20 min, bei der Rückreise von Feuerland sind teilweise sehr lange Wartezeiten (~6 h) nicht unüblich). Siehe hierzu auch: Tierradelfuego.org.ar
Kreuzfahrtschiffe: Immer mehr Kreuzfahrtschiffe aller Größen tummeln sich in chilenischen Gewässern. Nicht zuletzt weil Kreuzfahrt-Touristen als besonders lukrative Gruppe gelten wird auch die Infrastruktur ausgebaut. Um großen Kreuzfahrtschiffen die Zufahrt nach Puerto Natales zu ermöglichen und damit den Nationalpark Torres del Paine für Kreuzfahrt-Touristen zu erschließen, soll sogar die Meerenge von Paso Kirke breiter gesprengt werden. Besonders beliebt sind Expeditions-Kreuzfahrten mit Abstecher in die Antarktis. Allerdings muß man dafür recht tief in die Tasche greifen.
Osterinsel und Isla Robinson Crusoe: Zu diesen beiden Inseln existiert keine regelmäßige kommerzielle Schiffsverbindung. Theoretisch gibt es zwar die Möglichkeit mit einem Versorgungsschiff der chilenischen Marine auf die Inseln zu Reisen, aber auch nur wenn die Reise nachweislich dem Gemeinwohl dient (was auch immer damit gemeint ist). Und selbst dann haben Inselbewohner jederzeit Vorrang vor Touristen, so daß die Wahrscheinlichkeit daß man tatsächlich mitkommt wohl ziemlich klein ist.
Trampen [Bearbeiten]
Trampen ist in Chile unter Einheimischen üblich. Wer offensichtlich ausländisch aussieht, kommt noch schneller voran, da Einheimische dann besonders interessiert an der Herkunft sind. An den Autobahnen kann man sich einfach auf den Seitenstreifen stellen. Bei genügend Verkehr wartet man selten länger als 15 Minuten.
Sprache [Bearbeiten]
Die Verkehrssprache ist Spanisch. Allerdings werden in Chile oft Silben und Endungen "verschluckt", also nicht oder nicht deutlich gesprochen. Zudem gibt es viele Ausdrücke (Modismen), die nur in Chile benutzt werden. Die Verständigung ist von daher nicht sehr einfach für Menschen, die in der spanischen Sprache nicht sicher genug sind.
Daneben gibt es noch Sprachen der indigenen Minderheiten wie der Mapuche, die allerdings bei Reisen durchs Land nicht von Bedeutung sind, da auch diese Minderheiten Spanisch sprechen.
Ein Großteil der Bevölkerung besitzt keine oder nur geringe Kenntnisse der englischen Sprache. Selbst unter jungen Leuten ist das nicht üblich.
Es gibt aber verhältnismäßig viele Chilenen, insbesondere in der Mittel- und Oberschicht, die Deutsch sprechen, da ihre Vorfahren (meistens vor mehreren Generationen) aus Deutschland gekommen sind und/ oder weil sie auf einer der zahlreichen "Deutschen Schulen" Deutsch gelernt haben.
Einkaufen [Bearbeiten]
In Chile existieren neben dem Chilenischen Peso (CLP) noch andere Verrechnungseinheiten, in denen bisweilen Kredite, Versicherungs- und Mietverträge, aber auch andere finanzielle Transaktionen abgeschlossen werden. Eine davon ist die sogenannte UF (UF = Unidad de fomento), die andere, die sich ausschließlich nach dem Verbraucherpreisindex (IPC = Indice de Precios al Consumidor) richtet und deren Wert monatlich festgelegt wird, ist die UTM (Unidad Tributario Mensual)
Geldautomaten [Bearbeiten]
Geldautomaten finden sich in jeder Stadt. Nicht alle akzeptieren Maestro und auch nicht alle Visa, V Pay Karten werden gar nicht akzeptiert - man muss also auf die Logos achten. Kunden der Deutschen Bank können bei der Scotia Bank gebührenfrei abheben.
Küche [Bearbeiten]
Bis vor wenigen Jahren sahen die Speisekarten in chilenischen Restaurants sehr eintönig aus. Es gab Rindfleisch (Lomo), Hähnchen (Pollo) oder Fisch (Pescado). Alles meist ohne Soße und aus der Pfanne oder dem Ofen. Als Beilagen standen meist nur Reis, Pommes Frites, einfacher Salat oder Kartoffelpüree zur Auswahl. In den besseren Restaurants, insbesondere am Meer, gab es zusätzlich noch Meeresfrüchte als Vorspeise.
Seit etwa dem Jahr 2000 vollzieht sich aber in der chilenischen Küche ein grundlegender Wandel. Immer mehr junge Köche entdecken den Reichtum des Landes an verschiedenen Zutaten, vor allem die unglaubliche Vielfalt an Fischarten und anderen Meerestieren, an Früchten und Gemüsearten. Sie beginnen, mit den Zutaten sehr stilvoll zu experimentieren und entwickeln aus typischen chilenischen Zutaten sehr leckere und einfallsreiche Kreationen. Leichte Anleihen aus der europäischen Küche, insbesondere der italienischen und französischen, sind zwar zu erkennen, aber es wird keineswegs kopiert. So gut wie immer bleibt die typisch "chilenische Note" erhalten. Besonders die Hauptstadt Santiago befindet sich in einer spannenden kulinarischen Phase, aber auch in der Provinz ist der Trend weg vom früher allgegenwärtigen "Lomo con arroz" (Rindfleisch mit Reis) deutlich zu spüren.
Abgerundet wird dieser positive Trend dadurch, dass auch wirklich traditionelle chilenische Gerichte, die früher nur selten in Restaurants zu finden waren, sondern nur zu festlichen Anlässen im privaten Kreis auf den Tisch kamen, den Weg in die Restaurants gefunden haben. Die Zubereitung ist oft sehr aufwändig, so dass es inzwischen einige Restaurants gibt, die sich aussschließlich der traditionellen chilenischen Küche verschrieben haben.
Zu den traditionellen Gerichten gehört an erster Stelle die "Empanada", eine Teigtasche, die entweder mit Käse gefüllt und frittiert ist oder mit einer Füllung aus Fleisch, Zwiebeln, Ei und Olive aus dem Ofen kommt. Manchmal sind auch Empanadas mit Meeresfrüchten zu finden. Empanadas werden meist als Vorspeise serviert. Weitere traditionelle Gerichte sind z.B.: Conejo Escabechado (geschmortes Kanninchen), Carne Asada (gegrilltes Rindfleisch), Pastel de Choclo (Maisauflauf mit Fleischfüllung) oder Humitas (Maisklöße im Maisblatt). Immer wiederkehrende typische Zutaten sind z.B.: Palta (Avocado), Cilantro (Korianderkraut), Zapallo (eine Kürbisart), Alcachofas (Artischocken), Apio (Stangensellerie), Aji (eine Paste aus Chili und Knoblauch), Pebre (eine Soße aus Zitronensaft, Öl, Tomate, Zwiebeln, Petersilie, grüner Chili und Korianderkraut), Congrio (eine Fischart), Centolla (Königskrabbe), Machas (eine Muschelart), Jaibas (eine Krebsart), Locos (eine Meeresschnecke), Erizos (Seeigel).
Nachtleben [Bearbeiten]
Das Nachtleben ähnelt dem in Deutschland. Besonders in Studentenstädten gibt es unzählige Kneipen und Clubs mit viel Stimmung. Neben Bier sind diverse Mixgetränke mit Pisco beliebt. In einigen Gegenden gibt es Vino con Frutas, das ist Rotwein mit frischen pürierten Früchten und Zucker, vom Geschmack ähnlich der spanischen Sangria, jedoch fruchtiger.
Im Vergleich zu Deutschland ist ausgehen extrem günstig. So kosten 0,5 l Bier selten mehr als 1,50 EUR, Getränke mit dem einheimischen Pisco sind noch billiger.
Unterkunft [Bearbeiten]
Die Preise für die Unterkunft liegen zwar deutlich höher als in den anderen Andenländern, der Unterschied zu den anderen Ländern Südamerikas, insbesondere Argentinien und Brasilien, ist in den letzten Jahren jedoch stark geschrumpft, da die Inflation in Chile deutlich niedriger als in diesen Ländern ausfiel. Nur Campingplätze sind noch deutlich teurer als dort (mindestens 5000 Pesos pro Tag für eine Parzelle). Insgesamt liegt das Preisniveau etwa 30 bis 50 Prozent niedriger als in Europa, mit Ausnahme der Luxusklasse, bei der es keinen Unterschied gibt.
Insgesamt ist die Hotellerie in Chile gut ausgestattet, insbesondere in den Touristenzentren, aber auch in den meisten abgelegenen Gebieten sind kleine Hotels (residenciales und hospedajes) oft problemlos zu finden.
Lernen [Bearbeiten]
Auch die staatlichen Universitäten des Landes sind gebührenpflichtig. Ihr Ruf ist allgemein gut, so liegt die Universidad de Chile in Santiago in einigen Ranglisten noch vor der deutlich größeren Universität von Buenos Aires in Argentinien.
Arbeiten [Bearbeiten]
Die Arbeitszeiten betragen in einigen Firmen zehn Stunden und mehr pro Tag. Besser organisierte Firmen geben eine Arbeitszeit von acht Stunden vor. Jedoch gibt es viele Teilzeitarbeiten.
Lehrer beispielsweise in Sprachschulen werden gewöhnlich pro Stunde bezahlt.
Der Lohn in Chile ist sehr unterschiedlich. Er beträgt von etwa 15 Euro pro Tag bis zu 30 Euro pro Stunde (240 Euro pro Tag)
Der Urlaub richtet sich nach der Länge der Betriebszugehörigkeit und liegt bei ca. 15 Tagen pro Jahr.
Feiertage [Bearbeiten]
Chile ist wie das gesamte Südamerika stark christlich geprägt. Daher entstammen viele gesetzliche Feiertage dem Christentum.
| Termin | Name | Bedeutung | |
| 01. 01. | Neujahrstag | ||
| 25. 03. | Karfreitag | ||
| 01. 05. | Tag der Arbeit | ||
| 21. 05. | Seeschlacht bei Iquique | Seeschlacht 1879 während des Salpeterkriegs mit Bolivien, in der Arturo Pratt (chilenischer Nationalheld) ums Leben kam. | |
| 29. 06. | Peter und Paul | ||
| 15. 08. | Mariae Himmelfahrt | ||
| 18. 09. | Unabhängigkeitstag | Am 18.09.1810 erklärte eine Junta die Unabhängigkeit Chiles von Spanien | |
| 19. 09. | Tag des Heeres | Militärparade in Santiago | |
| 12. 10. | Ibero-Amerika-Tag | Tag der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus | |
| 30. 10. | Evangelische Kirche | Tag der protestantischen Konfessionen | |
| 01. 11. | Allerheiligen | ||
| 08. 12. | Mariae Empfängnis | ||
| 25. 12. | Weihnachtsfeiertag |
Sicherheit [Bearbeiten]
Chile gehört zu den sichersten Ländern Südamerikas, nur in den Nachbarländern Bolivien und Argentinien liegt die Mordrate noch niedriger. Man kann auch allein problemlos durch das Land reisen. In Großstädten sind allerdings die bekannten Vorsichtsmaßnahmen zu beachten: nachts nicht in ärmere Viertel gehen, auf Taschendiebe achtgeben und möglichst nicht mit auffälligem Schmuck protzen. In ländlichen Gegenden, mit Ausnahme von Touristenzentren, braucht man um sein Hab und Gut keine Angst zu haben.
Gesund bleiben [Bearbeiten]
In Chile sind normalerweise keine unvorhersehbaren und ernsthaften Gesundheitsgefahren zu erwarten. Möglicherweise wird man Opfer der "Chilenitis", der lokale Variante von "Montezumas Rache".
Bei Reisen in den Norden wird wegen der Gefahr der Chagas-Erkrankung (Übertragung durch nachtaktive Wanzen) vor Übernachtungen in einfachsten Unterkünften wie z.B. Lehmhütten gewarnt. Insbesondere bei Reise von der Küste in die Anden sollte dort auch auf ausreichende Akklimatisierung (Höhenkrankheit!) geachtet werden.
Im Süden besteht ein gewisses Risiko der Infektion mit dem Hanta-Virus (Übertragung durch Ratten), insbesondere in den Regionen VI, VII und VIII. Außerdem macht sich, besonders in der südlichsten Region Magallanes das Ozonloch über der Antarktis bemerkbar - trotz der meist kühlen Temperaturen ist Sonnenschutz zu empfehlen.
Ärztliche Versorgung: Im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern ist das chilenische Gesundheitssystem recht gut ausgebaut - allerdings sind die privaten Kliniken meist die besseren (wenn auch teureren) Einrichtungen. Auf jeden Fall ist daher der Abschluß einer Auslandskrankenversicherung notwendig. Auf dem Land gibt es einfache Krankenhäuser und Gesundheitsstationen, komplizierte Fälle müssen in die größeren Städte ausgeflogen werden.
Eines der angesehensten und modernsten Krankenhäuser in Chile ist die Clinica Alemana in Santiago, die bereits 1918 von der deutschen Gemeinde gegründet wurde. Weitere "deutsche Kliniken" finden sich vor allem im Süden des Landes, so in Concepción, Temuco, Valdivia, Osorno und Puerto Varas.
Apotheken: Bei kleineren Beschwerden ist die Apotheke die erste Anlaufstelle. Zumindest in den größeren Städten ist es kein Problem eine Apotheke zu finden, es gibt sie praktisch an jeder Ecke und meist zu einer der großen Ketten (z.B. Farmacias Ahumada, Cruz Verde oder Salco Brand) zugehörig. Dort gibt es neben Arzneimitteln auch Drogerieartikel und oftmals auch Geldautomaten.
Impfungen: Bei Einreise aus Europa sind derzeit keine Impfungen zwingend vorgeschrieben; allerdings sind für Chile unbedingt folgende Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie sowie Hepatitis A angeraten. Dazu sind bei Individual- und Abenteuerreisenden auch Impfungen gegen Typhus und Hepatitis B zu empfehlen. Aktuelle Imformationen erhält man im nächsten Tropeninstitut oder um Web unter Fit-for- travel.de
Klima [Bearbeiten]
Chile hat sehr unterschiedliche Klimazonen.
Im Norden von Chile beispielsweise gibt es keinen Winter, die Temperaturen entlang der nördlichen Küste betragen das ganze Jahr hindurch zwischen 15 °C und 29 °C mit vorwiegend Sonnenscheintagen. Dennoch hält sich die Hitze in Grenzen, da der kalte Humboldtstrom, der antarktische Gewässer bis weit nach Peru hinein bringt, die Temperaturen deutlich dämpft. Daher sind die Wassertemperaturen in Nord- und Mittelchile nahezu identisch und liegen nur selten über 20 Grad.
Im Mittelteil Chiles sind die Temperaturen im Sommer ähnlich, jedoch gibt es in den Wintermonaten (Juni bis September) fast täglich kühle Nebel die abends vom Meer hereinziehen und bis in die Morgenstunden bleiben. Diese Nebel (garúa genannt, oft begleitet von Nieselregen) bewirken einen Temperatursturz von bis zu etwa fünf Grad Celsius. Je weiter man nach Süden kommt, um so feuchter und kühler wird es. So wird es in Puerto Montt oder Chiloé im Sommer nur selten wärmer als 25 Grad und im Winter kann es zu Schneefällen kommen.
Im "Großen Süden" Chiles ist es überwiegend das ganze Jahr hindurch kühl. Es gibt viele Regentage und auch im Sommer muss geheizt werden. So liegt die Temperatur in Punta Arenas im Hochsommer bei 10 °C!
Der Nord- und Mittelteil von Chile ist vorwiegend trocken und daher gibt es hier die besten Observatorien der Welt. Es gibt hier die trockenste Wüste der Welt (Atacama-Wüste).
Im Januar 2006 wurde entschieden dass hier das grösste Observatorium der Welt gebaut werden soll, in der Nähe von La Serena, im Mittelteil von Chile. Es soll im Jahre 2013 fertiggestellt werden.
Respekt [Bearbeiten]
Die Kultur Chiles entspricht weitgehend der in Südeuropa.
Post und Telekommunikation [Bearbeiten]
Das Postwesen wurde bereits 1748 von den Spaniern eingeführt, ab 1853 gab es chilenische Briefmarken. Im Jahre 1851 erhielt der Engländer William Wheelwright von der Pacific Steam Navigation Company den Auftrag eine Telegrafenlinie zu errichten. Nach ersten Tests konnte am 21. Juni 1852 die erste Nachricht von Valparaíso nach Santiago geschickt werden. Im April 1853 begann der reguläre Betrieb. Danach begann man mit dem Ausbau der Telegrafenstrecken entlang der Eisenbahnlinien. Die ersten Strecken von Santiago führten nach Valparaíso und Talca und wurden 1857 komplett fertig gestellt. Bis 1892 konnte das ganze Land mit Telegraphen erreicht werden. Feuerland war über ein Seekabel angebunden worden.
Die ersten Telefone wurden 1880 in Valparaíso eingeführt. 1930 bildete sich die Telefongesellschaft Compañía de Teléfonos de Chile CTC, die später von der spanischen Telefónica übernommen wurde. Der Radiobetrieb begann mit Radio Chileña in Santiago 1922.
Der zweite große Telekommunikationskonzern in Chile ist ENTEL (Empresa Nacional de Telecomunicaciones SA de Chile), der größte Anbieter von Internet- und Mobilfunkdiensten in Chile. ENTEL, Telefonica und weitere zum Teil lokale Anbieter betreiben heute ein nahezu flächendeckendes Netz für die Mobiltelefonie.
70 % aller chilenischen Unternehmen besitzen einen Internetanschluss.
Literatur [Bearbeiten]
Sara Wheeler: Unterwegs in einem schmalen Land. Heyne, München 1996, ISBN 3-453-08319-9.
Weblinks [Bearbeiten]
- Chile im ZUM-Wiki
- Anmeldungen für den Besuch des VLT - Very Large Telescope in Paranal
- Vulkan Chaiten
- Offizielle Seite des Landes
- chileaktiv.com Planungsportal für Individualreisen nach Chile
